Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Barro7777 » Mi 20. Okt 2010, 09:44

Überall im Forum stößt man hier immer wieder auf die gleiche Problematik mit der Heirat im Touristenvisum. Warum spielt Ihr eigentlich nicht gegenüber den Behörden mit offenen Karten und meldet Eure Frau direkt nach der Einreise mit einem Touristenvisum zum Zwecke der Heirat beim Ausländeramt und beim Standesamt an. Klar muss ich dann eine Verpflichtungserklärung und meine Bonität im Ausländeramt niederlegen und meine Partnerin auch krankenversichern. Ich kann die Behörden verstehen, wenn denen so langsam der Kamm schwillt. Überall wird versucht, irgendetwas zu umgehen und dann vmtl. auch noch schnell schaun, dass die brasilianische Frau dann SGB II bekommt. Genau durch diese Sachen gibt es diese ganzen Integrationsprobleme im Staat und die negative Haltung der Deutschen gegenüber Ausländern aus Drittländern. Nun zerreißt mich nicht gleich in der Luft, ist nur meine persönliche Meinung.
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Jeitinho » Mi 20. Okt 2010, 10:10

Nach einer rechtskräftigen Heirat kann niemand mehr ausgewiesen werden, weil es schon gegen das Grundgesetz verstößt!

Man bekommt auf dem Ausländeramt eine sogenannte Fiktionsbescheinigung und man wird aufgefordert einen Deutschkurs zu machen und zwar in Deutschland. Eine Verpflichtungserklärung muß man auch nicht machen, da man als Ehemann sowieso in der Pflicht steht.

Die Ausländerämter versuchen immer, die Unkenntnis aus zu nutzen und mit Ausweisung zu drohen und wir Deutsche sind leider "Obrigkeitshörig" und folgen diesen Aufforderungen. Meine Erfahrung zeigt aber, dass man mit den mir bekannten Ausländerämter reden kann und man diese Fiktionsbescheinigung ohne große Probleme bekommen kann. Es muß nur klar sein, dass der Ehemann für alles aufkommt und alle Papiere müssen legal sein. Ich habe mehrere Paar bei diesen Dingen geholfen, da ich mittlerweile einige Erfahrungen habe. UND falls ein Ausländeramt da wirklich mit Ausweisung der eigenen Ehefrau drohen sollte, sollte man einen Anwalt einschalten, der dem Ausländeramt klar machen kann, dass man einerseits die Ehefrau eines deutschen Staatbürgers nicht ausweisen kann und andererseits, dass das deutsche Gesetz im Zusammenhang mit dem europäischen Recht im Widerspruch seht (Deutschkurs-Voraussetzung für die Einreise oder Verbleib in Deutschland ist kein europäisches Recht) und jede gerichtliche Auseinandersetzung zu Gunsten der Ehefrau ausfallen muß!
Kenne keinen Fall, wo eine Ausweisung wirklich durchgeführt wurde, ob mit oder ohne Anwalt! Ich kenne leider nur die Fälle, wo deutsche Ehemänner den Drohungen nachgegeben haben, obwohl sie sich hätten wehren können.
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Harry1168 » Mi 20. Okt 2010, 10:48

Hallo Jeitinho,
das hört sich ja interessant an. Nur muss meine Frau ja wieder als Tourist einreisen?
Das deutsche Konsulat in Brasilien stellt ja kein Visum aus!

Gruß
Harry
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Alexsander » Mi 20. Okt 2010, 11:18

Hallo,


ich hatte vor einem Jahr auch die Situation. Der einzige Weg den meine AB aktzeptierte war, erfolgreicher Sprachkurs in Brasilien, Nachweis über Wohnung, Einkommen usw.... (übrigens nach einem Jahr erneut)usw. Das Grundgesetz greift hier nicht mehr / kann ausgehebelt werden.
Ein Zuzug von Ausländern in die Sozialhilfe soll unbedingt vermieden werden. Einfach mal im Internet googlen...
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Jeitinho » Mi 20. Okt 2010, 11:23

Harry1168 hat geschrieben:Hallo Jeitinho,
das hört sich ja interessant an. Nur muss meine Frau ja wieder als Tourist einreisen?
Das deutsche Konsulat in Brasilien stellt ja kein Visum aus!

Gruß
Harry


Ja, sie kann wieder als Tourist einreisen (Zeiten beachten). Sie ist bei dir sicherlich schon angemeldet. Dann geht ihr zum zuständigen Ausländeramt und erklärt, dass sie sich für den nächsten Integrationskurs anmelden wird und fordert eine Fiktionsbescheinigung (eine spezielle Aufenthaltserlaubnis) bis mindestens zum Kursende (Kursdaten müßt ihr am Besten schon direkt mitbringen (VHS)). Vom Ausländeramt solltet ihr nicht nur die Fiktionsbescheinigung bekommen, sondern auch das notwendige Papier für die Integrationskurse, damit das Staat schön überwiegend den Kurs bezahlen darf, den er ja auch selber verlangt. Ihr müßt so 1 Euro pro Stunde mittragen. Ihr müßt dann vor Ablauf dieser Fiktionsbescheinigung wieder zum Ausländeramt, um die nächste zu bekommen, die wieder mit dem Kurs zusammenhängt. Falls sie den Kurs nicht beim ersten Mal schaffen kann, ist das auch kein Problem, denn man hat mindestens zwei Chancen und auch dann ist es nicht zuende. Es ist jetzt mit den Fiktionsbescheinigungen nerviger als früher (ständiges Verlängern), wo dieses Deutschlern-Gesetzt noch nicht da war, aber man kann dir trotzdem nicht verwehren, dass du mit deiner Ehefrau zusammen leben kannst. Aber spätestens, wenn deine Frau den B1-Deutschtest bestanden hat, bekommt sie ja die vorläufige Aufenthaltserlaubnis und später dann die entgültige.
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Barro7777 » Mi 20. Okt 2010, 11:46

@ Jeitinho,

eine Fiktionsbescheinigung ist nur eine Fristverlängerung, hat aber keinen Anspruch auf ein erneutes Visum. Wenn der Deutschkurs nicht bestanden wird, dann gibt es auch kein Visum. Wieso muss der Ehemann für alles aufkommen ? Im deutschen Recht, brauch der Ehemann nicht für die Schulden seiner Frau aufzukommen. Deshalb musst Du heutzutage diese Verpflichtungserklärung abgeben, mittlerweile gibt es sogar in der Bonitätsprüfung auch schon das Herbeibringen einer Bankbürgschaft über 3000 Euro verpflichtend. Normalerweise wird das nur bei eingeladenen Ausländern aus Drittländern verlangt. Mittlerweile ist das aber bei vielen Ausländerbehörden Usus, dass dieses auch bei der Fiktionsbescheinigung der Fall ist.

Vorsicht auch bei Ausländern aus Drittländern, die verheiratet sind und man meine, die werden nicht mehr ausgewiesen. Eine sogenannte Schein-Ehe, in welcher der ausländische Partner auch noch SGB II erhält, kann ganz schnell zu einer Ausweisung führen. Das Ausländeramt unterstellt dann diese Schein -Ehe und leitet durch die zuständige Staatsanwaltschaft ein Verfahren ein.

@ Harry1168

Lade Sie mit einem Einladungsschreiben ein (auch wenn es Deine Frau ist) und gehe den Weg über die Verpflichtungserklärung und der Bonitätsprüfung beim Ausländeramt. Schätze mal, wenn das Ausländeramt weis, dass Sie bei Dir abgesichert ist und dass Sie kein SGB II beantragt, dann geht alles andere seinen Weg. Die Absicherung über den Ehemann ist heute wirklich die Vorrasusetzung für Alles andere. Wenn schon hier der Ehemann Hartz IV oder SGB II bekommt, dann wird alles andere verdammt schwierig. Ich finde es im übrigen aber auch richtig, dass der Staat sich mittlerweile so verhält. Denn wir Steuerzahler bezahlen schon genug für die Allgemeinheit.
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Barro7777 » Mi 20. Okt 2010, 11:49

@ Harry1168

hier gibt es vielleicht auch noch Wissenswertes:

http://www.aufenthaltstitel.de/
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Jeitinho » Mi 20. Okt 2010, 11:55

Alexsander hat geschrieben:Hallo,


ich hatte vor einem Jahr auch die Situation. Der einzige Weg den meine AB aktzeptierte war, erfolgreicher Sprachkurs in Brasilien, Nachweis über Wohnung, Einkommen usw.... (übrigens nach einem Jahr erneut)usw. Das Grundgesetz greift hier nicht mehr / kann ausgehebelt werden.
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Oft ist das Problem mit der rechtlich anerkannten Heirat. Wo habt ihr geheiratet?

Wenn man in Deutschland bzw. Europa geheiratet hat und somit eine zwingend anerkannte Heirat besteht, kann das Ausländeramt drohen wie es will, eine Ausweisung ist nicht möglich. Im normalen Falle wird das Ausländeramt eine Fiktionsbescheinigung ausstellen. Falls nicht, wird ein Anwalt dem Ausländeramt deutlich machen müssen, dass das Recht der Familie eines deutschen Staatbürgers stärker wiegt als die Deutschlern-Pflicht. Außerdem kann man diese Deutschlern-Pflicht auch in Deutschland nachgehen und muß nicht deswegen ins Heimatland geschickt werden, wo die Lernmöglichkeiten auch sehr beschränkt sind (Stichwort: Goethe-Institute).
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Jeitinho » Mi 20. Okt 2010, 12:17

Barro7777 hat geschrieben:@ Jeitinho,

eine Fiktionsbescheinigung ist nur eine Fristverlängerung, hat aber keinen Anspruch auf ein erneutes Visum. Wenn der Deutschkurs nicht bestanden wird, dann gibt es auch kein Visum.



Die Fiktionsbescheinigung wird in jeglicher Form angewendet und ist gängige Praxis, diese auch zu verwenden für die ausländischen Ehefrauen, die hier in Deutschland einen Integrationskurs besuchen. Ich kenne genügend persönlich, wo ich diese Dinge beim Ausländeramt mit begleitet habe. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Ausländeramt waren überwiegend konstruktiv. Außerdem, wenn man den Deutschkurs nicht beim ersten Mal besteht, dann gibt es immer eine zweite Chance (Aussage Ausländeramt) und falls dann auch nicht, dann wird immer nach "Aktenlage" entschieden und dies heißt immer, man gibt weitere Chancen, denn man kann nicht die Ehefrau, die schon weit über ein Jahr in Deutschland ist, dann ausweisen. Warum machen die Ausländerämter diese Drohungen: Weil sie dazu angehalten sind und möchten, dass möglichst viele Deutsch lernen und die Erfahrung hat gezeigt, dass eben viele Ausländer nur wirklich deutsch lernen, wenn sie Angst haben, deswegen abgeschoben zu werden. Dies ist eben Politik.
Übrigens, nicht alles was im Internet steht, kann man trauen und man muß es auch immer auf den speziellen Fall anwenden können UND es gibt auch immer Dinge, die nicht im Internet stehen, weil sie eben Praxis sind.
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Re: Aufenthalt in Deuschland ohne Visum (Aufenthaltsverordnung §

Beitragvon Barro7777 » Mi 20. Okt 2010, 13:35

@ Jeitinho

ich gebe Dir mit Deinen Erfahrungen Recht, denn mir ist es bislang auch immer in konstruktiven Gesprächen mit dem Ausländeramt gelungen, den Leuten zu helfen und eine Lösung herbeizuführen. Die Problematik sind wirklich die leeren Kassen der Komunen und wenn die bei den Ämtern nur die Nase dran bekommen, dass hier irgendwelche Sozialleistungen beantragt werden und eventuell der Ehepartner ist auch schon Sozialleistungsempfänger dann schieben die momentan wirklich den Riegel vor alles. Es ist einfach kein Geld mehr da. Auch der Deutschkurs, welcher pro Stunde mit einem Euro mitzutragen ist, sollte derjenige auch wirklich bezahlen, anstatt der Komune die Kosten aufzuerlegen, denn dann hege ich meinen Zweifel daran, dass momentan eine Wiederholung des Kurses nicht möglich ist.

Schade ist es in Deutschland, dass es auf jedem Ausländeramt anders und nach irgendwelchen eigenen Regeln bearbeitet wird. Da sollte meines Erachtens deutschlandweit alles einheitlich verlaufen und dann wäre alles einiges einfacher.

Wünsche allen frisch Verheirateten Alles Gute für die Zukunft und für diejenigen die hier heiraten wollen, Bringt Geduld mit und bleibt beim konstruktiven Gespräch gegenüber den Ämtern, denn die sitzen letztendlich am längeren Hebel.
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