Arbeitgeber und Sozialabgaben?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Pedro I » Di 28. Nov 2006, 00:51

@rsw

Was ist denn da drin? Besteht ein Art Kündigungsschutz? Kann man auf weitergehende Zahlungen klegen, als die 3 geleisteten Wochen?
Wo reicht man denn so eine Klage ein?
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Moranguinho » Di 28. Nov 2006, 10:33

robertwolfgangschuster hat geschrieben:
dumpfbacke hat geschrieben:. Inzwischen weiss ich, warum man in Portugal im mittleren Management weniger verdient.

Hehe, meine Nachbarin war 18 Jahre lang oder 28 Jahre ( so genau weiss ich es auch nicht) Putzfrau im Hotel Tropical Manaus und hat jetzt umgerechnet 220 000 Euro zugesprochen bekommen [...]


Solche Fälle habe ich auch mitbekommen. Die beiden Schwestern meiner Frau finanzieren das erste halbe Jahr ihres Studiums in Deutschland inkl. Flug mit einer Abfindung, eine Freundin meiner Frau hat ihr Auto mit einer Abfindung gekauft, und ein Nachbar bekommt jetzt ca. 250.000 Reais...
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Beitragvon Brummelbärchen » Di 28. Nov 2006, 11:13

Pedro,

Sie hat Rechte, und sie braucht auf jeden Fall einen Anwalt. In welcher Gegend wohnst Du?

BB'
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Beitragvon robertwolfgangschuster » Di 28. Nov 2006, 17:05

Pedro I hat geschrieben:@rsw

Was ist denn da drin? Besteht ein Art Kündigungsschutz? Kann man auf weitergehende Zahlungen klegen, als die 3 geleisteten Wochen?
Wo reicht man denn so eine Klage ein?

Nimm dir nen Anwalt mit Spezialität "trabalista" sie verrechnen normalerweise unter der Hand 20 bis 30 % (offiziell dürfen sie nur die Gerichtlich erlaubten Spesen bei Arbeitsgerichtprozessen verlangen) Oder suche die nächste Delegazia de Trabalho oder Tribunal de Trabalho, da brauchst du keinen Anwalt, aber sie rechnen nur die wirklichen Rechte (die sind in diesem Fall enorm) oder suche das betreffende Syndikat (Gewerkschaft) und nimm dir den Anwalt der Gewerkschaft, der verlangt zwar auch unter der Hand, aber weniger und die haben mehr Durchschlagskraft beim Geldeintreiben.
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Beitragvon Gunni » Fr 1. Dez 2006, 11:50

Hallo Pedro I,

ich fürchte, das kann 10 Jahre dauern und du wirst leer ausgehen - noch bevor du an irgendwas anderes denken willst ist erst mal zu klären "Hat sie denn da gearbeitet oder ist das nur 'ne Behauptung ?"

D.h. zuerst mal muß SIE vor Gericht beweisen, daß sie dort gearbeitet hat, was dazu noch deutlich erschwert wird, daß sie keinen Arbeitsvertrag hat.

Selbst WENN sie einen Vertrag gehabt hätte, muß es auch noch BEZEUGT werden - aber nichts leichter als einen Zeugen "leicht" unter Druck zu setzen und schon erscheint dieser nicht vor Gericht (bzw. in Brasilien ist es eh nicht üblich, seine Hand für andere ins Feuer zu legen - schon garnicht, wenn sich am Wochenende auch noch alle Arbeitgeber treffen zur "Stadtfofoca" - das gehört einfach dazu wenn man Jobs vergibt).

Sorry - Würde sagen 1:0 für den Arbeitgeber :cry:

Könntest aber theoretisch "kontern" - falls du Beziehungen zum Finanzamt hast und der Laden entsprechend interessant ist, wäre ja mal eine "kleine" Steuerprüfung angebracht, immerhin hat der Arbeitgeber ja durch Nicht-Vertrag mit deiner Frau auch gleich dem brasilianischen Staat um die Abgaben "betrogen" - wer weiß, was man da noch so alles findet :wink:

(...allerdings solltest du danach deinen Wohnsitz verlegen und möglichst keinem mitteilen.... :twisted: )
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Beitragvon Holger3 » Fr 1. Dez 2006, 17:12

Gunni,

was meinst Du mit "Stadtfofoca"?

Gruss, Holger
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Beitragvon Gunni » Fr 1. Dez 2006, 20:25

Hi Holger,

ist nur so eine Redewendung - "fofoca" ist "das unkontrollierte und negative rumplappern über das Leben anderer" (hoffe, ich hab das richtig "eingedeutscht", zumindest hat's die Bedeutung im Südosten !?)

Sagen wir mal so - die Personalchefs kennen sich, treffen sich Sonntags zum Tennisspielen oder zum Grillabend mit der Familie und blubbern pausenlos über die Leute im Betrieb, die angeblich "nichts taugen" oder bei denen man vorsichtig sein sollte.....unter der Woche behandelt man sich ja wieder wie "Freunde" , aber irgendwohin muß ja auch mal gesagt werden, was man denkt :wink:

Ich hasse diese Art von landesweiter Betriebsveranstaltung, denn das Resultat kann ich an meinen Kollegen "bewundern", die nach Kündigung einen neuen Arbeitsplatz suchen - nicht mal ein Empfehlungsschreiben hilft dann noch - die "fofoca" hat schon alles ruiniert......

(zum Glück sind inzwischen einige Städte groß genug, daß du in der Anonymität verschwindest - aber bis 2,5 Mio Einwohner hört wohl Jeder was von Jedem :lol: )
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Beitragvon Pedro I » Sa 2. Dez 2006, 02:51

Gunni hat geschrieben:Hat sie denn da gearbeitet oder ist das nur 'ne Behauptung ?"


Nun das ist leicht geklärt, da uns ja ein Schreiben des "Arbeitgebers" bzw. seinem "Geschäftsführer" vorliegt, aus dem hervorgeht, dass meine Frau dort gearbeitet hat, er sich aber ausserstande sieht, für diese Leistung zu bezahlen. :shock:

Nun ich denke das ist dann eher 0:1 für den "Arbeitgeber" nach Eigentor. #-o

Die bisher abgegebenen Tips reichen bisher von "null" bis "volle Bezahlung bis 5 Monate nach Geburt unseres Kindes". Schaun wir mal.
Wir schwanken noch ein bischen zwischen Forum, Syndikat oder privater Anwalt, aber wir haben ja auch noch ein bischen Zeit zum überlegen.

falls du Beziehungen zum Finanzamt hast und der Laden entsprechend interessant ist


Hierzu zitiere ich frei die Dorffofoca in Auszügen:
Ich glaube, über das Finanzamt wurde bereits zu und vor unserer Zeit dort laut geklagt. Da hatte wohl ganz jemand anders mit enormem Einfluss schon nachgehakt. So wie ich gehört habe, sollte geklärt werden, wieviel Strand man mit Zement für 70.000R$ betonieren kann.
Dann wurde aus cimento wohl conhecimento (eben ein Flüchtigkeits-Schreibfehler oder sowas).

Dem vorausgegangen war ein bewaffneter Raubüberfall mit kurzfristiger Entführung durch Unbekannte auf den früheren Geschäftsführer, der den Laden dann verlassen hat (freiwillig).


Dazu meine Meinung:

Wenn man sowieso schon so viel Ärger hat, sollte man sich doch nicht noch weiteren wegen ursprünglich lächerlichen 400R$ machen. Ist halt Ansichtssache.
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Beitragvon Gunni » Mo 4. Dez 2006, 17:41

Naja - wollte dir ja nur nen Tip geben :lol:

Anm.:

Wir hängen schon seit 4 Jahren in einem Prozeß, wo es genau um DAS geht, was du über deine Frau schreibst (schwanger, entlassen, keine Zahlungen und natürlich keine Anmeldung - denn DAS war leider vorab schon "Einstellungsbedingung")

An Anwälten ist das teuerste und beste involviert, was man für Kohle in Südamerika bekommen kann und dennoch gibt es immer wieder die tollsten Überraschungen - Zeugen erscheinen nicht, Dokumente werden für ungültig erklärt, Befangenheitsanträge, Prozeßunterlagen verschwinden etc....

Inzwischen wird auch mit härteren Bandagen gekämpft, allerdings ohne den kleinsten Erfolg für die Frau - im Gegenteil - nachdem Sie ein "minderwertiges" Angebot von seiner Seite abgelehnt hat, hat der Ex-Arbeitgeber hat noch ihre ganze Familie mit reingezogen.

Einziger "Erfolg" war, daß die anderen Arbeitgeber in der Ecke "vorsichtiger" wurden und nachträglich ihre Mitarbeiter noch schnell registriert haben.

Nach "vorsichtigen" Schätzungen soll der Spass noch 8 bis 10 Jahre so weitergehen......dazu fällt mir echt nichts mehr ein :cry:

(Falls es keine außergerichtliche Einigung gibt, mußt du wohl in den sauren Apfel beißen - problematisch ist, daß, falls du vorher eine außergerichtliche Einigung probierst und diese abgelehnt wird, dies schon wieder negativ vor Gericht ausgelegt werden kann - als versuchte Beeinflussung)

Probier's einfach aus :roll:
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