A Policia chegou!

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Re: A Policia chegou!

Beitragvon jorchinho » Mi 16. Jun 2010, 07:19

Nette Story. Und, gut angekommen?
Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich gern hätten.
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon Campinense » Mi 16. Jun 2010, 20:18

Ich überquere die Fußgängerbrücke, die zu den beiden mittleren Bushalteplattformen und auf die gegenüberliegende Straßenseite des Platzes führt, laufe quuasi ein Stück zurück, bis zur Eisenbahnbrücke, die man passieren muss um ins Vila-Mimosa-Areal zu gelangen. ... Die Motorradwerkstätten und die Bars und Lanconettes, in denen man oft auf Biker, Gangmitglieder oder Zuhälter trifft, werden passiert, dann geht es nach rechts und nach der nächsten Querstraße, die nach halbrechts führt, betritt man sozusagen den Kern des Rotlichtviertels von hinten, denn man läuft entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße. Ich kenne das Viertel nun sieben Jahre.

Da kann ich nicht ganz mithalten, allerdings zählt die VM auch für mich zu einem der wichtigsten touristischen Highlights von Rio. Für alle User, die nicht so genau wissen worum es geht:
http://www.band.com.br/aliga/conteudo.asp?ID=315305 --> Rechts unten (im grünen Bereich) das Video "Parte 1" auswählen
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon supergringo » Do 17. Jun 2010, 17:45

Churrasco ohne Bier ist eine Sache, die nicht funktioniert.

Also laufe ich zu meiner Stammkneipe und kaufe einen Kasten. Für Kiste und Flaschenpfand muss ich 15 Reais hinterlegen, ein faires Angebot. Denn in Brasilien gibt es eigentlich kein Pfandsystem. Man muss zunächst die Flasche (samt Inhalt) kaufen, und dann nach dem Verzehr gegen entsprechende Neuware eintauschen. Das Geld versteckt der mürrisch wirkende Dono an einem Sonderplatz. Mehrmals erklärt er mich das System: „Wenn Du den Kasten mit dem Leergut wiederbringst, erhälst Du das Geld zurück. Ich verwahre es hier, siehst Du?“ Der Typ wirkt wirklich wie ein Stoffel, und hat noch eine Visage (cara-de- pau), die eher nchts gutes in Bezug auf seinen Charakter vermuten lässt. Dabei ist es ein netter Kerl. Claudia meint, „Der Typ ist eben Paraiba (aus eben diesem Bundesstaat oder aus Ceara). Die sind halt so.“, und lacht. Ich erbete noch ein paar Copas, weil Claudia nur zwei hat, weitere zwei wurden vom Einmachglas zum Trinkgefäß umfunktioniert. Er händigt mir kostenlos ein gutes Dutzend Plastikbecher aus.

Die 24 0,6 Liter-Flaschen werden ins Eisfach geräumt. Nein, 23 davon, eines wird gleich geöffnet.

„Ich krieg den Grill nicht an!“, klagt Claudia. „Na und, wo ist das Problem? Lass uns Brennflüssigkeit kaufen.“

Jetzt erst verstehe ich, es fehlt an Geld. Paulo drücke ich fünf Reais in die Hand und schicke ihn los. Ich hänge am Balkon, genieße bei lauter Radiomusik mein Bier mit Zigarette. Es läuft eigentlich immer das gleiche: Beyonce, Rihanna, Black Eyed Peas, Rebolation, ein bisschen Samba, Baile Funk und glücklicherweise kaum Schnulzenpagode. Der Sender ist klasse, es wird kaum gequatscht und es kommt nur alle Stunde Werbung.

Natürlich habe ich meine Hilfe angeboten, aber Claudia will sie nicht in Anspruch nehmen. Na ja, denke ich, sie will den Goldesel wohl schonen ...

Ich vertreibe mir die Zeit weiter auf dem Balkon. Und öffne natürlich bald die nächste Flasche. Das Fleisch liegt mittlerweile auf dem Grill, auf beiden Herdstellen bruzzeln Sachen, Claudia bereitet Kartoffelsalat zu und richtet andere Sachen. Sie hat sich bereits im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Kleidungsschrankinhalt und Schwangerschaft) schick gemacht. Ich nehme auch noch einmal eine Katzendusche und ziehe mich ebenfalls halbwegs anständig an.

Ich schätze mal, es ist ½ 10, als die ersten Gäste einlaufen. Es sind ein paar Nachbarskinder. Die meisten kenne ich bereits. Ein neunjähriges Mädchen fasziniert mich dabei besonders. Sie ist für ihr Alter recht groß gewachsen, benimmt sich manchmal ein bisschen altklug, hat aber alle anderen Kids, auch den elfjährigen Paulo, voll im Griff. Manchmal wirkt sie als wäre sie schon 14, wenn sie sich mit Julio abgibt, könnte man sie - mit etwas Phantasie – sogar für seine Mutter halten, sofern sie mit ihm auf dem Schoss auf dem Sofa sitzt.

Die ersten mit Fleisch und Wurst gefüllten Teller werden herum gereicht. Dann trudeln langsam erwachsene Gäste ein. Es handelt sich um ein paar Freundinnen, zwei mit Anhang, seien es Kinder oder Partner, der Nachbarin aus der oberen Eatge und zwei „Kollegen“. Kollegen? Was das bedeutet, weiß ich nicht. Aber ich kann es erahnen. Das sind Jungs, mit denen sie befreundet ist, und mit denen sie vögelt, wenn sie Lust auf Sex verspürt. Mir ist das völlig schnuppe, selbst wenn ich mit Claudia fest liiert wäre. Nur kann ich es nicht leiden, wenn man denkt, ich würde es nicht raffen ...

Fürs Auge ist zunächst nichts geboten. Die Single-Freundin ist zwar erst 19, gleicht aber eher dem Klischee einer Mamma aus Sizilien.

Die „Party“ findet an 2 ½ Orten statt. Im Wohnzimmer spielen die Kinder. In der Küche stehen die Erwachsenen. Und Claudia bewacht hauptsächlich den Grill auf dem Balkon.

Ich stehe zwischen den Welten. Ein bisschen beschäftige ich mich natürlich mit Claudia´s volljährigem Bekanntenkreis, aber die Kinder vereinnahmen mich ständig. „SG, schau hier, SG komm nach da!“ Mit mir kann man es ja machen, andererseits finde ich es natürlich klasse, wenn mich die Kinder mögen. Und sei es nur als Spielzeug, so leicht kaputt zu kriegen bin nicht. Das weiß auch Julio, der dreijährige Terrorist.

Endlich kommt Kelly. Und Gott sei Dank, allein. Die Haare sind nun offen, von Unmengen an Haarcreme glänzend nass, gelockt. Sie trägt dunkelroten Lippenstift, ist lasziv geschminkt. Obwohl ich eher auf den Naturtyp stehe, ihr steht die Maskerade gut. Endlich kriege ich auch ihren Bauch zu sehen. Sehr beruhigend, keine Falten, bei zwei Kindern ist das keine Selbstverständlichkeit. Dafür das fast obligatorische Piercing. Und der Delphin springt vorne seitlich aus dem String. Wie sie mit ihren hohen Schuhen von ganz weit oben zu ziemlich weit unten herunter gestöckelt ist, bleibt ihr Geheimnis. Aber das lernen die Mädchen hier in der Favela sowieso spätestens mit 14. Ich habe mich die letzte Zeit mit Biertrinken zurück gehalten, was sich nun ausbezahlt. Ich bin durch den Alkoholkonsum zwar tatsächlich etwas lockerer geworden, aber noch lange nicht am Pegel.

Schnell wird klar, dass wir nachher noch zum Baile Funk marschieren. Wer alles mitkommt, bleibt offen, wichtig ist, dass Kelly mich begleitet.

Es ist kein rauschendes Fest. Es wird eben gefressen, Bier gesoffen, gequatscht und viel gelacht. Bei solchen Veranstaltungen komme ich außerhalb eines Vieraugengesprächs schnell an die Grenzen meines Portugiesisch. Ich hatte mein Intensivgespräch mit Kelly gut bestanden, und vertreibe mir hauptsächlich die Zeit mit den Kindern oder durch einer Zigarette auf dem Balkon. Ich warte im Prinzip nur auf den Abmarschbefehl in Richtung Baile.

Claudia nimmt mich zur Seite, ihre Freundin steht daneben: „Du gehst mit Kelly zum Baile Funk?“ Sie blickt nicht böse, aber ernst. Ich nicke. „Versprich mir, auf sie aufzupassen!“ Was soll man anderes darauf antworten, als „Ja, klar, mache ich“?

Also, die Botschaft habe ich, glaube ich verstanden und würde sie folgendermaßen übersetzen: „Du hast meinen Segen in Bezug auf meine Freundin. Lass sie aber nicht wegen einer anderen (Schlampe) stehen!“

Das eiskalte Sub Zero zischte gut. Das Fleisch war lecker, und sogar der Kartoffelsalat hatte Geschmack. Aber das war das beste an dieser Party.

Ich bin zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überrascht, dass nur Kelly und ich zum Baile Funk spatzieren. Nur die ersten Meter muss sie beim Abstieg wegen ihrer hohen Absätze kämpfen, dann geht es erst einmal ein ganzes Stück flach geradeaus. Der Baile Funk interessiert mich eigentlich nicht mehr. Am liebsten würde ich sie natürlich gleich ins Motel schleppen. Aber soweit und so warm sind wir noch nicht miteinander.
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon supergringo » Do 17. Jun 2010, 18:41

jorchinho hat geschrieben:Nette Story. Und, gut angekommen?

Nette Story? Das ist ja schon fast beleidigend. :wink:

Ja, einigermaßen gut angekommen, Danke. Die Probleme fingen an, als ich mich in die Hände der TAP begab. In Lissabon hätte ich beinahe meinen Weiterflug verpasst, weil zunächst 90 Minuten Abflugsverspätung proklamiert wurden, dann gab es das Boarding doch fast pünktlich ... hier in Südwestdeutschland ist es ungefähr genauso kalt, wie in Rio de Janeiro. Nur ohne Praia und ohne die zahlreichen Optionen, die ich, verteufelt, vor allem erst wenige Tage vor meinem Abflug zu meinem "Bekanntenkreis" zählen durfte. Wer war mit Raffalea in der Schweiz liiert? Sie spricht sehr gutes (Schwyzer-) Deutsch, nur das obgligatorische "oder" fehlt.
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon Lemi » Fr 18. Jun 2010, 20:00

Geiler Thread, SG!!!

Ich bin immer hautnah dabei bei deinen Geschichten. Man fühlt praktisch mit, was du schreibst. Manchmal kribbelt es wie eine Schweissperle auf der Haut. Manchmal denke ich, du bist einfach verrückt oder willst sterben. Bevor du letzteres macht, verewige deine Geschichten in einem Buch.

Über den roten Faden und die breite Fächerung der Geschichten haben wir ja schon gesprochen. Du hast das Zeug dazu! Einen Probeleser und Käufer hast du auf jeden Fall schon!

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Re: A Policia chegou!

Beitragvon Itacare » Fr 18. Jun 2010, 22:22

Lemi hat geschrieben:Geiler Thread, SG!!!

Ich bin immer hautnah dabei bei deinen Geschichten. Man fühlt praktisch mit, was du schreibst. Manchmal kribbelt es wie eine Schweissperle auf der Haut. Manchmal denke ich, du bist einfach verrückt oder willst sterben. Bevor du letzteres macht, verewige deine Geschichten in einem Buch.

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Sich in den Rio-Sumpf fallen zu lassen, ist schnell geschehen. Einige bleiben dort für immer kleben und suchen verzweifelt nach der Haarpracht Münchhausens.
Über das Kuckucksnest zu fliegen, ist jedenfalls eine Kunst, die er offensichtlich nach Belieben beherrscht. Weiter so, SG, und immer berichten!
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon tinto » Sa 19. Jun 2010, 14:40

Lemi hat geschrieben:Geiler Thread, SG!!!

Ich bin immer hautnah dabei bei deinen Geschichten. Man fühlt praktisch mit, was du schreibst. Manchmal kribbelt es wie eine Schweissperle auf der Haut. Manchmal denke ich, du bist einfach verrückt oder willst sterben. Bevor du letzteres macht, verewige deine Geschichten in einem Buch.

Über den roten Faden und die breite Fächerung der Geschichten haben wir ja schon gesprochen. Du hast das Zeug dazu! Einen Probeleser und Käufer hast du auf jeden Fall schon!

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Ein Buch gibt es doch schon. Jetzt wär mal ein Bildband fällig. Gerne mit Text.
:wink:

Hoffe, dir gehts ansonsten Prima, Lemi !!!
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Schöne Grüße,
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon supergringo » So 20. Jun 2010, 12:27

Ich schlendere mit gemischten Gefühlen zum ersten großen Eingang der Favela. Der eigentliche Haupteingang mit der Sambaschule ist noch ein paar Hundert Meter weiter. Das kleine Sträßchen ist mit einem eisernen Hindernis versperrt und offensichtlich gut bewacht. Es ist jetzt kurz nach 2 Uhr nachts und das Leben tobt. Überall sieht man Waffen. Gewehre, Pistolen, Revolver, Büchsen, Flinten, MGs. Nur Pump Guns fehlen, immerhin, hier ist nicht El Ciudad in Paraguay. Dort steht das Sicherheitspersonal mit entsprechender Bewaffnung selbst vor Apotheken.

Ich möchte zwar Kelly abschleppen, aber zunächst bin ich in ihrem Schlepptau. Wir biegen nach links, genau dort befindet sich auch das von mir zunächst besuchte Internetcafe, dass die letzten Tage geschlossen hatte. Die Gasse teilt sich nach links und rechts, hinter einem Hausblock vereinigen sich die Wegzweige aber wieder. Dort befindet sich seitlich ein Boca de Fuma. Kelly zieht 2 Reais aus ihrer Hotpants, ich habe natürlich weniger das Geld, sondern das Gesamtbild im Auge. „Hast Du Kleingeld?“ Kelly braucht noch Paper. Die holt man sich schräg gegenüber am Kiosk. Eigentlich dachte ich, wir würden weiter nach oben laufen. Dort befinden sich größere Bars und dort hätte ich „unseren“ Baile Funk erwartet. Aber auch hier unten läuft der bassgetränkte Krach. Und siehe da, direkt gegenüber „meines“ ehemaligen Internatcafes ist die Quelle der Musik. Das Gässchen ist recht eng und das Jungvolk scheint diese Nacht komplett auf den Straßen versammelt zu sein. Kaum ein Durchkommen, kaum ein Platz zum Stehen, geschweige denn zum Sitzen. Während Kelly in einer Mischung aus Gelassenheit und Hektik ihren ersten Joint baut, hole ich ein Bier. SKOL oder Kaiser, bei der Auswahl entscheide ich mich natürlich für das SKOL. Prompt werde ich an der Bar angequatscht. Das erste Mal etwas rüde. Der Fragesteller scheint unbewaffnet zu sein. Doch sein Begleiter trägt eine Knarre in der Bermuda. „Was machst Du hier?“ Diese Frage ist nicht ungewohnt, aber auf diese Art und Weise inklusive Blick wurde mir bisher hier in der Mangueira nicht begegnet. „Ich wohne in der Mangueira und bin mit einer Freundin hier.“ Ungläubig wird nachgehakt: „Du wohnst hier? Du bist ein Gringo, oder?“ Also erzähle ich meine Geschichte, beschreibe exakt, wo ich wohne. Spätestens als ich den Straßenname nenne (Rua Quatro), hellt sich die Laune meiner skeptischen Begutachter auf. Schulterklopfen, der Waffenträger sagt doch tatsächlich „Bem Vindo“. Meine Einladung zu einem Schluck Bier wird freundlich abgelehnt. „Ah, Amigo, magst Du irgend noch etwas ...?“ – „Danke, ich bin versorgt. Meine Freundin hat ...“ – „Okay, Valeu!“ – „Valeu!“

Diese Art von Interviews bin ich gewohnt. Trotzdem sind sie immer wieder kitzlig, stressig und unangenehm. Die Jungs waren völlig stoned und man hofft zwar, dass alles gut geht, weiß aber letztendlich nie, wie das Gespräch verläuft. Im „normalen“ Worst Case wird man eben grimmig des Platzes verwiesen, im „extremen“ Szenario kann man aber auch sterben.

Unser Platz hat was. Wir sind etwas abseits, haben dafür Platz. Die aggressive Funkmusik hören wir einwandfrei. Ich bin ganz auf Kelly fixiert. Die anderen Mädchen sind ohnehin tabu. Ich würde mich höchstens anquatschen lassen, aber nie von selbst agieren. Ich bin überrascht, es tummelt sich hier überwiegend älteres Publikum. Durchschnittsalter über 20. Die 13- bis 15-Jährigen feiern wohl weiter oben. Scheinbar werden nur drei Getränkesorten konsumiert. Bier, Importwhiskey und Wasser. Die meisten rachuen Joints, nicht selten werden aber Lines – und zwar mehr oder weniger offen und mitten auf der Strasse – in die Nase gezogen.

Mein Mädchen ist gut drauf. Ab und an kann sie sich nicht beherrschen und geht in typischer Baile Funk Manier in die Hocke. Als sie den „Flaschentanz“ andeutet, ist es Zeit für den ersten Kuss. Bingo, sie macht ohne Zögern mit. Der Rest ist dann Routine. Auf der anderen Seite der Zugtrasse ist das De Maio Motel. Die Luxussuite mit Whirlpool kostet 42 Reais für 12 Stunden, sofern man keine Garage benötigt. Den aufgrund von Unterführungen und Brücke etwas unheimlichen Weg gehen wir zu Fuß. Schon Claudia meinte immer, dass es im Normalfall auf diesem Weg trotz der vielen Cracksüchtigen, denen man unweigerlich begegnet, keine Probleme gibt, und auch Kelly bestätigt diese These. Doch was ist hier in der Mangueira schon normal?

Kelly ist eine typische Favelada, das merkt man beim Matratzensport. Der Ruf der blond(iert)en Haarfarbe wird von ihr bestätigt. Ich bin sehr zufrieden und glaube, endlich eine dauerhafte Namorada gefunden zu haben. Über die diesjährigen Aktionen in der Vila Mimosa will ich mich nicht beklagen. Ich hatte Glück, zeigte Geduld und hatte somit keine Flops, sondern sogar zwei absolute Highlights. Eine hatte mich so begeistert, dass ich sie im Anschluss an die Copa schleppte (kostete ein Mittagessen plus Hinfahrt mit dem Bus). Aber eine ausgedehnte Nummer, dann noch in einer Motelsuite und nicht in einem schimmeligen Kabuff, hat selbstverständlich eine ganz andere Qualität.

Eigentlich bin ich neugierig und würde Kelly gerne nach Hause begleiten, auch wenn sie ganz oben in der Rua Nove wohnt. Doch sie möchte, wenn sie schon „em baixo“ ist, also unten, noch ein paar Erledigungen machen. Ich weiss nicht genau warum, doch ein bisschen überkommt mich das Gefühl, es sei ein Vorwand. Später erfahre ich von Claudia, dass sie heute noch arbeiten muss. Wir laufen also ein Stückchen zusammen, ich merke mir ihre Telefonnummer, ein eigenes Handy habe ich nicht mehr, dann trennen wir uns, immerhin für einen Abschied nach einer heissen Nacht standardgemäss.

Ich stapfe zum Internetcafe. Schon von weitem hört man wieder Baile Funk. Tatsächlich, dort tanzen immer noch zwei, drei Dutzend Leute. Es ist 10:30 Uhr morgens. Das Lan House hat geschlossen, und soll während meines weiteren Aufenthaltes auch geschlossen bleiben. Der genaue Grund bleibt mir verborgen. Also laufe ich in Richtung einer Alternative. Vor mir marschieren drei Teenies offenbar nach Hause. Die eine hat ihre Schuhe ausgezogen und läuft barfuss. Alle drei sind immer noch in Partylaune. Die Barfüssige ist dabei besonders heiss. Der Gang, die Länge und Form der Beine, der Hintern ... Ich rücke auf und darf bestätigen, dass sie auch ein hübsches Antlitz hat. Soll ich sie nun ansprechen? Ich traue mich nicht. Hey, Jungs, nicht weil ich scheu wäre (obwohl ich es manchmal bin), sondern hier ist Favela. Man weiss nie, zu wem das Mädchen gehört oder wer glaubt, ein Anrecht auf sie zu haben. Ich verwerfe meinen ursprünglichen Plan eines Internetcafebesuchs und gehe in Richtung der Mädchenroute weiter. Ich hoffe darauf, dass vielleicht ich angesprochen werden könnte. Doch Fehlanzeige. Die Gören laufen weiter in Richtung Maracaná (Stadion), ich wechsle die Straßenseite, überquere die Metrobrücke und hole mir einen Acai. Mist.

Die Kinder bgrüssen mich, wie immer: „SG chegou! SG chegou!“ Claudia lümmelt auf dem Sofa und schmunzelt: „Na, alles in Ordnung?“ Nach meiner Bestätigung fährt sie fort: „Ich habe mir ein bisschen Sorgen gemacht. Kelly muss um 10 Uhr zur Arbeit und Du bist nicht nach Hause gekommen ...“ O Gott, das Luder ist also zu spät zum Tüten packen in den Supermarkt, wenn sie überhaupt hinging. Besonders fit war sie heute morgen nicht. Eigentlich kann mir das egal sein, aber ein bisschen schuldig fühle ich mich schon.
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon supergringo » So 20. Jun 2010, 15:07

Der Tag verläuft zunächst irgendwie, wie jeder Tag. Claudia glotzt fern, wäscht Wäsche, kocht. Julio ist entweder fröhlich ausgelassen oder zu Tode betrübt und quengelt. Pedro staubt einen Real ab und verschwindet auf die Strasse. Ich selbst langweile mich, zehre aber wenigstens von der Befriedigung der Nacht. Das Highlight des frühen Nachmittags besteht darin, den Grill hoch zur Nachbarin zu tragen und dabei bei den Nachbarskindern vorbei zu kommen, die im Treppenhaus mit improvisierten Instrumenten musizieren. Immerhin bin ich ausgeglichen. Eigentlich warte ich nur auf den Abend, um Kelly anzurufen.

Claudia stellt mir keine Fragen. Aber offensichtlich hat sie mit Kelly telefoniert. Oder sie ist Hellseherin. Sie weiß zumindest, wo ich übernachtet habe. Es bleibt jedoch bei zaghaften Andeutungen, so ganz nebenbei. Ein richtiges Gespräch kommt nicht zustande, was sollte ich auch gross erzählen. Unterschwellig fühle ich oder bilde mir zumindest ein, Claudia könnte Angst haben, ich könnte meinen Wohnsitz fünf Strassen weiter nach oben verlagern.

Ich kann Claudia nicht dazu bewegen, mich in eine Bar zu begleiten, um das Champions League Finale Bayern vs. Inter anzusehen. Zunächst bin ich planlos, weiss nicht, wohin ich soll, irgendwo ganz oben im Bairro soll es eine Leinwand geben. Halbherzig steige ich auf. Zwangsläufig komme ich an meiner „Stammkneipe“ vorbei. An der Wand hinter dem Billardtisch hängt ein relativ grosser Flatscreen. Das passt. Der Paraiba spielt mit einem Kunden, man beendet das eigene Spiel aber, als der Anstoss zum grossen Finale erfolgt. Ich habe einen schönen Platz seitlich vom Billardtisch, direkt an der Quelle zum Sub Zero. Zwischenzeitlich eile ich kurz nach Hause, informiere Claudia, wo ich bin, und hole das Leergut. Die 15 Reais Pfand werden anstandslos ausbezahlt. Mit Telefonkarte und drei Sub Zero bleibt mir noch exakt ein Real. In der Bar steht auch ein Telefon, aber es ist noch zu früh, für einen Anruf. Die Bar füllt sich zunehmend . Die Stimmung ist relaxt, niemand - ausser vielleicht mir - ist fanatisch. Ich bin der einzige, der Bayern die Daumen drückt, was wohl auch an den drei Brasilianern im Trikot von Inter Mailand liegt.

In der Halbzeitpause betreten vier Typen die kleine Bar. Es wird mucksmäuschenstill. Zwei bleiben bei der Theke, sind mit Sicherheit bewaffnet. Die anderen beiden leeren die insgesamt fünf Spielautomaten und kippen das Geld auf den Billardtisch. Wer mit Münzen rechnet: Fehlanzeige, Es sind Noten. Und dabei überwiegen Scheine von 20 oder 50 Reais. Das Geld wird gezählt, zum Teil mit Taschenrechner, die Summen in geheimnisvolle Bücher eingetragen, das Geld in stabile Plastiktüten verpackt. Zwischendurch klingelt mehrmals das Telefon eines der Geldzähler. Ein gespenstisches Szenario, die anderen Gäste trauen sich kaum, zu sprechen, wenn überhaupt, flüstern sie nur. Ich sitze so nah am Billardtisch, dass ich die Geldscheine förmlich riechen kann. Es sind Unmengen, schwer zu schätzen, wie viel Geld in die Tüten gepackt wurden. 10.000 Reias, vermute ich mal grob.

Als das Spiel weiterläuft, verschwindet auch die Mafia.

Bevor die Nachspielzeit beendet ist, verlasse ich fluchend das Lokal. Bayern war nie zwingend. Bis auf eine Grosschance direkt nach Anstoss der zweiten Halbzeit. Anstelle des Ausgleichs fällt trotz deutlich mehr Ballbesitz das 0:2. Van Gaal wechselt falsch, und Badstuber spielt ungefähr genauso schlecht, wie gerade gegen Serbien. Seine Flanken könnte er gleich ins Seitenaus kicken. Inter hat verdient gewonnen und ich muss mich wenigstens nicht über eine Schiedsrichterfehlentscheidung ärgern wie sonst bei Spielen gegen italienische Teams.

Kaum sitze ich bei Claudia auf dem Sofa, bereue ich fast schon, zurückgekehrt zu sein. Julio soll unter die Dusche und es beginnt das übliche Geschrei. Ich ziehe mich auf die Terrasse zurüvk und rauche eine Zigarette. Claudia kommt kurze Zeit später dazu, Julio ist nach dem Duschgang immer brav, ausgeglichen, vielleicht aufgrund des eiskalten Wassers auch traumatisiert ...

Wir geniessen den Sonnenuntergang, plaudern über das Fussballspiel, über die Balkonaussicht auf Preifeitura, Maracaná und den Hügel und über das gestrige Fest. Meine Abenteuer vom Baile Funk werden dabei ausgeklammert. Es ist einer der ganz wenigen beschaulichen Momente. Schon allein aufgrund der Kinder ist das hier kaum möglich. Privatsphäre gibt es hier so gut wie nicht.

Ein Anruf bei Kelly macht erst ins gut zwei Stunden Sinn und ich bin ein bisschen müde. Claudia geht es ähnlich. Julio darf ausnahmsweise oben mit den Nachbarskindern spielen, Pedro passt das zwar nicht in den Kram, aber er akzeptiert die Entscheidung seiner Mutter.

Eigentlich würde ich wirklich gerne ein bisschen schlafen, aber irgendwie ... Claudia fragt nach einem Kondom. Ich habe zwar eine Packung in meiner Reisetasche, und bin auch durchaus spitz, aber ... eigentlich ist es für einen Rückzieher zu spät, ihre Hand steckt schon längst in meiner Hose. „Ich habe kein Kondom. Lutscht ihn wenigstens ...“Claudia gehorcht. Ich freue mich schon, doch zwei Minuten später stehen die beiden Jungs in der Tür ...

Jetzt steige ich unter die Dusche. Claudia lacht. „Na, brauchst Du eine Abkühlung?“ Sie ist wirklich nett, zeitgleich cool im Sinne von relaxt und locker, vielleicht auch etwas leichtfertig, fast gleichgültig dem Schicksal gegenüber. Lustig zudem, und wenn sie nicht gerade müde ist, eigentlich immer gut gelaunt. Sie ist keine typische Favelaschlampe, würde nie über einer Bierflasche in die Hocke gehen, ist nicht vulgär, ganz anders als meine aktuelle Favoritin, Kelly, die, wie so viele ihrer „Artgenossinnen“ auf harten, fast asozialen Sex, Schläge und Ohrfeigen steht. Auch wenn ihre beiden Söhne mit Hilfe von zwei Italienern gezeugt wurden, der dritte Neuankömmling wieder ein Bastard wird, und ich sie auch ab und an im ehemaligen Help tanzen sah, Claudia ist keine Hure, und ich würde sie nicht einmal als Semiprofi bezeichnen.
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Re: A Policia chegou!

Beitragvon supergringo » So 20. Jun 2010, 19:16

Eigentlich könnte es so weitergehen. Dann würde ich auch die Quengeleien, das unbequeme Bett, die lärmbedingte Schlaflosigkeit und die gelegentliche Langeweile leicht ertragen.

Unter dem Vorwand, ein Bier zu trinken, rufe ich bei Kelly von der Bar aus an. Ich erreiche sie nicht. Aus einem Bier werden drei. Aus drei werden vier, fünf ...

Ich sitze direkt am Eingang, aber noch in der Bar, draußen sind keine „offiziellen“ Sitzmöglichkeiten vorhanden. Neben mir spielt eine blutjunge Cracktante stundenlang irgendein dämliches Automatenspielchen. Ständig wirft sie Geldbeträge rein. Ihr Körper ist fettfrei. Sie ist gar nicht mal so übel, hätte ich ein eigenes Apartment, würde ich sie vielleicht ansprechen. Sie ist nicht tabu, wie die Mädchen vom Baile Funk, sondern sicher Freiwild. Ab und an gesellen sich fragwürdige Gestalten neben sie, doch alle scheinen harmlos. Als ich letztmals zum Telefonhörer greife, ist men Pegel schon bedenklich ... ausgerechnet jetzt geht Kelly an den Apparat. Ich lalle irgendeinen Unsinn in den Hörer, Kelly ist genervt, müde und meint, ich solle mich morgen bei ihr melden. Schöne Sch..sse, also bestelle ich noch ein Bier ...

Die Ablösung am Boca de Fuma kommt. Es gibt keinen fixen Verkaufspunkt, sondern es warten immer zwei Verkäufer am Straßenabschnitt auf Kunden. Manchmal stehen, sie, manchmal sind sie in Bewegung, leider sitzen sie nachts meist vor unserem Haus. Jetzt stehen sie an einem ehemaligen Kiosk direkt gegenüber meiner Bar, übergeben die Einnahmen an zwei bewaffnete Eintreiber und die Waren an die Nachtschicht. Ein Gewehr lehnt währenddessen an einer Mauer, der andere hält seine Knarre lässig in der Hand. Für unsere Verhältnisse ein bizarres Szenario. Für Rio de Janeiro auch, denn die Straße ist sonst unbewacht.

Wahrscheinlich würde ich noch weiter trinken, doch mein Bargeld ist alle und beim Paraiba anschreiben möchte ich nicht. Sonst gelte ich noch als Säufer ...

Ich stolpere die paar Meter nach Hause, sage „Gute Nacht“, und lege mich ins Bett.

Am nächsten Morgen spüre ich tatsächlich einen Kater. Ich war der erste, der zu Bett ging, und bin der letzte, der es verlässt. Claudia will heute mit den Kindern (und mir) an den Strand. Tatsächlich, heute knallt die Sonne. In meinem Zustand wäre Strand ein Horrorszenario und ausserdem verspüre ich keine Lust, mich als Gringo mit schwangerer Negerin und zwei Mischlingskinder in Leme zu blamieren. Zudem kommt noch eine dunkelhäutige Freundin von Pedro mit. Ist ja klar, was man beim Anblick von uns denken würde: „So ein Schwachkopf!“

Claudia hat nur einen Wohnungsschlüssel, will ihn mir nicht aushändigen. Ich muss mit Engelszungen auf sie einreden. Sie hat Angst, dass sie nachher vor verschlossener Haustür steht. Als ob ICH nicht seriös wäre ... ich habe drei Dinge auf dem Zettel: Acai, Internetcafe und natürlich Kelly.

Ich weiss, dass meine Position ganz gut ist. Dem Goldesel wird nämlich für den Strandbesuch wieder Bargeld abverlangt. Ich gebe 20 Reais. Das ist wenig. Aber Claudia beklagt sich nicht. Ich feiere den kleinen Geldbetrag insgeheim als kleinen Sieg. Hätte ich die Truppe begleitet, wäre ich nie und nimmer so günstig weggekommen.

Kaum hat die Familie mit allerhand Spielzeug im Gepäck das Haus verlassen, eile ich zur Bar. Der Paraiba steht gelangweilt hinter der Theke. „Sag mal, Amigao, schläfst Du nie?“ Er schmunzelt, was bei ihm sehr selten passiert.

Kelly vertröstet mich auf den Abend: „Ruf mich aber auf alle Fälle an, ja!?“

Mein Acai-Stand ist heute geschlossen. Das Internetcafe schenke ich mir. Ich überlege kurz, verwerfe die Idee aber, den Sonntagnachmittag in der Vila Mimosa zu verbringen. Stattdessen lege ich mich noch einmal ins Bett, später schau ich Glotze ...
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