Auswandern / Auszeit

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon Takeo » Sa 5. Feb 2011, 16:22

karlnapp hat geschrieben:
Die Brasilianer wissen schon ganz genau warum sie versuchen den USA nachzueifern... nur 500 Jahre Rückstand, Misswirtschaft und Korruption ist eben schwer aufzuarbeiten!


Na ja, man kann über alles tiefschürfend nachdenken und zu den unterschiedlichsten Ergebnissen geraten. Eines weiß ich aber ganz gewiss, die US-Amerikaner, Brasilianer und sogar die Deutschen (u.v.m.) möchten alle nur einigermaßen gut leben oder zur Not halt über die Runden kommen.


... und deshalb fragen sich diejenigen Brasilianer, die die USA bereisen: schön ausgebaute Highways mit nur geringen Maut Gebühren, gepflegte Städte (zumindest gepflegter als in Brasilien), keine Mauern notwendig, billige Elektronik und Gebrauchsgüter, billigeres Reisen, gut ausgebildete Polizei, kaum Kriminalität (zumindest weniger als in Brasilien), viel besser bezahlte Jobs, viel bessere Bildung, viel weniger Korruption etc... und sie fragen sich: warum nicht bei uns in Brasilien???? Egal, jetzt geht ein Aufschrei durch die Brasil-Lover Komunity aus dem reichen Deutschland, die mir jetzt reihenweise aufzählen werden, wie beschissen die USA und wie falsch die aufgezählten Punkte sind, aber dem durchschnitts US-Amerikaner geht es seit jahrhunderten viel besser als dem durchschnitts Brasilianer, egal wie schön, romantisch und locker der reiche Deutsche Rio de Janeiro gerade findet!
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon karlnapp » Sa 5. Feb 2011, 17:48

Egal, jetzt geht ein Aufschrei durch die Brasil-Lover Komunity aus dem reichen Deutschland,

Aufschreien werde ich bestimmt nicht!
Und ein ausgesprochener Brasil-Lover bin ich ebenfalls nicht. Es hätte mich auch in die USA verschlagen können, wo ich den Jahren 1986-7 fast 12 Monate bei der Heilemann Brewing Co. für meine damalige deutsche Firma arbeitete. Ich bin aber dann in Brasilien gelandet und habe versucht das Beste draus zu machen, was mir auch teilweise gelungen ist.
Jetzt, als Rentner, sind meine Ehefrau und ich heilfroh, dass wir uns in Deutschland und Brasilien jeweils die Rosinen herauspicken können. Wir haben ja auch lange genug dafür gearbeitet, eingezahlt und sogar Entbehrungen auf uns genommen.
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon Rio_de_Janeiro » Sa 5. Feb 2011, 18:07

Takeo hat geschrieben:Vor langer Zeit sind Engländer, Iren und Mitteleuropäer nach Nordamerika ausgezogen um sich eine neue bessere und freiere Welt aufzubauen. Und diese Mentalität schlägt sich bis heute in den USA nieder.

Haha, die lieben Auswanderer, die eine "bessere" Welt aufbauen wollten haben mal eiskalt die Indianer ausgelöscht -genauso wie die Portugiesen- schwarze Sklaven ins Land gebracht und ausgepeitscht, sich im Goldrausch gegenseitig erschossen und sich eine Plastikwelt aufgebaut, deren Energiebedarf unermesslich groß ist. Man denke an so einen Müll wie Las Vegas, eine Stadt aus Plastik und Beton, für die extra Wasser in die Wüste von Nevada gepumpt werden muss.

Takeo hat geschrieben:Die Portugiesen sind ausgezogen um Südamerika auszuplündern, auszurauben und auszunutzen, auch diese Mentalität schlägt sich bis heute in Brasilien nieder.

Wie ich schon schrieb: Die Nordamerikaner waren also besser? Komisch, da muss ich wohl echt in Geschichte geschlafen haben.

Takeo hat geschrieben:Dass es ein paar erhaltene Bauwerke in Salvador oder Ouro Preto gibt ändert nichts an der Tatsache, dass Brasilien nur ein billiger Abklatsch gegen nordamerikanische Restaurationskunst, Geschichts- und Kulturerhaltung ist!

Nenne mir nur EINE Stadt in den USA, die es mit den von mir aufgeführten Orten in Brasilien bauwerktechnisch aufnehmen kann! Ich war schon in Nordamerika. Wer etwa meint, dass New York oder L.A. über schöne Bauwerke verfügen, der hat scheinbar eine Vorliebe für Beton-Bauten. Und in Alaska werden die meisten Privathäuser -das habe ich live gesehen und erklärt bekommen- aus Sperrholzplatten gebaut, die über NULL Isolierung verfügen. Dass das brennt wie nichts oder bei einem kleinen Stürmchen umherfliegt, interessiert niemanden.

Takeo hat geschrieben:Dass Du auf Rio abfährst ist ja schön für Dich, nur lasse die Kirche im Dorf und fange nicht an Dir eine Realität vorzugaukeln die es so nicht gibt! Die Brasilianer wissen schon ganz genau warum sie versuchen den USA nachzueifern... nur 500 Jahre Rückstand, Misswirtschaft und Korruption ist eben schwer aufzuarbeiten!

Ich gaukle mir nichts vor, sondern verschaffe mir einen Überblick über die Lage, indem ich mich mit der Materie auseinandersetze und mich dabei auf harte Fakten berufe. Ok, dass ich eine Vorliebe für Rio habe, kehre ich nicht unter den Teppich, aber ebenso wenig sollte man die Tatsachen verdrehen und die Nordamerikaner als das "bessere" Volk darstellen.

Welches Volk hat die einzigen beiden Atombomben abgeworfen?
Welches Volk spielt sich als Weltpolizei auf und gibt pro Jahr mehr für Militärgedöns aus als anderen Staaten als Gesamtetat zur Verfügung steht?
Wer hat denn das globale Finanzsystem an den Abgrund getrieben durch Zockorgien von renditegeilen Bankern? Die USA sind de facto fast bankrott! Der Schuldenberg wird nie wieder von irgendwem abgetragen werden! Die FED druckt Papiergeld nach und treibt die Inflation an.

Takeo hat geschrieben:... und deshalb fragen sich diejenigen Brasilianer, die die USA bereisen: schön ausgebaute Highways mit nur geringen Maut Gebühren, gepflegte Städte (zumindest gepflegter als in Brasilien), keine Mauern notwendig, billige Elektronik und Gebrauchsgüter, billigeres Reisen, gut ausgebildete Polizei, kaum Kriminalität (zumindest weniger als in Brasilien), viel besser bezahlte Jobs, viel bessere Bildung, viel weniger Korruption etc... und sie fragen sich: warum nicht bei uns in Brasilien???? Egal, jetzt geht ein Aufschrei durch die Brasil-Lover Komunity aus dem reichen Deutschland, die mir jetzt reihenweise aufzählen werden, wie beschissen die USA und wie falsch die aufgezählten Punkte sind, aber dem durchschnitts US-Amerikaner geht es seit jahrhunderten viel besser als dem durchschnitts Brasilianer, egal wie schön, romantisch und locker der reiche Deutsche Rio de Janeiro gerade findet!

Dass in Brasilien und speziell in Rio nicht alles Gold ist, was glänzt, das weiß ich selbst. Aber die USA sind alles andere als ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Auch an Dich Takeo die Frage: Was schreibst Du überhaupt in einem Brasilien-Freunde-Forum, wenn das Land doch in Deinen Augen nur korrupt ist und von raffgierigen Portugiesen gegründet wurde? Wenn doch die USA kulturell mehr zu bieten haben, wandere doch nach dort aus.

Wer mich kennt aus diesem Forum hier, der weiß, dass ich in der Regel versuche, stets einen sachlichen Ton an den Tag zu legen, auf Augenhöhe Diskussionen auszutragen und meine Aussagen mit Argumenten zu untermauern. Allerdings kann man auch mich aus der Reserve locken, wenn man die sachliche Ebene verlässt und Fakten verdreht.

Als Beispiel sei hier Takeos erste Aussage der ach so lieben USA-Auswanderer versus böse Portugiesen aufgeführt. Beide Parteien haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Wer aber davon spricht, dass die USA-Auswanderer (nicht selten gescheiterte Existenzen, die es in Europa zu nichts mehr brachten) eine "bessere Welt" aufbauen wollten und genau weiß, was sich daraus entwickelt hat, der vermittelt ein verzerrtes Bild der Realität.

Übrigens: Auf der Liste der gefährlichsten Städte nehmen auch viele amerikanische Metropolen wie Detroit einen Spitzenplatz ein.
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon Takeo » Sa 5. Feb 2011, 22:59

ehrlich Rio_de_Janeiro... Dein Nickname, Dein Avater und Deine Aufschrei (das war übrigens genau was ich meinte!)... ist ja schön für Dich dass Du so auf Rio abfährst, aber Dein Post in den Du so viel Mühe gesteckt hast gibt mir letztendlich nur ein Insight wie stark Deine rosarote Brille ist, wenn es um Dein geliebtes Brasilien geht. Es freut mich ja dass es Dir in Rio (kennst Du noch mehr von Brasilien?) gefällt, aber es ändert eben nichts an der Tatsache dass USA (und Kanada) mit ganz anderen Vorraussetzungen und eben auch mit anderen Resultaten aufgebaut worden ist als Brasilien, und die paar Restaurationsbauten die es (noch) irgendwo in Brasilien gibt sind kein Beweis von tiefgründigerem brasilianischem Kulturbewusstsein, denn die Amerikaner mit ihrer Plastikmentalität haben etliche Male mehr Kultur restauriert als Brasilien verfallen hat lassen... Gewöhn Dich dran, wir können die Realität nicht ändern, ja ganz Amerika wurde mit viel Blut erbaut, nur in Nordamerika hiess das Motto Aufbau, in Südamerika hiess (und heisst leider bis heute noch) das Motto Ausnutzung! Das ist der Unterschied, und es ist ein wichtiger Unterschied und (kultivierte) Brasilianer beneiden Amerikaner um diese Einstellung, die den USA in den letzten Jahrhunderten einen wesentlichen Vorsprung verschafft hat, den Brasilien auch in den nächsten Jahrhunderten nur mit grosser Mühe aufholen kann, egal wie Plastik die Amerikaner sind... und ja, als ich das letzte Mal in USA war gab es überall, wirklich überall strikte Mülltrennung, nirgendwo Müll auf der Strasse und Arrastões sowieso nicht... da kannst Du noch weitere Negativbeispiele aus USA aufzuzählen versuchen... USA wird immer an Lebensqualität und Nachhaltigkeit gewinnen, und deshalb ist es garnicht so schlecht wenn (kultivierte) Brasilianer ihr Land mal mit den USA vergleichen und auch abkucken...
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon Rio_de_Janeiro » So 6. Feb 2011, 00:33

Hallo Takeo, um es gleich vorweg zu sagen: Ja, ich habe auch schon andere Städte Brasiliens kennengelernt (Salvador, Recife, Parati etc.), aber Rio hat es mir eben am meisten angetan.

Nun, ich kann nur erkennen, wie sich die USA rückwärts entwickeln. Sicher ist Dir nicht entgangen, dass unzählige Familien im Zuge der ausufernden Finanzkrise ihre Häuser verloren haben und sich Zeltlägern außerhalb der Vorstädte zu Zehntausenden versammelt haben, nachdem sie aus ihren Schuldenburgen vertrieben wurden. Teilweise leben sie dort ohne fließendes Wasser unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die zurückgelassenen Häuser hingegen verfallen, da sie keine Käufer finden. Die Amerikaner sind hochgradig verschuldet. Von Lebensqualität kann nicht die Rede sein, wenn teilweise 3 Jobs angenommen werden müssen, um überhaupt genug Einkommen zur Verfügung zu haben, um sich Nahrung und Unterkunft finanzieren zu können.

Das alles ist das Resultat eines total verkorksten Systems: Während für Militärkram Milliardenbeträge über die Theke gegangen sind, wurden die Normalbürger schon seit Jahrzehnten vollends vernachlässigt.

Und was die Kriminalität anbelangt: Vielleicht hättest Du Dir mal vorhin im ZDF_Neo-Kanal mal folgende Sendung anschauen sollen: http://www.tvmovie.de/Louis-Theroux.84.0.html?&detail=16246021

Louis Theroux
Amerika Extrem: Killadelphia


Die Angst vor Verbrechen ist in den USA allgegenwärtig. Die Kriminalitätsstatistiken legen nahe, dass diese Angst im weltweiten Vergleich durchaus berechtigt erscheint. Bei seinen Reisen an die Ränder der amerikanischen Gesellschaft musste Louis Theroux schon so manche unangenehme Herausforderung überstehen. Für diese BBC Exklusiv-Dokumentation hat er seinen vielleicht gefährlichsten Auftrag angenommen: Er geht mit der Polizei von Philadelphia auf Streife, in der amerikanischen Großstadt mit der höchsten Verbrechens- und Mordrate...


Hier geht es genauso ab wie in den Favelas von Brasilien.... Drogenbosse, Schießereien auf offener Straße, Morde vor der Haustür und eine hilflose Polizei....

Und hier nochwas zum Thema Staatsverschuldung:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,743492,00.html

Rekordverschuldung
US-Notenbankchef warnt indirekt vor Staatsbankrott


1,5 Billionen Dollar Miese könnten die USA in diesem Haushaltsjahr machen - viel zu viel, meint Ben Bernanke. Der Notenbankchef ermahnte die Politiker mit drastischen Worten zum Sparen. Sonst könnten Investoren dem Land neue Kredite verweigern.

Washington - US-Zentralbankchef Ben Bernanke warnt vor einer Schuldenkrise in den USA. Er rief Regierung und Parlament zu entschlossenen Schritten auf, das Haushaltsdefizit und steigende Staatsschulden in den Griff zu bekommen. Falls dies nicht gelingen sollte, könnte dies letztlich dazu führen, dass Investoren der Regierung kein Geld mehr leihen, sagte Bernanke. "Finanzpolitiker stehen vor einer entscheidenden Herausforderung."


Also, um ehrlich zu sein.... hat man wirklich Grund, auf dieses Land neidisch zu sein? Mir wäre es neu, dass Brasilien kurz vor dem Staatsbankrott steht....
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon Takeo » So 6. Feb 2011, 03:27

... trotzdem komisch, dass so wenig Amerikaner an den brasilianischen Grenzen Schlange stehen um hier (Brasilien) Aufenthaltsbewilligung zu bekommen. Und bei dem ganzen Elend dass in den USA zu herrschen scheint, sehe ich auch kaum brasilianische Hilfe nach USA fliessen... egal, bei meinen USA Aufenthalten sah ich weder bettelnde Kinder und eigentlich auch keine Favelas... natürlich bin ich nicht soo doof um zu glauben, dass alles toll ist in USA, aber ich bin nicht doof genug um mir Brasilien schön zu reden und die USA schlecht... Tatsache ist, USA versus Brasilien: worlds apart... und jetzt hör' endlich auf Dir einzureden, dass Brasilien wirtschaftlich oder sozial in irgendeiner Form an USA tippen könnte, kann es nämlich nicht, und viele Brasilianer schauen nicht grundlos neidisch ins nordamerikanisch benachbarte USA (welches ähnlich wie Brasilien auch vor etwa 500 Jahren angefangen hat).
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon BrasilJaneiro » So 6. Feb 2011, 10:44

Trigx hat geschrieben:Hola Gente,

ich sehne mich nach nach einem großen kulturellen Wechsel im Leben. Ich möchte mich gerne für eine lange Zeit nach Südamerika absetzen. Ich werde von dem ganzen Konsum in Europa erdrückt und habe die Schnauze einfach gestrichen voll. Ich fühle mich einfach gesättigt und würde gerne für eine gewisse Zeit in Südamerika leben. Bei Gefallen eventuell sogar ganz dort auswandern. Da ich aber nur ein Touristenvisum bekomme, muss ich ja nach 6 Monaten für ein halbes Jahr das Land verlassen. Hier dachte ich, das ich dann weiter in ein anderes Land auf dem südamerikanischen Kontinent gehe um dort für weitere 6 Monate leben zu können. Danach werde ich dann wieder nach Brasilien einreisen ohne dafür nach Europa zu müssen. Quasi Länder-Hopping.

Überhaupt, wie macht das Ronald Schill bei seiner Rente (1200 Euro) ?

Habe ja sonst keine Möglichkeit dort zu bleiben. Rentner bin ich nicht, Heirat möchte ich auch noch nicht, Investieren kann ich nicht.

Ich würde in all den Ländern gerne günstig leben können. Meine Ansprüche sind wirklich nicht groß denn ich liebe es ein einfaches Leben führen zu können.

Ich bin 32, finanziell unabhängig da ich über das Internet meine Arbeiten erledige und bin psychisch halbwegs am Ende. :shock: Psychologe hat auch nichts gebracht denn dafür bin ich wohl doch geistig zu gesund.

Monatliches Budget > knapp 2000 Euro.

Frage(n) an die Experten unter euch:

1. Wo lässt es sich in Brasilien günstig, warm und sicher leben?
Zu abgeschieden sollte es auch nicht sein. Grenznahe Orte sind natürlich von Vorteil für mich.

2. Weche Nachbarländer sind zu empfehlen?

3. Kennt ihr günstige Unterkünfte (Brasilien, vielleicht sogar Nachbarländer) wo man für ein paar Monate wohnen kann?

Besten Dank vorab :wink:


Erstmal kann ich dich gut verstehen, wenn du ausgelaugt bist und diese Konsumwelt in Deutschland nicht mehr erleben möchtest. Aber du solltest zuerst in Deutschland Kontakt zu Brasilienkenner (Deutsche wie auch Brasilianer) suchen. Es gibt eine Reihe von Erfahrungen, die du dir anhören kannst. Wenn du ein regelmäßiges Einkommen hast, dann solltest du den Weg über das Konsulat suchen, um ein längeres Visum zu erhalten. Wenn man Glück hat, dann erwischt man einen Angestellten, der auch helfen will und kann. Wie vieles in Brasilien möglich ist, so ist auch vieles unmöglich oder kompliziert und langwierig. Alles eine Sache der Sympathie, Wollen und Können. Sollte es trotzdem alles scheitern, dann kannst du immer noch die hier schon gemachten Empfehlungen nachgehen. Für die erste Zeit würde ich dir auch die südlichen Staaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina empfehlen. Dort kannst du dich mancherorts in Deutsch verständigen und nebenher portugiesisch erlernen. Ausserdem kannst du immer nach sechs Monaten in die zivilisierten Staaten nach Uruguay, Argentinien oder in die Bananenrepublik Paraguay ausreisen. Für R$ 1.000,00 bis 1.500,00 kannst du dir ein Haus mit Pool mieten. Egal ob du Ausländer bist. Brauchst nur in Vorkasse gehen. Dann wird der Makler schon schwach. In Brasilien gibt es keine Meldepflicht. Kannst leben wo du willst. Viel Spaß.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon Rio_de_Janeiro » So 6. Feb 2011, 11:12

Takeo hat geschrieben:... trotzdem komisch, dass so wenig Amerikaner an den brasilianischen Grenzen Schlange stehen um hier (Brasilien) Aufenthaltsbewilligung zu bekommen. Und bei dem ganzen Elend dass in den USA zu herrschen scheint, sehe ich auch kaum brasilianische Hilfe nach USA fliessen... egal, bei meinen USA Aufenthalten sah ich weder bettelnde Kinder und eigentlich auch keine Favelas... natürlich bin ich nicht soo doof um zu glauben, dass alles toll ist in USA, aber ich bin nicht doof genug um mir Brasilien schön zu reden und die USA schlecht... Tatsache ist, USA versus Brasilien: worlds apart... und jetzt hör' endlich auf Dir einzureden, dass Brasilien wirtschaftlich oder sozial in irgendeiner Form an USA tippen könnte, kann es nämlich nicht, und viele Brasilianer schauen nicht grundlos neidisch ins nordamerikanisch benachbarte USA (welches ähnlich wie Brasilien auch vor etwa 500 Jahren angefangen hat).


Dann ein weiteres Mal meine Frage (die bis dato leider unbeantwortet blieb): Wieso verweilst Du überhaupt in Brasilien, wenn die USA doch so viel besser sind? Also, ich würde mir das überhaupt nicht geben, wenn doch alles so schlecht in Brasilien ist.

Schon oft habe ich mich in diesem Forum hier gefragt, ob ich überhaupt richtig bin. Denn statt auch sachlicher Ebene über Brasilien zu sprechen, wird teilweise alles, was mit Brasilien zu tun hat, in Grund und Boden geredet: Brasilianerinnen sind nur aufs Geld aus. Man wird an jeder Ecke ausgeraubt. Es ist dreckig und stinkt. Man verdient in Brasilien kein Geld. Alles und jeder ist korrupt. Es ist teuer und die Infrastruktur ist schlecht. Habe ich noch was vergessen?

Mit "Brasilien-Freunden" hat vieles, was hier verfasst wurde, sicher nichts zu tun. Wie ich schonmal an anderer Stelle im Forum schrieb: Man sollte nicht die Augen verschließen vor den bestehenden Missständen, aber wenn ich in einem "Brasilien-Freunde"-Forum unterwegs bin, dann werde ich doch sicher auch mal was Positives über das Land äußern können, oder?

Übrigens: Dass Amerikaner irgendwo Schlange stehen, ist nicht mal mehr sooo abwegig. Immerhin liegt die Arbeitslosenquote inoffiziell schon bei bald 30%. Kriminalität und Gewalt breiten sich wie ein Flächenbrand aus. Reden wir einfach in 10 Jahren nochmal drüber, was aus dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" geworden ist. Vielleicht hat man dann ja noch mehr Papiergeld in Umlauf gebracht, so dass die Staatsverschuldung die 100-Billionen-Grenze überschritten hat.

Ich würde nicht mal geschenkt in den USA leben wollen. Dieses "Welt-Polizei-Denken" k.... mich gelinde gesagt an.
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon nonato » So 6. Feb 2011, 11:57

@Rio_de_Janeiro

Ist ja schön und gut, dass es Dir in Rio gefällt. Ich würde es jedoch begrüßen, wenn Du Deine abfälligen Bemerkungen über andere Kulturkreise für Dich behalten könntest. Innerhalb kurzer Zeit hast Dich herablassend über USA, Asien und Deutschland geäußert. Danke.
Pior do que tá não fica.
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Re: Auswandern / Auszeit

Beitragvon berti1 » So 6. Feb 2011, 12:01

dimaew hat geschrieben:@Berti: wie sind denn die Visumsbestimmungen in Uruguay? Entsprechen die den barsilianischen Bestimmungen, oder gibt es dort sonst noch etwas zu beachten?


Schätze mal, es gibt kein Land wo man leichter einrwandern/reisen kann wie nach Uruguay.
Gibst einem Einwanderungshilfdir €500-800.-- und der steht für dich dann bei den Behörden an und macht seinen Job.
In diesem kleinen Uruguay gibt’s mittlerweile ne Menge von diesen Einwanderungshilfdir.
Musst nur aufpassen, dass du den „richtigen Deutschen“ findest, der auch sein Handwerk versteht
und der dir nicht gleich ein Haus, ein Auto und....verscherbelt.
Sonst ist es echt easy. Du musst lediglich €500.-- pro Monat an Einkommen nach weißen....und das lässt sich auch noch irgendwie regeln.....
Kriminalität hält sich in Grenzen und die ärztliche Versorgung ist billig und doch o.k.....
Gibt auch kein Gelbfieber, aber auch keine Freunde vom RWS :monkey: :monkey: :monkey:
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