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Mitteilungen von und für Mitgliedern zum Brasilien-Forum / Verbesserungsvorschläge / Kritik und Lob

Beitragvon supergringo » Fr 13. Apr 2007, 07:57

brasilblog hat geschrieben:... aber das mit den Freiheitsgraden musst du mir mal erklären ...
Die einen nennen es "Freiheitsgrade", die anderen die wahrscheinlich "größten Sauereien der Welt" ... :twisted:

@Neto: Ich bin wohl ein Stadtmensch, mit Krokodilen baden ist nicht so mein Ding (Höchstens ab und an mit Piranhas, aber das ist selten).

Deshalb fände ich es ziemlich fatal, sich nicht auch über die Schattenseiten der "brasilianischen Großstadt" zu unterhalten.

Um auch mal was banal positives zu erzählen, auch wenn ich damit jetzt Damen anderer Nationalitäten verletzten sollte: Mir ist noch keine Frau begegnet, die (nach dem Duschgang) so verlockend duftet, wie "eine Brasilianerin". Und, kaum zu glauben, da ist praktisch (fast) jede Brasilianerin vollkommen austauschbar. Das ist wie bei McDonalds. Man weiß, was man bekommt, wenn man einen Hamburger bestellt. Und nach einer Stunde hat man wieder Hunger. Nur - im Gegensatz zum fettigen Schinkenhügel - schmeckt "die Brasilianerin" und zwar ausgesprochen gut. Fettige, brasilianische Schinkenhügel habe ich aber noch nicht probiert.


EDIT: Zwei gute Nachrichten von heute: Die Betreiberin des „Maison D´Odete“ in Recife und ihre Bande sind verhaftet worden. Dort boten sie Freiern Minderjährige zwischen 10 und 16 Jahren zur sexuellen Ausbeutung an. Die Mädchen wurden von armen Familien aus der Nähe von Porto Alegre (!) rekrutiert.

In ebenfalls Recife ist eine 23-köpfige Bande ausgehoben worden, die in den letzten 5 Jahren etwa 1.000 Menschen per Auftrag umgebracht hat.

Es handelt sich dabei irgendwie zeitgleich um die schlechten Nachrichten, finde ich.
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Beitragvon Takeo » Fr 13. Apr 2007, 18:11

Den Ausdruck "Freiheitsgrade" kannte ich bisher nur aus der Statistik, im Zusammenhang mit Brasilien war mir der Ausdruck völlig fremd!
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Beitragvon lol » Fr 13. Apr 2007, 21:46

Takeo hat geschrieben:Den Ausdruck "Freiheitsgrade" kannte ich bisher nur aus der Statistik, im Zusammenhang mit Brasilien war mir der Ausdruck völlig fremd!

So ist das, in Wahrheit spielt der Kontext die Musik, wie immer.
Ich hab den Ausdruck aber aus der Automatisierungstechnik wo er
- wenn ich mich recht erinnere - die Bewegungsachsen eines Roboters
beschreibt. Wiehr (um im Thema zu bleiben) :D .

@sg "größten Sauereien der Welt"... So schlimm isses denn doch nicht,
alles ganz harmlos.

@neto "Warum musste unser guter Franz Josef so früh von dannen ziehen?" Ähh.
Isch weiss es nicht. Ich hab den guten Franz-Josef zwar
weiland in den 80igern bei einer vehementen Ansprache vor meiner
Schule erleben dürfen und war einigermaßen begeistert... aber warum
er den Löffel abgegeben hat? Vermutlich wegen zuviel Weizenbier,
"Schweinbein" (<-Ausdruck meiner Liebsten) und Stress.

@ brasilblog "...bekommst auch einen Ballen Heu!" Den nehm ich doch
gerne! "Chancenlos" meinte ich nicht so allgemein, sondern im
Zusammenhang der betrachtenden Poeten. Es ist doch reichlich absurd,
wenn der Betrachter -selbst aus der ersten Welt eingeflogen und sofern
auch nicht mit Geld doch dann bildungsmäßig mit allen Möglichkeiten
ausgestattet - sich über das vermeindliche Glück eines schlichten
Lebens und Geistes auslässt.
Jedenfalls dann, wenn diese Beschreibungen über die Selbstreflektion hinausgehen.
Die Objekte der Beobachtung würden wahrscheinlich eher heute als
morgen sich mit Sack und Pack unter die Fittiche des erwähnten
Kompetenzteams begeben, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance
dazu hätten. Haben Sie aber nicht. Insofern Chancenlos.
Die Leute sind mir auch nicht egal, da. Nur bestimmte Leute. Das ist
aber hübern wie drüben gleich. Zum Thema Freiheitsgrade hat sich doch
SG schon passend erläuternd gemeldet .. (ich hoffe s reicht trotzdem für
einen Ballen für mich). :D
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Beitragvon Takeo » Fr 13. Apr 2007, 22:55

lol hat geschrieben:@ brasilblog "...bekommst auch einen Ballen Heu!" Den nehm ich doch
gerne! "Chancenlos" meinte ich nicht so allgemein, sondern im
Zusammenhang der betrachtenden Poeten. Es ist doch reichlich absurd,
wenn der Betrachter -selbst aus der ersten Welt eingeflogen und sofern
auch nicht mit Geld doch dann bildungsmäßig mit allen Möglichkeiten
ausgestattet - sich über das vermeindliche Glück eines schlichten
Lebens und Geistes auslässt.
Jedenfalls dann, wenn diese Beschreibungen über die Selbstreflektion hinausgehen.
Die Objekte der Beobachtung würden wahrscheinlich eher heute als
morgen sich mit Sack und Pack unter die Fittiche des erwähnten
Kompetenzteams begeben, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance
dazu hätten. Haben Sie aber nicht. Insofern Chancenlos.
Die Leute sind mir auch nicht egal, da. Nur bestimmte Leute. Das ist
aber hübern wie drüben gleich. Zum Thema Freiheitsgrade hat sich doch
SG schon passend erläuternd gemeldet .. (ich hoffe s reicht trotzdem für
einen Ballen für mich). :D


Also über den Ballen Heu kannst du Dich auch mit mir unterhalten, Dietmar!

Ausserdem wisst Ihr doch Alle ganz genau was 'lol' meint, und manche von Euch würden es sich nie eingestehen, dass er recht hat!
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Beitragvon Takeo » Fr 13. Apr 2007, 23:01

Ausserdem: den wahren Reichtum hat man im Geist, nicht in der Tasche, deshalb können 'Brasilblog' und 'Neto' noch so "arm" sein, - will Euch natürlich nichts unterstellen -, man kann sich auch noch so sehr unter's Volk mischen... aber mit "einfachen Menschen" haben wir alle wenig gemein!
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Beitragvon dietmar » Fr 13. Apr 2007, 23:56

Also ich habe es jetzt mehrfach gelesen und ganz ehrlich, es ist schwierig dir zu folgen. Aber da ich denke, dass du es trotzdem richtig erklärt hast (Was hat Brasilien mit selbstreflektierenden automatisierten Robotern in einem chancenlosen Kompetenzteam zu tun???) möchte ich es umsomehr wagen, einfach mal zu antworten.

Doch zuvor: *heuballenrüberschmeiss*

Glück und Zufriedenheit sehe ich als etwas äusserst subjektives. Auch ich wundere mich oftmals, mit welchen Kleinigkeiten man hier Menschen ein Lächeln entlocken kann. Das habe ich in Deutschland so nie festgestellt, oder ich habe darauf nie besonders geachtet, da ich aufgrund von Geld, Macht und der damit verbundenen Geilheit einfach andere Präferenzen hatte.

Doch ich höre die Menschen hier nicht klagen oder jammern. Auch wenn es ihnen finanziell schlecht geht, sehe ich hier einen Optimismus. Es sind natürlich eigenen Beobachtungen und Kenntnisse aus vielen Gesprächen mit Nachbarn, Verwandten, etc. Ich sehe auch selten grossen Neid, dass der eine dies und der andere jenes verdient oder hat. Diese Kleinkindmentalität, die in Deutschland in den Reihenhaussiedlungen bei den Erwachsen anzutreffen sind - wow, der hat den Grill "Superburner 2010", den will ich auch - kenne ich hier nicht.

Ja, wir suchen hier unsere Moedas zusammen und kaufen noch 2 letzte Flaschen Bier zum Schluss. Ja, wir setzen uns auf den Bürgersteig und quatschen Müll mit jedem der vorbeikommt, egal ob man ihn kennt oder nicht. Aber es ist eine Kleinstadt und so kennt sowieso jeder irgendwen.

Ja, ich fahre mein Niveau herab und integriere mich in die Strassengemeinschaft und lasse sie auch oft Dinge erzählen, die schlichtweg falsch sind und korrigiere nicht. Dann bin ich nämlich in 1 Woche der Oberlehrergringo. Und darauf habe ich keinen Bock. Die Menschen dort haben ihre Erfahrungen, ich mache meine. Vielleicht klappt es so gut, weil wir nicht ins Detail gehen, aber ich finde, es ist auch nicht nötig.

Mag sein, dass viele Leser hier diese Erfahrungen noch nicht gemacht haben. Ich gehöre nicht zur neuen Mittelklasse. Ich bin nur Familienvater in einer Arbeitersiedlung.

Ich habe auch Analphabeten in Familie und Bekanntenkreis. Meine Schwiegermutter hat vor 2 Jahren lesen gelernt und braucht aber für einen Dreizeiler von meiner Frau rund 5 Minuten. Also übe ich mich in Geduld. Und das ist kein Problem, da ich mir die Zeit hier tatsächlich nehmen kann. Sie ist übrigens total überglücklich, da sie jetzt ihr eigenes Häuschen bekommt. 6 Jahre für 75 R$ im Monat (33qm).

Wenn mann Anspruchslosigkeit und Genügsamkeit als Makel ansieht, ist man bei uns falsch. Hier sind die Kneipen um 8 Uhr abends leer, die Leute gehen in die Häuser, Ruhe kehrt ein. Natürlich höre ich jetzt die bösen Zungen, dass dies nur passiert, weil kein Geld da ist. Natürlich will jeder mehr Geld, aber wenn es nicht geht, dann lebt man eben in diesem Rahmen - aber man jammert nicht jeden Tag darüber sondern kann sich noch an Kleinigkeiten erfreuen.

Und Hilfe wird auch gross geschrieben. Wir haben eine Gemeinschaftsleiter z.B. ich hatte kurze Holzstücke, ein Nachbar die Kanthölzer links und recht, ein dritter Nägel und Hammer und ein vierter hat gehämmert. Nun geht das Windschiefe Ding immer reihum. Finde ich Klasse. Bei mir gibs immer Abacate und Ameixa, der Nachbar hat Mandioca und Guiaba und gegenüber gibts dann und wann Maracuja. Die Nachbarskinder werden immer mal hie und da gehütet, die Planschbecken zwischen den Grundstücken verschoben und was weiss ich nicht noch alles.

Ich nenne das Integration. Ob das nun brasilianisch bei mir ist, sei dahingestellt. Ich habe ausführlich darüber geschrieben.

Ja, ich maße mir an, mich "über das vermeindliche Glück eines schlichten
Lebens und Geistes" auszulassen. Denn dies würde nach deiner Definition wohl auch auf meine Frau zutreffen. Denn sie ist nicht anders, wie ihre Familie oder unsere Nachbarn.

@Takeo Das stimmt, mit den "einfachen Menschen haben wir alle nicht viel gemein!" Zumindest mir sind sie in vielen Dingen überlegen. Sie können vielleicht nicht über Politik diskutieren und über Sinn und Unsinn des Lebens philosophieren, sie haben andere Fähigkeiten.

Fähigkeiten, die du erst erkennst, wenn du dich mit ihnen näher beschäftigst, sie begleitest, mit ihnen lebst. Bei einem Besuch wird man so etwas nicht herausfinden. Aber diese Fähigkeiten kann man nicht zu Geld machen. Sie sind wirtschaftlich gesehen absolut wertlos. Aber sie machen den Menschen wertvoll.

Das mag ich hier. Und das habe ich versucht zu beschreiben. Ich bin gerne mit mit den "schlichten und einfachen Menschen" zusammen. Weil ich da Mensch sein kann, und nicht das sein muss, was 30 Jahre Deutschland (leider) aus mir gemacht haben: Jemand der erst einmal vergleicht, ob der andere auch mithalten kann*.

*Ausnahmen bestätigen die Regel: Beim Saufen bin ich schon wählerisch. Ich beginne ungern mit jemanden, der nach 5 Caipis aufgibt und ich dann alleine den Rest saufen muss .... da kommt dann Grossdeutschland wieder raus: "Es wird durchgehalten bis zum Schluss!"
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Beitragvon Takeo » Sa 14. Apr 2007, 03:23

brasilblog hat geschrieben:Das habe ich in Deutschland so nie festgestellt, oder ich habe darauf nie besonders geachtet, da ich aufgrund von Geld, Macht und der damit verbundenen Geilheit einfach andere Präferenzen hatte.


Ach so, dann kennst Du Deutschland also nur von "oben"? Und deshalb glaubst Du auch, dass Brasilien so viel anders ist!
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Beitragvon Takeo » Sa 14. Apr 2007, 03:36

brasilblog hat geschrieben:
@Takeo Das stimmt, mit den "einfachen Menschen haben wir alle nicht viel gemein!" Zumindest mir sind sie in vielen Dingen überlegen. Sie können vielleicht nicht über Politik diskutieren und über Sinn und Unsinn des Lebens philosophieren, sie haben andere Fähigkeiten.

Fähigkeiten, die du erst erkennst, wenn du dich mit ihnen näher beschäftigst, sie begleitest, mit ihnen lebst. Bei einem Besuch wird man so etwas nicht herausfinden. Aber diese Fähigkeiten kann man nicht zu Geld machen. Sie sind wirtschaftlich gesehen absolut wertlos. Aber sie machen den Menschen wertvoll.


Okay, klingt natürlich doll... so ähnlich wie die UNICEF Reklamen aus der deutschen Welle... aber WELCHE Fähigkeiten jetzt mal genau??? Schiess los Alter!!! Her damit! Beispiele, keine Frasen!!! Und auch keine Ausnahmen, die gibt's nämlich immer und überall... ...und tu ma nich so, als ob ich hier irgendwie in einem Pinkelkondominium reicher Säcke und hinter verschlossenen und hohen Mauern verbringen würde, tue ich nämlich nicht... ich gehe nämlich mit meinen Chinellos zur Padaria, saufe 3 - 5 Bier (+ Saideras) und reisse nach niederrehinischer Art gewaltig die Fresse los... und krieg' dadurch allerhand von Brasilien mit, keine Sorge... also... ???
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Beitragvon dietmar » Sa 14. Apr 2007, 03:38

Wie immer reden wir aneinander vorbei. Aber macht nichts, ich habe mich schon dran gewöhnt.

Jetzt bist du es aber, der pauschaliert. Ich spreche nicht von Brasilien. Ich spreche von den Menschen in meiner Umgebung. Von meinen Erfahrungen.

Das hat nichts mit glauben zu tun. Ich weiss es. In diesem kleinen Bereich in dem ich lebe. Wie es bei dir ist, in den Favelas, im Nordosten .... ich werde es nicht beurteilen. Ich könnte es nur vermuten ....
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Beitragvon dietmar » Sa 14. Apr 2007, 04:07

Was willst du denn hören? Und an was denkst du denn?

Für dich wird es höchstwahrscheinlich banal sein, weil du sowieso alles weisst und kennst und kannst!

Wenn ich das immer so höre, dann sind die Menschen hier alles 2. Klasse. Strohdoof, dumm, unfähig, unzuverlässig, falsch, verlogen, kriminell.

Für mich zählen halt weniger Ausbildung, etc. Ich habe weniger Respekt vor einem arroganten Doktor oder Professor als vor meinen Nachbarn, die max. 1. Grau haben (wie meine Frau übrigens auch).

Es sind die menschlichen Werte, die du vielleicht bei denen nie entdeckt hast. Vielleicht ist es ja deine Art. Wenn du dich in der nächsten Bar so aufführst wie hier, dann kann ich mir das schon vorstellen.

Ich erkenne immer wieder Lebenslust, Optimismus, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit (!!!), Hilfsbereitschaft und sie gehen vor allem offen auf die Menschen zu.

Natürlich haben sie Probleme mit Finanzverwaltung, sind notorische Möbelkäufer und Autowäscher, Telenovelaabhängig usw. usw.

Enttäuscht worden bin ich hier bislang noch nicht. Aber ich bin ja auch mit Sicherheit noch nicht so lange hier wie du. Habe diese schrecklichen Erfahrungen noch nicht gemacht, lüge mir selbst was vor und schwärme in meinem schon fast pervers zu bezeichnenden Selbstbetrug ....

Aber ich spreche von den Menschen, ich wiederhole mich, in meinem Umfeld. Nicht von Landlosen im Sertão, nicht von Drogenaffen oder Nutten in der Favela. Auch nicht von Managern in Sao Paulo oder Neureiche in Rio.

Und was einen Menschen für mich wertvoll macht, das bestimme ich. Nicht die Gesellschaft, kein Forum, keine fremden Meinungen. Nur ich allein! Ob dir das nun gefällt oder nicht. Es sind Kleinigkeiten, die du anscheinend übersiehst.

Du willst nicht, dass man Brasilien pauschaliert, und wenn jemand seine persönlichen Erfahrungen einbringt, ist es dir auch nicht recht. Nur wenn DU recht hast, scheinst es dir recht zu sein.

Mögen die Menschen bei dir anders sein, ok. Ich beurteile es nicht. Weil ich nicht da war, dort wo du dich aufhälst und anscheinend auch nicht wohlfühlst. Beurteile bitte nicht die Menschen, die mich umgeben und mit denen ich mich nun einmal wohler fühle als vorher in Deutschland.

Ich war in Deutschland im Stadtrat und hätte fast für den Landtag kandidiert. Ich habe Vereinigungen mit mehreren tausend Mitgliedern geleitet. Ich habe im mittleren Management gearbeitet und einen !&@*$#! voll Geld verdient (und vor lauter Frust verprasst). Dann bin ich ausgestiegen, mit ein paar tausend Euro. Mir gings finanziell dreckig, jetzt bin ich auf dem aufsteigenden Ast.

Viele von den Menschen haben uns in dieser Zeit geholfen, nun versuche ich ihnen auch ein bisschen zu helfen. Wir sind keine Freunde fürs Leben, aber wir kommen alle gut mit einander aus. Das zählt. Und nur weil du sowas vielleicht nicht hast, mach es anderen nicht madig!

Ich habe in diesen 6 Jahren einiges erlebt. Und viele neue Erfahrungen gemacht, sicherlich auch Enttäuschungen erfahren. Aber ich weiss mit meinen 36 Jahren immer noch, was Mensch sein bedeutet, auch als christlicher Sicht. Und ich kenne nachwievor Werte, an denen ich meinen Gegenüber beurteile.

Überall auf der Welt gibt es A---löcher. Hüben wie drüben. Mit denen gebe ich mich nicht ab. Weil ich ihnen nichts bedeutet und sie mir nichts.

Ich bin vielen dankbar für Erfahrungen und Meinungen. Für die Fähigkeit zuzuhören. Für Geduld. Für Verständnis. Nichts weiter zählt. Das macht MICH glücklich. Und das nimmt mir keiner!
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