paulista hat geschrieben:
Takeo hat geschrieben:
Moranguinho hat vollkommen recht! In Brasilien bezahlt man unterm Strich weit mehr Steuern als in Deutschland... und kommt mir jetzt bitte nicht mit irgendwelchen Rechnungen: Tatsache ist, dass man in Brasilien von Januar bis Mai umsonst (bzw. für den Staat) arbeitet, aber praktisch KEINE Gegenleistung vom Staat bekommt.
Nur bis Mai? Gratulation! In Deutschland arbeitet man bis 05.Juli für den Staat. Die Gegenleistung dafür bekommen auch in Deutschland nur die Anderen! Siehe auch:
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C8 ... ntent.htmlRechnen ist scheinbar doch schwieriger als ich dachte.
Rechnen ist nicht so schwer, man muss nur die richtigen Sachen berechnen.
Selbst wenn der Mai im Beispiel stimmen würde, musst Du Dir, wenn Du schon schlaue Schlüsse ableiten möchtest, mal die Berechnungsgrundlage betrachten...Und die hat schon ein großes Problem (darauf macht die OECD z.B. jedes Jahr aufs neue aufmerksam): Der übermäßigen Steuerbelastung in Brasilien stehen extrem niedrige Steuereinnahmen gegenüber. Dies hängt damit zusammen, dass ein Großteil der Kleinst-, Klein- und Mittleren Unternehmen in den informellen Sektor ausweichen und dort keine Steuern mehr bezahlen. Dadurch wird die relative Steuerbelastung für Brasilien grundsätzlich zu niedrig ausgeweisen, da der informelle Sektor ins BIP zählt, aber nicht in die absoluten Gesamtsteuern.
Und wie schon gesagt: In Deutschland gibt es wenigstens eine sichtbare Gegenleistung, wenn sie auch vielleicht nur die anderen bekommen...Wobei ich mich frage, ob Du die tolle Infrastruktur in Deutschland nicht nutzt (die wird übrigens u.a. mit Steuern bezahlt): Dazu gehören u.a.: Straßen in akzeptablen Zustand, funktionierendes Stromnetz, öffentliche Sicherheit durch nicht korrupte Polizei, funktionierendes Wassersystem, gutes öffentliches Schulsystem, Universitäten etc...alles das ist in vielen anderen Ländern nicht gerade selbstverständlich..
paulista hat geschrieben:
Moranguinho hat geschrieben:
Nein, ist es nicht, wenn es Pflichtabgaben sind. Schließlich ist es der Arbeitnehmer, der die entsprechenden Abgaben erwirtschaften muss. Ist seine Produktivität niedriger als die Summe aus Gehalt und Abgaben, die der Arbeitgeber abführen muss, lohnt sie die Arbeitkraft für den Arbeitgeber nicht, und er wird schlicht nicht eingestellt.
Bei einer Diskussion über Steuern und Abgaben interessiert es den AN nicht, wie hoch die Lohnstückkosten sind und wie sie sich berechnen. Es interessiert ihn lediglich, was jeden Monat von seinem Bruttogehalt netto übrigbleibt. Und da braucht man auch nicht darüber diskutieren, ob es besser ist, wenn der AG die Abgaben bezahlt.
Du kannst ja jetzt gerne noch eine Diskussion über Volks- oder Betriebswirtschaft starten, hat aber mit dieser Diskussion nichts zu tun.
1. Du hast die Diskussion angefangen, ob es einen Unterschied macht, ob AG oder AN die Beiträge zahlen (siehe den vorletzten Post).
2. Du scheinst zu meinen, dass die Beiträge wie ein Geschenk vom Himmel fallen, wenn der AG sie bezahlt.
3. Ich habe Dir geschrieben, dass es vollkommen egal ist, ob der AG oder der Arbeitnehmer die Beiträge bezahlt, da IMMER der Arbeitnehmer die Beiträge erwirtschaftet (d.h. sie sind ein Teil Deines wirklichen Bruttogehalts). Auf gut Deutsch: es ist scheiss egal, wer sie auf dem Papier zahlt, das ist nur ein Buchhaltertrick. Der Arbeitnehmer zahlt sie in jedem Fall. Und damit sind sie auch Teil seinen Bruttogehalts, vollkommen egal ob einige Politiker etwas vom Arbeitgeberanteil faseln.
4. Klar sieht der Arbeitnehmer nur die Differenz ziwschen dem definierten Brutto (ohne Arbeitgeberanteil) und dem Netto. Ein schöner Taschenspielertrick, aus 40% mach 20%.
5. In Brasilien ist es noch schlimmer, da sind es 50% (nimmt wegen dem vale transporte bei höheren Einkommen prozentual ab)
Mit Lohnstückkosten und volkswirtschaftlichen Diskussionen hat das im ersten Step nichts zu tun.
Wenn Du meinst, dass in Brasilien die prozentuale Steuern- und Abgabenbelastung niedriger ist, lasse ich Dich gerne in Deinem Glauben. Ein Blick auf Kassenzettel, Gehaltsabrechnung und vieles weitere mehr zeigt das Gegenteil, ebenso ein Blick in einschlägige Untersuchungen.
paulista hat geschrieben:
Moranguinho hat geschrieben:
Nicht Euro mit Real vergleichen. Es ist egal wie hoch die Alkoholsteuer in Euro ist, wenn ein Brasilianer sie in Real vergleichen muss. Auch die Tabaksteuer gibt es in Brasilien. Für in Euro verdienendende sind die Zigaretten dort billig, aber nicht in Real.
Ok, 1l Cachaca in BR <2,5 $R in Deutschland ca 25 $R; 20 Zigaretten (Camel) in BR 2,7 $R in Deutschland ca 12,5 $R.
Selbst mit bestem Willen kann man hier nicht behaupten, dass diese Produkte in D billiger sind als in BR. Auch nicht wenn man die Preise durch das Einkommen relativiert.
p
Viel Spass mit Deinem Cachaca für 2,5 Reais.
Okay, nehmen wir Deine Preise mal als gesetzt an, rechnen wir mal dagegen:
Fabrikarbeiter bei VW in Brasilien, 450 Reais pro Monat, Fabrikarbeiter bei VW in Wolfsburg (Programm 5000, also weit unter Haustarif): 6900 Reais pro Monat.
Faktor 15 also...also, ab einem Preis von 37,5 Reais für Cachaca, und 40,5 Reais in Deutschland wäre Brasilien in Deinem Beispiel billiger....Oder anders ausgedrückt: Dein Leib- und Magencachaca dürfte in Brasilien 1,66 Reais kosten und Deine Zigaretten 84 Centavos. So sind diese Konsumgüter relativ zu Deutschland in Brasilien deutlich teurer.
Mach Dir nichts draus, wenn Du nicht so gut in Mathematik bist, vielleicht bist Du eher der musische Typ...