Als Physiotherapeuth nach Brasilien??

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Trem Mineiro » Di 6. Mär 2007, 18:41

Oi Gente,
da haben wir wieder die alte Leier. Brasilien ist kein Auswanderungsland, dass darauf wartet, erobert zu werden. Brasilien ist ein Alternatives Land zum traditionellen, verkrusteten Europa. Wer da hin will, aus was für Gründen immer (Spacy=Wetter) muss sich an den Gedanken gewöhnen, dort anders zu leben als in Europa.
Siehe Brummelbärchen, der 10 % verdient, aber sich nicht beklagt.
Und Gunni, es sind nicht nur diese 3 Berufe überbesetzt, das gilt für viele andere. Heute hat anscheinend die Hälfte der jungen in Brasilien ein Uni-Diplom und jeder sucht Arbeit in den Zentren. Und mit dieser besseren Ausbildung (für brasilianische Verhältnisse) wird dann auch ein besseres (für Brasilianische Verhältnisse) Leben geboten. Nur was ist der Durchschnitt für dieses Leben? In Sao Paulo haben 3 % der Einwohner etwa Europäische/Nordamerikanische Verhältnisse, 7 % Tigerstaatenverhältnisse, 15 % Lebensverhältnisse wie im Ostblock vor der Öffnung und ab da geht’s bergab. Das ist normal und Realität.
Auswanderer haben eine bessere Chance, wenn sie mit Kapital, einer Idee und speziellem Know-How und Erfahrung für diese Idee ankommen. Und dann braucht man noch ein wenig Glück und einen langen Atem. Dann sind die Chancen besser, aber auch das Risiko ist höher.

Wenn man aber grade dieses Leben in Brasilien will, bereit ist wie die Masse der Brasilianer oder ein wenig besser zu leben, , das schöne Wetter genießen kann, die vermeidliche Freiheit fühlt, die richtige Frau findet, dann ist man hier richtig. Diese Leute beneide ich übrigens.
Um eine Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär zu machen, kommt er 157 Jahre zu spät.

Gruß

Manfred
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Beitragvon jonnyflash » Mi 7. Mär 2007, 07:48

Um eine Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär zu machen, kommt er 157 Jahre zu spät.


Davon hab ich ja auch nie geredt, ich will bloß nicht irgendwo anders hin und dann von Anfang an wissen, damit biste hier eh gearscht.
Ich hab auch gestern länger nachgedacht und ein längeres Gespräch geführt und festgestellt das ich diese Physiotherapiegeschichte aus falschen Ambitionen heraus angehen wollte.
Da ich mich eigentlich in letzter Zeit auch nie damit wohl geüfhlt habe und ich auch keine Freude darüber hatte, das ich zu zwei Einstellungstest eingeladen wurde...hab ich jetzt für mich festgestellt, dass ich das gar nicht wirklich mahen will. Ich werd mir also für die Zeit nach dem Zivi n Job besorgen und mich dann neu orientieren. Und mal mit ein paar Leuten sprechen und auch nochmal das ein oder andere Praktikum machen, das macht denke ich mehr Sinn, als jetzt etwas anzufangen, dass ich eigentlich gar nicht richtig machen möchte.
Aber auch in diesem Sinne bin ich natürlcih offen für Tips und Ratschläge, wenn ihr mir zu Studiengängen raten oder etwas erzählen könnt die mir ein internationales Tätigkeitsfeld bieten könnten oder auch der eine oder andere Firmenname wäre sicherlich inetressant um dort mal nachzufragen, was zu tun und zu studieren ist. Um vielleicht für eine Deutsche Firma im Ausland zu arbeiten oder ab und zumal dorthin entsandt zu werden oder ähnliches. Das das nicht von heute auf morgen geht ist mir klar, aber dennoch wäre es ja nützlich zu wissen wer was getan hat um an eine solche Stelle zu kommen, oder bei welcher Firm adas sowieso mit dazu gehört oder welcher Studiengang eh darafu ausgelegt ist. Also ich bin für alle Anregungen offen. Und Sachen wie "Das klappt ja sowieso nicht dafür muss man ja gut sein" will ich nicht hören, wenn ich so denken würde, hätte ich auch kein Abitur gemacht und wär Penner geworden.
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Beitragvon Brummelbärchen » Mi 7. Mär 2007, 15:01

jonnyflash hat geschrieben:Und Sachen wie "Das klappt ja sowieso nicht dafür muss man ja gut sein" will ich nicht hören

Wenn Du eine Sache gern machst UND gut bist wirst Du langfristig Erfolg haben.

Ich denke Du brauchst erst mal kein Brasilienforum sondern einen Berufsberater...

BB
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Beitragvon jonnyflash » Mi 7. Mär 2007, 15:45

Das könnte hinhaun, nur sind Berufsberater meiner Erfahrung nach, zumindest was die von der Agentur für Arbeit angeht, fürn Eimer. Die haben weder mir noch Leuten die ich kenne bisher helfen können.

Ich frage ja auch nur weiterhin hier nach, weil hier ja offensichtlich Menschen sich zu Wort melden, die einen Beruf ausführen, der ihnen ein (Über)Leben im Ausland ermöglicht. Und einfach nur mal zu hören, was das so ist würde als Info ja vollkommen reichen. Und keine Sorge ich informiere mich auch anderweitig und nicht nur hier. Aber es macht ja durchaus Sinn sich überall da zu informieren, wo man es kann, oder nicht?!?!?

gruß jonnyflash
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Beitragvon Gunni » Mi 7. Mär 2007, 17:20

Hi Jonny,

werd's ein bischen sachlicher formulieren und träumen ist ja auch erlaubt

Für dich ist es noch wichtig, professionel zu wachsen, sprich Erfahrung zu sammeln - auch Auslandserfahrung ist in der globalen Berufswelt sehr wichtig - aber Ausland heißt ja nicht "nur" Brasilien - übrigens nützt dir die reine Erfahrung des Auslandes herzlich wenig, wenn du dich nicht auch beruflich weiter qualifizieren kannst.

Dem Arbeitgeber geht es weniger um das "wo" (logisch, das ist DIR wichtig) sonderen eher um das "eigenständig in der Fremde auf sich gestellt" :wink:

...und da habe ich dir versucht, ein bischen meine Meinung zu sagen - ich kenne übrigens 2 brasilianische Physiotherapeuten, die inzwischen in Europa praktizieren, um sich beruflich zu entwickeln und weil die Arbeitskonditionen und Weiterqualifikation in BR scheinbar ziemlich schlecht sind in deinem Berufszweig (Aussage der Bekannten)

Das erste Problem in BR scheint Angebot <-> Nachfrage; du machst das ja nicht, weil du dich dazu berufen fühlst, sondern weil du deinen Lebensunterhalt bestreiten willst. - Leider hat es in BR viel mehr Therapeuten als man vielleicht annimmt (übrigens sehr gute dazu) und zudem weniger Nachfrage als in Europa (viele Leute sind nicht versichert und müßten aus der eigenen Tasche bezahlen - was meist nicht geht, wer schon bei Zahnschmerzen Monate wartet, bis er geht, was macht der erst bei was noch "unwichtigerem"). Somit sieht es schon nicht gut aus - wenn überhaupt, kommen eigentlich viele Brasilianer nur in Heimarbeit oder privater Praxis unter (-> selbständig)

Nächstes Problem ist deine Qualifikation; die sollte m.E. wohl nach der Ausbildung/Studium zuerst mal für ca. 2 Jahre in deinem Geburtsland gesammelt werden, ansonsten geht der potentielle Arbeitgeber zu große Risiken ein, wenn er dich in ein fremdes Land holt, schließlich muß dieser auch für dich garantieren !

Er kann auch nicht beurteilen, wie du dich im Job machst - du kannst ja schließlich noch keine Arbeitszeugnisse vorweisen.

...und dann solltest du dir auch ein bischen Gedanken machen, wie du das ganze später verwerten willst bzw. wie es ANDERE vielleicht betrachten könnten.....95% der Menschheit kennen Brasilien nur aus dem Fernsehen oder der Tagespresse und dem Reiseprospekt, werden dich aber auf Grund deines Lebenslaufs auf Eignung beurteilen :!:

(...meine eigene Mutter denkt noch heute, daß ich mich morgens mit dem Buschmesser durch den Dschungel zur Arbeit schlage - sie war leider nie in Brasilien und selbst Fotos können sie nicht restlos überzeugen :wink: )

Wenn das berufliche Fortkommen für dich im Vordergrund steht, würde ich evtl. Auslandserfahrung evtl. zuerst in einigen Ländern machen, die von der Beurteilung günstiger liegen - vielleicht die USA oder Frankreich (keine Ahnung wie's da in deinem Job aussieht) - und wo Neidfaktoren aus dem Urlaubsprospekt schon mal wegfallen...

Brasilien kannst du danach immer noch dranhängen, wenn du glaubst daß das für deinen Job notwendig ist. - Falls es dir nur darum geht, das Land zu geniesen, dann nimm dir 6 Wochen Urlaub und flieg hin, hast du deutlich mehr davon als 6 Monate da zu wohnen bei ner 6 Tage Woche mit 60h Wochenarbeitszeit ohne Urlaubsanspruch.

Vielleicht ist es so ein bischen besser verständlich - Gruß - Gunni
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Beitragvon Trem Mineiro » Mi 7. Mär 2007, 19:00

Oi Gente
Wir haben bei all diesen Postings ein praktisches Hindernis vergessen. Da es ja wie festgestellt ein Überangebot an Physiotherapeuten gibt, gibt es keine Chance auf Arbeitserlaubnis. Und als Investor für die Selbstständig wird es wohl derzeit noch das Geld fehlen. Also Heiraten ???? :wink:

Ist nicht leicht, Brasilien.

Gruß

Manfred
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Beitragvon jonnyflash » Mi 7. Mär 2007, 19:39

Hallo,
also zunächstmal vielen Dank für die letzten beiden Tips und vor allem für den verständlichen Text von Gunni. NUr leider habt ihr wohl meinen letzten Post nur kurz überflogen (unterstell ich euch mal kurz so :wink: )
Denn wie gesagt, Physiotherapie hab ich abgehakt. Und zwar nicht aus Geld und Auswanderungsgründen sondern aus anderen persönlichen und auch aus Gründen welche sich darauf beziehen, was ich mir von meinem späteren Beruf mal erhoffe.
Darum fragte ich ja auch nach euren Jobs damit ich mir für eine neue Orientierung mal ein Bild amchen kann was, man so überhaupt alles machen kann. Und wie gesagt das mach ich nicht nur hier im Forum.
Also danke nochmals und wie gesagt Physiotherapie ist tot. Und damit bin ich mir auch sicher denn seit ich das gestern für mich festgestellt habe fühl ich mich unglaublich befreit und habe sehr gute Laune. Und wenn man das empfindet wenn man etwas nicht mehr machen möchte, dann wäre es wohl falsch gewesen so etwas anzufangen.
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Hallo..an alle!

Beitragvon Tobias74 » Mi 25. Apr 2007, 15:47

von Beruf bin ich Diplom Physiotherapeut (BRA) und Spezialist für Sportmedizin (BRA), ich Unterrichte an einer staatlichen anerkannten Schule für Physiotherapie hier in Deutschland, und muss leider mitteilen das es nicht soooo extrem ist wie das alles hier dargestellt wird.
Der brasilianischer Abschluss ist DIPLOM - Graduate 4-5 Jahre Uni, dann kann man bis zum akademischen Grad als Dr vorgehen oder den PHD erreichen. Mit sicherheit kann man überall in Brasilien Praktikum im bereich machen und Später teilweise manches anerkennen lassen, die brasilianische ausbildung ist auch teilweise nicht besser als die deutsche Ausbildung (PNF, MT)werden zum teil gar nicht unterrichtet. Also, ich finde es lobenswert und gut das du dich dafür entschlossen hast und das klappt schon, schliesslich habe ich den umgekehrten Weg gemacht und das wahr auch nicht einfach. LG Tobias
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