paulista hat geschrieben:
Ich habe Dir darauf auch bereits geantwortet. Es ist keine bras. Spezialität, dass für den Arbeitgeber die Kosten für einen Angestellten höher sind als dessen Bruttogehalt. Auch in Deutschland übernimmt der AG einen Teil der Sozialbeiträge. Du kannst dann vielleicht auch noch die Arbeitsplatzkosten und die Mitgliederbeiträge für die Arbeitgebervereinigungen mit einrechnen.
Arbeitsplatzkosten und Kosten für Arbeitgebervereinigung sind nicht Gegenstand der Diskussion. Den Arbeitnehmeranteil habe ich für Deutschland in der Aufstellung berücksichtigt.
paulista hat geschrieben:
Bei einer Diskussion und einem Vergleich über die Höhe der Belastungen durch Steuern und Abgaben eines Angestellten ist nun mal die Differenz zwischen Brutto- und Nettogehalt entscheidend.
Und das ist der eigentliche Knackpunkt. Der Angestellte wird aber auch durch den Arbeitgeberanteil belastet, da dieser direkt an sein Gehalt, und an die Höhe seines Gehalts gekoppelt ist. Das (auf der Gehaltsabrechnung sichtbare) Bruttogehalt im Vergleich zum Nettogehalt ist eine mögliche Kenngröße, aber keine sinnvolle Kenngröße um die Gesamtbelastung einschätzen zu können.
BTW: Es gibt immer wieder einzelne Politiker, die fordern, den Arbeitgeberanteil als Teil des Bruttogehalts steuerpflichtig auszahlen zu lassen. Diese werden aber immer wieder schnell zurückgerufen, da so den Arbeitnehmern schlagartig bewusst werden würde, wie hoch ihre Belastung in Wirklichkeit ist. Der Arbeitgeberanteil ist nichts anderes als ein Taschenspielertrick, um die Ineffizienz der Sozialsysteme zu verbergen. Das gilt für Deutschland, und das gilt ganz besonders für Brasilien (wie auch immer dieser Aufschlag von 60%+x sich dort nennt).
paulista hat geschrieben:
Hier kann eine ganz normale Lohnabrechnung eine größere Aussagekraft haben, als eine betriebswirstschaftliche Diskussion über sämtliche Arten von Steuern und Steuergesetzen.
Wenn man nur einen Teil des Ganzen betrachten möchte, dann ja. Wenn man aber die tatsächliche Belastungen sehen möchte, dann nein.
paulista hat geschrieben:
Indirekte Steuern gehören hier auch nicht dazu, da diese nichts mit dem Lohn zu tun haben. Jemanden, der keinen Führerschein hat, interssieren z.B. die Benzinsteuern nicht und einen Nichtraucher die Tabaksteuern u.s.w. Sowohl in BR als auch in D.
Doch, diese gehören dazu, wenn man pauschal die Gesamtbelastung (direkte Steuern, indirekte Steuern und Sozialabgaben) gegenüberstellen möchte. Ich erinnere Dich übrigens daran, dass Du selbst mir Alkohl und Zigaretten als Beispiel angefangen hast.
Wie dem auch sei, die Gesamtbelastung ist natürlich von der jeweiligen individuellen Situation abhängig. Ein Angestellter, der gerne Importprodukte kauft, wird eine andere Gesamtbelastung haben, als ein Selbständiger, der sich gerne von Reis mit Bohnen ernährt. Wenn man einen volkswirtschaftlichen Ansatz wählt, zeigt sich jedoch, dass die Belastung in Brasilien tendenziell höher ist als in Deutschland.