Hi Jonny,
werd's ein bischen sachlicher formulieren und träumen ist ja auch erlaubt
Für dich ist es noch wichtig, professionel zu wachsen, sprich Erfahrung zu sammeln - auch Auslandserfahrung ist in der globalen Berufswelt sehr wichtig - aber Ausland heißt ja nicht "nur" Brasilien - übrigens nützt dir die reine Erfahrung des Auslandes herzlich wenig, wenn du dich nicht auch beruflich weiter qualifizieren kannst.
Dem Arbeitgeber geht es weniger um das "wo" (logisch, das ist DIR wichtig) sonderen eher um das "eigenständig in der Fremde auf sich gestellt"
...und da habe ich dir versucht, ein bischen meine Meinung zu sagen - ich kenne übrigens 2 brasilianische Physiotherapeuten, die inzwischen in Europa praktizieren, um sich beruflich zu entwickeln und weil die Arbeitskonditionen und Weiterqualifikation in BR scheinbar ziemlich schlecht sind in deinem Berufszweig (Aussage der Bekannten)
Das erste Problem in BR scheint Angebot <-> Nachfrage; du machst das ja nicht, weil du dich dazu berufen fühlst, sondern weil du deinen Lebensunterhalt bestreiten willst. - Leider hat es in BR viel mehr Therapeuten als man vielleicht annimmt (übrigens sehr gute dazu) und zudem weniger Nachfrage als in Europa (viele Leute sind nicht versichert und müßten aus der eigenen Tasche bezahlen - was meist nicht geht, wer schon bei Zahnschmerzen Monate wartet, bis er geht, was macht der erst bei was noch "unwichtigerem"). Somit sieht es schon nicht gut aus - wenn überhaupt, kommen eigentlich viele Brasilianer nur in Heimarbeit oder privater Praxis unter (-> selbständig)
Nächstes Problem ist deine Qualifikation; die sollte m.E. wohl nach der Ausbildung/Studium zuerst mal für ca. 2 Jahre in deinem Geburtsland gesammelt werden, ansonsten geht der potentielle Arbeitgeber zu große Risiken ein, wenn er dich in ein fremdes Land holt, schließlich muß dieser auch für dich garantieren !
Er kann auch nicht beurteilen, wie du dich im Job machst - du kannst ja schließlich noch keine Arbeitszeugnisse vorweisen.
...und dann solltest du dir auch ein bischen Gedanken machen, wie du das ganze später verwerten willst bzw. wie es ANDERE vielleicht betrachten könnten.....95% der Menschheit kennen Brasilien nur aus dem Fernsehen oder der Tagespresse und dem Reiseprospekt, werden dich aber auf Grund deines Lebenslaufs auf Eignung beurteilen
(...meine eigene Mutter denkt noch heute, daß ich mich morgens mit dem Buschmesser durch den Dschungel zur Arbeit schlage - sie war leider nie in Brasilien und selbst Fotos können sie nicht restlos überzeugen

)
Wenn das berufliche Fortkommen für dich im Vordergrund steht, würde ich evtl. Auslandserfahrung evtl. zuerst in einigen Ländern machen, die von der Beurteilung günstiger liegen - vielleicht die USA oder Frankreich (keine Ahnung wie's da in deinem Job aussieht) - und wo Neidfaktoren aus dem Urlaubsprospekt schon mal wegfallen...
Brasilien kannst du danach immer noch dranhängen, wenn du glaubst daß das für deinen Job notwendig ist. - Falls es dir nur darum geht, das Land zu geniesen, dann nimm dir 6 Wochen Urlaub und flieg hin, hast du deutlich mehr davon als 6 Monate da zu wohnen bei ner 6 Tage Woche mit 60h Wochenarbeitszeit ohne Urlaubsanspruch.
Vielleicht ist es so ein bischen besser verständlich - Gruß - Gunni