Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukommen

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon cabof » Mo 11. Feb 2013, 22:52

Ich war grade im Urlaub im NO und hab die Armut dort gesehen. Aber fragt mich nicht, wie die das machen.

Frankyboy - das schrieb Trem-Mineiro und ich schliesse mich dieser Aussage an. Bezeichne mich als alten Hasen aber
bis heute bin ich nicht dahintergestiegen wie man mit wenig Geld (auch in Hütten) überleben kann. Irgendwie schaffen
die BR es alles auf die Reihe zu bekommen. Selbst in der ärmlichsten Hütte flimmert ein Farb-TV und plärren die CD`s
der Novela-Titelmusik. Und bei der nächst höheren Schicht staune ich über die Leichtigkeit wie die "Häuser" und Grund-
stücke kaufen und verkaufen. Bei dem Normalo-Deutschen ist das ein Akt für`s leben... Eigenheim, anschaffen und behalten
bis ans Lebensende. Vielleicht komme ich doch noch hinter das Geheimnis.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon frankieb66 » Mo 11. Feb 2013, 23:10

cabof hat geschrieben:Ich war grade im Urlaub im NO und hab die Armut dort gesehen. Aber fragt mich nicht, wie die das machen.

Frankyboy - das schrieb Trem-Mineiro und ich schliesse mich dieser Aussage an. Bezeichne mich als alten Hasen aber
bis heute bin ich nicht dahintergestiegen wie man mit wenig Geld (auch in Hütten) überleben kann. Irgendwie schaffen
die BR es alles auf die Reihe zu bekommen. Selbst in der ärmlichsten Hütte flimmert ein Farb-TV und plärren die CD`s
der Novela-Titelmusik. Und bei der nächst höheren Schicht staune ich über die Leichtigkeit wie die "Häuser" und Grund-
stücke kaufen und verkaufen. Bei dem Normalo-Deutschen ist das ein Akt für`s leben... Eigenheim, anschaffen und behalten
bis ans Lebensende. Vielleicht komme ich doch noch hinter das Geheimnis.

ich verstehe es auch nicht. Aber so ist halt "unser" Brasil. Das Brasil der Foren, des Nordostens und der gescheiterten Beziehungen. Und ich finde es immer wieder bedauerlich dass wenn ich auf die "neue" Mittelschicht hinweise runtergebuttert werde als gäbe es diese nicht. Wenn der ein oder andere Forist oder Journaliist diese Mittelschicht nicht kennt bzw. verleugnet: Pech, aber eben auch Bildungslücke. Und ab der oberen Mittelschicht scheißen diese Brasilianer den 0815-Deutschen auch monetär so zu dass er emotional maximal noch nach Malle fliegen könnte. Und wenn auch auch nur 20% der Brasilianer bessere Mittelschicht oder höher sind: ja, selbst dann wären es bereits 40 Mio.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon cabof » Mo 11. Feb 2013, 23:43

Ich kenne derzeit nur Leute in BR die a) nicht am Aufschwung teilnehmen und b) Leute die auf hohem Niveau jammern.

Armut gibt es bei uns auch, ich spreche da von versteckter Armut, die man nicht sofort sieht, Elend allerdings gibt
es mW nicht, hatte mal Erklärungsnot gegenüber BR als diese Leute in Schlafsäcken in Hauseingängen liegen sahen, ja,
das gibt es leider auch, müßte aber nicht sein. [-X
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon amazonasklaus » Di 12. Feb 2013, 04:05

frankieb66 hat geschrieben:
Ich kenne mich bisher nicht so gut aus, was die ganzen Kosten angeht, aber selbst im Süden Brasiliens scheint doch nur eine Minderheit über ein vergleichbares Einkommen zu verfügen.

Dass du dich da mal nicht täuscht.

Ich möchte niemanden sein verklärtes Brasilien-Bild zerstören, aber für die Behauptung, dass die Mehrheit der Haushalte über ein Nettoeinkommen von mehr als 10.000 Reais pro Monat verfügt, würde mich doch eine seriöse Quelle interessieren.

Das IBGE gibt jedenfalls, davon gravierend abweichend, für 2012 beispielsweise in Santa Catarina das Durchschnittsgehalt mit knapp 1.400 Reais pro Monat an. Brutto versteht sich.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon Elsass » Di 12. Feb 2013, 04:58

cabof hat geschrieben:Ich war grade im Urlaub im NO und hab die Armut dort gesehen. Aber fragt mich nicht, wie die das machen.
...Irgendwie schaffen die BR es alles auf die Reihe zu bekommen. Selbst in der ärmlichsten Hütte flimmert ein Farb-TV und plärren die CD`s
der Novela-Titelmusik. . . .

und zum Kacken mit dem Spaten in die Cacao-Plantage, wenn regnet mit dem Schirm dabei :?
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon Trem Mineiro » Di 12. Feb 2013, 05:05

Wir sollten das nicht an den 10.000 Reais festmachen, das ist schon das fette Leben eines, den es nach Brasilien verschlagen hat.
Und dann muss man das auch als Familien-Einkommen sehen. Ich kann ja als Umfeld nur meine Kollegen bieten, deren Einkommensverhältnisse ich ungefähr kenne. Das sind alles junge Ingenieure, gut ausgebildet, die mit knapp unter 30 schon an 4.000 Reais rankommen, mit 32-35 sind die bei 6.000 Reais (alles dann x14). Und die haben keine Faxineiras geheiratet, sondern Mädchen aus guten Familien, auch gut ausgebildet, Juristinnen, Verwaltungsangestellte im besseren Dienst, Ärzte, Kleinunternehmerinnen. Die tragen auch ihr Scherflein zum Familieneinkommen bei und so kommen die zusammen auf 10.000 Reais. Wenn man nicht den Idealjob hat, vielleicht ein wenig drunter. Kinder stören da auch nicht, die Mädchen arbeiten weiter und die Kinder werden von der Oma oder Baba erzogen, auch wenn's nicht unser Ideal ist.

Man kann sich darüber streiten, für wie viele Brasilianer das so zutrifft. Hinzu kommen ja noch die ältere Generation, die sich ihr Leben im alten öffentlichen Dienst und in den Staatsbetrieben eingerichtet hatte. Aber da kommen schon eine Menge zusammen, irgendwer muss ja die ganzen Neubauten beziehen, auch wenn's erst mal finanziert ist. Und diese neue bessere Mittelschicht trägt natürlich dazu bei, dass, wenn der Schnitt bei nur bei 1.400 Reais liegt, ein Haufen Brasilianer halt nur 700 Reais oder weniger verdient. Dadurch geht die Schere im unteren Bereich noch schneller auseinander.
Ist wie in Deutschland, wo immer mehr Leute den Anschluss an die Durchschnittsgesellschaft verlieren. Immigranten, Bildungsferne, Unwillige und Schwache.

Viele Grüße
Trem Mineiro

PS: ich halte die Beiträge von BrasilJaneiro für ein wenig zu optimistisch, aber Optimismus gehört wohl zum Auswandern dazu.
Zuletzt geändert von Trem Mineiro am Di 12. Feb 2013, 05:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon Elsass » Di 12. Feb 2013, 05:06

cabof hat geschrieben:... hatte mal Erklärungsnot gegenüber BR als diese Leute in Schlafsäcken in Hauseingängen liegen sahen, ja, das gibt es leider auch, müßte aber nicht sein. [-X

der feine Unterschied ist wohl der Schlafsack, den man im Brasilien nicht braucht. Im NE schlaft der mendigo am Strand.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon Elsass » Di 12. Feb 2013, 05:32

Trem Mineiro hat geschrieben:. . . .
Brasilien ist heute kein Auswanderland mehr, nur noch ein Land, wo man sein Geld verjubeln kann, wobei mir da andere Ziele reizvoller wären.

Viele Grüße
Trem Mineiro

In einem Satz alles gesagt. :!:
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon amazonasklaus » Di 12. Feb 2013, 05:35

cabof hat geschrieben:Und bei der nächst höheren Schicht staune ich über die Leichtigkeit wie die "Häuser" und Grund-
stücke kaufen und verkaufen. Bei dem Normalo-Deutschen ist das ein Akt für`s leben... Eigenheim, anschaffen und behalten
bis ans Lebensende. Vielleicht komme ich doch noch hinter das Geheimnis.

Ich gebe Dir einen kleinen Tipp: leicht verdientes Geld, z.B. Schauspieler, Sänger, Fußballer, Unternehmer (mit unanständig hohen Gewinnmargen), Drogenhändler, Beamte (mit hohem Gehalt und zusätzlichen Einnahmen aus propinas), politische Amtsträger (an die Geld aus öffentlichen Aufträgen irgendwie zurückfließt) und deren Familienangehörige usw.

Jemand, der sich das Geld mühsam zusammensparen muss, geht typischerweise damit anders um. Ist nichts brasilienspezifisches.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon amazonasklaus » Di 12. Feb 2013, 06:05

Trem Mineiro hat geschrieben:Die tragen auch ihr Scherflein zum Familieneinkommen bei und so kommen die zusammen auf 10.000 Reais. Wenn man nicht den Idealjob hat, vielleicht ein wenig drunter.

Na prima, dann haben einige Paare in Deinem Bekanntenkreis ein Bruttoeinkommen von 10.000 Reais, netto vielleicht 8.000. Daraus folgt für mich nicht zwangsläufig, dass die Mehrheit der Haushalte mehr als 10.000 Reais zur Verfügung hat.

Oder doch? Na gut, dann schließe ich mich Dir und Frankie an und gebe ergänzend zu Protokoll, dass die Brasilianer mehrheitlich in Penthouse-Wohnungen in Leblon wohnen, mit dem Helikopter ins Büro fliegen und Villen in Jurure Internacional haben, wo sie die Sommerferien verbringen.
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