Altersvorsorge !

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Altersvorsorge !

Beitragvon Jacare » Fr 2. Mär 2007, 12:49

Oi, Gente !

Könnt ihr mir in Brasilien eine gute Anlagemöglichkeit nennen, wie ich für mein Alter vorsorgen kann. Ich meinte mal gehört zu haben, dass Banken sowas anbieten. Also 10000 Real cash und bei Rentenantritt soundsoviel mtl. Rente. Wie ist in Brasilien eigentlich das normale Renteneintrittsalter.

Gruss
Jacare
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Beitragvon Gunni » Fr 2. Mär 2007, 13:14

Die typische Altersvorsorge für Brasilianer in Brasilien ist normalerweise, sich mit 20 bis 30 das erste Apartment zu kaufen, danach das 2te usw. - wenn man dann in Rente gebt, lebt man von der Miete und läßt die Immobilien nach dem Kauf langsam verfallen.

Die gesetzliche Maximalrente (nach 35 Jahren Zuzahlung) rechnet sich nicht (ca. 900R$ mtl.) und in Geldanlagen hat man kein Vertrauen - zu oft wurden diese in der Historie schon über nacht entwertet oder eingezogen.

Normales Renteneintrittsalter ist mit 65 - vorausgesetzt du hast nen Job bis dahin. - Das ist meist nicht der Fall, kenne fast keine Leute, die es geschafft haben, über 50 noch nen dauerhaften Arbeitsplatz mit späterer Rentenzahlungen zu halten - es gibt ja im Gegensatz zu Europa deutlich mehr junge Menschen die das gleiche effizienter und billiger machen (in unserer Firma ist keiner über 45 - wirklich seltsam - als gäbe es "Ältere" garnicht - ....und wir reden von 4 stelligen Mitarbeiterzahlen)

Hab mir persönlich schon überlegt zur Altersabsicherung, die brasilianische Methode mit einer Anlage im Ausland zu kombinieren, falls ich als Rentner in Brasilien bleiben will.....leider kann ich 'ne Immobilie in Brasilien nicht als "wertstabil" wie in Europa ansetzen und muß es daher eher sehen wie ein Brasilianer (kaufen und "verbrauchen").

Gruß - Gunni
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Beitragvon Severino » Fr 2. Mär 2007, 20:32

Gunni, da hast Du ja die praktische Lösung in Brasilien super erklärt. Allerdings gibt es auch einige, die noch nicht mal ein Appt. schaffen bis zum Alter. Die bekommen dann so eine Art Gutscheine für Lebensmittel.
Einer meiner Nachbarn ist nun zurück in den Norden, denn dort kann er ohne Miete zu zahlen im quintal bei der Tochter wohnen. Die 150 R$ für das gemietete Haus hier haben sie nicht mehr aufgebracht. Die Rente, die er bekam lag so bei dem salario minimo. Und das reicht eben nicht, wenn man zur Miete wohnt.
Auch die Banken bieten solche planos bzw. fundos an. Es ist aber so, wie Gunni schon sagte. Dem traut man nicht. Daher wird eher in Immobilien investiert.
Als ich letztes Jahr meinen Nachbarn mal eine galinha gebracht habe, sah ich ihre Augen funkeln, so glücklich waren sie darüber....
paz e amor
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Beitragvon Gunni » Mi 7. Mär 2007, 14:07

Jo - in meiner Nachbarschaft leben einige "Rentner" - wirklich traurig, was der Staat da macht - die müssen mit Gutscheinen leben und freuen sich über jede Kleinigkeit, die du denen schenkst, als wäre es Weihnachten.

Problem ist wohl eher, daß die meisten im Forum eher mit 'ner europäischen Denke an das ganze rangehen und sich dann wundern, wieso es nicht klappt mit der Rente am Strand weil sie die guten Seiten von einem Land mit den guten Seiten des anderen Landes kombinieren wollen :wink:

..wie gesagt, ich hab von "Apartments" gesprochen und nicht Grundstücken am Meer mit nem Einfamilienhäuschen drauf - sowas macht ein Brasilianer erst zuletzt - nachdem er schon alles hat und seine Altersabsicherung in der geregelt ist. - Find's nur immer wieder erstaunlich, daß grade (wir) Europäer meinen, intelligenter zu sein als Brasilianer und es besser machen können/wollen.....und uns dann wundern, wieso wir auf die Schnautze fallen :wink:

Freu mich schon auf die neuen Gesetzesentwürfe, wo man die EU-Rente dem norwegischen Modell anpassen will - dann wird's wohl richtig schwer, am Strand in Übersee zu überleben, wenn die Rente aus der Heimat auf lokale Verhältnisse gekürzt wird oder sogar ganz ausbleibt.

Bin jetzt schon neidisch auf die Schweizer, die wohl mal wieder Glück haben (werden) :wink:
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Beitragvon Lemi » Mi 7. Mär 2007, 15:38

Gunni hat geschrieben: Die gesetzliche Maximalrente (nach 35 Jahren Zuzahlung) rechnet sich nicht (ca. 900R$ mtl.) ...


Laut Info der Previdencia Social beziffert sich der derzeitige Maximalbetrag auf R$ 1.561,56.
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Beitragvon Gunni » Mi 7. Mär 2007, 17:25

Stimmt - grade nachgeschaut, aber fällt eh flach, weil ich nicht arbeiten will bis ich 72 Jahre alt bin, nur um in Brasilien Rentenanspruch zu haben.

(Kannst dir ja Zeiten aus Europa in Brasilien nicht anrechnen lassen)
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Beitragvon Lemi » Mi 7. Mär 2007, 18:17

Gunni hat geschrieben:(Kannst dir ja Zeiten aus Europa in Brasilien nicht anrechnen lassen)


Das stimmt. Ich habe mal gehört (von einer älteren Dame am Strand von Copacabana ... :roll: ), dass man INSS auch für ein paar Jahre nachbezahlen kann, so als hätte man da gearbeitet. Man muss sich aber als Freischaffender (z.B. Künstler) deklarieren. So könntest du den Mindestbeitrag, ich glaube so um die 70 R$/Monat, für die fehlenden Jahre nachbezahlen und kannst dann doch mit 65 in Rente gehen.

Klingt vielleicht kompliziert, ist es aber eigentlich nicht ... :wink:
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Beitragvon patecuco » Mi 7. Mär 2007, 22:25

Das Renteneintrittsalter wird in den nächsten Jahren auf 77 Jahre angehoben.

Stirbt jemand früher, müssen die Erben kostenlos die restliche Zeit nacharbeiten.

(Quelle : Scheibenwischer /Hildebrand...)
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