Auslastung Pousadas

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon cabof » Di 12. Jun 2012, 13:17

Ich sehe das so, ein Wohnhaus und Fremdenzimmer dazu... diese werden fallweise vermietet, dafür lohnt sich bestimmt kein Personal,
irgendjemand in der Familie (so kenne ich das) sucht immer einen Nebenverdienst, mal saubermachen wenn die Gäste ausgezogen sind,
ob Selbstversorger-Angebot (wie bei uns die FEWO) oder mit Frühstücksangebot mußt Du durchrechnen. Was ich hier in DE immer wieder
lese... im Angebot - Monteur-Zimmer, d.h. also Techniker, Handelsvertreter usw. die nicht gerade üppig vom AG mit Spesen ausgestattet
könnte eine Zielgruppe sein.
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon frankieb66 » Di 12. Jun 2012, 13:37

cabof hat geschrieben:Ich sehe das so, ein Wohnhaus und Fremdenzimmer dazu... diese werden fallweise vermietet, dafür lohnt sich bestimmt kein Personal, ...

natürlich hast du recht, aber die Überschrift lautet "Auslastung Pousadas" ... und bei Fremdenzimmern bzw. Ferienwohnungen kann man pauschal gar nix sagen außer nur "kommt drauf an".
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon cabof » Di 12. Jun 2012, 13:45

Geplant ist in erster Linie ein Wohnhaus, verbunden mit der Frage ob ich es mir antun soll, noch, sagen wir, 4-6 Gästezimmer zusätzlich zu bauen. Leben müsste ich nicht davon, es wäre ein Nebenerwerb, aber draufzahlen, d.h. Arbeit kaufen, will ich natürlich auch nicht.

Von der Pousada ist er auf Fremdenzimmer gegangen und Deine Aufrechnung hat mich bei den Personalkosten erschreckt, das lohnt bei
fallweiser Vermietung von Zimmern wirklich nicht.

Aussagen über die tatsächliche Auslastung können nur Betreiber machen die eine entsprechende Statistik führen.
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon frankieb66 » Di 12. Jun 2012, 14:00

cabof hat geschrieben:Von der Pousada ist er auf Fremdenzimmer gegangen und Deine Aufrechnung hat mich bei den Personalkosten erschreckt, das lohnt bei fallweiser Vermietung von Zimmern wirklich nicht.

Meine Rechnung ist durchaus realistisch, kann aber regional sehr unterschiedlich ausfallen. Im Südosten, z.B. in Buzios, bekommst du einen guten caseiro nicht unter 3SM, natürlich kann das ausgezahlte Gehalt davon abweichen, wenn z.B. Kost und Logis frei sind, also Hausmeisterwohnung, seine Frau wohnt mit drin und kümmert sich um die Zimmer und das Frühstück ... ich wollte mit meiner Rechnung aber nur mal aufzeigen, dass man zunächst realistisch kalkulieren sollte, und erst dann darüber nachdenken sollte wo Einsparpotential vorhanden ist, kann ja durchaus auch sein dass man selbst den Hausmeister macht, dann sieht die Rechnung schon wieder ganz anders aus ... aber der Itacare will sich ja keine zusätzliche Arbeit aufhalsen ... außerdem bin ich auch davon ausgegangen, dass der mögliche Gewinn gerade noch innerhalb des Steuerfreibetrags liegt ...

Abgewandelte Kalkulation mit nur einer externen Hilfskraft und ohne Rücklagen:
pousada-kalk02.jpg
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon Gunni » Di 12. Jun 2012, 17:49

....Techniker, Handelsvertreter usw. die nicht gerade üppig vom AG mit Spesen ausgestattet
könnte eine Zielgruppe sein.


...die Jobs würd ich gern mal sehen, wo ich als Techniker in Strandnähe wohnen kann ?! - - Jeder halbwegs vernünftige Industrielle schaut doch, daß er möglichst weit weg vom Strand seine Fabriken baut, damit er nicht 50% der Zeit damit verbringen muß, seine Mitarbeiter zu suchen, falls das Wetter gut ist. - Oder eben sowas wie Sao Paulo, wo nach Landkarte der Strand zwar vor der Haustür liegt, aber die 900m Höhenunterschied das ganze vereiteln.

Problem bei längerfristigen Zimmervermietungen ist, daß ab Dauer >1Monat das Risiko besteht, daß du deinen Gast nicht mehr rausbekommst, falls er sich mit den lokalen Gesetzen auskennt - natürlich bei Nicht-Bezahlen der Miete. - Ist ein beliebter Trick, einen längeren Urlaub vorzutäuschen und dann das bras. Wohnrecht auszunutzen.

Wohnhaus mit Gästezimmern hat immerhin den Vorteil, daß man präsent ist, aber den Nachteil, daß der "Kunde" sich auch gut über den Eigentümer informieren kann. - Ich würde, wenn schon, die Gästezimmer auf 2 -> 3 begrenzen und diese nur an dir bekannte Personen vermieten. - Zu den Stoßzeiten wirst du immer Nachfrage haben und selbst wenn die Monatsmiete schon für 1 Woche an dich bezahlt werden muß ist das immer noch günstiger, als regulär was suchen zu müssen.
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon Itacare » Di 12. Jun 2012, 19:35

@ Frankie66, die Kosten habe ich auch alle auf der Rechnung, bis auf den Caseiro, brauche ich gewiss nicht.
Klar, in der Nebensaison kann man sich totwerben und es bringt nix, in der Hauptsaison reicht es, Handzettel an der (einzigen) Einfallstraße zu verteilen.

@ Cabof, die „guten“ in der Verwandtschaft haben alle einen guten Job, den schlechten traue ich nicht übern Weg, lasse ich besser sein. Langzeitvermietung in einem Touristenkaff wäre wohl eher Zufall. Und wenn dann welche aus Europa, die müssen spätestens weg wenn die Aufenthaltsdauer abgelaufen ist :mrgreen:

@ Gunni, zwei bis drei zusätzliche Zimmer für Besucher aus D und B werden sowieso gebaut, aber für solche Zimmer braucht man keinen Pousada-Standard, z.B. eigenes Bad ..TV..Balkon etc. für jedes Zimmer, wofür 2-3 dann auch noch zu wenig für den gesamten Aufwand wären. Deshalb stellt sich die Frage ob es sich lohnt n paar mehr und mit entsprechender Ausstattung zu bauen. Das „lohnt“ steht und fällt ganz klar mit der Auslastung.

In Itacare habe ich auch schon im August erlebt dass kurzzeitig ausgebucht war wegen der Surfmeisterschaften, und die Offroader aus Salvador hatten sich das auch noch als Etappe ausgesucht. Einzelfall oder wiederkehrend? Die Antwort nennt sich durchschnittliche Auslastung übers Jahr….. je mehr Meinungen – oder besser noch konkrete Erfahrungen und Zahlen - desto aussagekräftiger.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon cabof » Di 12. Jun 2012, 19:39

Ich schreibe von Technikern, Monteure, Handelsvertreter etc. die in diesen Gegenden beruflich unterwegs sind, mein Bekannter ist in der
Wasserwirtschaft tätig, hat aber einen reisenden Job und kennt auch die prikären Situationen wenn er mal am A. der Welt in Brasilien eine Übernachtung sucht... trotzdem viel Glück bei der Entscheidungsfindung.
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon ptrludwig » Di 12. Jun 2012, 21:21

Den besten Rat hat Gunni gegeben, wobei das dritte Zimmer schon zu viel ist. Da würdest du wenn alles super läuft auf eine durchschnittliche jährliche Auslastung von 40 % kommen, wenn du genug Bekannte hast. Alles andere sind unrealistische Träume. Warum eigentlich gibt hier kein Pousada Besitzer seine Tipps. Schämen die sich alle, weil sie keine 40 % Auslastung haben? Ich weiß nicht warum es immer wieder Leute gibt die meinen mit einer Pousada sei Geld zu machen und sie können es besser als all die welche vor ihnen gescheitert sind. Außerdem ist die Führung einer Pousada ein Vollzeit Job, das macht man nicht mal einfach so nebenbei. Es kann auch sehr nervenaufreibend sein, wenn man unbequeme Gäste hat und die sind ziemlich häufig.
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon cabof » Di 12. Jun 2012, 21:37

Ja, wenn es um konkrete Dinge geht dann halten sich viele User sehr bedeckt. Ich habe selber in Brasilien gelebt und gearbeitet und ich kann mir auch vorstellen wie es bei vielen abgeht, gemeint sind hier nicht nur die Pousadabetreiber - ich selber mußte damals immer wieder Geld aus meiner Reserve nachschießen um über den Monat zu kommen, das wird heute nicht anders sein. Es mag genug Deutsche geben die ihr Glück und auch Reichtum in BR erworben haben, die treiben sich aber nicht in Foren rum - aber ansonsten ist das ganz okay hier, Touristen die Tipps suchen, Meinungen, ein bisschen lästern und allgemeine Erfahrungen weitergeben.
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Re: Auslastung Pousadas

Beitragvon frankieb66 » Di 12. Jun 2012, 21:49

cabof hat geschrieben:Ja, wenn es um konkrete Dinge geht dann halten sich viele User sehr bedeckt. Ich habe selber in Brasilien gelebt und gearbeitet und ich kann mir auch vorstellen wie es bei vielen abgeht, gemeint sind hier nicht nur die Pousadabetreiber - ...

Gunni und ich haben sehr wohl eigene Erfahrungen bzw. aus dem nahen Umfeld preisgegeben. Ob DU das dann glaubst oder nicht ist dein Problem. Ich kann nur sagen, dass meine Angaben stimmen. Natürlich muss jeder seine Parametar selbst ermitteln um seine ganz persönliche Kalkulation aufzustellen. Ich selbst habe übrigens schon viele "Pousadaprojekte" scheitern gesehen, und zwar unabhängig davon ob es Gringos oder Locals waren ... so, und jetzt erkläre "uns" mal warum das

cabof hat geschrieben:ich selber mußte damals immer wieder Geld aus meiner Reserve nachschießen um über den Monat zu kommen, das wird heute nicht anders sein.

so ist.

Ate

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