Arbeitsaufnahme

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Arbeitsaufnahme

Beitragvon Porra BRA » Mi 18. Feb 2009, 22:13

Hallo (Recht-) Experten !

Ein dt. Freund ist bei mir zu Besuch und nach einigen abendlichen Bierchen kamen wir auf folgende Frage zum Thema Arbeitsgenehmigung:

Nehmen wir einmal an, ein arbeitswilliger dt. Staatsbürger sucht sich allein in Brasilien eine Arbeitsstelle (er wird also NICHT von einer dt. Firma nach BRA gesandt). Nun muss er ja nachweisen, "dass kein Brasilianer die Stelle ausfüllen kann."

Gilt dies auch, wenn dieser dt. Staatsbürger bereits mit einer Permanencia in BRA lebt ?

Wenn ja, wäre es dann nicht sinnvoll die brasil. Staatsbürgerschaft anzunehmen (Vorraussetzungen sind bekannt!) ?

Danke für Eure Hilfe
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Teckpac » Mi 18. Feb 2009, 22:19

Porra BRA hat geschrieben:Hallo (Recht-) Experten !

Ein dt. Freund ist bei mir zu Besuch und nach einigen abendlichen Bierchen kamen wir auf folgende Frage zum Thema Arbeitsgenehmigung:

Nehmen wir einmal an, ein arbeitswilliger dt. Staatsbürger sucht sich allein in Brasilien eine Arbeitsstelle (er wird also NICHT von einer dt. Firma nach BRA gesandt). Nun muss er ja nachweisen, "dass kein Brasilianer die Stelle ausfüllen kann."

Gilt dies auch, wenn dieser dt. Staatsbürger bereits mit einer Permanencia in BRA lebt ?

Wenn ja, wäre es dann nicht sinnvoll die brasil. Staatsbürgerschaft anzunehmen (Vorraussetzungen sind bekannt!) ?

Danke für Eure Hilfe


Meines Wissenstandes nach kann er sich mit einer Permanencia,CPF und Carteira de trabalho frei auf dem brasilianischen Arbeitsmarkt bewegen! Die brasilianische Staatsbürgerschaft anzunehmen halte ich nicht für sinnvoll! Wozu auch?
Ich hätte lieber Alzheimer als Parkinsson...lieber ein paar Biere vergessen zu bezahlen, als sie zu verschütten! Salmei, Dalmei, Adomei....
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Porra BRA » Mi 18. Feb 2009, 22:33

"mit einer Permanencia, CPF und Carteira de Trabalho"

Ergänzung: Ja, dies alles besitzt mein Amigo bereits !

"Die brasilianische Staatsbürgerschaft anzunehmen .... Wozu auch?"

War eine Idee, um auf dem bras. Arbeitsmarkt eben NICHT mehr als Ausländer zu gelten !
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Mein Benutzername bezieht sich auf eine chaotische brasilianische Airline und NICHT auf dieses wunderschöne Land !!!!
Allerdings muß ich aus heutiger Sicht sagen: Es dauerte ewigggg bis wir ankamen, doch wir kamen wenigstens an.....
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Tuxaua » Mi 18. Feb 2009, 22:40

Der Nachweis, dass die Stelle nicht mit einem Brasilianer besetzt werden kann ist nur vor der Beschäftigung von Ausländern ohne eigenständigen Aufenthalts- und Arbeitstitel zu erbringen, sonst bekommt der Betroffene weder Visum noch Arbeitserlaubnis.
Mit Perma und CTPS kann sich der Ausländer in Brasilien frei auf dem Arbeitsmarkt betätigen.
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Westig » Mi 18. Feb 2009, 22:50

Aufgabe der Staatsbürgerschaft um auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr als Ausländer zu gelten? Da sollte aber abgewägt werden.

Im Übrigen ist eine ganze Anzahl von Teilnehmern dieses Forums in Brasilien beschäftigt, und man kann sicher sein, dass da nicht in jedem Fall der Nachweis erbracht wurde, diese Stelle sei nicht von einem brasilianischen Arbeitnehmer auszufüllen. Würde mich auch wundern, wenn der Arbeitgeber in jedem Fall das bestätigen muss und wenn ja, ob und wie diese Bestätigung und vom wem nachgehalten wird.

Formal galt und gilt dies bei einigen Diensten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, aber auch da ist wahrscheinlich jede Stelle gerade in einem Land wie Brasilien (vielleicht mit wenigen Ausnahmen) gut, genausogut, oder besser, von einem brasilianischen Fachmann (oder Fachfrau) auszufüllen...Und das wissen auch die entsendenden Organisationen ganz genau.
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Antiaging » Mi 18. Feb 2009, 23:13

Die Annahme der Brasilianischen Staatsangehörigkeit bedeutet den Verlust der Deutschen Staatsangehörigkeit ( Es gibt aber Ausnahmen).
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon dietmar » Do 19. Feb 2009, 01:25

Mit Permanencia hat er rein rechtlich die gleichen Rechte wie ein Brasilianer. Dies steht schon auf der ersten Seite der Verfassung. Er hat Anrecht auf die CTPS und damit gilt er auch nicht als Ausländer. Mit Perma und CTPS kann ihn der Arbeitgeber ganz normal einstellen wie jeden anderen Brasilianer auch. Es gibt also keinerlei Nachweispflicht seitens des Arbeitgebers, dass auch ein Brasilianer die Stelle besetzen könnte.

Oder vereinfacht ausgedrückt. Mit der CTPS (faktisch der Nachweis für die vorhandene Arbeitserlaubnis aber effektiv nicht die Arbeitserlaubnis, da die Rechte automatisch durch die Permanencia entstehen) ist er arbeitsrechtlich gesehen Brasilianer.

CTPS dient in diesem Zusammenhang nur zur Berechtigung eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis als Angestellter. Die prinzipielle Erlaubnis zur Aufnahme einer Tätigkeit, die er durch Erhalt der Permanencia erwirbt, umfasst neben der Moglichkeit einer nichtselbstständigen Arbeitsaufnahme (u.U. ohne CTPS) auch die Ausübung einer selbstständigen Arbeit.

Ist auch ganz klar in den entsprechenden Gesetzen geregelt. Faktisch stellt sich die Aufgabe der Staatsbürgerschaft (oder der Prozess der Beibehaltung bei Erwerb einer weiteren) im Zusammenhang mit der Aufnahme eines nichtselbstständigen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses unter Anwendung rein brasilianischen Arbeitsrechtes überhaupt nicht. Die Verfassung befiehlt im vorgenannten Fall die Gleichstellung des Ausländers, sofern dieser eine permanente Aufenthaltserlaubnis besitzt. Er darf allerdings nicht als Staatspräsident oder oberster Richter tätig werden, sowie nicht bei einer Bundesbehörde angestellt werden, wenn ich mich recht erinnere (Ibama, PF, etc.).

Anderer Fall ist jener: Eine Ehefrau eines Expat, der als "Ausländer" für 1-2 Jahre eingestellt wird, bekommt zwar ein zeitlich befristetes Visum und darf sich in der Zeit der Entsendung ihres Mannes ebenfalls im Land aufhalten, bekommt i.d.R. aber sehr schwer eine Arbeitserlaubnis.
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Herrmann » Do 19. Feb 2009, 01:40

Porra BRA hat geschrieben:Nehmen wir einmal an, ein arbeitswilliger dt. Staatsbürger sucht sich allein in Brasilien eine Arbeitsstelle
(er wird also NICHT von einer dt. Firma nach BRA gesandt). Nun muss er ja nachweisen, "dass kein Brasilianer die Stelle ausfüllen kann."

kann jeder , als Tourist jederzeit frei machen und es muss gar keine deutsche Firma sein, jede Firma die ihm einen
Vertrag über mindestens 2 jahre anbietet, sich verpflichtet ihm die Einreisespesen und falls notwendig
die repatriierung und sich verpflichtet ihn in diesen 2 Jahren nicht zu entlassen, weil sie auf den bras Arbeitsmarkt keine ensprechend qualifizierte
Arbeitskraft findet kann ihm diese Dokumente ausstellen. Damit gehen spezialisierte Anwälte ins Arbeits und imigrationsministerium
und innerhalb 3 bis 8 Wochen kannst du wieder einreisen und bekommst dein permanent oder temporärvisum auf der Grenz\e eingestempelt.
Du musst garnichts nachweisen

Gilt dies auch, wenn dieser dt. Staatsbürger bereits mit einer Permanencia in BRA lebt ?

Wenn er mit einem permanentvisum schon in Bra lebt, hat er eine Arbeitskarte und arbeitet wo er will. sogar als ambulanter Strassenverkäufer wie ich
da braucht er keine Steuern zahlen

Wenn ja, wäre es dann nicht sinnvoll die brasil. Staatsbürgerschaft anzunehmen (Vorraussetzungen sind bekannt!) ?

Danke für Eure Hilfe

Werd doch nicht die Österr neutrale Staatsbürgerschaft zurücklegen um bei der Einreise in die europ Union in der Brasischlange zu stehen.
ausserdem muss man da mal 10 Jahre dasein. Macht überhaupt keinen Sinn
als Ausländer hast absolut dieselben Rechte, Sus, Mindestrente wenn du nie beigetragen hast und 65 bist ....
und die Frauen fliegen mehr auf Gringos, besonders die Jungen Dummerchen =D>
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Tuxaua » Do 19. Feb 2009, 13:27

Westig hat geschrieben:Würde mich auch wundern, wenn der Arbeitgeber in jedem Fall das bestätigen muss und wenn ja, ob und wie diese Bestätigung und vom wem nachgehalten wird.
Der Nachweis muss vom bras. AG gegenüber dem MTE erbracht werden, wenn er einen Ausländer einstellen will, der keinen eigenständigen Aufenthaltstitel (Perma) hat, z.B. Expats. Die Genehmigung zur Ausstellung eines Visums wird vom MTE erteilt. Deshalb ist es für den bras. AG fast unmöglich, einen (krass dargestellt) deutschen Hilfsarbeiter zeitlich befristet einzustellen. Die Vorraussetzungen zur Erteilung eines "Expat-Visums" (visto temp V) sind auf der Seite des MTE aufgeführt.
Wer schon im Besitz der Perma, aus welchem Grund auch immer, ist, kann vom AG wie eine Brasilianer eingestellt werden.
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Re: Arbeitsaufnahme

Beitragvon Herrmann » Do 19. Feb 2009, 17:14

Antiaging hat geschrieben:Die Annahme der Brasilianischen Staatsangehörigkeit bedeutet den Verlust der Deutschen Staatsangehörigkeit ( Es gibt aber Ausnahmen).

Ausnahmen gibts; ich kenn da einen Freund der hat Israelische, brasilianische, rumänische und amerikanische
Staatsbürgerschaft und gilt in Manauskreisen als Deutscher und wird ......... (arabischer Name) genannt
nächstes Monat kommt er aus Miamy, ich will endlich wissen wie er das gemacht hat. Ist übrigens der Taufpate meines ersten Sohnes,ich konnte mich nicht revanchieren. sein ältester ist heute Rabbiner in Miamy. Damals war er schon beschnitten.
aber wass ich sagen Wollte:
Kinder die (unabhängig von der Staatsbürgerschaft der Eltern) auf brasilianischem Boden (da gelten auch Flugzeuge, Schiffe, Botschaften) haben automatisch die Doppelstaatsbürgerschaft. Aber
Er darf überall den gesetzlich vorgeschriebenen Wehrdienst ableisten. nur wenn er darüber hinaus (zB in Bras 3 Jahre macht)verliert er die andere augenblicklich ( in diesem Fall die österr, deutsche....)
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