@Mazzaropi
Abfindungspflicht besteht nur indirekt für dich auf den "fundo de garantia" von 40%, falls DU dem Arbeitnehmer kündigst. - Wenn ER kündigt, bekommt er keine Zuzahlung von dir.
Dies aber auch nur, wenn er offiziell angemeldet war und seine Steuern gezahlt hat
Da du Ihn aber nicht angemeldet hast (entnehme ich mal aus deinen obigen Ausführungen) und ergo auch KEINEN "fdg" gezahlt hast, hat er offiziell auch keinen Anspruch darauf, da er ja laut Gesetz "nicht gearbeitet" hat (er war sicher nicht so doof und hat von seinem salario "freiwillig" seinen Anteil an das Finanzamt abgegeben und sich selbst dort gemeldet, oder ?

).
Er hat aber die Möglichkeit, vor ein Arbeitsgericht zu gehen, wo er nachweisen muß, daß ER bei dir gearbeitet hat - schafft er das, mußt du eine Abfindung an Ihn bezahlen und bekommst auch noch eine Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung (aber er womöglich auch.....hängt davon ab, um welche Beträge das es geht

)
Anwälte wird er finden, die ihm helfen "wollen" (die wollen an eurem Problem "verdienen") und ihm von seinen Erfolgsaussichten erzählen, aber die Praxis sieht ganz anders aus:
Zuerst passiert mal garnichts - der Anwalt der Gegenseite wird aktiv und ein Anhörungstermin muß gefunden werden und das dauert ca. 3 Monate (falls "er" schwanger war ! - dann ist man ein bischen schneller) bis 1 Jahr - zwischenzeitlich kassiert er natürlich seine Tantiemen von deinem Ex-Arbeitnehmer - - zum Anhörungstermin müssen dann erst mal BEIDE Parteien angehört werden, geht aber nur, wenn diese (und/oder deren Anwälte) auch offiziell mit Bestätigung informiert wurden und kommen (per Einschreiben etc.) - - treten dann beide Parteien vor Gericht an, so steht Aussage gegen Aussage. - Heist also, er braucht Zeugen, die bestätigen, daß ER für dich gearbeitet hat - am besten natürlich Kollegen, die er damals hatte - ...das Dumme daran ist nur, daß die Kollegen vielleicht noch für dich arbeiten, und sicherlich nicht gegen dich als Arbeitgeber aussagen wollen, weil du die ja dann auch rausschmeissen kannst (deute das einfach an.... kenne eigentlich keine Brasis die für andere Landsmänner freiwillig die Hand ins Feuer halten aus Ehrgefühl !! - höchstens die eigene Familie
...übrigens Zeugen in Brasilien zu finden ist noch schwerer als Einsicht in die Gehaltsabrechnung eines Deutschen zu bekommen...
Bei Ex-Kollegen, die draußen sind und evtl. aufkreuzen könnten, wird einfach gesorgt, daß diese nicht erscheinen und schon bleibt status quo bestehen und es wird ein weiterer Anhörungstermin gesucht - ..... und wieder einer...und wieder einer.....und wieder einer.....
Man will dir zwar Angst machen als Arbeitgeber und erzählt dir was von den harten Arbeitnehmerrechten in Brasilien, die knallhart durchgesetzt werden, aber das sind Stammtischparolen, die vor allem von Arbeitnehmerseite kommen um evtl. durch Angst an eine Abfindung von dir zu gelangen .....
...im übrigen hat dein Arbeitnehmer ja indirekt ebenfalls der Steuerhinterziehung zugestimmt mit seinem Einverständnis zur Nicht-Anmeldung (er muß erst mal das Gegenteil beweisen

), denn auch er hat sicher nicht gezahlt - ist also theoretisch auch Kandidat für eine "multa" - ...und zudem hast du sicherlich die besseren Anwälte und vor allem denk ich, du kannst dir deine Anwälte länger leisten, als er sich seine....

.... kannst es ja drauf ankommen lassen - ...funktioniert wie eine Belagerung im Mittelalter und ist ein Spiel auf auf Zeit mit der Frage, wann wer zuerst verhungert.....
Übrigens....wir führen genau solch einen Prozeß gegen einen anderen Arbeitgeber, der einen Arbeitnehmer nicht angemeldet hat und dadurch Kostenvorteile hatte, die wir dann nachträglich indirekt bezahlen mußten und logischwerweise vom Ex-Arbeitgeber zurück haben wollten und sind daher vor Gericht gezogen - - - nur, das Problem ist erst mal, nachzuweisen, daß er DORT überhaupt gearbeitet hat !!!!! - der juristische Weg dauert nun schon über 5 Jahre und noch immer haben wir keinen Zeugen, der freiwillig bei einer Anhörung aussagen würde !!
(komischerweise sind an den Terminen immer irgendwelche "Besucher" vor den Häusern unserer Zeugen und die Zeugen erscheinen dann nicht oder haben eine "Ausrede" ! - So verschieben die Anwälte die Anhörung mal wieder, das ist die einzige Möglichkeit, daß nicht alles gleich "eingestellt" wird) - ....denke, der juristische Weg wird auch noch bis in alle Ewigkeit dauern, denn jeder neue Termin wird immer längerfristiger angesetzt....
Vielleicht hilft es ja ein bischen - am besten kann dir wohl nur ein guter bras. Anwalt Auskunft geben !