10 Jahre Bolsa Familia

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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon Berlincopa » So 3. Nov 2013, 14:39

BrasilJaneiro hat geschrieben:Traurig an jeder Wohlfahrt des Staates ist, dass sich (linke) Parteien damit ihre zukünftigen Wähler sichern und nur ein Interesse daran haben können, diesen Personenkreis in staatlicher vergüteter Armut zu belassen. Sonst droht Wählerwanderung. Deshalb ist es zweckhafter die Schuld immer bei den Reichen, Unternehmern und Besserverdienenden zu suchen, das Volk vor angeblichen Rechten und Rassisten zu warnen und einzuschüchtern und den geistigen Horizont des Volkes auf ein Minimum zu halten, dass man jeden Unmut im Volke mit ein paar Parolen aus der Welt schaffen kann.



Es ist eine böswilige Unterstellung, daß die Regierung Lula den Personenkreis, der von der Bolsa Familia profitiert möglichst dauerhaft konservieren wollte. Im Gegenteil ist es das Ziel, durch eine wachsende Wirtschaft langfristig keine Bolsa Familia mehr zahlen zu müssen, da sich die Ärmsten peu à peu hocharbeiten.
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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon Fudêncio » So 3. Nov 2013, 15:12

Berlincopa hat geschrieben:Es ist eine böswilige Unterstellung, daß die Regierung Lula den Personenkreis, der von der Bolsa Familia profitiert möglichst dauerhaft konservieren wollte. Im Gegenteil ist es das Ziel, durch eine wachsende Wirtschaft langfristig keine Bolsa Familia mehr zahlen zu müssen, da sich die Ärmsten peu à peu hocharbeiten.


In erster Linie ist die BLOSA FAMÍLIA dazuda die Wiederwahl von Lula &Co. zu unterstützen !

Und zu denen die sich wirklich durch die wachsende Wirtschaft hocharbeiten konnten, gehören sicher nicht Leute die mit der BLOSA FAMÍLIA "unterstützt" wurden. Denn dazu reicht die Blosa nun wirklich nicht. Das Geld gauckelt der Unterschicht doch nur eine Art der Unterstützung der Regierung vor, anstatt das wirklich etwas für diese Leute getan wird. Die Unterschicht soll ruhig gestellt werden und das geht am besten mit Almosen und nebenbei steht die Regierung noch gut da im Ausland! :twisted:

Die Regierung hat doch in Wirklichkeit kein Interesse daran das jeder einen Uniabschluss machen kann. Die kommen doch heute schon kaum mit den ein"gebildeten" Student klar, die alle Nase lang auf die Strassen gehen und für kostenlosen Nahverkehr protestieren! [-X

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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon Berlincopa » So 3. Nov 2013, 16:12

Fudêncio hat geschrieben:
Berlincopa hat geschrieben:Es ist eine böswilige Unterstellung, daß die Regierung Lula den Personenkreis, der von der Bolsa Familia profitiert möglichst dauerhaft konservieren wollte. Im Gegenteil ist es das Ziel, durch eine wachsende Wirtschaft langfristig keine Bolsa Familia mehr zahlen zu müssen, da sich die Ärmsten peu à peu hocharbeiten.


In erster Linie ist die BLOSA FAMÍLIA dazuda die Wiederwahl von Lula &Co. zu unterstützen !

Das siehst Du falsch, denn auch die anderen Parteien wollen die Bolsa ja nicht abschaffen. Daß aber Menschen, denen geholfen wird, bei der nächsten Wahl den Helfer wählen, sollte man ihnen nicht verdenken, es ist eine normale Reaktion. Die hohe Zustimmung (in der Vergangenheit) zu Lulas Regierung kann man aber nicht einfach mit dem Verteilen von Almosen erklären, sondern damit, daß es den allermeisten Brasilianern (armen wir reichen) besser geht als in den Jahren zuvor

Und zu denen die sich wirklich durch die wachsende Wirtschaft hocharbeiten konnten, gehören sicher nicht Leute die mit der BLOSA FAMÍLIA "unterstützt" wurden. Denn dazu reicht die Blosa nun wirklich nicht. Das Geld gauckelt der Unterschicht doch nur eine Art der Unterstützung der Regierung vor, anstatt das wirklich etwas für diese Leute getan wird. Die Unterschicht soll ruhig gestellt werden und das geht am besten mit Almosen und nebenbei steht die Regierung noch gut da im Ausland! :twisted:
In der Tat: Die bolsa soll ja nur für wirklich bedürftigste Familien eine kleine Hilfe sein, menschenwürdig über die Runden zu kommen; erst wenn man einigermaßen satt ist, kann man sich auch weiterbilden und nach Aufstiegschancen suchen-; dies haben nicht wenige getan und sind aus eigener Kraft aus der Fürsorge der Bolsa Familia rausgefallen. Eigentlich traurig, daß ein international als erfolgreich anerkanntes Projekt hier zerrredet wird.

Die Regierung hat doch in Wirklichkeit kein Interesse daran das jeder einen Uniabschluss machen kann. Die kommen doch heute schon kaum mit den ein"gebildeten" Student klar, die alle Nase lang auf die Strassen gehen und für kostenlosen Nahverkehr protestieren! [-X
Es ist auch keinesfalls sinnvoll, wenn alle (also auch die ungeeigneten) einen Uniabschluß machen, dies gilt auch für Deutschland. Und wieso sollten gerade die Studenten, von denen die meisten nicht aus den ärmsten Schichten kommen, in den Genuß eines kostenlosen Nahverkehrs kommen, wo der Portero, der Kellner, das Dienstmädchen, die Verkäuferin etc. weiterhin zahlen müssen? Über die Höhe der Preise wäre allerdings zu sprechen.
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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon Trem Mineiro » So 3. Nov 2013, 20:13

Ich verstehe die Position von Fudencio nicht ganz.
Die Regierung macht doch nichts anderes als andere Länder, wie z.B. Deutschland. Dort wurde immer schon Sozialhilfe gezahlt und das war keine Erfindung der Linken, Harz IV ist doch nichts anderes.
Eine Schande für Brasilien, dass es bis in dieses Jahrtausend gedauert hat, ein vergleichbares Modell in minimalistischer Form einzuführen.
Jahrelang haben Nicht-Linke-Regierungen und Militärs Teile der Bevölkerung hungern und verhungern lassen. Der Lula und der PT jetzt daraus einen Strick zu drehen ist schon perfide. Aber das ist die Position der Satten und Reichen in Brasilien, die den Rest der minderbemittelten Bevölkerung als Faulenzer und Taugenichts sehen.
Im Kapitalismus ist halt jeder selbst Schuld, der es zu nichts bringt, soll es doch mindestens mal als Tellerwäscher anfangen....Millionär......wer will, findet auch Arbeit.........kommt mir alle so bekannt vor :sndsck: .

Ich schätze FHC als fähigen Präsidenten ein, der damals für Brasilien vieles getan hat, was nötig war. Das ging aber sehr stark zu Lasten der Mittelklasse und der einkommensschwachen Bevölkerung, wenn danach Lula nicht die Sozialpolitik geändert hätte, wären diese Unruhen, die heute von der neuen Mittelschicht ausgehen, damals von der Unterschicht ausgegangen. Lula war da wie ein Ventil, dass erst mal 10 Jahre Luft geschaffen hat.

Gruß
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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon BrasilJaneiro » So 3. Nov 2013, 20:17

Berlincopa hat geschrieben:
BrasilJaneiro hat geschrieben:Traurig an jeder Wohlfahrt des Staates ist, dass sich (linke) Parteien damit ihre zukünftigen Wähler sichern und nur ein Interesse daran haben können, diesen Personenkreis in staatlicher vergüteter Armut zu belassen. Sonst droht Wählerwanderung. Deshalb ist es zweckhafter die Schuld immer bei den Reichen, Unternehmern und Besserverdienenden zu suchen, das Volk vor angeblichen Rechten und Rassisten zu warnen und einzuschüchtern und den geistigen Horizont des Volkes auf ein Minimum zu halten, dass man jeden Unmut im Volke mit ein paar Parolen aus der Welt schaffen kann.



Es ist eine böswilige Unterstellung, daß die Regierung Lula den Personenkreis, der von der Bolsa Familia profitiert möglichst dauerhaft konservieren wollte. Im Gegenteil ist es das Ziel, durch eine wachsende Wirtschaft langfristig keine Bolsa Familia mehr zahlen zu müssen, da sich die Ärmsten peu à peu hocharbeiten.



hahaha, was für ein Witz. Dann versuchen dies in Deutschland die Politiker schon seit 40 Jahren. Ohne die HartzIV Empfänger würden die neuen Parteien und die Linke nicht existieren. Die SPD würde noch weiter absacken.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon Trem Mineiro » So 3. Nov 2013, 20:37

BrasilJaneiro hat geschrieben:[
hahaha, was für ein Witz. Dann versuchen dies in Deutschland die Politiker schon seit 40 Jahren. Ohne die HartzIV Empfänger würden die neuen Parteien und die Linke nicht existieren. Die SPD würde noch weiter absacken.


Ich verstehe nicht was du meinst?
Die Partei, die die Soziale Absicherung, egal ob Sozialhilfe, HarzIV, Wohngeld oder Zuschuss für Suppenküche genannt, abschafft oder noch weiter reduziert, ist weg vom Fenster. Das gleiche wird zukünftig mit der Partei passieren, die die Renten weiter reduziert.

Da geht es den Leuten nicht mehr um Rechts oder Links, da geht es um Wut auf die "Besseren" in Deutschland. Frau Merkel hat diesen Trend schon lange erkannt und versucht ihre Partei in diese Richtung zu trimmen. Halbwegs erfolgreich.

So langsam bekommen Arbeitslose, Niedrigrentner, Sozial-Hilfeempfänger den Rang einer schweigenden Mehrheit und könnten bald eine eigene Partei aufmachen. Insofern trägt eine Große Koalition dazu bei, die ja die Regierung weiter nach links (in die Merkel-Richtung)drängt, die Massen der Unzufriedenen ein wenig zurück zu halten. (Keine Angst, dieses weiter nach Links ist noch nicht Sozialismus oder Kommunismus)

Ich frage mich bis heute, wieso ein Land der Industriearbeiter, der kleinen Angestellten. der Geringverdienenden, der Arbeitslosen, der Rentner, der Minijobber sich bis heute von einer Partei regieren lässt, die weder Christlich, noch Sozial und dafür Büttel der Reichen der Großgrundbesitzer und Großindustriellen in diesem Lande ist und die das Volk regelmäßig an der Nase herumführt.

Die Antwort ist, wie auch ich zugestehen muss wohl, das es der Masse des Volkes bei dem Spiel noch immer recht gut geht (mir auch)und das System deshalb nicht so schlecht sein kann. Aber Vorsicht, alles hat seine Grenzen.

In Brasilien kann man von so einem System nur träumen, da ist man Welten entfernt.

Gruß
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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon BrasilJaneiro » So 3. Nov 2013, 20:49

Fudêncio hat geschrieben:
Berlincopa hat geschrieben:Es ist eine böswilige Unterstellung, daß die Regierung Lula den Personenkreis, der von der Bolsa Familia profitiert möglichst dauerhaft konservieren wollte. Im Gegenteil ist es das Ziel, durch eine wachsende Wirtschaft langfristig keine Bolsa Familia mehr zahlen zu müssen, da sich die Ärmsten peu à peu hocharbeiten.


In erster Linie ist die BLOSA FAMÍLIA dazuda die Wiederwahl von Lula &Co. zu unterstützen !

Und zu denen die sich wirklich durch die wachsende Wirtschaft hocharbeiten konnten, gehören sicher nicht Leute die mit der BLOSA FAMÍLIA "unterstützt" wurden. Denn dazu reicht die Blosa nun wirklich nicht. Das Geld gauckelt der Unterschicht doch nur eine Art der Unterstützung der Regierung vor, anstatt das wirklich etwas für diese Leute getan wird. Die Unterschicht soll ruhig gestellt werden und das geht am besten mit Almosen und nebenbei steht die Regierung noch gut da im Ausland! :twisted:

Die Regierung hat doch in Wirklichkeit kein Interesse daran das jeder einen Uniabschluss machen kann. Die kommen doch heute schon kaum mit den ein"gebildeten" Student klar, die alle Nase lang auf die Strassen gehen und für kostenlosen Nahverkehr protestieren! [-X

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Natürlich erklären Politiker diese Sozialleistungen positiv. So fing es in den USA an mit den Schriften und Reden von Woodrow Wilson. Es war aber im eigentlichen Sinne nicht daran gedacht, die Armen, besonders die Schwarzen durch Geld- und Sachleistungen des Staates in gut bezahlte Jobs zu bekommen. Man hielt auch an der Sekretion der Schwarzen fest. Das sollte nur ein Ziel bzw Bonbon sein, um die als Kanonenfutter gebrauchte arme Bevölkerung für zukünftige Kriege nutzen zu können, Aufstände im Keim zu ersticken bzw unnötig zu machen, um damit das einzelne Individium gleichgültig und Staatsabhängig zu machen.
In Brasilien rumort es in der Bevölkerung schon seit der Militärdiktatur. Es wäre nur noch ein Frage der Zeit, bis der Groll des Volkes explodiert. Brasilianische Politiker werden versuchen, mit mehr Sozialleistungen die Bevölkerung auch in den nächsten Jahren zu beruhigen. Gewinner werden Lula & Co sein, bis die New Yorker Finanzspekulanten auch eine brasilianische Regierung dazu bringt, das Vermögen des Volkes zu beschneiden und die freien Arbeiter zu modernen Arbeitssklaven umzugestalten.
Seit Snowden sollten doch alle wissen, dass wir eine neue Dreiteilung der Macht haben. 1.Justiz inklusive Vollstreckungsorgane, 2.US-Präsident mit seinen Spionageorganen NSA, CIA etc und 3.Vasallenstaaten mit ihren US-Orientierten Politikern.
Ironie der Geschichte. Selbst vor Freunden und das eigene Volk wird keine Rücksicht genommen.
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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon moni2510 » So 3. Nov 2013, 20:55

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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon BrasilJaneiro » So 3. Nov 2013, 21:08

Trem Mineiro hat geschrieben:
Ich verstehe nicht was du meinst?
Die Partei, die die Soziale Absicherung, egal ob Sozialhilfe, HarzIV, Wohngeld oder Zuschuss für Suppenküche genannt, abschafft oder noch weiter reduziert, ist weg vom Fenster. Das gleiche wird zukünftig mit der Partei passieren, die die Renten weiter reduziert.
Genau das ist es doch. Wer Sozialhilfe predigt hat auf Dauer die Stimmen der Empfänger
Da geht es den Leuten nicht mehr um Rechts oder Links, da geht es um Wut auf die "Besseren" in Deutschland. Frau Merkel hat diesen Trend schon lange erkannt und versucht ihre Partei in diese Richtung zu trimmen. Halbwegs erfolgreich.
Das "Rechte Lager" soweit man es nennen kann, bekommt eben nur die Stimmen der Nichtempfänger. Bei der FDP waren es diesmal zu wenige. Die Stimmen haben die Piraten erhalten. Die SPD verliert seit Jahren an die Linke. Warum wohl? Hat sie sich nicht mit Schröder zu sehr nach Union bewegt.
So langsam bekommen Arbeitslose, Niedrigrentner, Sozial-Hilfeempfänger den Rang einer schweigenden Mehrheit und könnten bald eine eigene Partei aufmachen. Insofern trägt eine Große Koalition dazu bei, die ja die Regierung weiter nach links (in die Merkel-Richtung)drängt, die Massen der Unzufriedenen ein wenig zurück zu halten. (Keine Angst, dieses weiter nach Links ist noch nicht Sozialismus oder Kommunismus)
Warum wohl will die SPD unbedingt Steuererhöhungen obwohl die Steuereinnahmen wieder gestiegen sind. Unternehmer, Besserverdiener, Selbstständige, Autofahrer, Raucher etc sollen wieder mal zahlen, damit die Arbeiter als Niederiglöhner für die globale Weltwirtschaft stillgehalten werden kann. Wenn nur eine Stadt im Ruhrgebiet dadurch saniert wird, dann heiße ich Rumpelstielzchen.
Ich frage mich bis heute, wieso ein Land der Industriearbeiter, der kleinen Angestellten. der Geringverdienenden, der Arbeitslosen, der Rentner, der Minijobber sich bis heute von einer Partei regieren lässt, die weder Christlich, noch Sozial und dafür Büttel der Reichen der Großgrundbesitzer und Großindustriellen in diesem Lande ist und die das Volk regelmäßig an der Nase herumführt.
Namen sind nur Schall und Rauch!
Die Antwort ist, wie auch ich zugestehen muss wohl, das es der Masse des Volkes bei dem Spiel noch immer recht gut geht (mir auch)und das System deshalb nicht so schlecht sein kann. Aber Vorsicht, alles hat seine Grenzen.
Jedenfalls stehen wir nicht in einer freien Welt, die die Amis uns seit Kapitulation verkaufen möchten. Mehr Kriege als je zuvor, mehr Unrecht als je zuvor mehr Spionage und Verknechtung der Menschen als je zuvor.
In Brasilien kann man von so einem System nur träumen, da ist man Welten entfernt.
Die Entwicklung wird wie in BRD folgen. Da hat es auch 24 Jahre gedauert, bis eine Regierung anfing Vermögen für Untätigkeit zu verschenken.
Gruß
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Re: 10 Jahre Bolsa Familia

Beitragvon Berlincopa » So 3. Nov 2013, 21:09

BrasilJaneiro hat geschrieben:
Fudêncio hat geschrieben:
Berlincopa hat geschrieben:Es ist eine böswilige Unterstellung, daß die Regierung Lula den Personenkreis, der von der Bolsa Familia profitiert möglichst dauerhaft konservieren wollte. Im Gegenteil ist es das Ziel, durch eine wachsende Wirtschaft langfristig keine Bolsa Familia mehr zahlen zu müssen, da sich die Ärmsten peu à peu hocharbeiten.


Natürlich erklären Politiker diese Sozialleistungen positiv. So fing es in den USA an mit den Schriften und Reden von Woodrow Wilson. Es war aber im eigentlichen Sinne nicht daran gedacht, die Armen, besonders die Schwarzen durch Geld- und Sachleistungen des Staates in gut bezahlte Jobs zu bekommen. Man hielt auch an der Sekretion der Schwarzen fest. Das sollte nur ein Ziel bzw Bonbon sein, um die als Kanonenfutter gebrauchte arme Bevölkerung für zukünftige Kriege nutzen zu können, Aufstände im Keim zu ersticken bzw unnötig zu machen, um damit das einzelne Individium gleichgültig und Staatsabhängig zu machen.
In Brasilien rumort es in der Bevölkerung schon seit der Militärdiktatur. Es wäre nur noch ein Frage der Zeit, bis der Groll des Volkes explodiert. Brasilianische Politiker werden versuchen, mit mehr Sozialleistungen die Bevölkerung auch in den nächsten Jahren zu beruhigen. Gewinner werden Lula & Co sein, bis die New Yorker Finanzspekulanten auch eine brasilianische Regierung dazu bringt, das Vermögen des Volkes zu beschneiden und die freien Arbeiter zu modernen Arbeitssklaven umzugestalten.
Seit Snowden sollten doch alle wissen, dass wir eine neue Dreiteilung der Macht haben. 1.Justiz inklusive Vollstreckungsorgane, 2.US-Präsident mit seinen Spionageorganen NSA, CIA etc und 3.Vasallenstaaten mit ihren US-Orientierten Politikern.
Ironie der Geschichte. Selbst vor Freunden und das eigene Volk wird keine Rücksicht genommen.


Mal wieder so ein seltsame Verschwörungstheorie, die wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat sondern von Paranoia zeugt: In Brasilien gibt es berechtigten Proteste gegen vielfältige Mißstände, aber es ist nicht damit zu rechnen, daß es zu einer Explosion kommt, denn die meisten möchten das in den letzten 20 Jahren erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Außerdem gibt es auch und gerade in der jetzigen Regierung dort durchaus Personen, die schon willens und in der Lage sind, die notwendigen Reformen anzugehen.
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