"Abwehrstrategien" gegen bras. Eigenarten? Welche?

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Beitragvon Hilux » Di 5. Jun 2007, 15:56

@all
Sicherlich fehlen noch Regeln...und atestado admissional, demissional....


@JerezBB
Die Prozentrechnung ist nicht zielführend für die Problemlösung. Fakt ist, dass bei Naivität, das Auslöffeln der Suppe, je nach Problem, dann das ganze Geld und die ganze Zeit kostet....
Die Nr.2 habe ich von meiner Frau...Wenn wir uns zu oft und unnötigerweise aufregen, stellen wir uns unfreiwillig als "...o que cara chato..." in die Schmollecke...keiner sagt, dass es leicht ist oder, dass Du Deine Prinzipein in den Wind schreiben musst....

@O_Periquito
Das ist mir trotz aller Tipps mit einem Mädel am Tag der geplanten Entlassung passiert.... wir sind halt gesetzlich verpflichtet, das Gehalt fortzuzahlen... fazer o que ?

@severino
Ich habe auch gute Spezialisten, wichtiger Hinweis. Wichtig ist auch, immer am Ball zu bleiben... Vertrauen ist hier auch problematisch, Beispiele vielleicht später mal....

@supergringo
Interessanter Ansatz, wenn der Vorwurf des Chauvinismus aber ggf. noch erhoben werden wird und....
wenn das so läuft wie bei Tenis-Boris.....auch schwanger, gut und sowas für die Monica L. kommt gar nicht erst auf das Sofa....
Gruss aus Fortaleza
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Zwischenfazit :-)

Beitragvon JerezBB » Di 5. Jun 2007, 20:17

Wenn ich das Zwischenfazit zur Halbzeit dieses Threads hier mal zusammenfassen darf, sieht das derzeit so aus:

1. Es gibt keinerlei wirksame Abwehrstrategien gegen diese scheinbar häufiger als geahnt in der Wirklichkeit vorkommenden "bras. Eigenarten"

2. Wer sich trotzdem mit Selbstbewusstsein, der richtigen Einstellung und dem nötigen Mut verliert sicher Zeit, Nerven und Geld (die er woanders womöglich mit mehr Glück und sinnvoller investiert hätte...)

3. Bliebe dann noch die Anpassung an diese bras. Eigenarten, die wohl darin enden werden, dass man selbst auch keinen Bock mehr auf Eigeninitiative hat, sondern ebenso sich nur noch durchs Leben schlägt, indem man anderen für den eigenen Vorteil möglichst viel Zeit, Nerven und vor allem Geld stiehlt.


Habe ich das korrekt wiedergegeben? :-)

Nun soll sich jeder sein eigenes Bild machen...


Grüße,
Jerez :-)
No encha o saco
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Beitragvon Lemi » Di 5. Jun 2007, 20:24

Es ist doch eine Mischung aus allem:

Man muss sich anpassen können, aber darf nicht die eigene Identität verlieren.

Oder anders gesagt: Man muss lernfähig und kompromissbereit sein, ohne sich unterbuttern zu lassen.

Was ist daran so schwierig?
Man sieht sich,
In der Unterschicht
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Beitragvon Takeo » Di 5. Jun 2007, 22:30

Ich weis ehrlich nicht was Ihr alle habt. In meiner Arbeit hänge ich von der Kooperation vieler Leute der verschiedensten Richtungen und Bildungniveau ab: ob es um Material, Informationsaustausch, Termine oder auch nur um simple Hilfe geht, das läuft eigentlich alles wie geschmiert (und wenn mal nicht, dann nicht weil es Brasilianer sind...). Für viele meiner Berufskollegen wäre dieser Artikel ein Schlag ins Gesicht, weil er jeglicher Basis mangelt.

Und nicht nur das: ich habe in meinen eigenen Kreisen Kollegen, an denen ich mir als 'Deutscher' noch ein Stück abschneiden muss, weil sie ein Beispiel für Organisation, Fleiss und berufliches Know-how sind.
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Beitragvon O_Periquito » Mi 6. Jun 2007, 02:54

@oi takeo
dann bist du nur zu beglückwünschen und man kann dir nur empfehlen, BLEIB WO DU BIST.
ich gehe aber einmal davon aus das du in einem angestelltenverhältnis bist und du jeden monat deinen lohn erhällst und dir nicht über angesetzte autos und vieles mehr den kopf zerbrechen musst.
auf jeden fall ist es doch erfreulich das du nur positive dinge über deine arbeit und kollegen berichten kannst.

@lemi
ich bin auch viel ruhiger und kompromissbereiter geworden als vor einigen jahren, aber meine prinzipien kann und will ich nicht aufgeben.
hast recht, was ist daran so schwierig? man muss einfach anders leben lernen ohne sich selbst zu verlieren.

@JerezBB
1. man muss leben lernen mit den "bras. Eigenarten"
ich kenne aber auch genügend deutsche die ähnliche eigenarten haben.

2.wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
wir haben kein woanders als brasilien, da wir unsere ganze kraft und energie in den aufbau einer neuen existenz gesetzt haben und wir denken das unsere investition sinvoll war, trotz der vielen quärelen mit unseren angestellten.

3.DIESE DENKWEISE MUSS ICH TOTAL ABLEHNEN!!!

wir haben nach wie vor unsere eigeninitiative, wir schlagen uns nicht durchs leben, wir leben unser leben undd das nicht schlecht und des eigenen vorteils wegen haben wir noch nie und werden das auch in zukunft nicht, jemand übers ohr hauen und ihm somit sein geld stehlen.

ich denke deine interpredation (zusammenfassung) dieses threads entspricht NICHT der denkweise der meisten hier und ist auch nicht in deren sinne. also meiner denkweise entspricht deine zusammenfassung auf keinen fall.
gruss periquita
Zuletzt geändert von O_Periquito am Mi 6. Jun 2007, 11:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Severino » Mi 6. Jun 2007, 10:12

Kann mich da periquita und Lemi anschliessen. Und auch takeo hat durchaus Recht. Ich habe z.B. dem Küchenbauer den Auftrag gegeben. Material und ein Teil seines Lohnes wurde cash bezahlt. Er versprach innerhalb von 30 Tagen alles zu erledigen und wusste ganz genau, dass wir Ende der Woche in die Schweiz fahren. Er hat dann sogar von sich aus noch Material (ein paar Glastüren usw. die man erst zum Schluss machen lassen kann) aus eigener Tasche vorgestreckt. Als er fertig war, erhielt ich ein SMS mit dem zu zahlenden Restbetrag. Habe ich dann anstandslos einbezahlt. Auch die 30 Tage hat er eingehalten und das ALLES obwohl wir gar nicht da sind. Es haben somit nicht ALLE Brasilianer diese typischen Eigenschaften.
Andererseits gabs ja Mal den Ex-Schwager in Recife. Er hatte ein Angebot für einen Abend als Security-Man an einer Veranstaltung zu arbeiten. Da er aber noch ein paar Reais hatte, wollte er nicht. Das war am Vormittag. Am abend waren die paar Reais dann fertig und er bettelte mich quasi an. Natürlich habe ich ihm keinen centavo gegeben...
Ich denke es ist wichtig, dass man diese typischen Eigenarten und Verhaltensmuster kennt. Annehmen muss man sie nicht. Aber vieles manchmal etwas lockerer sehen eben schon. Und schon funktioniert es. Was ich mich eben in Brasilien eher frage, wenn etwas gemacht werden soll ist ob das denn eigentlich wichtig ist oder ich es nur für wichtig halte. Und da gibt es plötzlich viele Dinge, die dann eigentlich doch gar nicht sooo wichtig sind. Das würde ich aber nicht als "Anpassung" oder "Übernahme" der brasilianischen Verhaltensmuster beurteilen. Ich denke es ist einfach die Einstellung zum Leben und zum Alltag, die einfach komplett anders ist. Und auch die Erwartung der anderen an einen selbst.
Für Europäer ist doch die Arbeit immer das wichtigste. Trifft man jemanden, den man noch nicht kennt, so kommt doch innerhalb der ersten 5 Minuten immer die Frage "Und was machst Du so?" Das habe ich in Brasilien noch nie erlebt. Da ist das erste immer "Oi, Tudo bem?" und die Antwort "Gracas a Deus". "Um Cafezinho?" kommt danach.
Bei "Wie gehts" ist es "es muss halt". Beim "Kaffee?" kommt "Keine Zeit"
Diese ewige Hetzerei. Das gibt es in Brasilien nicht. Wenn sich da drei Leute hintereinander stellen, dann stellen sich gleich noch mehr an und alle plaudern miteinander. Wer in Deutschland in der Schlange steht denkt aber die ganze Zeit nur "Warum dauert das so lange? Ich habe doch keine Zeit" Man stresst sich also die ganze Zeit selbst. Warum und wofür eigentlich? Hätte mein Marcinero anstatt der 30 Tage doppelt so lange gebraucht - na und? Vieles ist eben gar nicht so wichtig wie wir es machen. Ist eben eine Frage der Lebenseinstellung, Und die ist bei mir hier und dort gleich. Trotzdem gibt es in meinem Verhalten hier und dort in gewissen Situationen durchaus Unterschiede.
paz e amor
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Beitragvon Brummelbärchen » Mi 6. Jun 2007, 11:33

Severino hat geschrieben:Diese ewige Hetzerei. Das gibt es in Brasilien nicht.

:shock:
Seit 10 Tagen versuchen ein Kumpel von der Kirche und ich uns für ein Feierabendbier zu verabreden. Wir haben es noch nicht geschafft.
Gestern Nachmittag in der Schlange (4 Personen) bei der Gráfica sind 2 Personen hinter mir wieder gegangen, weil sie keine Zeit hatten länger zu warten. Einer der beiden nachdem er schon fast 1/2 Stunden gewartet hatte.

Wenn ein Schweizer sich über Hetze und Stress beklagt soll er mal nach BH oder SP - da kann höchstens Zürich mithalten. Nix für schwache Nerven ;-)
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Beitragvon Severino » Mi 6. Jun 2007, 13:12

Sali BB,

da hast Du Recht. Aber SP und BH sind eben auch nicht so wie "mein" Brasilien... Bist übrigens eingeladen im nächsten Jahr Mal ein erholsames Wochenende bei uns zu verbringen....wir haben nämlich auch schon lange kein gemeinsames Bier mehr gehabt...
paz e amor
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Beitragvon Takeo » Mi 6. Jun 2007, 17:05

O_Periquito hat geschrieben:@oi takeo
dann bist du nur zu beglückwünschen und man kann dir nur empfehlen, BLEIB WO DU BIST.
ich gehe aber einmal davon aus das du in einem angestelltenverhältnis bist und du jeden monat deinen lohn erhällst und dir nicht über angesetzte autos und vieles mehr den kopf zerbrechen musst.
auf jeden fall ist es doch erfreulich das du nur positive dinge über deine arbeit und kollegen berichten kannst.


AMEN!

Vielleicht seid Ihr in Eurer ganzen europäischen 'staight forward' Denkweise einfach nicht in der Lage, ein lateinamerikanisches Volk wie das der Brasilianer anständig zu motivieren? Vielleicht mangelt es Euch an richtiger Komunikation? Vielleicht mangelt es Euch an Einfühlungsvermögen?
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Beitragvon Lemi » Mi 6. Jun 2007, 18:33

Takeo hat geschrieben:Vielleicht seid Ihr in Eurer ganzen europäischen 'staight forward' Denkweise einfach nicht in der Lage, ein lateinamerikanisches Volk wie das der Brasilianer anständig zu motivieren?


Hey Takeo, kannst du das etwa??? :lol: :lol: :lol:

Takeo hat geschrieben:Vielleicht mangelt es Euch an richtiger Komunikation?


Meinst du Quantität (Typ Labertasche) oder Qualität? Bei letzteren trifft wieder deutsches Geradeausdenken auf das brasil. Kurvenmodell.

Takeo hat geschrieben:Vielleicht mangelt es Euch an Einfühlungsvermögen?


Das muss es sein ... Elefanten im Porzellanladen sind da wirklich nicht gefragt.
Man sieht sich,
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