Als Physiotherapeuth nach Brasilien??

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Als Physiotherapeuth nach Brasilien??

Beitragvon jonnyflash » So 4. Mär 2007, 15:41

(Ich hab es auch schon im Forum für Jobs, Praktika und Au PAir geposted, weiß nicht genau wo es besser aufgehoben ist)

Hallo zusammen,
ich war im Winter einen Monat in Brasilien und war bzw. bin immernoch sehr begeistert von Land und Leuten.
Und ich möchte dort auch gerne nochmal mehr Zeit verbringen.
Zunächstmal werde ich aber hier meine Ausbildung bzw. den dualen Studiengang zum Physiotherapeuthen in Angriff nehmen und es werde wohl nochmal so ca. 4 Jahre ins Land ziehen.
Meine Frage: Ich werde zunächsteinmal staatlichanerkannter Physiotherapeuth sein und dann, wenn hoffentlich alles klappt, den Bachelorabschluss an der FH machen. Kann ich damit in Brasilien etwas anfangen um dort zu arbeiten?
Oder vielleicht erstmal die Sprache richtig lernen und dann vielleicht dort den Masterabschluss machen? Sofern das dort überhaupt möglich ist.

Oder was sagt ihr dazu?

Grüße jonnyflash
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Physiotherapeut

Beitragvon seitenwandkletterer » So 4. Mär 2007, 20:42

"Fisioterapia" ist in Brasilien ein Unistudium wie z.B. auch Enfermagen (Krankenpflege). Ob Du Deinen deutschen Abschluss hier anerkannt bekommst und dann auch die Erlaubnis zum Ausüben des Berufes erhälst, dass solltest Du beim Coffito (Conselho Federal de Fisioterapia e Terapia Occupacional) erfragen.

Der Vorgang zur Anerkennung läuft normalerweise so, dass Du zunächst an einer Universität Dein Diplom anerkennen lassen musst (Information dazu gibt Dir normalerweise die Pró-Reitoria da Graduação der entsprechenden Uni) und anschliessend musst Du Dich beim entsprechenden Conselho Regional de Fisioterapia einschreiben.

Vorher (!!!!) solltest Du fliessend Portugiesisch können!

Was den Arbeitsmarkt für Physioterapeuten angeht, kann ich Dir keine Auskünfte geben.

...SWK!
"Onde tudo que se planta cresce e o que mais floresce é o amor"
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Beitragvon Trem Mineiro » So 4. Mär 2007, 21:25

Oi Gente
Ich war auch überrascht, dass der Physiotherapeut, der meine Frau im Krankenhaus betreute, mir erklärte, dass er ein UNI-Diplom hätte. Ich hatte damals für ein anderes Forumsmitglied mal nachgefragt, wie Anerkennung und Arbeitschancen sind.
Wie alle lohnabhängig Beschäftigten kommt man auch im Spitzenkrankenhaus für Wohlbetuchte nur auf ein Gehalt um die 1.000 Reais, mit Schicht und Überstunden so um die 1.200,- Das sind weniger als 8 Reais /Stunde. Als er nach dem Krankenhausaufenthalt meine Frau privat weiter betreute, hat er 50 Reais für 35 Minuten in Rechnung gestellt, die Krankenkasse ersetzte davon 6 Reais.
Auf die Differenz angesprochen sagte er ganz klar, von seinen Gehalt könnte er nicht leben, er arbeitet nur im Reiche-Leute-Krankenhaus für ein Butterbrot, um dort zahlungskräftige Patienten aufzureißen (sorry, fand kein treffenderes Wort) und diese später privat zu betreuen. Allerdings sind die Kunden, die so was locker zahlen rar, aber wenn er sich mal einen Kundenkreis aufgebaut hat, meint er gut davon leben zu können. Der Junge war handwerklich sehr gut, vielleicht macht er seinen Weg.
Ich glaube, für einen Ausländer, selbst wenn er irgendwann sehr gut portugiesische spricht, wird es sehr schwer an diese Beziehungen ranzukommen. Ich glaube, der Junge musste schon in Krankenhaus was an die Stationsschwestern zahlen, um an die Erstbetreuung meiner Frau zu kommen. Die Konkurrenz ist eben hart.

Gruß

Manfred
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Beitragvon jonnyflash » Mo 5. Mär 2007, 09:31

Klingt nicht besonders rosig die Aussicht...
wie nennt sich der Abschluss an der Uni in Brasilien? Haben die da nicht dieses Bachelor und Mastersystem?

Und was mich auch noch interessiern würde...Mit welcher Art von Ausbildung, Studium ist es wohl am Aussichtsreichsten nach Brasilien auszuwandern?


gruß jonnyflash
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Beitragvon Brummelbärchen » Di 6. Mär 2007, 02:46

Physiotherapeuten arbeiten häufig nach Studienabschluss gratis monatelang oder noch länger als Praktikanten um dann irgendwann vielleicht mal eine Stelle zu bekommen. Und wie oben schon erwähnt ist das dann bestenfalls der Zweitverdienst in der Familie.

Deine Chancen Dir einen privaten Kundenkreis aufzubauen kannst Du vielleicht verbessern, wenn Du was anbietest dass es hier noch kaum gibt, zB Craniosakral-Therapie.

BB
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Beitragvon jonnyflash » Di 6. Mär 2007, 08:10

Hmmm,
also langsam kommen mir so Zweifel an meinem Berufswunsch.
Da es mich nämlich nicht gerade hier in Deutschland hält und ich doch auch gerne international arbeiten würde, denke ich das Physiotherapie wohl eher nicht darauf ausgelegt ist. Auch wenn ich das Dualesystem in diesem Beruf anstrebe und mit Bachelor und Master dann oftmals international anerkannte Abschlüsse machen würde und somit auch ein Studium absolviert und weit spezialisiert wäre und auch an einer weiterbildung in Sachen Craniosakral wäre ich nicht abgeneigt, da eine möglichst umfassende Ausbildung ja sowohl mir als auch meinem evtuellen Patienten später mal zu Gute kommt.
Nur möchte ich ja auch gerne mal soviel Geld verdienen um zumindest einen vernünftigen Teil zur Familienernährung beitragen zu können. Und wenn ich mal Kinder habe, dann soll denen ja auch eine vernünftige Bildung und vor allem ein weitgehend sorgenfreies Leben ermöglicht werden. Auch wenn es mir eigentlich widerstrebt einen Beruf nur des Geldes wegen auszuüben.
Nur bei dem was ich hier so höre, kann man mit Physiotherapie in Brasilien keine großen Würfe machen, oder hab ich das falsch verstanden? Denn dieser Beruf würde mir denke ich sehr liegen und vor allem interessiert er mich auch und ich kann mir gut vorstellen dabei auch Spaß zu haben.
Ob es später mal wirklich Brasilien wird, steht ja auch noch gar nicht fest aber im Moment schlägt mein Herz doch sehr für dieses Land und aus Deutschland rauszukommen dafür schlägt mein Herz fast noch mehr.

Also hier mal ne andere Frage als im Titel des Threads:

Mit welchen Berufen habt ihr als Auswanderer (egal in welchem Land) gute Erfahrungen gemacht und welche Berufe würdet ihr erlernen wenn ihr jetzt nochmal vor der Ausreise stehn würdet? (Aber wenns speziell auf Brasilien bezogen ist, dann auch gut :wink: )

danke jonnyflash

P.S.: Alles was ihr nützliches zur Physiotherapie wisst ist natürlich sehr willkommen, zum Beispiel wie lebt man so als Dozent dafür and er Uni, kann man da noch nebenher arbeiten, wäre es möglich nebenher Kampfkunst zu unterrichten da ich, bis es denn so weit ist, vielleicht auch den Grad erreicht erreicht haben werde, mit dem ich selbständig unterrichten dürfte. Alles was ihr zu diesen Themen wisst wäre natürlich auch interessant.
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Beitragvon Brummelbärchen » Di 6. Mär 2007, 13:11

Lerne / studiere das, wofür Du Leidenschaft hast.

Vergiss erst mal die Kohle, in 2-3 Jahren kann soviel passieren. Ich verdiene zur Zeit nur 10% von dem was ich vorher in der Schweiz hatte; (mein Ziel ist es auf mindestens 20% zu kommen.) Wenn ich ans Geld gedacht hätte wäre ich also bestimmt nicht hier. Aber manchmal muss man eben etwas riskieren und Prioritäten setzen. Jeden Morgen - kaum erwache ich - kann ich es kaum mehr erwarten ins Büro zu gehen. Wäre das nicht so wäre es echt beschissen hier und die 15-Stunde-Tage würden mich umbringen. Das meine ich mit Leidenschaft.

Und wenn Du Dir mit Brasilien nicht sicher bist: Schau doch mal nächstes Jahr wenn Du mit Deiner Ausbildung weiter bist, ob Du mit Deiner Wissenskombination (Physio, Kampfkunst, vielleicht Massage, Sprachkenntnisse) als Animateur / Sportlehrer für einige Monate in einem Club Med oder was ähnlichem in Brasilien unterkommst. Da hast Du dann auch eher die Schoggiseite von Brasilien.

BB
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Beitragvon Severino » Di 6. Mär 2007, 13:21

Hoi BB,
wenn Du mit 15 Stunden 10% verdienst, dann musst Du für 20% ja 30 Stunden arbeiten. Mann - und das am Tag. Da bleibt ja nicht mehr viel von der Nacht. Ist denn das was Du verdienst auch das was Du bekommst? Oder umgekehrt?
Aber zurück zum Thema. Geld verdienen in Brasilien ist sehr schwer. Denn das ist es, was überall fehlt. Das Geld. Nicht die Arbeit, auch nicht qualifiziertes Personal. Kenne einen Maschinenbau-Ingenieur, der fährt in Rio Taxi. Seine Frau arbeitet als Faxi. Und was da reinkommt reicht gerade zum Überleben in einem kitchenete. Die wären über die 10% von BB wirklich froh....
paz e amor
Severino
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Beitragvon Gunni » Di 6. Mär 2007, 13:34

@jonnyflash

...bitte nimm's mir nicht übel, aber ich mußte das alles 2 mal lesen :lol: - ...Physioterapeuten aus Europa wollen nach Brasilien ?

Kann nur den Eindruck durch meine "Technikerbrille" wiedergeben und es scheint, daß 30% aller Studenten in Brasilien Jura, 30% Psychologie und 30% Physioterapie studieren..... daß es in unserer Stadt mehr Psychologen, Therapeuten und Anwaltsbüros in einer Straße gibt als in der ganzen Stadt an Wäscherreien ist mir jedenfalls schon aufgefallen.... und ich bin sehr überrascht, wenn mal was anderes als Studienfach kommt ...dabei gibts doch sicherlich mehr als diese 3 Studiengänge....oder sollt ich mal anfangen Lotto zu spielen, bei diesen "Zufällen" :wink:

Gibt aber noch genügend andere Entfaltungsmöglichkeiten - mußt nur was finden, was zu dir passt :wink:
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Beitragvon jonnyflash » Di 6. Mär 2007, 17:06

Vielen Dank!

...ja wie gesagt so erst ans Geld zu denken zwecks Berufsawahl mag ich auch nicht gern. Nur wenns später an jeder Ecke fehlt und immer dies und das nicht geht, auch blöd und das bezihet sich gar nicht mal nur auf meine
eigenen Bedürfnisse, denn Familie sollte später schon sein.
Und eine sehr interessante Sache ist Physiotherapie ja nach wie vor, nur bin ich aus den, bereits vorher schon genannten aber auch noch aus anderen Gründen am Zweifeln ob es wirklich auch DIE Sache für mich ist. Und da ja noch kein Ausbildungsvertrag steht und nächste Woche erst die Einstellungstests sind (die ich auhc nach wie vor machen werde) steht das ja noch gar nicht fest.
Ich bin nur am Überlegen ob ich vielleicht noch etwas Lebenserfahrung sammeln sollte und bevor ich damit anfange erstmal noch längere Zeit im Ausland verbringen sollte und mal schaun ob mich noch die eine oder andere Muse küsst (um es mal so zusagen) Vielleicht ärger ich mich ja später und sag "Verdammt n vertanes Jahr" aber dann bin ich mir halt sicher. Vielleicht sag ich aber dann auch "Ja geil alternative Energiequellen..." oder was weiß ich. Ich konnte leider bisher noch nicht in die Physiotherapie, ausser als Patient, Einblick nehmen und dies wird erst im Sommer in einem Praktikum geschehen..nur wenn ich dann sage verammt Krankenhaus, Pflege, Physio....SCH***E, dann ist der Ausbildungsvertrag unterschrieben, sofern alles klappt. Und wie das denn mit Rücktritt und Zahlungspflicht ist, weiß ich bisher leider noch nicht.

Wäre nur ärgerlich, wenn ich das anfange und dann merke ne das ist es nicht. Denn diese Ausbildung ist ja auch nicht gerade kostengünstig.

Das ist also so ungefähr mein Problem.
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