Das Besitzerehepaar des Reisebüros «Brasil» in der Stadt Freiburg hat sich vergangene Woche spontan bei der Freiburger Justiz gemeldet. Gegen die beiden wurden bis jetzt rund 30 Klagen eingereicht. Es geht um 60 000 Franken.
eit Weihnachten ist das auf Brasilien spezialisierte Reisebüro in der Stadt Freiburg geschlossen. Kunden, die dort bezahlte Flugkarten abholen oder Reisebestätigungen erhalten wollten, standen vor verschlossener Türe (FN vom 16. Januar). Das Besitzerehepaar war nach Brasilien abgereist. Einige Kunden - darunter zahlreiche Landsleute - verdächtigten sie darauf, dass sie sich mit einkassiertem Geld abgesetzt haben könnten.
Das Paar ist nun wieder in Freiburg zurück und hat sich vergangene Woche bei der Justiz gemeldet, wie Untersuchungsrichter Michel Favre gemäss «La Liberté» vom Samstag bestätigt hat. Es seien Massnahmen getroffen worden, um eine erneute Ausreise aus der Schweiz zu verhindern.
Das Besitzerpaar hat mittlerweile eingeräumt, dass bezahlte Flugkarten nicht gekauft wurden und dass anvertrautes Geld nicht an Begünstigte in ihrem Heimatland weitergeleitet wurde. Der Grund sei, dass ihre Gesellschaft vor dem Konkurs stand. Deshalb seien sie auch nach Brasilien gereist, um dort Finanz-mittel zu beschaffen. Gleichzeitig bestreiten sie irgendwelche böse Absichten oder strafbare Handlungen.
An die 30 Klagen
Wie Untersuchungsrichter Michel Favre «La Liberté» gegenüber weiter sagte, sind in der Zwischenzeit rund 30 Klagen eingegangen. Es geht insgesamt um 60 000 Franken. Eine Angestellte des Reisebüros hat ihren Fall zudem der Gewerbekammer des Saanebezirks übergeben.
Betroffene gehen davon aus, dass die bisher eingereichten Klagen nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Es seien zum Teil Personen betroffen, die sich illegal in der Schweiz aufhalten. Diese seien mit Klagen zurückhaltend.
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