Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon pedrinho2405 » Fr 5. Sep 2014, 13:59

Hallo Leute,

hab wohl vergessen noch auf einige Dinge einzugehen.

Hm wo fange ich an. Also meine Erafhrung ist, das ich eine Wohnung in Brasilien billiger einrichte als hier. Klar sind einige Geräte wie z.B. Kühlschrank teurer als hier. Herd und Möbel dagegen denke ich sind in Brasilien billiger, bestes Beispiel ein Bett mit Matratze ( cama box 1000 RS mit sehr guter Matratze ) Hier in Deutschland habe ich alleine für meine Matratze 600 Euro bezahlt. Ganz klar muß man immer daran denken, das wir alle verschiedene Geschmäcker und auch Ansprüche haben, was mich angeht mir reicht immer was günstiges, bin kein Mensch dem materielles wichtig ist. Außerdem wer brasilien kennt, der weiss, das wenn man in einer loja viel auf einmal kauft man Rabatte bekommt, von denen man hier träumt.

Dann war das Thema Auto 20 Jahre altes Auto bis 5000 Euro. Ich habe einen Fiat Palio nagelneu für 26 000 RS gekauft und habe den nach 1,5 Jahren für 22 000 wieder verkauft. Also kaum Verlust, denn hier in D wäre der Verlust höher gewesen.
Zum Thema Auto muß man aber auch sagen, das in den verschiedenen Bundesstaaten die Autos um einiges billiger oder teurer sein können, habe einen bekannten Brasilianer, der z.B. in Recife wohnt, aber immer mit seinen 4 -5 Jungs in andere Bundesstaaten flitzt, dort Autos kauft und dann in Recife wieder um einiges teurer verkauft. Das einzigste was ich eine UNverschämtheit finde sind die teuren Versicherungen und Steuern dort fürs KFZ.

Auch zum Thema verarscht worden zu sein, möchte ich sagen, denke ich, jeder der in Brasilien lebt oder gelebt hat zahlt mehr oder weniger Lehrgeld früher oder später und klar hab auch ich das bezahlt, da ich ein Helfersyndrom ab und zu habe.

Dann war noch das Thema mein Sohn und Aufenthaltsrecht. Mein Sohn ist in Brasilien geboren und die Mama lebt in Brasilien und gibt mir völlige Freiheit mit dem Kind solange sie genug Kontakt mit ihm haben kann.

Dann noch zu dem einen Kommentar mit meiner Großmutter und wie sie in der Urne etc. zurückkommen könnte, ist ein wenig unverschämt hier so was zu schreiben, genauso wie das mit dem Hartz 4, denn ich bin kein Vollpfosten und weiss was ich in Brasilien ausgegeben habe und was mich das leben hier kostet, also finaziell würde ich in Brasil mit Sicherheit über Wasser bleiben können, würde in Zukunft mit Sicherheit zurückstecken müssen, wenn nur noch meine Rente vorhanden ist aber mir gehts einfach nur um die Entscheidung, stecke ich meinem Kind zu liebe zurück, da Schulen und Ärzte etc. definitiv besser und sicherer sind oder versuch ich einfach mein Glück, um "vielleicht" glücklicher zu sein.

Denn Ihr alle hier wisst, das Deustchland auch nimmer wie früher einfach nur schön ist.
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon pedrinho2405 » Fr 5. Sep 2014, 14:14

das einzigste von was ich keine Ahnung habe, ist, wie die Rente versteuert wird und wenn ich sie hier in Deutschland weiter auszahlen lasse, ob ich sie dann doppelt versteuern muß.... Keinen Plan muß ich mich noch schlau machen
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon zagaroma » Fr 5. Sep 2014, 15:01

Hallo Pedrinho.

wir wohnen hier 15 km nördlich von Recife an der Küste, gehören zur Stadt Paulista. Wir fühlen uns hier sehr wohl.

Paulista hat ein brandneues Krankenhaus mit aller modernster Technik, da haben sie einen Freund von uns aus einem Delirium-Tremens-Koma wieder auf die Beine gestellt und er war schon fast hinüber. Vier Monate war er dort (kostenlos!!) und nun ist er trocken und es geht ihm gut.

Ebenfalls in der Nähe ist das Krebskrankenhaus von Pernambuco, da hat meine Mutter (78 Jahre) eine gesamte Krebsbehandlung gemacht und es ging erstklassig, ohne Wartezeiten, Operation 20 Tage nach der ersten Visite, Einzelzimmer mit Bad, Chemo- und Strahlentherapie, das ganze Programm, ohne das geringste Problem und sehr professionell. Alles was wir bezahlen mussten waren die 3 R$ für den Parkplatz jedes Mal.

Als sie sich mal das Handgelenk gebrochen hat nach einem Sturz sind wir in die Privatklinik, es kostete mit 2 x Visite beim Orthopäden, grosser Gips und kleiner Gips und dreimal Röntgen insgesamt 600 R$, also 200 Euro. Das ist auch mal machbar.

Es werden auch jeden Monat neue Schulen und Kindergärten eröffnet, ich kenne mich auf dem Gebiet nicht aus aber ich sehe, das Angebot ist gross.

Für die Miete musst Du mehr veranschlagen, Du brauchst sicher 3 Schlafzimmer und das bekommt man unter 800 R$ nicht mehr. Für 120-150.000 R$ kannst Du schon ein hübsches Privé kaufen, das lohnt sich dann eher und ist gut angelegtes Kapital.

Ein neuer Kleinwagen kostet inzwischen auch mindestens 40.000 R$, aber es gibt aber auch gute Gebrauchtwagen. Eine Kranken/Altenpflegerin mit Ausbildung ist auch nicht mehr unter anderthalb bis zwei Mindestgehältern zu haben und das erhöht sich jedes Jahr um etwa 10%.

Ohne Auto ist es schwierig, die Busse fahren wie die Säue, man wird heftigst durchgeschüttelt und torkelt mit blauen Flecken wieder raus, für eine alte Dame ganz bestimmt nicht machbar. Einen fahrbaren Untersatz muss man einkalkulieren. Wir bezahlen für unseren Chevy Celta 400 Euro Versicherung im Jahr plus die Steuern usw. etwa 200 Euro. Besonders wenn man eine Wohnung einzurichten hat, ist die Schlepperei mit dem Bus echt schwierig.

Insgesamt gesehen ist es auf jeden Fall billiger in Brasilien gut zu leben als in Deutschland. Und man hat die Sonne, das Meer, das fabelhafte Klime. Also wir wollen nicht mehr zurück nach Deutschland!

Wenn Du was von Informatik verstehst, kannst Du hier auch gleich Arbeit finden. Hier kann keiner mit Computern umgehen, alles was sie tun ist das Betriebssystem neu aufladen, wenn es ein Problem gibt. Oder HD und "placa mae" auswechseln. Von Software verstehen sie garnix und Hardware reparieren ist auch nicht drin. Schnell und teuer muss es sein.

Die wichtigste Hürde der Sprache hast Du schon im Griff, also was hält Dich ab?????

Viel Glück!
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon Regina15 » Fr 5. Sep 2014, 15:05

Ich würde nicht mit Kind in den Nordosten gehen und auch der Großmutter die Umstellung nicht zumuten. Ich denke, dass wir in Deutschland bessere Möglichkeiten haben für ältere demente Menschen, auch wenn es noch verbesserungswürdig ist. Man stelle sich einen verwirrten Menschen vor, der von einer Person versorgt wird,mit der er nicht kommunizieren kann, die ihn nicht versteht. Ich würde das für mich persönlich nicht wollen. Wenn dein Sohn in Brasilen (Kleinstadt Nordosten) zur Schule geht, wird das Niveau entsprechend sein und eine eventuelle Rückkehr nach Deutschland schwierig, z.B. wenn er eine Ausbildung bzw. Studium anpeilt.
Du kannst natürlich nicht dein Leben aufopfern, denn das macht unzufrieden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Deutschen nicht so stur und kalt sind wie sie dargestellt werden.
Du solltest darüber nachdenken eine Hilfe stundenweise einzustellen, damit du ein Privatleben haben kannst und bei Bedarf auch eine Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen, damit du mit deinem Sohn in den Urlaub fahren kannst (Brasilien) bzw. zum Luftholen.
Wenn die Pflege zu schwierig werden sollte, sollte man auch an eine Unterbringung in einer Wohngruppe denken, wo sich geschulte Leute um die Menschen kümmern. Dies sollte man früh machen, damit man die Einrichtung findet, die zu einem passt. Dann kann man die Oma besuchen und sie zu Ausflügen abholen, hat aber auch noch privat Luft für den Sohn und sich selber.
Die Bemerkung von BrasilJaneiro über die Urne empfinde ich als geschmacklos.
Ich bin auch ein großer Brasilienfan; aber auch sehr realistisch. Ausbildung und Versorgung im Alter sind in Deutschland besser. Du kannst regelmäßig Urlaub in Brasilien machen und wenn dein Sohn älter ist auch einige Wochen bzw. Monate dort bleiben. Wie heißt es so schön. Einen alten Baum verpflanzt man nicht.
Letztendlich wird dir die Entscheidung keiner abnehmen können. Ich hoffe für dich/euch, dass du deinen Weg, hier oder dort nicht bereuen wirst.
Über die Rente würde ich mich genauestens informieren. Vorsichtig auch, wenn man sich ganz in Deutschland abmeldet. Die Brasilianer langen bei den Steuern auch gut zu und der Gegenwert ist eher gering. Da würde ich mich auch nicht auf Aussagen in Foren verlassen, es ändert sich zu schnell und dann sitzt man da.
Alles Gute für Euch.
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon MESSENGER08 » Fr 5. Sep 2014, 15:11

Alles schön und gut wie begeistert Du bist endlich aus Deutschland abhauen zu wollen.
Was ich in Deinem Bericht aber vermisse ist, wie Du Dir vorstellst den Lebensunterhalt für Euch drei zu finanzieren. Oder hast Du im Lotto gewonnen und brauchst Dir keine Gedanken mehr ums Geld verdienen machen ?

Fraglich ist ausserdem ob die Oma überhaupt eine PERMANÊNCIA bekommt !?!? Du kannst Deine ja von Deinem brasilianischen Sohn ableiten als Vater. Ob das allerdings auch für die Oma klappt, da habe ich meine Zweifel !?!?! Schliesslich ist Sie ja nicht finanziell abhängig von Ihm, sondern eher von Dir.

Wie auch immer, wichtiger ist die Frage nach dem Unterhalt.

:roll:
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon Colono » Fr 5. Sep 2014, 16:09

MESSENGER08 hat geschrieben:Alles schön und gut wie begeistert Du bist endlich aus Deutschland abhauen zu wollen.
Was ich in Deinem Bericht aber vermisse ist, wie Du Dir vorstellst den Lebensunterhalt für Euch drei zu finanzieren. Oder hast Du im Lotto gewonnen und brauchst Dir keine Gedanken mehr ums Geld verdienen machen ?


Da ich beide Länder kenne, weiss ich genau, das es zum momentanen Zeitpunkt um einiges leichter wäre in Brasilien zu leben, denn meine Oma bekommt ja auch Rente und die ist in Brasilien einiges mehr wert als hier in Deutschland. Zudem habe ich selber auch eine Rente auf Zeit

MfG

Colono
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon frankieb66 » Fr 5. Sep 2014, 16:50

Ola Colono,

Colono hat geschrieben:Da ich beide Länder kenne, weiss ich genau, das es zum momentanen Zeitpunkt um einiges leichter wäre in Brasilien zu leben, denn meine Oma bekommt ja auch Rente und die ist in Brasilien einiges mehr wert als hier in Deutschland. Zudem habe ich selber auch eine Rente auf Zeit


mag ich gar nicht glauben dass Du das schriebst ... [-X

... und @TE:

... das "Problem" mit dem Leben in Brasilien sind nicht so sehr die Kosten für die Basisversorgung (arroz, feijao, carne seca, aluguel de uma casa favela, agua e luz), sondern die teilweise überteuerten Kosten entstehen vielmehr meist erst dann wenn zu ernsthafteren Problemen kommt. An erster Stelle, insbesondere bei älteren oder gar alten Leuten (Oma, 92 Jährchen), ist das dann die Gesundheit. Ich z.B. habe hier in BR eine recht große Familie, daher weiß ich wovon ich schreibe. Und wenn nicht einige meiner Schwager bzw. Schwägerinnen Mediziner wären, dann sähe es ziemlich düster aus für meine 80-jährige Schwiegermutter (Krebs). In "meinem" Fall haben "wir" also "jeito" (abgesehen von den Flugp/reisen für die Spezialbehandlung in Sampa). Aber dass es in anderen Fällen ähnlich ist, nein, dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen ... Autoversicherung etc. kostet übrigens auch nicht die Welt ... ich zahle für meinen Mittelklassewagen ca. 2000 R$ Vollkasko pro Jahr, inkl. Abschleppservice (ala "ADAC"), etc. Ich such die Unterlagen jetzt nicht raus, aber ich bin mir sicher, dass sogar 500km "Abschleppservice" inkludiert sind, d.h. selbst in der "Pampa" käme ich damit wahrscheinlich bis in die nächste Stadt bzw. Werkstatt ... wem die knapp 180R$ pro Monat zu teuer sind, der kann sich ja einen Fusca kaufen, den repariert fast jeder fast überall ...

Ordem e Progresso

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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 5. Sep 2014, 17:11

Oi Pedrinho

Vielen Dank für die vielen zusätzlichen Informationen, die du uns gegeben hast.
Wenn ich mir das alles so durchlese, bist du ja eigentlich der Experte für deine ein wenig ausgefallenen Auswanderungsformen (ich meine die Oma)Und ich sehe ja auch, dass du auf alle Bedenken bereits die passenden Antworten hast.
Also mach dich rüber.

Deine Infos haben zwar ein paar Schwachstellen, die Lebenshaltungsosten die du da gerechnet hast sind für mich mehr das Aussteigerniveau im Nordosten, wenn du das auch dem Kind und der Oma zumuten willst, ist das dein Problem. Ist aber auch eine Frage, wie du in D lebst. Und heute sind die Kosten in Brasilien bedeutend höher, wenn du nicht grade auf dem neuen Dilma-C-Klasse Niveau leben willst.
Den Hinweis von BrasilJaneiro mag zwar ein bisschen makaber sein. Meine rüstige Mutter war mit 85 Jahren zuletzt bei mir in Brasilien, dann hat ihr der Arzt von weiteren Reisen abgeraten. Also liegt das bei deiner in ihrem Alter nicht so weit von einer Urne entfernt.

Wenn du permanent in Brasilien wohnen willst, musst du (und die Oma) dort auch vom ersten Tag an Steuern zahlen, da führt kein Weg dran vorbei. Für mich war das mit ein Grund wieder nach D zu gehen, weil ich mich als Rentner bedeutend besser stehe, auch weil ich in der gesetzlichen KV versichert bin. Vom gesparten kann ich locker 3 Monate in Brasilien Urlaub machen.

Meine deutsche Frau ist in Brasilien krank und ein Pflegefall geworden und letztendlich gestorben. Trotz gutem Plano Saude der Bradesco hat mich das zusätzlich ein Vermögen gekostet, was aber meine Firme zum Teil mitgetragen hat. Und die private Pflege bekommt man nicht umsonst, ich kann eine Kranke/Demente nicht von eine Putzfrau pflegen lassen (oder ein Kind erziehen)wobei Brasilianer das anscheinend problemlos können.

Aber plane mal ruhig weiter, du weist das ja alles sowieso besser als wir. Wir haben ja auch noch keine Oma importiert. Da bist du der Spezialist.

Viele Grüße
Trem Mineiro
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon Maria_Ca » Fr 5. Sep 2014, 17:20

[quote="pedrinho2405"]
Ich geh mal nochmal kurz auf einige Dinge ein, die von Euch angesprochen wurden.

:lol: in Curitiba z.B.

was hier an Kosten für Schule genannt wurden ist noch sehr groszügig. Wir zahlen für unserer Erstklässler, für absolut mieserable Schule 900 für einen halben Tag. Nächstes Jahr wollen wir Schule wechseln, mit Transport werden es dann 2000

Wegen Kinderärzte dagegen würde ich mir hier keine Sorgen machen, wir haben ausgezeichnete Ärzte hier. Vorausgesetzt man ist gut versichert und bereit auch gelegentlich bar zu bezahlen wenn es schnell gehen muss (als Beispiel wir zahlen 150). Im Notfall allerdings lässt sich eine Stundenlange Warteschlange in der Notaufnahme nicht umgehen, hier gehen Leute mit jedem Schnupfen in die Notaufnahme darum ist es immer überfüllt.Das aber wieder aus dem
Grund weil die Wartezeiten bei Ärzten sehr lang sind ( wenn man nicht bar bezahlt). Auch die Auswahl an Krankenhäusern mit Notaufnahme für Kinder ist erschreckend gering.

Dagegen muss ich was Positives erwähnen was für Brasilien spricht, Konsum macht hier viel mehr Spass, auch wenn alles teuerer ist. Bedienung in Geschäften und Restaurants ist viel freundlicher ( nicht verwechseln mit kompetent :wink: ). Ich habe das erst so deutlich gemerkt nach meinem Deutschlandaufenthalt dieses Jahr. Ist natürlich nicht jedem wichtig. Nur so am Rande. In Deutschland hatte ich den Eindruck die Bedienung strotz nur so von Arroganz, dämmliche Sprüche gabs und überhaupt hat sich da niemand darum gerissen Kunden zufriedenzustellen. So nach dem Motto: da hast dein Futter, friss und veschwinde.... In einem Laden wurden wir rausgeschmissen ohne Grundangabe, erst später fanden wir raus dass es dem Verkäufer nicht gefiel dass ich ein Handy benutzte, er hat behauptet ich schaue ALLE seine Waren bei Ebay #-o na Idioten gibts überall. Aber irgendwie waren wir sowas einfach nicht mehr gewöhnt.

Im Fall mit Oma: ich ehrlichgesagt würde sie nicht herbringen. Für alte Leute ist eine so grosse Umstellung nicht gut. Da ist der gewohnte Umfeld weg, die Sprache, die Einsamkeit, das Essen ist anders, das Klima auch...und nicht alle mögen es heiss. Es sei den ihr findet für sie deutschsprachigen Anschluss. Aber meiner Erfahrung nach kann es für sie sehr schwer werden. Für meine Oma allein der Wechsel vom Lande in die Stadt war schon schwer, sie hat sich nicht beklagt, aber ich merkte immer dass es ihr fehlt ihre Hühner zu füttern sich auf dem eingenen Grundstück frei zu bewegen.
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Re: Alleinerziehender Papa auswandern mit Kind und Oma

Beitragvon pedrinho2405 » Fr 5. Sep 2014, 18:16

Hallo Leute,

also erstmal einen herzlichen Dank an die Leute, die hier mal konbstruktiv und nicht nur herablassend Tips und Meinungen von sich geben. Ich habe selber ein paar Monate in Janga gelebt und kenne daher Paulista etwas. Ich habe gehört das sich dort vieles verbessert haben soll, war dort 2010 für 5 Monate.

Jetzt mal zu Trem Mineiro, der anscheinend in Brasilien verlernt hat die deutsche Sprache richtig zu lesen oder zu verstehen. Ich habe hier dieses Thema aufgemacht weil ich gerne Meinungen zu meinem Denken habe. Ich habe weder etwas geplant noch bin ich dabei gerade etwas zu planen. Das solltest Du vielleicht nochmal nachlesen mein Lieber. Dann zu dem Punkt das ich anscheinend alles weiss. Mit Sicherheit weiss ich nicht mal 10 Prozent von dem was viele von Euch wissen.
Aber was ich hier geschrieben haben zwecks meinen Kosten ist definitiv so gewesen, ich habe in Bahia in einer Stadt mit 40 000 Einwohnern gelebt und das war bis genau November letzten Jahres, als ich wegen meiner Großmutter zurück nach Deutschland bin, weil der Rest meiner doch so tollen Familie sie nur ins Heim stecken würde. Also erzähl mir nicht ich würde net wissen was ich an Geld gebraucht habe denn es ist keine 10 Jahre her. Es ist mir klar und habe das auch erwähnt, das Brasilien riesig ist und auch die Preisunterschiede demensprechend groß sind oder sein können. Zum jetzigen Zeitpunkt hätte ich es definitiv leichter in Brasilien aber ich sagte auch das würde sich mit Sicherheit in Zukunft ändern. Weisst Du Trem bei Dir habe ich so das Gefühl das Du zu den Deutschen gehörst, die man gar nicht kennenlernen will im Ausland ( Hüte sich vor Sturm und Wind und Deutschen die im Ausland sind). Bitte nicht falsch verstehen schere dabei nicht alle über einen Kamm aber meine Erfahrung ist leider das einen die Eigenen die im Ausland leben am meisten über den Tisch ziehen wollen. Bitte nocheinmal will nicht alle über einen Kamm scheren. Also Trem nimm Dich vielleicht mal ein wenig zurück. Und das mit der Urne war nicht makaber sonder schlicht eine Unverschämtheit.
Wie gesagt vom schreiben her halte ich Dich für so einen, der mit seiner Kohle ins Ausland geht und meint er könne sich damit alles kaufen und alle anderen wären unter deinem Niveau. Habe leider einige, solche Deutschen in Brasilien kennengelernt. Alles muß so toll und nobel wie in Deutschland sein, sonst könnte man dort unmöglich leben.

So jetzt noch mal zu den gut gemeinten Ratschlägen.

das mit dem Auto wird sicher so sein, dass ich eins brauche und ich denke hab auch mit der Versicherung bissl übertrieben, weil es damals mein Fehler war, hatte mich zu wenig informiert und aus Vetrauen schön draufgezahlt :-).
Ich erinnere mich gut an die Momente im Bus, an denen man sich vorkommt wie ein Stück Vieh auf einem verboetenen Viehtransport :-). Also damit habt Ihr sicher Recht. Aber das mit dem Fiat Palio, den kann man in Bahia wirklich zero also nagelneu für im Moment 28 000 RS kaufen. wäre übrigens auch noch drin und kein Problem :-).

Jetzt komm ich zum größten Problem das hier auch angesprochen wurde, meine Großmutter. Ihr habt ganz sicher Recht mit all Euren Einwänden aber was würdet Ihr tun wenn diese Großmutter Euch bitten würde sie mitzunehmen, das sie noch was anderes sieht in ihrem Leben. Sie kann schon meistens noch klar denken, da ihre Demenz erst im Anfangsstadium ist. Der Punkt ist der, das meine Großmutter mich und meine 3 Brüder großgezogen hat und Ihre komplette Rentenzeit für uns geopfert hat und somit selber nie viel vom Leben hatte. Sie liebt mich als wäre ich ihr Sohn und dasher weiss und fühlt sie auch wie glücklich ich in Brasilien war und bin. Deshalb hat sie mich gebeten sie mit dahin zu nehmen um auch später bei mir zu sein wenn Ihr versteht was ich meine. Es geht bei mir bei der ganzen Problematik viel mehr um Emozionale Dinge und nicht um Geld, denn ich habe von frühester Kindheit angefangen zu arbeiten und weiss was es heißt selber durchkommen zu müssen. Also um es nochmal auf den Punkt zu bringen, meine Oma bittet mich um was, wobei ich weiss das es sehr gefährlich werden könnte. Nochmal zu der Aussage Ihres Arztes, sie würde das locker wegstecken. Ihr Arzt hat sehr viele Jahre in Afrika gelebt und kennt deshalb auch die Problematiken in so armen Ländern. Auch die Hitze etc. hält er für sie ungefährlich, da sie sehr mager ist und kaum noch schwitzt. Bei diesen Aussagen verlass ich mich einfach mal auf seine Kompetenz.

Möchte auch nochmal kurz auf den Kommentar eingehen, eine ungelernte Kraft auf eine alte Frau aufpassen zu lassen.
Wisst Ihr wie hier in Deutschland alte Menschen oft behandelt werden. Hab vor kurzem eine Reportage gesehen, da könnte man heulen und vergisst so einen Gedanken schnelle seine Angehörigen so unterzubringen. Denn es ist hier bekannt, egal ob in Pflegeheimen oder Krankenhäusern, alle sind unterbesetzt. Meine Oma war vor ein paar Wochen im Krankenhaus, ich hab sie morgens um halb neun besucht kam ins Zimmer und sie weinte bitterlich, weil eine Krankenschwester sie anscheinend unter der Dusche wie ein Stück Vieh behandelt hatte.
Wie Ihr wisst, sind alte Menschen und Kinder in Brasilien heilig und werden auch dort dementsprechen behandelt. Klar gibts auch dort Ausnahmen.

Liebe Grüße
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