dierk_0476 hat geschrieben:
Grins, ihr habt schon recht, aber sagen wir mal so, dort siehste nicht, das du steuern zahlst

Ausserdem hast du dort die sorge, das du deine familie am futtern hälst, was du in deutschland nicht hast, bis jetzt noch nicht
Aber ernsthaft, ich gehe lieber 10 stunden buckeln und weiss dann, das meine familie essen und n dach übern kopf hat, als hier in D steuern zu zahlen, jeden cent umdrehen muss, da ich trotz meiner Staatsdienerschaft zu wenig verdiene, um mir ne wohnung, n auto und ne familie mal eben zu leisten
Wenn meine kleine nach D kommt muss sie mindestens 500 € im monat erwirtschaften, oder ich muss mir nen nebenjob suchen, nur damit wir ihre mehrkosten einbringen

Sowas finde ich deprimierend, denn mit 1600€ erwarte ich in unserem schönen lande mehr leistung, aber nee, da gehste nach afghanistan oder nach amerika zum kommando und darfst noch alles selber zahlen, oder bekommst nur noch n minimum an leistungen

----Nachtrag----
Jaja, 1600€ is net wenig, aber für hier zu wenig und ausserdem habe ich noch altlasten
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Gruss, Dierk
Hast Du schon einen Plan, was Du in Brasilien machen willst, um das nötige Kleingeld für das einfache Leben zu verdienen? Es gibt in Brasilien viele, die 10 Stunden am Tag buckeln, und die trotzdem kaum Geld haben für Familie, Essen und Dach über dem Kopf, von "Luxus" wie Krankenversicherung, Ausbildung für die Kinder, Auto oder gar Reisen mal abgesehen.
Mal so zum Vergleich: 2002 hat mir eine brasilianische Kollegin, Ingenieurin, mal gesagt, was sie bei einem deutschen Autohersteller in Curitiba so verdient: 1900 Reais pro Monat, die Krankenversicherung gab es als Luxus gratis dazu. Dafür Arbeitszeit von 8 Uhr bis 17:30 (mit Pause), 1 Stunde Anfahrt, 1,5 Stunden Rückfahrt. Damals war ich Student. Als ich damals meine Ausgaben als Student für Miete (habe billig in WG gewohnt), Strom, Telefon, Internet, Wäschewaschen und Essen dagegengerechnet habe, hatte ich schonmal einen Großteil dieser 1900 Reais als Fixkosten. Und da waren noch nicht solche Posten wie Abends mal Weggehen, Auto etc. dabei, geschweige denn Frau und Kinder. Urlaub? Vielleicht einmal im Jahr, bezahlt in 10 Raten + 2,7% Zinsen pro Monat...
Und das ist im Vergleich ein guter Lohn: Die Arbeiter an der Fertigungsstrasse haben 400-500 Reais zur damaligen Zeit verdient...und das bei längeren Arbeitszeiten.

Setze dagegen mal einen Deutschen Kollegen, was der so "an der Linie" verdient.
Lange Rede kurzer Sinn: Es ist recht schwierig, Geld für ein "durchschnittliches" Leben (Wohnung, Auto, Familie) zu verdienen, deswegen interessiert mich das mal.
Und der Punkt mit den Steuern: Ich wäre da ganz vorsichtig. Nur weil viele Brasilianer kreativ sind im Steuerzahlen, heisst das nicht, dass sie das auch bei Gringos durchgehen lassen. Den Neidfaktor würde ich nicht unterschätzen, wenn er auch noch so unbegründet sein mag.
Und auch Brasilianer werden momentan verstärkt kontrolliert, ich kenne persönlich einen, der kontrolliert wurde und fast seinen gesamten Besitz (mehrere Wohnungen) verkaufen musste, um nicht gesiebte Luft zu atmen...