Ausbezahlen der Rente ???

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Lobo-Branco » Di 30. Aug 2005, 18:59

tinto hat geschrieben:Wie lange seid ihr denn schon zusammen und was genau gebt ihr in Deutschland auf?

@zambo, nicht jeder der nach Brasilien geht wird abgeknallt oder landet im Knast.

es gibt aber was anderes interessantes, was ich am konsulat beobachtet hab: Viele Brasilianer, die in Brasilien bleiben wollen, wollen trotzdem - wenn sie entsprechende Vorfahren haben- unbedingt eine deutsche oder italienische Staatsbürgerschaft haben. Da gibt es einen regelrechten Run darauf, z.T. mit dem Argument, dann kann meine tochter mal da studieren oder auch ich dorthin gehen, wenn es in Brasilien noch schlechter wird...mit den Pässen halten es die Brasilianer wie mit den Religionen: je mehr Pässe, desto mehr Optionen!


Hay
Wir sind schon 5 Jahre verheiratet , und wir leben in einer Mietwohnung.Wir sind beide normale Arbeiter .Meine Frau ist Brasilianerin und hat einen Sohn in die Ehe mitgebracht (guter Junge).Wenn der mit seiner Ausbieldung fertig ist kann er mitkommen.(Ist aber noch in der Schule.Hat aber keine Lust zum studieren)
Aber jetzt mal was anderes.
Hier in D. kostet ein Haus 200.000 €
Willst du ein anderes Fenster einbauen musst du fragen und Antrag stellen.
Kaufst du Land und willst eine Hundehütte bauen musst du fragen und Antrag stellen.Hier hast du sozial noch gut aber du bist nicht frei und wenn ich nach Brasil gehe und (mal angenommen )es sieht nach ein paar Jahren nicht so gut aus.Denkt ihr wenn man dann nach Deutschland zurückkommt ist es besser.Da muss man auch erst mal wieder Arbeit finden (was fast unmöglich ist)und ganz von vorne anfangen.
Hier habe ich Mietwohnung.In Minas Gerais habe ich schon eine Eigene Wohnung und das könnte ich mir hier nur leisten wenn ich 25 Jahre Kredit zahle.
Wenn ich rüber gehe habe ich schon alles bezahlt auch den Lebensmittelladen den wir aufmachen wollen.
Das werde ich in Deutschland in diesem Leben nicht mehr erreichen.
Und ich habe eine tolle Frau die an meiner Seite steht und die gleichen Ziele hat.Wir brauchen auch keinen Swimingpool im Garten. :lol: :lol: :lol:

Abraco e Obrigado
an alle die sich die Zeit genommen habe zu antworten

Grüße
Lobo
Arbeiten muß man überall ,warum dann nicht in einem so schönem Land wie Brasilien.
Benutzeravatar
Lobo-Branco
 
Beiträge: 12
Registriert: Mo 29. Aug 2005, 14:54
Wohnort: Rastatt
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Lemi » Di 30. Aug 2005, 19:08

Hi Lobo,

deine Argumente nach Brasilien überzusiedeln, kann ich durchaus nachvollziehen. Nur bleibt für mich trotzdem die Frage offen, warum du deine deutsche Staatsbürgerschaft deswegen aufgeben willst !? Ein Brasilianer würde dies wahrscheinlich nie machen. Ich auch nicht. Ich bin nun mal Deutscher, bin in Deutschland gemäss deutscher kultureller Massstäbe erzogen wurden, habe die deutsche Schulausbildung durchlaufen, spreche nebenher sogar ganz gut deutsch ............. warum sollte ich jetzt plötzlich Brasilianer werden ?

Es gibt einfach keine logischen oder praktischen Gründe.

Stell dir doch mal vor, du kommst mit deinem Dialekt im Portugiesischen (den du sicher hast !?) an und jemand spricht dich ganz erwartungsvoll an "Ah você é estrangeiro !?" und du antwortest völlig enttäuschend und desillusionierend deinem Gegenüber: "Não, sou Mineiro uai !"

Zumindest die Mineiros (das weisst du sicherlich) werden da etwas misstrauisch zu dir sein .................
Man sieht sich,
In der Unterschicht
Benutzeravatar
Lemi
 
Beiträge: 2255
Registriert: Fr 26. Nov 2004, 21:23
Wohnort: Belo Horizonte
Bedankt: 44 mal
Danke erhalten: 116 mal in 65 Posts

Beitragvon lol » Di 30. Aug 2005, 21:25

Einige heiraten und lassen sich vieleicht auch wieder
scheiden, andere treten in die Kirchen ein oder auch
wieder aus und Dritte pöbeln ohne Grund plötzlich
ihren Sitznachbarn an, oder umarmen in meinetwegen :lol:

Es gibt im Leben vermutlich einige Dinge bzw. Handlungsweisen,
die mit Logik wenig erklärlich sind, eher mit Leidenschaft. Das
Leben wäre ja auch ziemlich dröge ohne.
Benutzeravatar
lol
 
Beiträge: 273
Registriert: Do 9. Dez 2004, 21:36
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Stolz kann sein!

Beitragvon Hans » Mi 31. Aug 2005, 08:56

Lemi hat geschrieben:Hi Lobo,

deine Argumente nach Brasilien überzusiedeln, kann ich durchaus nachvollziehen. Nur bleibt für mich trotzdem die Frage offen, warum du deine deutsche Staatsbürgerschaft deswegen aufgeben willst !?

------------------------------------------------

Es gibt einfach keine logischen oder praktischen Gründe.



LEMI, ER will die selber eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge sich in einem Mal auszahlen lassen und das geht NICHT, wenn er Deutscher bleibt :!:

Natürlich kann man gemäß seinen Vorstellungen dann auch stolz sein, die brasilianische Staatsbürgerschaft bekommen zu haben, WAS genau so wie die Deutsche einfach RECHTE (und Pflichten) bedeutet! Was haben so viele estrangeiros die brasilianischen Behörden verflucht, weil es mit der Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnis so ultra-schwierig und ultra-lange ist (auch wenn mit Brasilianerin verheiratet) und das geht natürlich auch weiter, wenn man dieses auch nach langen warten schon hat usw....etc....

Hans
Lebe dein Leben jetzt, denn nichts ist für ewig!
Benutzeravatar
Hans
 
Beiträge: 175
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 11:01
Wohnort: Nähe Köln
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Re: Stolz kann sein!

Beitragvon Lemi » Mi 31. Aug 2005, 10:42

lol hat geschrieben:Einige heiraten und lassen sich vieleicht auch wieder
scheiden, andere treten in die Kirchen ein oder auch
wieder aus und Dritte pöbeln ohne Grund plötzlich
ihren Sitznachbarn an, oder umarmen in meinetwegen

Es gibt im Leben vermutlich einige Dinge bzw. Handlungsweisen,
die mit Logik wenig erklärlich sind, eher mit Leidenschaft. Das
Leben wäre ja auch ziemlich dröge ohne.


Da magst du ja recht haben, aber das sind eben alles Handlungen, die wieder rückgängig machbar sind. Das Ablegen der deutschen Staatsbürgerschaft ist es meines Wissens aber nicht. Ich weiss auch nicht, ob es sonderlich gut ist, die Leidenschaft bei solchen von Tragweite behafteten Entscheidungen mitreden zu lassen.

Hans hat geschrieben: LEMI, ER will die selber eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge sich in einem Mal auszahlen lassen und das geht NICHT, wenn er Deutscher bleibt :!:

Hans


Das habe ich schon kapiert. Ich finds aber um so schlimmer. Nur um schneller an ein paar Kröten ranzukommen (denn das Geld geht ja bei einer normalen Umsiedlung nicht verloren), seine Identität aufzugeben, ist in meinen Augen um so verwerflicher. Ich glaube, er ist sich der Tragweite seiner Entscheidung nicht so richtig bewusst. Auch rein moralisch gesehen finde ich, dass ein Bürger, der auf deutschem Boden geboren wurde und deutsche Eltern hat, eben ein Deutscher ist.
Man sieht sich,
In der Unterschicht
Benutzeravatar
Lemi
 
Beiträge: 2255
Registriert: Fr 26. Nov 2004, 21:23
Wohnort: Belo Horizonte
Bedankt: 44 mal
Danke erhalten: 116 mal in 65 Posts

Re: Stolz kann sein!

Beitragvon Careca » Mi 31. Aug 2005, 11:13

Lemi hat geschrieben:Ich finds aber um so schlimmer. Nur um schneller an ein paar Kröten ranzukommen (denn das Geld geht ja bei einer normalen Umsiedlung nicht verloren), seine Identität aufzugeben, ist in meinen Augen um so verwerflicher. Ich glaube, er ist sich der Tragweite seiner Entscheidung nicht so richtig bewusst. Auch rein moralisch gesehen finde ich, dass ein Bürger, der auf deutschem Boden geboren wurde und deutsche Eltern hat, eben ein Deutscher ist.

Das Leute ihren Pass abgeben und einen anderen annehmen, nur um besser zu verdienen, ist nichts neues. In der Leichtatlethik geschah es schon (jener Kenianer der Däne wurde, aber trotzdem nicht bei Olympia mitjoggen durfte) oder auch Fussballspieler. Ob das mit Moral zu tun hat, kann sein. Für mich weniger. Jedenfalls begibt man sich von der einen Patronage in die andere Patronage. Und ob man dabei an Freiheiten gewinnt, ist wohl subjektiv. Andererseits eine Nationalität ist immer wie ein Muttermal; man kriegt es natürlich nicht weg.
Vielleicht spielt ja bei Lobo-Branco auch eine subjektive Einschätzung des zukünftigen deutschen Renten- und Sozialsystems mit. Denn im Falle einer negativen Beurteilung könnte es schon einen gewissen Sinn ergeben.

Aber mal ne Frage an dich, Lemi, und den anderen: Was würde sich für euch ändern, wenn ihr die Nationalität wechselt? Ich denke jetzt nicht an die bilateralen Angelegenheiten, die sich ergeben (wie z.B. man wird purer Tourist in Deutschland etc.), sondern allein auf das Leben in Brasilien bezogen?
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
Benutzeravatar
Careca
 
Beiträge: 1646
Registriert: So 28. Nov 2004, 22:25
Bedankt: 4 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Jorginho » Mi 31. Aug 2005, 11:23

Lemi hat geschrieben:
Jorginho hat geschrieben: Wieso stolz? Worauf kann man denn da stolz sein?


Ganz klar: Sein Land ist Fussball-Weltmeister ! (zumindest noch bis Juli 2006)


Ah, ich wußte ja nicht, daß Lobo-Branco für Brasilien spielt. :wink:

Lobo-Branco hat geschrieben:Hier in D. kostet ein Haus 200.000 €
Willst du ein anderes Fenster einbauen musst du fragen und Antrag stellen. Kaufst du Land und willst eine Hundehütte bauen musst du fragen und Antrag stellen.


Wenn man sich die Bauqualität in Brasilien anguckt, weiß man schnell, warum es so billig ist. Die Vorschriften in Deutschland sind sicher manchmal übertrieben, aber dafür klappen die Häuser dort auch nicht so oft zusammen wie in Brasilien.

Lobo-Branco hat geschrieben:Hier hast du sozial noch gut aber du bist nicht frei


In Deutschland hast du auf jeden Fall mehr Freiheiten als im bürokratischen Brasilien. Das wirst du schon noch merken, wenn du dort etwas länger lebst. Ein Deutscher, der die brasilianische Staatsbürgerschaft annimmt, gibt eine Menge Rechte auf und handelt sich dafür eine Menge Pflichten ein. Also, mein Fall wäre das nicht...

Tatsache ist, daß sich Brasilianer viele Freiheiten herausnehmen. Und das hat erhebliche Kehrseiten.
Benutzeravatar
Jorginho
 
Beiträge: 626
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 11:15
Wohnort: Freaklândia
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Careca » Mi 31. Aug 2005, 11:27

Jorginho hat geschrieben:Ein Deutscher, der die brasilianische Staatsbürgerschaft annimmt, gibt eine Menge Rechte auf und handelt sich dafür eine Menge Pflichten ein.

Was "handelt" er sich ein? Was ändert sich für Leute wie Lemi, Trem Mineiro etc., die jetzt schon ne zeitlang in Brasilien wohnen?
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
Benutzeravatar
Careca
 
Beiträge: 1646
Registriert: So 28. Nov 2004, 22:25
Bedankt: 4 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Jorginho » Mi 31. Aug 2005, 11:41

Careca hat geschrieben:Was "handelt" er sich ein? Was ändert sich für Leute wie Lemi, Trem Mineiro etc., die jetzt schon ne zeitlang in Brasilien wohnen?


Neben dem Recht, von den Behörden nach Strich und Faden gegängelt, verarscht und ausgenommen zu werden, vor allem PFLICHTEN.

Ich habe gerade wieder den bürokratischen Zirkus hinter mich gebracht, den man ertragen muß, wenn man seiner nicht einmal dreijährigen Tochter den brasilianischen Reisepass verlängern will. Ehrlich gestanden: Wenn's nach mir ginge, hätte sie keinen mehr. Ich hatte mich ja schon einmal an anderer Stelle hier im Forum dazu geäußert.
Benutzeravatar
Jorginho
 
Beiträge: 626
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 11:15
Wohnort: Freaklândia
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Re: Stolz kann sein!

Beitragvon Lemi » Mi 31. Aug 2005, 12:27

Careca hat geschrieben:Aber mal ne Frage an dich, Lemi, und den anderen: Was würde sich für euch ändern, wenn ihr die Nationalität wechselt? Ich denke jetzt nicht an die bilateralen Angelegenheiten, die sich ergeben (wie z.B. man wird purer Tourist in Deutschland etc.), sondern allein auf das Leben in Brasilien bezogen?


Nur mal so 3 offensichtliche Differenzen:

1 - In Brasilien herrscht Wahlpflicht. Wer nicht wählen geht, bekommt Dokumente entzogen. Danach geht die Rennerei los. Das ist nicht nur Ärger mit Behörden, sondern kostet auch Geld. Und das alles in einer Demokratie !?

2 - Visumspflicht für viele Länder. Versuche mal als Brasilianer in die USA zu reisen! Das Prozedere ist kompliziert, das Interview auf der Polizei ist erniedrigend und das Resultat in 80% der Fälle negativ. Zudem hat man Wahnsinnskosten. Ein Kollege von mir musste extra nach S.P. reisen, um ein Interview bei de P.F. zu machen.

3 - Auslandskonten: Als Brasilianer kann man nicht so einfach Geld ins Ausland transferieren wie als in Brasilien lebender Ausländer. Ein "deutscher" Brasilianer kriegt ja nicht mal mehr ein Konto in Deutschland eröffnet, wenn er dort keinen Wohnsitz hat.

Im Alltag merkt man natürlich nciht so, welche Nationalität man besitzt. Im Supermarkt, beim Friseur oder auch bei der Miete einer Immobilie ist es dem Gegenüber egal, welche Nationalität man besitzt.

Ok. Ich gebe zu, dass alles eine Einstellungssache ist, aber meine Einstellung zum Thema ist nun mal diese. Andere Leute denken anders.
Man sieht sich,
In der Unterschicht
Benutzeravatar
Lemi
 
Beiträge: 2255
Registriert: Fr 26. Nov 2004, 21:23
Wohnort: Belo Horizonte
Bedankt: 44 mal
Danke erhalten: 116 mal in 65 Posts

VorherigeNächste

Zurück zu Auswandern

 



Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlung

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]