Anwaltskosten in Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Anwaltskosten in Brasilien

Beitragvon romeo must die » Mi 18. Mär 2009, 23:03

dimaew hat geschrieben:Jetzt doch mal vom Fach. Als deutscher Jurist, in Brasilien lebend, darf ich das.

2. Die brasilianischen Juristen unterscheiden sich in nichts von den brasilianischen Obstverkäufern, wenn es um Preisverhandlungen geht. Auch bei den Anwaltskosten kann man handeln, aber nicht: "Só pago a metade ou vou embora procurar um outro advogado" sondern wie schona angedeutet: "Olha Doutor(a), sou muito pobre, tenho de pagar pensão alimentícia para 3 mulheres, não posso pagar o que o doutor cobra, mesmo querende. Não pode diminuir um pouco? Juro, que vou pagar em 10 parcelas sem nenhuma reclamação."


1) Meine Erfahrungen als deutscher Jurist, also auch "vom Fach", divergieren ein wenig. Daher würde ich nicht von "Die brasilianischen Juristen" in dieser Pauschalität reden. Ich habe durchaus brasilianische Anwälte kennen gelernt, die (auch) in den Honorargesprächen sich von "brasilianischen Obstverkäufern" unterschieden haben. Aber es mag da Unterschiede geben. Ein Anwalt, der in der Provinz tätig ist und überwiegend örtliche Mandate erhält, wird sicherlich anders verhandeln als ein Kollege in einer international ausgerichteten Wirtschaftskanzlei.
Meine persönlichen Erfahrungen mit brasilianischen Juristen gehen mehr in die europäische Richtung , also offen und direkt über alles reden. Möglicherweise habe ich damit die Etiquette verletzt, aber es war mir nicht bewußt und dem Geschäft auch nicht abträglich.

2) In Deutschland:
Was sagt ein arbeitsloser Jurist zu einem Juristen, der Arbeit hat?

"Eine Pommes mit Currywurst bitte"
viele Grüsse
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Re: Anwaltskosten in Brasilien

Beitragvon bruzundanga » Mi 18. Mär 2009, 23:36

@ Lauros
Vielleicht nicht gerade günstig aber schau mal was in D für (umgerechnet) ca. 1600 Euro bei einem Trennungsverfahren (litigioso heisst dass gestritten wird) geht. Diese Sätze werden aber in der Praxis nur angewandt wenn die Parteien mindestens der Klasse C angehören. Wie eben Brasilien so ist: Geschrieben steht viel aber die Praxis...
Letztendlich wollte ich nur zeigen was die Anwaltskammer für "normal" hält. Verbindlich sind diese Tabellen aber nicht, weder nach oben noch nach unten. Aber wer sich daran hält kann nicht als Gringoabzocker bezeichnet werden.

Nach 15 jährigem Zusammenleben mit einer Anwältin und teilweise Sekretärarbeiten für Sie bekommt man schon einiges mit. Natürlich kann verhandelt werden und manchmal gehts bei offensichtlich Armen für nen Apfel und ein Ei oder gar umsonst. Auf der anderen Seite sollte man aber auch auf dem Boden bleiben. Wie immer sind Rundumschläge schlichtweg primitiv. Kenne schmierige und geradlinige, ethisch saubere und ..... Es gibt den Staranwalt und den Provinzanwalt, Sepzialisten in Crime oder z. Beispiel administrativem Recht etc.

Die letzte Post von Romeo must die liegt ja auf einer ähnlichen Linie
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Re: Anwaltskosten in Brasilien

Beitragvon Cheesytom » Do 19. Mär 2009, 00:14

Lauros hat geschrieben:
bruzundanga hat geschrieben:Hallo Lauros,
Ein UAD ist zur Zeit R$ 35,00.

b) Separação litigiosa: mínimo 130 UAD's x 35 Real .
Nicht grade günstig .
Gruss Lauros


Sogar superguenstig, wenn es denn wahr ist, dass die Gebuehren unabhaengig vom Streitwert der Scheidung berechnet werden. Bei meiner war das so und ich hab mit dem Anwalt verhandelt. Hat sich mit 1.500,00 im Gegensatz zu 2.100,00 nach der o.g. Anwaltsliste begnuegt.
Eine strittige Scheidung fuer 130 UAD´s, also fuer R$ 4.450,00 durchzufuehren, unabhaengig vom Streitwert, kann s.. guenstig sein.
Gruss aus Maceió, Alagoas
Thomas
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Re: Anwaltskosten in Brasilien

Beitragvon dimaew » Do 19. Mär 2009, 00:30

@Romeo und Bruzundanga: Was Ihr beide schreibt, ist richtig. Man darf sicher hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Der Feld-Wald-und-Wiesen-Anwalt im Dorf muss seine Mandantschaft nehmen wie sie kommt und ist daher auch eher bereit und vielleicht auch manchmal gezwungen, seine Honoraransprüche zu verhandeln. Der international erfahrene Wirtschaftsanwalt sucht sich seine Kundschaft aus und nennt den Preis. Sicher kann man mit dem auch verhandeln, aber da die internationalen regeln nicht in allem den brasilianischen entsprechen, sicher auf einem anderen, direkteren Niveau.
Die FWW-Anwälte sind allerdings (wie überall auf der Welt) in der Überzahl.

Anders als in Deutschland spezialisiert sich der Anwalt hier allerdings bereits mit seiner Ausbildung. Während in Deutschland immer noch der "Universaljurist" ausgebildet wird (stimmt natürlich auch nicht mehr ganz), bestimmt der Uniabgänger hier bei seiner Anmeldung zum concurso der OAB, in welche Richtung er möchte, tributàrio, comercial, trabalhista usw. Natürlich erwirbt bzw. hat er auch ein wenig Kenntnisse von anderen Gebieten, aber die sind begrenzt. Ich musste leider erst die leidvolle Erfahrung mit einem FWW-Anwalt machen (der wohl im Scheidungsrecht spezialisiert ist, aber vom Unternehmensrecht keinen Dunst hat), bevor ich zu den "richtigen" Anwälten kam, die mich umfassend (das heisst immer gleich zu dritt oder zu viert) beraten.
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Re: Anwaltskosten in Brasilien

Beitragvon bruzundanga » Do 19. Mär 2009, 03:12

Direkt,deshalb kein Zitat:

Und gehts hier auch nur um Peanuts. Was verlangen die, 500 Reais? :mrgreen:
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