auf ARTE: "LULA Abend"

Infos zu Internet, Telefon, Handy, TV und Literatur in Brasilien

auf ARTE: "LULA Abend"

Beitragvon brasilmen » Mo 20. Jun 2005, 07:39

Lulas schwerer Weg

Vor zweieinhalb Jahren wurde der linksgerichtete Luiz Inácio Lula da Silva, genannt "Lula", brasilianischer Staatspräsident und leitete weit reichende soziale, wirtschaftliche und politische Reformen ein. Nach Ablauf der Hälfte seiner Amtszeit zieht der Film Bilanz über das bisher Geleistete. In Form eines Roadmovies werden Stationen aus Lulas Lebensweg nachgezeichnet: sein Heimatort Pernambuc, die riesigen Fabriken von São Paulo, die Metallarbeitergewerkschaft, deren Vorsitzender er war und schließlich der Weg in das Machtzentrum Brasília. Lulas Weg deckt sich über weite Strecken mit dem von Millionen Brasilianern, die aufgrund ihrer Armut in die Städte zogen und diese dann wieder verließen, weil dort Arbeitslosigkeit und Gewalt herrschten. Am eigenen Leibe hatte Lula die Probleme zu spüren bekommen, deren Lösung er nun als Staatspräsident in Angriff nimmt.

Anhand von Lulas Werdegang zeichnet der Film zudem ein differenziertes Porträt Brasiliens. Dabei treten die vielfältigen Widersprüche hervor, derer der Präsident nur schwer Herr zu werden scheint. Skeptisch äußern sich vor allem die Ärmsten des Landes, die seine demokratische Basis bilden und bei seinem Amtsantritt große Hoffnungen in ihn setzten. Nicht minder kritische Stimmen werden überraschenderweise aus dem Kreise seiner engsten Berater laut.

Lula hat keinen großen Handlungsspielraum, und seine Entscheidungen sind paradox. Während er radikale Reformen fördert, will er gleichzeitig die Eliten nicht vor den Kopf stoßen und unterstützt ein ziemlich klassisches neoliberales Wirtschaftsmodell. Aber er profitiert von der Aufbruchsstimmung, die in dem riesigen Land Einzug gehalten hat. Denn Brasiliens weiteres Schicksal hängt in erster Linie von der Haltung der gesamten Gesellschaft gegenüber einem Projekt ab, das einen bisher nie da gewesenen Anspruch vertritt.

Lulas schwerer Weg - Dokumentation, F 2005 Dienstag, 05.07.2005
Beginn: 20.40 Uhr Ende: 21.50 Uhr Länge: 70 Min.

VPS: 20.40

Regie: Gonzalo Arijon
Gruss brasilmen Thomas
http://www.brasilmen.de
Benutzeravatar
brasilmen
 
Beiträge: 3716
Registriert: Di 30. Nov 2004, 08:10
Bedankt: 35 mal
Danke erhalten: 243 mal in 184 Posts

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

um 21:50 Der Kampf der Landlosen

Beitragvon brasilmen » Mo 20. Jun 2005, 07:41

Der Kampf der Landlosen

Sie gehören zur großen Familie der "Landlosen": vier Millionen Menschen, die Flüchtlinge im eigenen Land und zu allem bereit sind, um dem Elend zu entfliehen, Opfer der modernen Sklaverei. Ein Bündnis aus Kirche und Gewerkschaften konnte die brasilianische Gesellschaft in Bewegung setzen, Menschenrechtsorganisationen machten diese Kampagne weltweit bekannt.

Im März 2003, kurz nach seinem Amtsantritt, verkündete Präsident Lula offiziell den Plan zur Abschaffung der Sklavenarbeit. Innerhalb weniger Monate wurden 10.000 Menschen befreit - mehr als in den acht Jahren zuvor. Bereits Mitte der 90er Jahre wurden Rinderfarmen unangekündigt nach Zwangsarbeitern durchsucht, doch die Kontrollen erfolgten sporadisch und zogen gewöhnlich keine Strafen nach sich.

Inzwischen hat sich die Lage geändert. Das Fernsehen strahlt Aufklärungsspots aus, in denen die Landarbeiter davor gewarnt werden, sich zu Sklavenarbeit verleiten zu lassen. Das Arbeitsministerium veröffentlicht regelmäßig eine schwarze Liste mit den Namen der Unternehmen, die Zwangsarbeit praktiziert haben. Auf der letzten Liste standen 50 solcher Unternehmen, die jetzt von der Justiz ins Visier genommen werden. Aber die Partie ist noch lange nicht gewonnen. Die von den Gerichten verhängten Strafen existieren oft nur auf dem Papier. Flucht und Strafaussetzung stehen auf der Tagesordnung und die Korruption richtet verheerende Schäden an.

Der Film zeigt Beteiligte und Ablauf dieser zeitgenössischen Form der Sklavenarbeit. Die Szene spielt in Süd-Pará, wo das Leben allein von Geld und Waffen bestimmt wird. Die Kamera begleitet Polizeimannschaften und Gewerbeaufsichtsbeamte bei einem Undercover-Einsatz, der nach einem Hinweis und langen Ermittlungen erfolgte. Die geheime Aktion soll der Versklavung ein Ende bereiten. Hautnah zeigt der Film die Lebensbedingungen von Landarbeitern, die in entlegenen Fazendas mitten im Dschungel ihr Dasein fristen. Dabei werden die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Aspekte der Sklavenarbeit deutlich gemacht. Betroffene, die den Klauen ihrer Peiniger entronnen sind, schildern das System der Ausbeutung: die Anwerbung, die Ankunft auf dem Landgut, den Empfang durch die Pensionsbesitzerin und den Gutsbesitzer. Auf der anderen Seite stehen die Richter, Rechtsanwälte und Priester, die sich seit Jahrzehnten für diese Arbeiter engagieren. Ein erschütterndes Dokument über die Sklaverei in Amazonien in Vergangenheit und Gegenwart.

Der Kampf der Landlosen - Dokumentation, F 2005 Dienstag, 05.07.2005
Beginn: 21.50 Uhr Ende: 22.45 Uhr Länge: 55 Min.

VPS: 21.50

Regie: Géraud Marie
Gruss brasilmen Thomas
http://www.brasilmen.de
Benutzeravatar
brasilmen
 
Beiträge: 3716
Registriert: Di 30. Nov 2004, 08:10
Bedankt: 35 mal
Danke erhalten: 243 mal in 184 Posts


Zurück zu Telekommunikation & Media & Literatur

 



Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: GatoBahia und 0 Gäste

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlungen

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]