6 Monate Brasilien - wohin ?

Fragen & Tipps von/für Brasilienneulinge in Sachen Ein- und Ausreise, Visa, Geld, Sicherheit, Gesundheit, Essen & Kontaktaufnahme

Beitragvon Lemi » So 24. Apr 2005, 17:02

Hi Timm,

die o.g. Eigenschaften der Mineiros sind tatsächlich zutreffend, allerdings gibt es da regionale Unterschiede. Die Hauptstädter sind mit Sicherheit eine ganze Ecke unkomplizierter und offener, auch gegenüber Eindringlingen aus Übersee. :wink:

Die o.g. Eigenschaften bringen aber auch eine ganze Menge Vorteile mit sich, zumindest wenn man langfristig denkt, denn wenn sich die Mineiras dann doch einmal für jemanden entschieden haben, sind sie meist treu, liebevoll, bodenständig und vor allem ausgeglichen. Nicht so launisch und partygeil wie die Strandbewohner des Nordostens. Arbeiten, sparen und Werte schaffen zählen glücklicherweise zu ihren Haupteigenschaften. Man lebt nicht von der Hand in den Mund.

Für einen 14-Tage-Touri sind das natürlich alles völlig unerhebliche Vorteile. Wenn man hingegen in den Land verankert ist und auch sein Zubrot verdienen muss, ändern sich viele Aspekte.

Ich selber fahre auch sehr gerne in den Nordosten Brasiliens, aber eben nur, um dort meinen Urlaub zu verbringen. Die zwanglsose Lebensweise und Strandatmosphäre sind ideal, um im Urlaub relaxen und die Seele baumeln lassen zu können. Wenns dann wieder ans arbeiten geht bzw. an die Erfüllung von Kompromissen, dann kann ich sehr gut auf Palmen, Strand, Partys bis ins Morgengrauen und 35°C im Schatten verzichten.

Ausserdem: Feiern können die Mineiros natürlich auch. :D
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Beitragvon thomas » Di 26. Apr 2005, 14:42

Als Berliner kannst Du mich mit morbidem Charme nur locken, nicht schrecken :P

Aber lass mich mal kurz nach BH-Fotos kramen... :twisted:

t.
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Beitragvon thomas » Di 26. Apr 2005, 15:02

Zufällige Fotos von BH, kurz per Netz ergoogelt. Markant ist der pralle Sonnenschein, der ja bekanntlich bei euch das Wetter prägt..

Charme einer Metropole.

Bild

Vermissen wir London im Regen?

Bild

Traumhaftes Haus der Mineiros:

Bild

Und auch für die Sicherheit der Mineiros ist gut gesorgt: hier eine Polizeistation von innen.

Bild
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Beitragvon Lemi » Di 26. Apr 2005, 15:18

Hi Thomas:

Bild 1: Ja, so sieht eine Grossstadt von oben aus. Sonne haben wir übrigens reichlich. Meist zu viel für normalsterbliche Mitteleuropäer. Auch wenn sich das bei euch in DEU keiner so richtig vorstellen kann: Ich freue mich über jeden Regenguss, der runter kommt, vor allem nach 5 Monaten Trockenzeit mit < 50% Luftfeuchte.

Bild 2: Der Fotograph hätte wohl lieber anhalten sollen, um ein etwas schärferes Bild zu kriegen. Den Morro im Hintergrund kenne ich übrigens. Liegt an der Ausfahrt zum Pampulha-Airport. Nix ungewöhnliches. Eine von vielen Favelas eben. Ich brems dorte übrigens auch ...... wegen dem Blitzer links oben auf dem Bild. :wink:

Bild 3: Ja dann stell dir doch blos mal eine Polizeistation im NO vor !!! :phear:


P.S.: Ich hatte übrigens noch die schöneren Fotos aus meiner Sammlung von São Luis gepostet. Du hattest wohl offensichtlich Schwierigkeiten, überhaupt was Schäbiges von BH zu finden ......... ich persönlich finde BH auch nicht besonders attraktiv, aber eben besser als jede Küstenmetropole ........ zumindest, wenn es um das dauerhafte Leben geht. :idea:
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Beitragvon Trem Mineiro » Di 26. Apr 2005, 16:05

Hallo Gemeinde
Ach, wie tun mir die ausgewogenen, zurückhaltenden aber positiven Kommentare von Lemi über Minas Gerais so gut.
Ich liebe Brasilien, seine Strände im Nordosten, die ich gerne immer wieder besuche, angefangen von Bahia bis Maceio und Receife. Joao Pessoa kenn ich leider noch nicht. Sao Luiz und Fortaleza nur von kurzen Dienstreisen. Ich liebe auch den Süden wegen seiner Organisiertheit, seine Ruhe, Infrastruktur und Kultur.

Aber das Leben besteht ja nicht nur aus Freizeit und Urlaub, irgendwie muss ich ja auch meine Brötchen verdienen und das bedeutet für Ausländer ja meistens, das sie sich, wenn sie nicht grade als Möbeltischler verdingen, sie Know How oder sonstige Dienstleistungen an den Mann/Frau bringen müssen. Und da hat man natürlich immer mit Menschen zu tun.

In den letzten 10 Jahren habe ich festgestellt, dass dieses am einfachsten in Minas Gerais und auch noch in Sao Paulo geht (wahrscheinlich aber auch im Süden) Die Mineiros sind da sehr zielstrebig, aufgeschlossen, aber auch sehr kritisch, weil man wegen der zurückliegenden teilweise unglücklichen industriellen Entwicklungspolitik mit den Industrieländern, besonders mit den Japanern, nicht immer die besten Erfahrungen gemacht hat.

In sofern ist für mich als Arbeitsplatz im industriellen Bereich der Staat Minas Gereis einer der günstigsten Standorte, der zur Zeit ja auch eine stürmische Entwicklung durchmacht. Und mit den Mineiros kann man eben gut zusammenarbeiten, besonders auf technischer Ebene.

@Thomas
Da du ja einen Doppelwohnort angegeben hast interpretiere ich das so, dass du in Joao Pessoa deine Brötchen verdienst und in Berlin Urlaub machst und sich von dem brasilianischen Stress erholst. :twisted: Gott sei dank kannst du ja die Verführungen durch Strand und Strandschönheiten meistern und dich dort voll auf deine Arbeit konzentrieren. Ich hätte da meine Schwierigkeiten. :lol:

Ich hatte mal im Auswanderer Thread gefragt, wer den wo sich hier in Brasilien eine Existenz aufgebaut hat. (außerhalb von Entsendungen, Tourismusbranche, Hochschullehrern und Aussteigern) Die wenigen die ich kenne, arbeiten dann auch alle in Minas. Ansonsten hat sich bisher niemand gemeldet.


Gruß

Manfred

Hoffentlich kann ich bald mal wieder aus dem grauen BH heraus an die Strände, meinen Besuch bei Neto habe ich leider schon 2 mal verschieben müssen. Langsam bin ich urlaubsreif.
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Beitragvon thomas » Di 26. Apr 2005, 19:37

Lieber Manfred, der Lemi braucht einfach ein bisschen Kontra.. kein Grund gleich die Pistole rauszuholen und mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen ;)

Der Titel dieses Threads war übrigens 6 Monate in Brasilien, nicht wie organisiere ich mir ein Arbeitsleben in Brasilien.

Die Tatsache, dass ihr beide so drauf abzielt, bestätigt aber sicherlich unschuldig Beteiligten, dass BH wohl primär Arbeit zu bieten hat. :twisted:

Nix für ungut, wir machen doch nur Spaß.. die Bilder von Caraca sind doch sehr hübsch. Erinnern mich an das Interior von Paraíba..

t.
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Beitragvon tinto » Di 26. Apr 2005, 22:13

Ok, Leute, das ist hier ein Glaubenskrieg geworden mit zwei Fragestellungen:

1. Wo in Brasilien ist es am schönsten zum Leben und Urlaub machen?
2. Wo in Brasilien ist es am besten zum Leben und Arbeiten?

Für beides gibt es Pauschalierungsmöglichkeiten, die wir hier im Forum hinreichend gepflegt haben, und zwar in unterschiedlichen threats.

Ausgangsfrage war aber: wohin für 6 Monate?

Ich kenne Brasilien seit 1992, habe in Sao Paulo angefangen und es gibt jetzt immer noch einige für mich unbekannte Flecken auf der Landkarte. Aber mal ganz ehrlich: Brasilien – ein Land wie ein Kontinent, ich würde, wenn ich könnte, nichts auslassen. Es war irgendwie überall reizvoll wo ich war. Zum Beispiel das süße Kaff Eldorado im Bundesstaat SP, wo bestimmt noch keiner von Euch war. Leider fehlte mir bei den Reisen von 1992-2003 eine Digitalkamera und für die Bilder fehlte mir bisher ein Programm, sie auf die Pixel zu verkleinern, die hier erfoderlich ist (lieber, um sie für Euch auch fotopapiertauglich zu lassen, wären mir aber die 1,5 Mio Pixel). Aber ich werde am Wochenende nachlegen. Da werdet ihr sehen, es kann sogar in Recife irgendwie schön sein...

Timm, ich kann dir für 6 Monate nur vorschlagen: Bleib nicht an einem Ort, Du kennst ja schon einiges.
João Pessoa ist nicht schlecht, ich war da mal in einem Best Western Hotel, Thomas kennt das sicher...
Natal würde ich aber dennoch bevorzugen.

Dann -nicht nur weil Lemi das so liebt, mach was in BH un Minas, davon war ich auch angetan.

Und dann Buzios, aller Kritik zum Trotz, wenn Dir vöglen nicht das wichtigste ist, dort kann man viel unternehmen, die Seele baumeln lassen und sich an der Vereinigung von Bergen, Meer und Fauna erfreuen, Parties gibt es genug und Sport ist möglich. Klima ist erfrischend.

Teil das doch mal einfach so auf!
_________________________________
Schöne Grüße,
tinto
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Beitragvon Lemi » Mi 27. Apr 2005, 14:11

Ja Tinto, du hast Recht. Kommen wir zur Eingangsfrage zurück. Wohin in 6 Monaten Brasil ?

Eine Frage hast du schon klargestellt ..... bloss nicht an ein und demselben Ort hocken bleiben !

Meine Lieblingsorte sind folgende:

Strände:

- Bahia entlang der Linha Verde (also nördlich von Salvador)
- Porto Seguro und Umgebung
- Natal (Ponta Ngra)
- Fortalezas Umgebung bis Jericoacoara
- Arraial do Cabo (nördl. von RJ)
- Ilha Grande (südl. von RJ)
- Florianopolis (im Sommer)
- Maragogi im Norden von Maceio
- Barra de São Miguel im Süden von Maceio
- Praia dos Carneiros in Süd-Pernambuco

Natur und Berge:

- Serra do Caparaó (Grenze zw. MG/ES)
- Serra do Cipó (MG)
- Pantanal
- Nationalpark "Sete cidades" in Piaui
- Chapada Diamantina (Hinterland von Bahia)
- Serra de Itatiaia (Hinterland von RJ)
- Serra Gaúcha (Hinterland von SC und RS)

Ich glaube, damit füllst du die 6 Monate locker ! :D
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