Als Ingenieur in Brasil für paar Jahre Arbeiten...

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Gunni » Do 11. Jan 2007, 13:31

Einige Infos zu deinen Fragen


(1) Wie lange vorher bewerben ?

Du meinst wohl eher, wieviel Zeit du planen kannst zwischen einer Zusage und dem "auswandern", oder ? - - das hängt maßgeblich vom Arbeitseinsatz deiner Firma ab und kann zwischen 4 Monaten bis 1 Jahr betragen. - Zwischen Bewerbung und Zusage kann es ziemlich flott gehen (meine Erfahrung sind 2 Tage bis max. 2 Monate)


(2) Anerkennung von Diplomen ?

In der Regel aus Sicht des Unternehmens nicht notwendig (sofern das Unternehmen international agiert) - allerdings müssen alle Unterlagen vereidigt übersetzt und beglaubigt sein, was 'ne Menge Geld kostet. - Du brauchst diese Unterlagen sowohl für die Bewerbung beim Unternehmen bzw. das Unternehmen im Fall einer evtl. Zusage zur Einleitung der nötigen Arbeitsvisa.

(Wir wären vorsichtig, wenn der potentielle ausländische Arbeitnehmer auf "Anerkennung" drängt - schließlich haben wir kein Interesse, daß wir den ganzen Aufwand haben und der Arbeitnehmer dann "Dank Anerkennung" nach 6 Monaten schon wechselt !! - kann aber je nach Unterehmensphilosophie unterschiedlich sein)


(3) Visum ?

Da du ja dort arbeiten willst, muß das Visum über den Vertrag beantragt werden - dazu muß das Unternehmen u.a. auch gegenüber dem Arbeitsministerium nachweisen, daß DU Qualifikationen besitzt, die für Brasilien NOTWENDIG sind und diese ein Brasilianer NICHT hat (hier würde ich mich dem Kommentar von Schroeder anschließen :wink: ) - eine Greencard wirst du für Brasilien sicher nicht bekommen. Das Arbeitsvisum kann dann max. 2 Jahre betragen und einmal verlängert werden - danach ist eine Umwandlung zu einem Dauervisum möglich.

Allerdings hat die neue Regierung drastische Einschränkungen für Arbeitsvisa durchgeführt - wenn wir für Mitarbeiter Jahresvisa ohne Probleme bekommen, ist das schon eine gute Leistung, die Verlängerung muß danach jetzt auch wirklich GUT begründet werden :cry: . - Die Kosten sind ebenfalls deutlich gestiegen in den letzten Jahren :cry: so daß es sich aus Sicht des Unternehmens eigentlich nicht für einen Schulabgänger lohnt.

Noch einige Anmerkungen:

Es gibt mehr Bewerbungen aus dem Ausland, als du vielleicht glauben würdest - die "nichts wie weg nach Brasilien-Denke" ist auf der ganzen Welt verbreitet. - - Viele sind sogar bereit, mit mehrjähriger Praxis zu landestypischem (!!) Gehalt in Brasilien zu arbeiten, sofern man Ihnen einen Arbeitsplatz garantiert und zum Arbeitsvisum verhilft. - Leider wird das auch immer wieder gerne ausgenutzt, um den Sprung über den Ozean und einen Strandurlaub zu ermöglichen. - Aus diesem Grund solltest du dir sehr gute Gründe überlegen, wieso du in Brasilien und speziell bei DEM Unternehmen arbeiten willst, sonst ist die Absage schon garantiert.

M.E. wäre es sinnvoller, nach Studienabschluß zuerst mal 2 oder 3 Jahre Praxis in deinem Heimatland zu sammeln und DANACH einen Wechsel nach Brasilien zu riskieren.
[/quote]
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Beitragvon bricktop » Do 11. Jan 2007, 13:49

Viele sind sogar bereit, mit mehrjähriger Praxis zu landestypischem (!!) Gehalt in Brasilien zu arbeiten


Das war auch mein Gedanke,..... aber nichtmal das wird wohl funktionieren.
:cry:
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Beitragvon Gunni » Do 11. Jan 2007, 13:58

Wenn was funktionieren soll, bleibt dir wohl nix anderes übrig, als dich VOR ORT PERSÖNLICH bei den Firmen vorzustellen - vom Drehstuhl im heimischen Büro aus nach dem Schrotschußverfahren Bewerbungen schreiben nach Brasilien und danach auf dem Sofa warten was passiert, probieren einfach zuviele Ex-Urlauber, Praktikanten usw.
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Beitragvon lobomau » Do 11. Jan 2007, 14:42

bricktop hat geschrieben:Was waren denn das für positive Rückmeldungen? Wollten die dich einstellen? Ohne CV?
D.h. du warst in diesem Fall mehr geeignet als Brasilianer...oder?

Ich habe meinem Anschreiben immer ein CV beigefügt.
Positive Rückmeldungen waren nur Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Die anderen haben nicht geantwortet oder abgesagt.
Man muss dann natürlich schon vor Ort sein, wie Gunni bereits geschrieben hat. Also am besten mit dem Urlaub kombinieren ;-)

Und als nicht Brasilianer muss man wohl Berufserfahrung haben, um so ein Spezialist zu sein, wie Schroeder es gemacht hat.
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Beitragvon Kalle » Do 11. Jan 2007, 23:49

Hi Gunni,

Hi Gunni,

wir als Subunternehmer von Ford Land hatten einige Schotten und ein Deutsch-Südafrikaner der felsenfest Überzeugt war ein Engländer zu sein, auf der Baustelle in Camaçari.
Wir haben für die ersten 3 beim Ministério Arbeitserlaubnisse beantragt (mit Begründung usw. usw.) wurde aber Abgeschmettert.
Ein anderer Subunternehmer Empfahl uns ein Fachanwaltes aus SP und mit seiner Unterstützung haben wir letztendlich die Nötigen Arbeitserlaubnisse über das INPI "know-How" Transfer Vertragsmodus erhalten.
Die Arbeitserlaubnisse (Im Laufe des projektes durften wir bis max. 9 Fachleute haben!) waren an dem Projekt gekoppelt.
Als unserer Deutsch-Südafrikaner wegen einem besseren Job in Kuala Lumpur kündigte, und wir dem INPI sein Ausscheiden mitteilten, erhielt er prompt von der Pol Federal die Aufforderung Brasilien innerhalb von 30 Tagen zu verlassen!
"A vida é uma peça de Teatro, que não permite ensaios. Por isso, cante, chore, dance, ria e viva intensamente antes que a cortina se feche e a peça termine sem aplausos."
(Charlie Chaplin)

Gruß,
Kalle
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Beitragvon Lemi » Fr 12. Jan 2007, 00:21

Kalle hat geschrieben: ..als unserer Deutsch-Südafrikaner wegen einem besseren Job in Kuala Lumpur kündigte, und wir dem INPI sein Ausscheiden mitteilten, erhielt er prompt von der Pol Federal die Aufforderung Brasilien innerhalb von 30 Tagen zu verlassen!


Vollkommen normal, dass er nach 30 Tagen raus muss. Entspricht genau dem Gesetzestext.
Man sieht sich,
In der Unterschicht
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Beitragvon bricktop » Fr 19. Jan 2007, 16:21

Hat jemand schon erfolgreich irgendwo ein Trainee Programm in Brasilien gemacht (jetzt nicht als Strandfeger oder Gartenzaunwächter)?
Bringt das mehr Chancen eine Festanstellung zu bekommen?
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Beitragvon lobomau » Fr 19. Jan 2007, 18:38

Trainee ist mit Sicherheit eine gute Sache.
In meiner Firma werden jährlich 60-70 Trainees eingestellt und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch übernommen. Es wird ja schließlich auch einiges in die Trainees investiert.
Und wenn man das Programm (teilweise) in Brasilien durchläuft hat man ja schon einen Fuß in der Tür ;-)
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Beitragvon PAN 2007 » Fr 19. Jan 2007, 21:09

bricktop hat geschrieben:Hat jemand schon erfolgreich irgendwo ein Trainee Programm in Brasilien gemacht (jetzt nicht als Strandfeger oder Gartenzaunwächter)?
Bringt das mehr Chancen eine Festanstellung zu bekommen?


Das klappt aber auch nur, bei Gringos die bereits eine PERMANÊNCIA haben, da mit Brasilianer/in verheiratet oder mit Kind hier in BRA.

Wenn Du Dir durch so ein Prpgramm ein Arbeitsvisum erhoffst, VERGISS ES :!: :twisted: Zeitverschwendung!
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