Anerkennung der Vaterschaft

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon gufe1 » Mo 4. Feb 2008, 08:20

Hallo Brasilienfreunde! Möchte bei meinem nächsten Aufenthalt in Salvador die Vaterschaft meines Sohnes anerkennen lassen. Soweit ich aus den Beiträgen schlau geworden bin, brauche ich dazu meine Geburtsurkunde (übersetzt und beglaubigt) und meinen Pass und wird im Cartorio gemacht. Gibts noch was zu beachten und reichen dafür 2 Wochen aus?
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon fortale » So 17. Feb 2008, 21:39

Hallo Vater,

bin´s auch vor 11 Tagen in Fortaleza geworden.

erkundige dich doch erst mal bei der Kindsmutter, was und wer in der Geburtsurkunde des Kindes steht, das du beim
nächsten Besuch anerkennen willst.

Ich brauchte nur meinen Pass vorlegen und das war´s dann.

Nimm zur Vorsicht deine Geburtsurkunde mit. Und natürlich deinen Pass.

Ich bin schon ein Jahr hier und habe erfahren, dass so manches ganz einfach ist, aber auch unheimlich kompliziert sein

kann.

Viele Grüße aus Fortaleza
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon gufe1 » Mo 18. Feb 2008, 00:51

Gratulier auch zum Vatersein! o--o Danke für die Antwort, also Pass und Geburtsurkunde sollten dabei sein, hört sich ja nicht kompliziert an, schließlich kann dann auch die Mutter die Alimente ganz offiziell und behördlich einklagen und Erhöhungen einfordern. Bin gespannt, wie´s weitergeht, ich hoffe sie reizt diese Möglichkeit aus enttäuschter Liebe nicht bis zur Grenze aus.
abracos
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon fortale » Mo 18. Feb 2008, 14:07

Ich grüße dich aus der Ferne!!!

Ich weiß zwar nicht, warum du unbedingt nach Salvador willst, um deine Vaterschaft anerkennen zu lassen,
aber bedenke bitte eines:

Sollte die Kindsmutter schon Unterhalsklage eingereicht haben, du brauchst das gar nicht wissen, und ein Urteil bestehen,
das kann sehr schnell gehen, wanderst du bei der Einreise nach Brasilien umgehend in´s Gefängnis und kommst
erst wieder raus, wenn du den ausstehenden Unterhalt gezahlt hast.

Die Brasilianischen Gefängnisse sind nicht besonders gut ausgestattet.

Der Beklagte brauch postalisch gar nicht informiert werden, wenn er für das Gericht nicht erreichbar ist. Alles wird in´s
Inter-Net gestellt und du bist selber Schuld, wenn du es nicht liest, was du ja gar nicht kannst, weil du nichts weißt.
Das gilt für Brasilianer genau so. Ein Brasilianischer Bekannter von mir hat da Erfahrungen gesammelt.
In Brasilien ist es mit das schlimmste, den Kindsunterhalt nicht gezahlt zu haben.
Geh mal davon aus, dass dir 40% Prozent von deinem Netto Gehalt abgezogen wird.

Aber, hier in Brasilien verhandelt man außergerichtlich, und das kann sehr lange dauern und stell dich mal auf 250 bis maximal 400 Reais ein.
100 Eurochen gleich 250 Reais. Nur zur Erinnerung.

Vielleicht bleibst du außerhalb von Brasilien und wartest ab, was so alles passiert. Es gibt ja noch den Postweg
und e-mailen ist doch auch nicht schlecht. Hier gibt´s, auch in Salvador, sehr viele Inter-Net-Cafe´s. Die sind zum
Teil besser ausgerüstet als die Deutschen.
Wenn du Fragen hast, ich beantworte sie dir, wenn ich kann.
Ist auch viel, was ich dir da um die Ohren gehauen habe, aber warum wie ne Katze um den heißen Brei schleichen.

Viele Grüße dann von Fortale
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon Gunni » Di 19. Feb 2008, 10:19

Wieso willst du eine Anerkennung der Vaterschaft machen ?

Nach EU-Recht hast du mit der Anerkennung auch alle Pflichten, selbst wenn sich herausstellen sollte, daß es nicht das Kind von dir ist, bist du durch die Anerkennung juristische Verpflichtungen eingegangen !

Nächstes Problem ist, daß du durch die Anerkennung auch in Brasilien Verpflichtungen eingegangen bist - ebenfalls juristischer Art - so daß die Frau dann probieren kann, dich nach brasilianischem Unterhaltsrecht zu Zahlungen zu zwingen (steht übrigens in vielen Frauen-Klatsch-Magazinen) - Anwälte, die sich auf sowas spezialisiert haben, gibt es in Brasilien zuhauf auf Erfolgsbasis !! - es besteht dann ein Risiko einer 30% Bruttolohnpfändung was deutlich mehr sein kann, als das, was der Frau nach EU-Recht zustehen würde.

Die Anerkennung in Brasilien bringt dir in Europa keinerlei Vorteile - d.h. irgendwelche Kindergelder oder Steuerbegünstigungen gibt es erst, wenn dein Kind auch wirklich nach Europa kommt - solange es aber in Brasilien ist, tritt dieser Fall nicht ein.

In Brasilien gibt es eigentlich auch keine wirklichen Vorteile, bis auf die theoretische Möglichkeit, eine "permanencia" zu beantragen und der Frau eine Basis zu bieten, dich zu Leistungen nach bras. Recht zu zwingen - (der Staat hält sich ja weitestgehendst raus aus der Versorgung des Kleinen und bürdet dir damit deutlich höhere Verpflichtungen auf als in Europa).

Nächster Punkt der Anerkennung, falls du doch eine durchführen solltest, wären indirekt die eigenen familiären Bindungen - ob deine Familie mit den Veränderungen im Erbrecht durch deine Anerkennung einverstanden ist, kann ich nicht beurteilen ! (kenne einen Fall wo die bras. Justiz wegen Ersatzzahlungen an die Rente der Großmutter in Europa rangetreten ist mit Rechtshilfeabkommen, weil der Vater unerreichbar war - die Basis dafür war die Anerkennung !!!)

******

Mein Tip wäre, eine Anerkennung erst dann durchzuführen, wenn du davon ausgehen kannst, daß das Kind mindestens einige Monate im Jahr in Europa ist (länger als das sonst übliche Touristenvisum) - so daß es auch die Vorteile der Krankenversicherung, Doppelstaatsbürgerschaft etc. "geniesen" kann - am besten wäre m.E. sogar erst die Anerkennung erst mit erreichen der Volljährigkeit des Kindes (es besteht dann natürlich die Möglichkeit, daß das Kind selbst eine Klage einreichen kann !). - Ansonsten würde ich den "status quo" aufrecht erhalten, damit ein evtl. möglicher internationaler Unterhaltsprozess mit Rechtshilfeabkommen so wenig Basis wie möglich bietet.
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon Severino » Di 19. Feb 2008, 13:32

gufe1 hat geschrieben:Hallo Brasilienfreunde! Möchte bei meinem nächsten Aufenthalt in Salvador die Vaterschaft meines Sohnes anerkennen lassen. Soweit ich aus den Beiträgen schlau geworden bin, brauche ich dazu meine Geburtsurkunde (übersetzt und beglaubigt) und meinen Pass und wird im Cartorio gemacht. Gibts noch was zu beachten und reichen dafür 2 Wochen aus?

2 Wochen reichen nicht aus. Und welche Konsequenzen die Anerkennung der Vaterschaft in Brasilien - bis und mit Erbrecht - hat, hat ja Gunni schon ausführlich erklärt.
Die Frage, wie lange es tatsächlich dauern wird, kann Dir nur das zuständige Cartorio beantworten - und dabei hängt es davon ab, wie sich die Mutter verhält und ob bereits jemand als Vater eingetragen wurde, bzw. ob es für wahrscheinlich gehalten wird, dass Du tatsächlich der leibliche Vater bist. Glaubt der Mann auf dem Cartorio nicht wirklich daran, kann er verlangen, dass eine Adoption durchgeführt wird - und das kann dann 3-4 Monate dauern.....
paz e amor
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon fortale » Di 19. Feb 2008, 14:38

Na, jetzt ist ja endlich Schwung in die Vaterschaftsangelegenheit gekommen.

Willst du dem Kleinen was gutes tun, erkenne die Vaterschaft in Salvador an,
geh mit der Geburtsurkunde zum örtlichen Deutschen Consulat und mach dort
eine Geburtsanzeige, die dann nach Berlin geschickt wird, und in ca. 3-5 Monaten
kannst du im Consulat von Salvador die Deutsche Staatsangehörigkeit für den kleinen
Jungen beantragen und es gibt den Deutschen Pass Geht aber alles nur mit der
Kindsmutter....Also: Der Junge ist dann doppelstaatlich. Hat was für sich, ohneVisum
ganz Europa und Latein Amerika zu bereisen. So hab ich´s mit unserer Kleinen gemacht.
Vergiss aber nicht die vorhergehenden Beiträge. Hab mal meinen Anwalt vor Ort gefragt.
Er meinte fröhlich lächelnd: Bleib in Deutschland und genieße deine Freiheit und Unab-
hängigkeit. Es ist vorbei, dass man in Brasilien machen kann, was man will.
Die Police Federal arbeitet sehr effektiv und schnell. Da haben die Deutschen bestimmt
Nachhilfeunterricht gegeben.

Und per einstweiliger Verfügung, du bist Ausländer, hält dich die Police Federal so lange
fest, bis alles geregelt ist, aber was?????????? Das weiß wer auch immer.
Good luck und einen klaren Gedanken immerdar
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon Severino » Di 19. Feb 2008, 15:11

Sorry, habe ich ganz vergessen: Beste Glückwünsche. Kinder sind das grösste Geschenk im Lben.....
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon rwschuster » Di 19. Feb 2008, 15:29

1) hat dich die Mutter als die Geburtsurkunde ausgestellt wurde, als Vater angegeben?
2) Bist du mit dem Vater verwandt oder wenigstens bekannt?
3) bist du bereit auf etwa 30 % deines Einkommens die nächsten 18 Jahre mindestens(wenn der Pampaletsch nicht jahrelang weiterstudiert) zu verzichten?
4) ...
.
.
n) Schick alle Monate ein paar Euronen und lass dir beim nächsten Brasilienbesuch die verschiedenen Verhütungsmittel erklären
[-o< [-X
Prost Mahlzeit, Sachen gibts dies garnicht gibt
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Re: Anerkennung der Vaterschaft

Beitragvon gufe1 » Do 21. Feb 2008, 02:25

hallo Alle!
danke für eure Rückmeldungen. Mir wird schon etwas schwarz :cool: vor den Augen oder sehe ich schon Gitterstäbchen?
siehe fortale: Sollte die Kindsmutter schon Unterhalsklage eingereicht haben, du brauchst das gar nicht wissen, und ein Urteil bestehen,
das kann sehr schnell gehen, wanderst du bei der Einreise nach Brasilien umgehend in´s Gefängnis und kommst
erst wieder raus, wenn du den ausstehenden Unterhalt gezahlt hast.

Die Brasilianischen Gefängnisse sind nicht besonders gut ausgestattet.

Wenn ich meine Trompete mitnehme und dort übe, lassen sie mich eh bald wieder raus, siehe Asterix... :-({http://brasilienfreunde.net/posting.php?mode=smilies&f=23#|=
Interessant fand ich auch die unterschiedlichen Angaben bezüglich Unterhalt, die da reichen von 250 reais bis zu 40 % des Einkommens, das wären dann ungefähr 5x soviel.

Wieso willst du eine Anerkennung der Vaterschaft machen ?
[i]

Nach EU-Recht hast du mit der Anerkennung auch alle Pflichten, selbst wenn sich herausstellen sollte, daß es nicht das Kind von dir ist, bist du durch die Anerkennung juristische Verpflichtungen eingegangen ![/i]

Vielleicht meldet sich ja noch jemand anderer, der auch so gerne Vater sein will....gibt es auch eine geteilte Vaterschaft?
PATERNIDADE CARNEVALO oder so ähnlich wird der Fachausdruck sein.
Scherz beiseite, diesbezüglich gleicht der jetzige doch sehr seinem Halbbruder.
Willst du dem Kleinen was gutes tun, erkenne die Vaterschaft in Salvador an,
geh mit der Geburtsurkunde zum örtlichen Deutschen Consulat und mach dort
eine Geburtsanzeige, die dann nach Berlin geschickt wird, und in ca. 3-5 Monaten
kannst du im Consulat von Salvador die Deutsche Staatsangehörigkeit für den kleinen
Jungen beantragen und es gibt den Deutschen Pass Geht aber alles nur mit der
Kindsmutter....Also: Der Junge ist dann doppelstaatlich. Hat was für sich, ohne Visum
ganz Europa und Latein Amerika zu bereisen. So hab ich´s mit unserer Kleinen gemacht.

hallo fortale.
Ich bin prinzipiell deiner Meinung, daß es für Kinder gut ist, wenn sie ihren Vater kennen, nicht nur aus vermögens und erbrechtlichen Gründen. Irgendwann will sich jedermann/frau mit seinen Wurzeln und seiner genetischen Herkunft auseinandersetzen.
Laut Auskunft der österreichischen Botschaft bekäme das Kind die Staatsbürgerschaft aber nur, wenn ich die Mutter heiraten würde.
Aber mit der Mutter des Kindes kann ich mir das nicht vorstellen.
Er meinte fröhlich lächelnd: Bleib in Deutschland und genieße deine Freiheit und Unab-
hängigkeit.

seit wann seid ihr frei und unabhängig? :roll:
Danke für die Glückwünsche, ich freu mich schon auf den Augenblick, ihn in meinen Händen zu halten.
ate mais
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