Anerkennung eines BR Scheidungsurteil in DE

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Anerkennung eines BR Scheidungsurteil in DE

Beitragvon ulio69 » Fr 22. Apr 2005, 08:27

Hallo,

Kennt jemand die Vorgehensweise, um ein brasilianisches Scheidungsurteil in Deutschland anerkennen zu lassen.

Die Hochzeit war in Deutschland. Dadurch müsste die Scheidung auch in Deutschland vollzogen werden. Nur wenn ich Zustimme kann die Ehe in Rio geschieden werden. Bevor ich einer Scheidung in Rio zustimme. Möchte ich wissen, welche Kosten und Mühen auf mich zukommen. Um das Urteil in Deutschland anerkennen zu lassen.

Danke im voraus für Eure Hilfe

LG aus dem saukalten Mannheim
Uli
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Beitragvon thomas » Fr 22. Apr 2005, 09:37

Die Botschaft kann Dir in der Frage sicherlich weiterhelfen. Ich denke mal, Du müsstest nur auf die Botschaft in Brasilien gehen, um Dich rechtswirksam auch in Deutschland scheiden zu lassen.

Über die zivilrechtlichen Folgen einer Scheidung (Zugewinnausgleich) braucht man Dich wohl nicht mehr zu informieren..

t.
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Beitragvon Hans » Fr 22. Apr 2005, 09:57

Der umgekehrte Fall: Die Anerkennung einer Scheidung in Brasilien (nach einer erfolgten Scheidung in Deutschland) hat schon einige Kosten verursacht (Fall eines Bekannten): Anwaltskosten, Catoriokosten, Anzeigekosten in der öffentlichen Zeitung (weil der Ex nicht offiziell zustimmen wollte, wird es so durchgeführt, wenn er dann keinen Einspruch erhebt, gilt das als Zustimmung).

Wie es mit der Anerkennung in Deutschland ist, wenn ein brasilianisches Scheidungsurteil vorliegt, weiß ich leider nicht, aber ich denke, man sollte sich einfach bei einer offiziellen Stelle am Amtsgericht erkundigen oder hier gibt es noch einen "Erfahrungsbericht" über dieses Thema.

Hans
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Beitragvon Lemi » Fr 22. Apr 2005, 11:12

Hi Uli,

willkommen ......... hier bist du richtig. :wink:

Aus Kostengründen würde ich dir eine Scheidung in Brasilien mit anschliessendem Anerkennungsverfahren in Deutschland vorschlagen. All das geht aber nur, wenn dein ständiger Wohnsitz Brasilien ist.

Es gibt natürlich 2 Optionen: die Scheidung im gegenseitigen Einvernahmen (separação amigavel) und den Streitfall (separação litigiosa). Von der Auswahl einer dieser beiden Verfahren hängen die Kosten ab.

Ich habe damals eine "separação amigavel" gemacht, d.h. ich habe mich mit meiner Ex-Frau über alles vorher geeinigt (Gütertrennung, Pensionszahlungen ....) und sind dann zum Rechtsanwalt in Brasilien marschiert. Wenn du eine Trennuhg im gegenseitigen Einvernehmen machst, brauchst du nur EINEN Rechtsanwalt für beide Ehepartner !

Unser Anwalt wollte damals eine Gebühr von 1000 R$. Unsere Scheidung war aber schon im Jahr 1999, so dass sich die Preise leicht geändert haben könnten. Dafür gibt es Tabellen, die Gebühren in Abhängigkeit des Streitwerts festlegen. Es gibt aber auch Maximalwerte, falls der Streitwert sehr hoch ist.

Das Scheidungsverfahren war einfach. Es gab nur 2 Sessions. In der 1. Sessions lass der Richter die Vereinbarungen vor, die wir vorher mit schriftlich mit dem RA fixiert hatten und fragte uns, ob es wirklich dass ist, was wir wollen. Wir nickten und unterschrieben. Darauf sagte der Richter, dass wir jetzt 1 Jahr lang getrennt voneinander leben werden und uns anschliessend wieder im Gerichtssaal treffen werden.

Gesagt getan. Wir trafen uns wieder. Zumindest ich mit ihm, denn meine Ex-Frau wollte nicht kommen, was dem Richter und auch dem Gesetz egal war. Es braucht nämlich zur Urteilsvollstreckung (im Falle einer Scheidung im gegens. Einverständnis) nur einer der Eheleute anwesend zu sein. Das Urteil wurde vollstreckt, konform dem vereinbarten Papier von unserem 1. Treffen beim RA. Du siehst, es ist also wichtig, was du dort vereinbarst !

Die Gerichtskosten beliefen sich für mich auf ca. 80 R$. Meine Ex-Frau wurde von den Kosten befreit, da sie arbeitslos war. Ach ja eins noch: Wenn das Trennungsjahr abgelaufen ist, muss DU dich bei Gericht melden und die Scheidung beantragen. Wenn du das versäumst, dauert dein Trennungsjahr ewig ..............

Bis die Scheidungspapiere fertig sind, können gut nochmal 6 Monate vergehen.

Die Scheidung musst du dann im örtlichen Cartorio civil registrieren lassen, genau dort, wo du auch deine Hochzeit registriert hast. Ohne Hochzzeitsregistrierung gibs übrigens keine Scheidungsregistrierung. Du muss also, auch wenn du in DEU geheiratet hast, deine Hochzeit in deinem Wohnort in BRA registrieren lassen. Dazu besorgst du dir am besten die internationale Heiratsurkunde in deinem Standesamt.

Nach der Registrierung deiner Scheidung im Cartorio lässt du dieses Register von einem amtlich vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzen.

Diese Übersetzung gemeinsam mit dem Original-Scheidungsurteil (sentença) schickst du nach vorheriger Absprache ans Deutsche Konsulat in Rio de Janeiro und bittest um ein Anerkennungsverfahren.

Adresse:

Generalkonsulat der BRD
Caixa Postal 64
Rio de Janeiro
CEP: 20.010-970

Das Konsulat erkundigt sich dann bei dir, bei welchem Standesamt ihr in Deutschland geheiratet habt, um so die Zuständigkeit zu klären.

Die Scheidungsunterlagen werden dann beim Justizministerium des für dich zuständigen Bundesstaates eingereicht. Dort wird deine Scheidung dann anerkannt. Dazu brauchst du nicht vor Ort zu erscheinen. Ich und auch meine Ex-Frau wurden kein einziges Mal angehört. Wir bekamen lediglich nach ca. 8 Wochen einen schriftlichen Bescheid, das die Scheidung rechtsmässig anerkannt wurde (gemäss Artikel 7, Paragraf 1 des Gesetzes zur Vereinheitlichung und Änderung familienrechtlicher Vorschriften vom 11.8.1961 - BGBl. 1 S. 1221) ). Eine Gebühr von 320,00 DM musste entrichtet werden.

Als letztes musst du dann noch zu deinem örtlichen Standesamt, wo deine Ehe registriert ist, um dort die Scheidung zu registrieren. Danach darfst du wieder heiraten. :D
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Beitragvon Kuddel » Fr 22. Apr 2005, 11:21

Lemi hat geschrieben:Ich habe damals eine "separação amigavel" gemacht, d.h. ich habe mich mit meiner Ex-Frau über alles vorher geeinigt (Gütertrennung, Pensionszahlungen ....) und sind dann zum Rechtsanwalt in Brasilien marschiert. Wenn du eine Trennuhg im gegenseitigen Einvernehmen machst, brauchst du nur EINEN Rechtsanwalt für beide Ehepartner !

Unser Anwalt wollte damals eine Gebühr von 1000 R$. Unsere Scheidung war aber schon im Jahr 1999, so dass sich die Preise leicht geändert haben könnten. Dafür gibt es Tabellen, die Gebühren in Abhängigkeit des Streitwerts festlegen. Es gibt aber auch Maximalwerte, falls der Streitwert sehr hoch ist.


Moin,
Meinen Schwägerin und ihr deutscher Man sind im Moment bei der "separação litigiosa".
Es gab einen Termin vor Gericht in dem über eine vorläufige Pension entscheiden wurde.
Kosten für den Anwalt bis jetzt. Bei Ihr 6000R$ bei ihm 8000R$.

Gruß Kuddel.
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Trennungsfristen für eine Scheidung

Beitragvon Hans » Fr 22. Apr 2005, 11:22

Lemi, meines Wissens gibt es in Brasilien die 2-Jahresfrist der Trennung (früher war es, so glaube ich sogar mehr als 2 Jahre der Trennung in Brasilien notwendig), bevor eine Scheidung möglich ist.
Ist es so, dass die 1-Jahresfrist der Trennung für die Scheidung deswegen bei dir/euch angewandt wurde, weil ihr in Deutschland zuvor geheiratet habt und das D-Recht so praktisch "übernommen" wurde?
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Beitragvon Lemi » Fr 22. Apr 2005, 13:08

Hi Hans,

für die "Separação amigavel" gilt die deutsche Regelung, also 1 Jahr. Aber man kann aufgrund der Langsamkeit der brasilianischen Behörden (die haben laufend Ferien oder Streiks) damit rechnen, dass sich das ganze über 2 Jahre hinstreckt.

Im übrigens ist die bras. Gesetzgebung des Ehe- und Scheidungsrechts aus der deutschen Gesetzgebung übernommen worden. Zumindest war so die Auskunft des (netten) Richters.

Kuddel,

bei einer Separação litigiosa ändert sich alles. Erstens braucht man 2 Anwälte und zweitens ist mit einer Vielzahl von Einsätzen der Anwälte zu rechnen. Die Kosten und demzufolge die Preise der Anwälte steigen enorm. Deshalb empfehle ich, wenn irgendwie möglich, eine Trennung im gegenseitigen Einvernehmen zu machen, auch wenn man sich eigentlich nicht einig ist ........... man sollte es eventuell fingieren, falls der Partner dazu bereit ist.

Zu den Anwaltskosten bei einer Trennung im Streitfall habe ich nichts geschrieben, weil ich davon Null Ahnung habe. Ich habe aber einen Kumpel, den ich mal interviewen könnte, aber wie schon gesagt: "Cada caso é um caso".
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Beitragvon Kuddel » Fr 22. Apr 2005, 13:41

Moin Lemi,
Das mit gütlicher Einigung ist bei den Beiden wohl zu spät.
Habe das nur schon mal geschrieben um deutlich zu machen das es teuer wird.
Schauen wir mal was es gekostet hat wenn die beiden damit durch sind.

Nach dem was die so erzählen haben ich den Eindruck es wird 50/50 geteilt. :shock:
Erst mal (und im Voraus) 50% für die Anwälte und der Rest wird dann aufgeteilt. :evil:

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Beitragvon Lemi » Fr 22. Apr 2005, 13:46

Hi Kuddel,

ich nehme sowieso an, dass die Scheidung in Deutschland durchgeführt werden muss, da Uli ja anscheinend in Mannheim wohnt. Ohne Wohnsitz in Brasilien auch keine Scheidung in Brasilien.


Woher hast du denn die Zusatzinfos über seine Scheidungskonditionen ?

Also deine hier veröffentlichten Preise kommen so ungefähr hin. Mein Kumpel sagte mir, dass er mit 10.000 R$ dabei war. Wahrscheinlich aber immer noch billiger als in DEU.
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Beitragvon Kuddel » Fr 22. Apr 2005, 13:53

Lemi hat geschrieben:Woher hast du denn die Zusatzinfos über seine Scheidungskonditionen ?

Moin,
Nur bezogen auf das Beispiel meiner Schwägerin und ihrem zukünftigen Ex-Mann , die wohnen beide in Brasilien.

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