Arbeitsbuch-warum?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Arbeitsbuch-warum?

Beitragvon Topi » Mo 6. Dez 2004, 15:57

Hallo alle miteinander,
ich war die letzten Tage leider im Krankenhaus und habe so einiges nicht mitbekommen.
Gratulation an die Forumsgründer. Das ging ja fix und ist, auch wenn es noch nicht alles Perfekt ist, alles sehr Übersichtlich gestaltet.

Wer kann mich schlauer machen?
Ich habe ein Haus im Norosten Brasiliens. Damit dieses das Jahr über nicht leer steht und um die anfallenden Gartenarbeiten zu verrichten, habe
ich einen Bruder meiner Frau im Haus wohnen. Dieser wohnt kostenlos und die laufenden Kosten wie Strom, Wasser etc. bezahle ich. Dazu erhält er Monatlich noch einen Lohn vom 350,- Real.

Bei meinem letzten Besuch hat er mich auf sein Arbeitsbuch aufmerksam gemacht. Ich solle es ihm ausfüllen.

Da ich aber nicht weiß, ob es mir oder ihm Vorteile/Nachteile bringt, habe ich ihn auf meinen nächsten Urlaub vertröstet.

In drei Wochen geht`s endlich rüber. Wer kann mir weiterhelfen.

Ein frohes Fest und
Gute Zeit
Topi
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Beitragvon Lemi » Mo 6. Dez 2004, 16:43

Hi Topi,

sehe es mal so: Arbeitsbuch = Lohnsteuerkarte

Falls du eine Eintragung in sein Arbeitsbuch vornimmst (Name des AG´s, Einstellungsdatum, Tätigkeit und Gehalt) verpflichtest du dich automatisch auf folgende Zahlungen:

1. Gehalt gemäss Eintragung
2. 13. Gehalt am Jahresende
3. 30 Tage Urlaub mit einer Vergütung von 1+ein Drittel Gehalt
4. Zahlung von 20% INSS (Sozialversicherung) auf den Bruttolohn
5. FGTS-Zahlung ist bei Hausangestellten optional

Ausserdem bedarf es einer ordentlichen Kündigung im Entlassungsfall. Die Kündigungsfrist (aviso prévio) beträgt 30 Tage.

Alles in allem musst du mit monatlichen Kosten um die 400 R$ rechnen, falls man von der Zahlung des Salario minimo ausgeht.

Der AN hat dadurch folgende Vorteile:

Er ist sozialversichert und hat dadurch Renten- und Arbeitslosenansprüche an den Staat. Bei Entlassung bekommt er 5 Monate lang ein Arbeitslosengeld vom Staat. Ausserdem ist er unfallversichert, falls ihm auf dem Weg oder während der Arbeit etwas zustossen sollte. Normalerweise verhilft ihm ein regulärer Job auch dazu, leichter Bankkonten zu eröffnen bzw. Kredite zu bekommen. Auch eine Ratenzahlung in Geschäften wird einfacher.
Man sieht sich,
In der Unterschicht
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Beitragvon Bagi » Di 7. Dez 2004, 00:15

Hier ein kleiner Rechner der zeigt, welche Kosten auf Dich zukommen.

http://www.domesticalegal.com.br/calculadora.asp

Der Eintrag in das Arbeitsbuch muss (wenn ich mich nicht täusche) innerhalb einer bestimmten Zeit gemacht werden.
Bis dann
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Beitragvon Topi » Di 7. Dez 2004, 06:46

Danke,
Ihr habt mir weitergeholfen.
Gute Zeit
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Beitragvon winni » Do 6. Jan 2005, 01:44

Ola
Wenn du ihn nicht anmeldest , dann kann er dich verklagen, und das kann sehr teuer werden!!

tchao

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Rechtliche Fallstricke .........

Beitragvon curioso » So 16. Dez 2007, 12:04

winni hat geschrieben:Ola
Wenn du ihn nicht anmeldest , dann kann er dich verklagen, und das kann sehr teuer werden!!



Wenn Du ihn anmeldest kann er Dich auch verklagen, auf Überstunden etc. Das ist immer gefährlich. Aber mit Anmeldung und korrekten Quittungen und Steuerzahlungen fährst Du sicherer.

Wenn Du ihn nicht anmeldest, und nicht gute Verträge machst (Mietvertrag, Vertrag über kostenlose Überlassung, ...), dann kann er nach 5-10 Jahren Antrag stellen dass das Haus ihm gehört (usocapião) und Du schaust alt aus.

Ich kann Horrorgeschichten erzählen. Mir wurde ein Haus zwangsversteigert weil der Voreigentümer angeblich den Maurer in paar Tausend Reais schuldete.

Meine Empfehlung: in Brazilien mieten, nichts kaufen. Dann kann man Dir nichts wegnehmen.
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Re: Arbeitsbuch-warum?

Beitragvon Didier » So 16. Dez 2007, 12:39

Alles in allem musst du mit monatlichen Kosten um die 400 R$ rechnen, falls man von der Zahlung des Salario minimo ausgeht.


Um die Kosten geringer zu halten hast-du die Möglichkeit bis zu 25% vom Gehalt abzuziehen dafür, dass er in dein Haus wohnt " Desconto permitido no salário do empregado doméstico: até 25 % a título de habitacao, caso o empregado resida no local de trabalho".
Grüße Didier
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Re: Arbeitsbuch-warum?

Beitragvon ana_klaus » So 16. Dez 2007, 13:33

oi curioso,

wie kommst Du zu solchen kuriosen Auskünften ? Ist Dein Name Programm oder was steckt
dahinter ? Seit 7 Jahren habe ich einen caseiro - ohne ein Problem.

klaus
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Re:

Beitragvon Copa Brasil 2014 » So 16. Dez 2007, 15:33

winni hat geschrieben:Ola
Wenn du ihn nicht anmeldest , dann kann er dich verklagen, und das kann sehr teuer werden!!

tchao

winni


Das kann er schon jetzt machen, da er 1. die CTPS (Carteira de Trabalho) nicht unterschrieben hat und 2. weil er nicht nach Tarif bezahlt wird, denn der Mindestlohn liegt bei R$ 380,- nicht bei R$ 350,-!!!

Wie schon beschrieben, kommen mit dem Unterzeichnen (anerkennen der CTPS) auch eine Menge Pflichten auf Dich als AG zu, sprich Termingerecht die FGTS-Beiträge zahlen, 13. Monatsgehalt, 30 Tage Urlaub, Urlaubsgeld (1/3 eines Monatslohns), Kündigungsschutz - 30 Tage auf Monatsende, bei unverschuldeter Kündigung die entspr. Entschädigung entsp. der Beschäftigungszeit,etc., etc.....
Im Prinzip brauchst Du einen Buchhalter (Contador) in BRA der das für Dich macht, denn von D aus ist das sehr schwierig, zumal Du keine Ahnung vom bras. Arbeitsrecht hast. Somit wird die ganze Sache ziehmlich teuer, der der Contador wird auch nochmal die Hand aufhalten. :lol:

Sei aber sehr vorsichtig, besonders da es sich um den Bruder Deiner Frau handelt, glaub ja nicht das er Dich nicht rücksichtslos vor den Kadi zieht, wenn die CTPS nicht anerkannt wird. Also sieh zu das die CTPS aund alle Formalitäten erfüllt werden.

Allerdings würde ich unter der Bedingung der CTPS, darauf bestehen das Dein Schwager die Striom und Wasserkosten zahlt, schliesslich ist er ja der einzige Verbraucher dort. Sonst wäre das ja noch ein Bonus auf das Gehalt. Und das alles OHNE Kontolle ob er überhaupt jemals einen Finger rumm macht.

Pass bloss auf, denn sonst nimmt Dich die Sippe Deiner Frau sehr schnell aus. Für die bist Du jetzt schon der Pati-Alemão! :P :twisted:

:cool:

Até a copa, tá tudo resolvido!
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Re: Rechtliche Fallstricke .........

Beitragvon donesteban » So 16. Dez 2007, 17:25

curioso hat geschrieben:Wenn Du ihn nicht anmeldest, und nicht gute Verträge machst (Mietvertrag, Vertrag über kostenlose Überlassung, ...), dann kann er nach 5-10 Jahren Antrag stellen dass das Haus ihm gehört (usocapião) und Du schaust alt aus.
Ja. Unbedingt beachten!
Bekannter von mir hat Exstecher seiner brasilianischen Frau aus "Gutmütigkeit" in seinem Haus wohnen lassen. Jetzt gehört es offiziell dem Exstecher. Zahle Deinem Caseiro einen Hunnie extra und kassiere dafür Miete oder wähle einen anderen, sicheren Weg. Löse das zusammen mit den Leuten hier om Forum oder nehme Dir einen Anwalt. Aber bitte nicht den Freund der Familie oder so. Richtige Kanzlei suchen und Referenzen anschauen.
ana_klaus hat geschrieben:...Seit 7 Jahren habe ich einen caseiro - ohne ein Problem.klaus
Klaus. Glückwunsch und Deine Erfahrungen sind sicherlich die Regel, wenn man es mit einfachen und ehrlichen Leuten zu tun hat, mit denen man auch niemals in Streit gerät. Ich würde aber allen dringendst raten, sich immer möglichst gut abzusichern. Ich vertraue meinen Freunden, sichere mich aber dennoch ab, wenn es um geschäftliches geht. Der Einsatz ist immerhin ein Haus!
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