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 Betreff des Beitrags: Adoption
BeitragVerfasst: 03 Okt 2007 12:32 
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Registriert: 18 Dez 2006 14:04
Beiträge: 101
Wohnort: Ludwigsburg
Hallo,

ich würde gerne den Sohn meiner brasilianischen Frau adoptieren. Weiß jemand wie das vonstatten geht? Dokumente? Kosten? Dauer? Namensrecht? Fragen über Fragen!

Gruß
VB



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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 03 Okt 2007 14:07 
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Registriert: 22 Aug 2006 14:59
Beiträge: 1200
Wohnort: Ceará
In Brasilien ist die vorgehensweise folgende:

Eine RA aufsuchen und den Adoptionsprozess gerichtlich einleiten. Die Details kenne ich nicht, aber der RA informiert.
Etwas Geduld mitbringen! Die Kosten halten sich hier in überschaubaren Grenzen (Sofern man keinen Staranwalt für eine Routineaufgabe engagiert.

Ein Bekannter von mir hat (permanent in Br. lebend mit br. Frau)vor langer Zeit den Sohn einer ehemaligen empregado, die praktisch keine Konditionen hatte, adoptiert, ging auch, war kein Problem. Der leibliche Vater ist hier wohl der grösste "Unsicherheitsfaktor".



Com as palavras todo cuidado é pouco, mudam de opinião como as pessoas. (J. Saramago)


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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 03 Okt 2007 14:20 
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Registriert: 07 Feb 2006 15:02
Beiträge: 3135
Wohnort: Anapolis GO
Ja, so geht das in Brasilien. Allerdings gibt es auch eine "Abkürzung", wenn kein leiblicher Vater in der Geburtsurkunde eingetragen ist.
Meine Ex-Schwiegermutter hat sogar den Sohn ihrer Tochter auf ihren Namen registriert. Somit ist er jetzt Neffe und Bruder meiner Ex-Frau.....
Aber bezog sich die Frage von v-b nicht auf die Adoption eines brasilianischen Kindes in Deutschland? Immerhin gibt er Ludwigsburg als Wohnort an..... Oder soll er ihn in Brasilien adoptieren und dann die Adoption anerkennen lassen?



paz e amor
Severino


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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 03 Okt 2007 14:48 
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Registriert: 22 Aug 2006 14:59
Beiträge: 1200
Wohnort: Ceará
@severino
Zitat:
Aber bezog sich die Frage von v-b nicht auf die Adoption eines brasilianischen Kindes in Deutschland? Immerhin gibt er Ludwigsburg als Wohnort an..... Oder soll er ihn in Brasilien adoptieren und dann die Adoption anerkennen lassen?



Die Frage hab ich mir auch gestellt. Da sich der leibliche Vater (wahrscheinlich) in Brasilien befindet und der Sohn der Ehefrau Brasilianer ist, gehe ich mal laienhaft davon aus, dass die Adoption in erster Linie in Brasilien durchgeführt werden muss.

Das alte Problem: Angaben zu ungenau.

Folge: spekulative Beiträge.

Auch bei genaueren Angaben ist natürlich hier im Forum nur eine unverbindliche, grobe Vororientierung möglich.



Com as palavras todo cuidado é pouco, mudam de opinião como as pessoas. (J. Saramago)


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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 05 Okt 2007 11:53 
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Registriert: 18 Dez 2006 14:04
Beiträge: 101
Wohnort: Ludwigsburg
sorry,

Vater in Brasilien, auch auf Geburtsurkunde eingetragen. Jedoch hat er dem alleinigen Sorgerecht für die Mutter bereits zugestimmt.

Muß die Adoption in D oder in B stattfinden?



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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 05 Okt 2007 12:45 
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Registriert: 07 Mär 2007 22:46
Beiträge: 573
Wohnort: Rio/Berlin
bruzundanga hat geschrieben:
Ein Bekannter von mir hat (permanent in Br. lebend mit br. Frau)vor langer Zeit den Sohn einer ehemaligen empregado, die praktisch keine Konditionen hatte, adoptiert, ging auch, war kein Problem.


oi bruzundanga,

zu unterscheiden ist ja (nachfolgend aus wiki nach deutschem recht):

Zitat aus wiki:
"Die Anerkennung der Vaterschaft (§§ 1594 ff. BGB) ist anders als die gerichtliche Vaterschaftsfeststellung eine freiwillige Willenserklärung.
Die Vaterschaftsanerkennung erfordert die Zustimmung der Kindesmutter (§ 1595 BGB).
Durch eine Vaterschaftsanerkennung kann allerdings nicht die bestehende Vaterschaft eines anderen Mannes verdrängt werden (§ 1594 Abs. 2 BGB)"


Zitat aus wiki:
"Adoption (von lat. adoptio) ist die Annahme einer Person als Kind. Durch die Annahme als Kind (bis 1976: Annahme an Kindes Statt) entsteht zwischen dem oder den Annehmenden und dem Angenommenen rechtlich ein Eltern-Kind-Verhältnis ohne Rücksicht auf die biologische Abstammung."

ist auch der leibliche kindesvater bekannt, kommt nur adoption in frage, die vicios-brasileiros ja auch will.

in brasilien ist aber auch die anerkennung der vaterschaft haeufig. und die ist fuer einen fremden mann moeglich, wenn der leibliche vater nicht bekannt ist und die mutter zustimmt.

dann kann auch ein fremder mann die vaterschaft anerkennen und das wird von den brasilianischen behoerden, bei vorliegen der weiteren voraussetzungen, akzeptiert.

ich koennte mir nun denken, dass dein bekannter, im empregada-fall, nicht adoptiert, sondern anerkannt hat.

das gibt, soweit ich weiss (ich weiss allerdings bisher nicht viel vom brasilianischen recht), weniger probleme, als bei einer adoption.

vicios-brasileiros hat geschrieben:
Muß die Adoption in D oder in B stattfinden?


also, wenn du in D adoptieren willst, dann kannst du mit riesengrossen huerden rechnen.

nicht umsonst hat ex bundeskanzler schroeder in russland adoptiert und nicht in deutschland.

lies mal, was wiki dazu schreibt.



gruesse, diter

Certo dia, o índio pegou a canoa e remou, remou, remou até encontrar a bela Iara, que o levou para o fundo das águas.


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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 05 Okt 2007 14:06 
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Registriert: 27 Okt 2005 15:21
Beiträge: 217
Wohnort: Urwald
Den Prozess einer Adoption in BR habe ich gerade hinter mir.
Die von Severino genannte "Abkürzung" ist die nachträgliche Anerkennung der Vaterschaft, funktioniert zunächst mal nur, wenn auf der Geburtsurkunde des Kindes kein Vater angegeben ist. Diesen Weg haben wir probiert, allerdings wollte das catório einen Nachweis, dass die Mutter des Kindes und ich 9 Monate vor der Geburt zusammen waren, z.B durch Stempel im Reisepass. Wir haben uns da ein bisschen unklug verhalten (bla bla bla, leider habe ich einen neuen Pass und den alten nicht mehr bla bla bla, wir schaun mal wie und woher dieser Nachweis kommen kann...), man hätte da vielleicht ein jeitinho machen können. Im Nachhinein war's aber ganz gut, da die Tante auf dem cartório beim Rausgehen meinte, dass das Kind ja schon 9 Jahre alt ist und uns zusammen mit den Nachweisen bei der Registrierung begleiten sollte. Und das wäre dann sauber ins Auge gegangen, da es farblich weder zur Mutter und schon gar nicht zu mir passt.
Dieses Verfahren scheidet beim Fragesteller aus, da das Kind einen registrierten Vater hat.

Also den Prozess einer Adoption angeleiert.
Nach den ersten zaghaften Anfragen bei der delegacia infantil war klar: ohne Anwalt geht nichts.
Also selbigen beauftragt und auf ging's.
Im Laufe des Prozesses kam auf einmal ein "Stopp", weil die Behörde feststellte (so nach ca. 2 Monaten), dass ich Ausländer bin und sich demzufolge die Zuständigkeiten ändern würden. Unsere Anwältin hat darauf hin eine Petition losgelassen, dass ich ja mit permanencia in Brasilien lebe und arbeite, mit der Kindesmutter seit über 2 Jahren verheiratet bin, wir ein gemeinsames Kind haben, sogar ein Haus besitzen und die verehrte Justiz den Vorgang doch bitteschön als "nationale Adoption" behandeln möchte.
Der Prozess kam danach wieder ins Rollen, alle entprechenden Dokumente musssten nachgereicht werden (inclusive escritura vom Haus). Dann durften wir zu dritt zum Interwiev bei einer Psychologin antreten, dauerte mehr als eine Stunde, dabei wurden wir zusammen und anschließend das Kind einzeln befragt.
Der ganze Papierkram ging dann zum Jugendrichter, der erzeute ein Schreiben, welches im diário oficial des Bundesstaates zu veröffentlichen war, mit der Zeitung (Ausdruck der Seite aus dem Internet reichte nicht) in der Hand zurück zur Justiz. Diese Woche hat uns unsere Anwältin das offizielle Papier in die Hand gedrückt, morgen werden wir damit auf dem cartório die neue Geburtsurkunde (hoffentlich) erhalten.
Gedauert hat's ~4 Monate, Kosten waren unerheblich (ohne Anwalt, da Freundin meiner Frau).

Ich kann mir nicht vorstellen, wie dieser Prozess in Deutschland laufen soll, zumal die Änderung der Registrierung in dem bras. cartório erfolgen muss, welches das Kind bei nach dessen Geburt registriert hat.

Wünsche trotzdem viel Glück!


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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 05 Okt 2007 14:23 
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Registriert: 05 Jul 2007 12:52
Beiträge: 33
Wohnort: bremen
meiner erfahrungen zur adoption;

1. ein notar lädt den betreffenden deutschen nebst gattin ein - die beurkundung des adoptionswunsches ist eine recht einfache und kostengünstige (keine 100€) geschichte.

2. falls ein brasil. vater in der geburtsurkunde eingetragen ist - muß dieser der adoption zustimmen - rechtsanwalt in brasilien beauftragen und über konsulat legalisieren lassen.
hier kommen erbrechtliche gründe ins spiel.

3. falls kein vater eingetragen ist, und man bestätigt diesen auch nach sucherei nicht gefunden zu haben - reicht die erkärung der mutter.

3. die adoptionsurkunde wird dann vom notar an das familiengericht weitergeleitet. hier ist der DATUMS- eingangsstempel des familiengerichtes entscheidend ob es sich letztendlich um eine harte oder weiche adoption des kindes handelt, beispiel;

das kind ist zum zeitpunkt der adoption 17 jahre und 11 monate. wenn der eingangs-datumsstempel des gerichtes zu diesem zeitpunkt erfolgt, handelt es sich um eine harte oder vollkommene adoption = doppelte staatsbürgerschaft (brasilianische kann beibehalten werden - die deutsche kommt nach der adoption hinzu
allerdings gelten dann auch die unterhaltspflichten im rahmen einer scheidund ebendso wie der eventuelle rückgriff auf einkommen des kindes wenn der adoptierende zu einem sozialen fall wird (altersheim etc)

da kind hat das 18 lebensjahr vollendet = weiche adoption - name kann übernommen werden, aufenthaltsgenehmigung etc etc - kein erbanspruch wie im falle der harten adoption

das gericht prüft den adoptionsantrag und lädt das kind (hier macht sich der richter wie üblich einen eindruck ob dem wohl des kindes gerecht wird) sowie die mutter und den adoptierenden ein - zumeist wird auch ein dolmetscher hinzugeladen

wenn kind, mutter und der adoptierende zustimmen - erfolgt durch den richter die adoption und das kind darf sich einen deutschen namen aussuchen oder den von den eltern vorgeschlagenen - oder seinen alten beibehalten

anschließend ist das kind adoptiert - mit der aushändigung der adoptionsurkunde (einige tage später) ist das kind deutscher und hat mit dem ausländeramt nichts mehr am hut.

allerdings achtung: die rücknahme der adoption ist nur innerhalb sehr kurzer fristen möglich - man sollte sich gerade bei minderjährigen schon sehr sehr sicher sein - die kosten bei einer scheidung in form von unterhalt für die mutter (die braucht dann ja erstmal nicht arbeiten) UND dem adoptierten kind, werden beträchtlich sein.

und es gibt soeinige die mit einer solchen adoption schon gewaltig auf die nase gefallen sind - da die liebe frau nach der adoption plötzlich nicht mehr wieder zu erkennen war und recht bald die scheidung folgte....

ate ja ja
der smarte


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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 05 Okt 2007 14:33 
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Registriert: 07 Feb 2006 15:02
Beiträge: 3135
Wohnort: Anapolis GO
Das sind ja wirklich super Beiträge hier.... und trotzdem habe ich noch eine kleine Frage:
Nachdem die Adoption in Deutschland abgeschlossen ist, wo bekommt man dann die Geburtsurkunde, bzw. muss man eine neue in Brasilien machen lassen und dort die Adoption quasi anerkennen lassen? Das kann ja das brasilianische Konsulat nicht.
Oder wie kann man verhindern, dass bei der Ausreise des brasilianischen aber nun adoptierten Kindes am Flughafen nicht irgendein überfleissiger Beamter die autorizacão des leiblichen Vaters verlangt? Mit einer deutschen Adoptionsurkunde wäre der wohl nicht zu befriedigen.
Die Frage stellt sich natürlich nicht, wenn man in Brasilien ist. Dort genügt wohl die Registrierung der Adoption auf dem deutschen Konsulat...



paz e amor
Severino


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 Betreff des Beitrags: Re: Adoption
BeitragVerfasst: 05 Okt 2007 14:38 
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Registriert: 07 Mär 2007 22:46
Beiträge: 573
Wohnort: Rio/Berlin
Tuxaua hat geschrieben:
...die nachträgliche Anerkennung der Vaterschaft, funktioniert zunächst mal nur, wenn auf der Geburtsurkunde des Kindes kein Vater angegeben ist. Diesen Weg haben wir probiert, allerdings wollte das catório einen Nachweis, dass die Mutter des Kindes und ich 9 Monate vor der Geburt zusammen waren, z.B durch Stempel im Reisepass.



...die frage ist halt nur, ob nicht auch etwa die versicherung der mutter ausgereicht haette..

wobei ich ja dachte, in brasilien (uebrigens auch in paraguay) sei ein blosses nicken der mutter mit dem kopf bereits ausreichend..

aber o.k., bei vicios-brasileiros geht es ja eh nicht, da der leibliche vater in der geburtsurkunde steht.

und wenn du mit deiner erfahrung, die du jetzt mit einer adoption in brasil gemacht hast, schon (aeusserst) skeptisch bist, dass das verfahren in brasilien fuer ihn geht - er wohnt ja mit der kindesmutter hier in deutschland -, dann bleibt ihm nur das deutsche adoptionsverfahren, und dann oweia!

aber auch ich wuensche natuerlich trotz allem viel glueck!



gruesse, diter

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