anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon skywalker » Do 5. Nov 2009, 14:07

hallo,
ich hoffe, hier jemanden zu finden, dem es gelungen ist, sein deutsches medzinstudium in brasilien anerkannt zu bekommen. mein problem ist, wie man den programmatischen inhalt jeder einzelnen materie des curriculums nachweisen kann. dieser ist ja in deutschland im prinzip durch den gegenstandskatalog und die approbationsordnung geregelt, die einzelausgestaltung liegt jedoch bei der uni.
zumindest bei meiner uni ist es jedoch so, dass es fuer die meisten faecher je nach fleiss und eifer der lehrkraefte keinen detaillierten vorlesungsplan gibt und wenn es sowas gibt man dies kaum in einer beglaubigungsfaehigen form (wie gefordert) bekommen kann.

das grosse problem liegt im prinzip im unterschied zwischen der extremen regulierung des studiums in deutschland und dem brasilianischen/ suedamerikanischen system, wo jede uni machen kann was sie will und die meisten absolventen an privatunis studiert haben und im prinzip der abschluss oft nur eine frage des geldes ist...
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon LAWRENCE » Do 5. Nov 2009, 20:25

Wenn Du schon die SUCHfunktion des Archiv bemüht hast, hast Du ja sicherlich schon festgestellt das der Anerkennungprozess in BRA sehr bürokratisch, langwierig und Kostspielig ist.

Auf eins kannst Du Dich jetzt schon einstellen, das komplette Studium wird Dir sicher NICHT anerkannt. Sprich bevor Du in BRA eine ärztl. Zulassung des zuständigen CONSELHO REGIONAL DE MEDICINA bekommst, musst Du garantier noch mal die Schulbank drücken. Sicherlich kommen dann auch noch Praktika hinzu die nochmals absolviert werden müssen.

Du hast also im Prinzip 2 Hürden zu nehmen, einmal die Anerkennung Deines Studium durch das MEC in Zusammenarbeit mit einer Universität die solche Anerkennungsverfahren ausl. DIplome und Abschlüsse durchführt. Und danach steht noch das CONSELHO REGIONAL DE MEDICINA an, das für den Bundesstaat zuständig ist in dem Du dann mal als Arzt/ärztin arbeiten willst.

Dabei kommt es nicht nur auf Deine Qualifikation an, sonder sicher spielen da auch politische Unwegbarkeiten mit. Leider kann ich pers. nicht beurteilen ob Du überhaupt eine Chance auf Anerkennung hast, denn wenn die pol. Lage gegen den Import von Ärzten ist, dann nützen Dir die schönsten Diplome und die tollste Ausbildung nichts. Man wird Dir von offizieller Seite jeden möglichen Stein in den Weg stellen so das Du früher oder später entnervt aufgiebst.

Bedenke bitte das Brasilien KEIN Einwanderungsland ist.

Viel Glück!

:cool:
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon Takeo » Do 5. Nov 2009, 23:26

skywalker hat geschrieben:...wo jede uni machen kann was sie will und die meisten absolventen an privatunis studiert haben und im prinzip der abschluss oft nur eine frage des geldes ist...


... es aber trotzdem nicht mehr Pfuscher in Brasilein als in Deutschland gibt...


viele europäische Diplomingenieure haben es aufgegeben ihr Studium anerkennen zu lassen, eine Anerkennung ist mindestens genauso kompliziert wie ein neues Studium, und oft wird es hinterher noch nicht mal anerkannt... gerade von Medizinern die im südamerikanischen Ausland studiert haben, wie Argentinien oder Mexico, hört man, dass sie ihr Studium nicht anerkennen konnten... und Deutschland zieht da auch nicht mehr: gleiches Recht für alle! Zum Glück schert sich der Privatsektor nicht um staatliche Regelungen und stellt ein wen, wie, wo und woher er will. Brasiliens öffentlicher Sektor hat noch nicht gemerkt dass die Welt globalisiert ist, Brasiliens Privatsektor hat sich längst angepasst... wer sich weiterbilden will tut das dann auch schnell im Ausland, seinen Dr. macht man in den USA, so wie viele Brasilianer auch... (ich meine natürlich einen echten Dr., keinen Dr. med...) und arbeiten tut man dann in Brasilien... oder sonstwo... vielleicht solltest Du Deine Anerkennung überspringen und direkt beim Privatsektor suchen, der Privatsektor interessiert sich einzig und alleine für Qualifikationen, für sonst nichts!!!
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon Westig » Fr 6. Nov 2009, 03:06

skywalker hat geschrieben:
das grosse problem liegt im prinzip im unterschied zwischen der extremen regulierung des studiums in deutschland und dem brasilianischen/ suedamerikanischen system, wo jede uni machen kann was sie will und die meisten absolventen an privatunis studiert haben und im prinzip der abschluss oft nur eine frage des geldes ist...


Das ist Unsinn. Es gibt unzählige brasilianische Aerzte, die sich von der Ausbildung und ihrer beruflichen Qualifikation her durchaus mit deutschen Aerzten messen können. Und die meisten Absolventen haben auch nicht an Privat-Unis studiert, noch war ihr Abschluss eine Frage des Geldes.

Die Approbation von Aerzten ist bilateral ebenso geregelt wir die Anerkennung anderer Studiengaenge.

Warum sollte ein deutscher Arzt in Brasilien automatisch eine Approbation erhalten, wenn ein brasilianischer Arzt in Deutschland keine bekommt? Was ist "besser" an einer deutschen medizinischen Ausbildung, und was "schlechter" in Brasilien? Bei allem Respekt: die Argumente von skywalker sind sehr weit hergeholt.

Takeo hingegen hat - teilweise - Recht: bei deutschen Ingenieuren und Administratoren und Baumeistern mag das angehen, dass sie relativ problemlos in Brasilien arbeiten können, bei Medizinern ist das ganz anders. Die Erfahrung zeigt, dass selbst entsandte deutsche Mediziner (z.B. über deutsche Entwicklungshilfe-Organisationen) ebenfalls nicht mit Leichtigkeit eine Zulassung in Brasilien erhalten. Und das ist gut so, und nur recht und billig.
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon bruzundanga » Fr 6. Nov 2009, 14:06

Das "teilweise" von Westig muss hier noch explizit erklärt werden. Mediziner dürfen auch im Privatsektor niemanden behandeln. Als deutscher Arzt darf man in Brasilien nicht mal eine Spritze geben. Mediziner sind also vielmehr als Absolventen anderer Fakultäten von der Anerkennung Ihres Studiums abhängig. Andererseits ist gerade die Anerkennung als Mediziner, wie Westig schon schrieb, sehr schwierig.

Ausser:

http://g1.globo.com/Noticias/Brasil/0,,AA1433712-5598-71,00.html

Und das folgende musst Du auch beherrschen:

http://portal.mec.gov.br/sesu/arquivos/pdf/CelpeBras/cadernoquestoes.pdf
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon Takeo » Fr 6. Nov 2009, 21:07

Westig hat geschrieben:Takeo hingegen hat - teilweise - Recht: bei deutschen Ingenieuren und Administratoren und Baumeistern mag das angehen, dass sie relativ problemlos in Brasilien arbeiten können, bei Medizinern ist das ganz anders.


...weil das Gesundheitswesen stark vom öffentlichen Sektor abhängt und geregelt wird. Das Ingenieurswesen hingegen liegt mehr in der Hnd des Privatsektors...
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon Männlein » So 8. Nov 2009, 11:42

Takeo hat geschrieben:
skywalker hat geschrieben:...wo jede uni machen kann was sie will und die meisten absolventen an privatunis studiert haben und im prinzip der abschluss oft nur eine frage des geldes ist...


... es aber trotzdem nicht mehr Pfuscher in Brasilein als in Deutschland gibt...



Hallo

Mit Sicherheit nicht . Aber alle haben die gleichen Eigenschaften die in Deutschland und die in Brasilien auch .Und dafür brauch man keine Anerkennung . Sie sind alle Geldgeil .
.
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon skywalker » So 15. Nov 2009, 17:05

Westig hat geschrieben:
skywalker hat geschrieben:
das grosse problem liegt im prinzip im unterschied zwischen der extremen regulierung des studiums in deutschland und dem brasilianischen/ suedamerikanischen system, wo jede uni machen kann was sie will und die meisten absolventen an privatunis studiert haben und im prinzip der abschluss oft nur eine frage des geldes ist...


Das ist Unsinn. Es gibt unzählige brasilianische Aerzte, die sich von der Ausbildung und ihrer beruflichen Qualifikation her durchaus mit deutschen Aerzten messen können. Und die meisten Absolventen haben auch nicht an Privat-Unis studiert, noch war ihr Abschluss eine Frage des Geldes.

Die Approbation von Aerzten ist bilateral ebenso geregelt wir die Anerkennung anderer Studiengaenge.

Warum sollte ein deutscher Arzt in Brasilien automatisch eine Approbation erhalten, wenn ein brasilianischer Arzt in Deutschland keine bekommt? Was ist "besser" an einer deutschen medizinischen Ausbildung, und was "schlechter" in Brasilien? Bei allem Respekt: die Argumente von skywalker sind sehr weit hergeholt.


Sicher wimmelt es hier nicht vor Pfuschern. War auch nicht so gemeint. Ansonsten von wegen bilateraler Regelung ist voelliger Quatsch. Man muss durch den Anerkennungsprozess des MEC wie jeder andere aus Peru oder so. Ist ja prinzipiell auch richtig so. Allerdings ist schon der Berg an Unterlagen, die man irgendwie beschaffen soll gigantisch und wie ich eigentlich sagen wollte, fuer einen Deutschen schwer beschaffbar, da man seinen Abschluss nicht wie hier von der Uni (sehr oft Privat), sondern vom deutschen Staat nach bundeseinheitlicher Regelung erhaelt...

Und wer in Deutschland als Arzt arbeiten will, braucht uebrigens nur einen Arbeitgeber und sein Diplom und etwas Sprachkenntnisse, dann gibts mit etwas Bemuehungen und deutlich weniger Aufwand als in Brasilien eine vorlaeufige Approbation, die prinzipiell bis zur Rente verlaengert werden kann. Wer einmal in den Genuss eines Krankenhausaufenthaltes in Deutschland kommt, wird sich freuen, wenn sein Arzt fliessend deutsch sprechen kann...
Zuletzt geändert von skywalker am So 15. Nov 2009, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: anerkennung des deutschen medizinstudiums in brasilien

Beitragvon skywalker » So 15. Nov 2009, 17:31

Takeo hat geschrieben:Gerade von Medizinern die im südamerikanischen Ausland studiert haben, wie Argentinien oder Mexico, hört man, dass sie ihr Studium nicht anerkennen konnten... und Deutschland zieht da auch nicht mehr: gleiches Recht für alle! Zum Glück schert sich der Privatsektor nicht um staatliche Regelungen und stellt ein wen, wie, wo und woher er will. Brasiliens öffentlicher Sektor hat noch nicht gemerkt dass die Welt globalisiert ist, Brasiliens Privatsektor hat sich längst angepasst...

vielleicht solltest Du Deine Anerkennung überspringen und direkt beim Privatsektor suchen, der Privatsektor interessiert sich einzig und alleine für Qualifikationen, für sonst nichts!!!


Vielen Dank, Takeo, ein echt produktiver Beitrag und mir aus der Seele gesprochen. Die Anerkennung werde ich auf jeden Fall schon aus sportlichen Gruenden versuchen. Wenn ich alle Unterlagen beschaffen kann, fehlt es wahrscheinlich noch an ein paar Monaten Praktikum und der recht schwierigen Pruefung...

Ansonsten habe ich auch schon den Privatsektor ins Auge gefasst. Da gibt es auch fuer Mediziner Jobs und gerade die zahlreichen deutschen Firmen aus dem Sektor brauchen hier Mitarbeiter mit deutschen und englischen Sprachkenntnissen... Auch finanziell gesehen ist dies die bessere Alternative, da man als Arzt nochmal mindestens 3 Jahre Assistenzzeit mit einer bolsa verbringen muss, bevor man etwas verdient.
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