Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Aktuelle Tendenzen und Prognosen der brasilianischen Regierungspolitik und Wirtschaftsentwicklung / Daten und Fakten aus der mehr als 500-jährigen Geschichte Brasiliens

Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon GatoBahia » Mo 29. Aug 2016, 21:53

Es scheint mir, aus dem was ich von Freunden und Bekannten so höre, zur Zeit einen Anstieg der offenen Krimimnalität in Brasilien zu geben, in der Häufigkeit, der Brutalität, oft am hellichten Tage und in der Öffentlichkeit :shock: Ist es außerhalb von Bahia und dem verruchten Salvador auch so :?:

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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon angrense » Fr 2. Sep 2016, 22:45

ist nicht nur im estado bahia.... eher ein brasilienweites problem! liest du keine brasilianischen news portale? #-o

ps: schau dir mal im internet das programm von marcelo rezende an, dann weißt auch du was in brasilien los ist. #-o
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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon Takeo » Fr 2. Sep 2016, 22:48

Im Moment schlagen die PT-Anhäger alles kaputt und machen Randale.
Nunja, damit wollen sie IHR Demokratieverständniss zum Ausdruch bringen.
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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon angrense » Fr 2. Sep 2016, 22:54

Takeo hat geschrieben:Im Moment schlagen die PT-Anhäger alles kaputt und machen Randale.
Nunja, damit wollen sie IHR Demokratieverständniss zum Ausdruch bringen.


die ossis damals hätten auch alles gerne kaputt geschlagen oder wollten in den westen flüchten.... ne gato? so ist halt der kommunismus! :mrgreen:
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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon jorchinho » Fr 2. Sep 2016, 22:55

Was sagen denn die Residenten dazu? O periquito, Zagaroma, der Klaus des Amazonas? Familie aus Recife sagt uns, es ist definitiv schlimmer geworden. Stimmt das so? Glaube kaum, das uns Märchen erzählt werden, kommt vielleicht auch auf die Region an. Wenn wir geduldeten Gringos wieder rübermachen, heißt es wohl umsomehr die Augen offen halten, und den Rücken frei.....Schade um das wunderschöne Land, obwohl ich die Menschen teilweise verstehen kann...ohne jede Perspektive...
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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon GatoBahia » Sa 3. Sep 2016, 05:45

angrense hat geschrieben:
Takeo hat geschrieben:Im Moment schlagen die PT-Anhäger alles kaputt und machen Randale.
Nunja, damit wollen sie IHR Demokratieverständniss zum Ausdruch bringen.


die ossis damals hätten auch alles gerne kaputt geschlagen oder wollten in den westen flüchten.... ne gato? so ist halt der kommunismus! :mrgreen:


Versteh das PT gebashe nicht, die PT hat etwas sozialen Ausgleich gebracht und die Leute waren auch halbwegs zufrieden. Is aber bestimmt besser wenn der halbe Nordeste rübermacht und bei euch in Santa Catarina aufschlägt #-o

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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon cabof » Sa 3. Sep 2016, 14:06

Jau Gato - für den Gaucho aus Rio Grande do Sul ist Santa Catarina der beste Staat in Brasilien.... er trennt R.S. vom Rest......
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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon amazonasklaus » Sa 3. Sep 2016, 14:50

jorchinho hat geschrieben:Familie aus Recife sagt uns, es ist definitiv schlimmer geworden. Stimmt das so? Glaube kaum, das uns Märchen erzählt werden, kommt vielleicht auch auf die Region an.

Der Brasilianer an sich schimpft so gern über die Kriminalität wie der Deutsche über's Wetter. Alle haben irgendwie recht, aber gegen beides kann man sich schützen. Deshalb gibt's so viele Condomínios, und selbst einfache Autos haben seit vielen Jahren einen automatischen Schließmechanismus, der kurz nach dem Losfahren aktiv wird. Ist es schlimmer als früher? Ja. In meinem Bekanntenkreis wird alle paar Monate mal jemand beklaut oder ausgeraubt.

Wird aber zur Routine, wie in diesem Beispiel...
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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon zagaroma » Sa 3. Sep 2016, 15:18

Ja, in den letzten zwei Jahren haben die Überfälle in unserer Gegend merklich zugenommen. Zwei Halbstarke mit Helm auf einem Motorrad, die reissen im Vorbeifahren die Handtaschen weg. Oder man hat am hellichten Tag auf der Strasse plötzlich ein Messer am Rücken und das Handy ist weg.
Schon klar, warum alle favelaros teure Smartphones haben, alle geklauft.

Die Idioten posten dann auch öfter mal ihre Fotos auf facebook und posieren stolz mit Schusswaffen oder Dutzenden von geklauten Handys. Uuups, dann steht in den Kommentaren "oh das ist ja unser Nachbarjunge" und die Karriere wird erstmal von der PM beendet.

Die tun aber niemandem weh, sie nehmen nur was sie kriegen können und hauen ab. Mir persönlich ist noch nie was passiert, aber wenn ich zu Fuss unterwegs bin, lasse ich mein Handy zu Hause und nehme nur wenig Bargeld mit.

Letztlich gibt es in unserer Gegend allerdings auch eine richtig professionelle Bande. Die nehmen die wohlhabenden Leute auf den Kieker, beobachten sie genau und schlagen dann zu. Einer unserer Freunde wurde nach einem Besuch im Restaurant abgefangen, zwei Bewaffnete stiegen zu dem Paar in den Wagen, zwei weitere Wagen und ein Kombi folgten, insgesamt 6 - 8 vermummte Banditen. Er musste das Tor zu seinem luxuriösen Haus öffnen, die Hunde einschliessen und und den Safe öffnen, und dann wurde systematisch alles ausgeräumt und abtransportiert. Während die Opfer gefesselt und mit Plastiktüten über dem Kopf festgehalten wurden. Das ist schon drei Leuten passiert, die ich persönlich kenne.
Und so organisiert und profihaft, wie das abläuft, sind die Kleinkriminellen hier beileibe nicht.
Meine Vermutung ist, dass es sich um die Freizeitbeschäftigung einer Gruppe von Polizisten oder Militär handelt. Wir haben mehrere Kasernen, Militäranlagen und eine Marineschule in der unmittelbaren Umgebung. Die Superautos werden nämlich nicht mitgenommen, die sind wohl zu auffällig und schnell wiederzufinden. Diese Leute sind nicht dumm.
Wenn man hier seinen Reichtum vorführt und abwechselnd mit Mercedes Cabrio, Harley Davidson oder Superbuggy zum Strand fährt und dort mit dem schicken Motorboot rumkurvt, tja, dann ist man dran.

Hat die Kriminalität zugenommen? Aber ja, sie hat. #-o
Zuletzt geändert von zagaroma am Sa 3. Sep 2016, 15:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anstieg der offenen Krimimnalität, subjekektiv?

Beitragvon Takeo » Sa 3. Sep 2016, 19:11

zaragoma, Du musst ein bisschen verstehen wie Kriminalität funktioniert: Ein Ferrari oder eine Harley Davidson kannst Du parken und brauchst nichtmal den Schlüssel abzuziehen. Warum? Weil das schlechte Heelerwahre ist und schneller aufgefunden wird wie geklaut, und sich deren Teile nicht weiterverkaufen lassen. Handys: sehr beliebt, werden kalt gemacht und in Gefängnisse geschmuggelt (Komunikation, Status, Zahlungsmittel). Mittelklassewagen oder SUVs: grosser Markt: auseinandergebaut und in Einzelteilen wiederverkauft. Motorräder wie Hondas CG... beliebt: werden kaltgemacht und für Logistik oder sogar Überfälle gebraucht... Bargeld: sehr beliebt: heisse Ware kann direkt und ohne Umwege eingeschleusst werden... importierte Kameras... uninteressant: kein Markt, keine Teile... Einbruch bei Reichen: beliebt: viel Elektronik für den Schwarzmarkt und vielleicht sogar Waffen (werden kaltgemacht und eingeschleust)... wohlhabende aber unbekannte Personen: beliebt zum Entführen: bringen Bargeld aber keine Kopfschmerzen... Touristen: bringen wenig aber dafür schnelles Bargeld... zum Entführen aber völlig ungeeignet!!

Ach ja: manchmal wird auch eine Harley Davidson geklaut! Weisst Du aber was dann im Hintergrund passiert? Der 'unerfahrene' Dieb kriegt vom Heelerboss eine 'Surra' die man niemanden gönnen möge, wird 'aposentiert' und der Polizei als 'Brinde' zugespielt, wird verhaftet und fungiert im Gefängniss dann als 'Robô' (Prügelknabe). Der Heelerboss ruft die Polizei an und sagt: wir haben eine Harley Davidson gefunden und wollen sie - freundlich wie wir sind - zurückgeben! Die Polizei zeigt sich als 'fleissige Aufklärer' und zahlt dem Heelerboss seine 'Belohnung' für die 'Ehrlichkeit'... und im letzten Schritt wird der Besitzer der Harley informiert, dass sein gutes Stück unversehrt aufgefunden wurde. Und weil dieser so glücklich ist, zahlt er der Polizei dann eine Belohnung, die ihm bestätigt dass dieses Missgeschick niemals wieder vorkommen wird... dieser ganze Prozess bringt aber für alle Beteiligten nur Peanuts bei relativ grosser unnötiger Exposition aller interessierten Parteien (Kopfschmerzen!). Der Einzige der voll die 'Arschkarte' zieht ist der Dieb, der die Harley anfänglichst mitgebracht hatte...

(man könnte meinen ich bin selber aus dem Untergrund: NEIN, ich kenne mich nur mit der Gesellschaft aller Schichten aus.)
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