Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukommen

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 12. Feb 2013, 07:50

amazonasklaus hat geschrieben:
frankieb66 hat geschrieben:
Ich kenne mich bisher nicht so gut aus, was die ganzen Kosten angeht, aber selbst im Süden Brasiliens scheint doch nur eine Minderheit über ein vergleichbares Einkommen zu verfügen.

Dass du dich da mal nicht täuscht.

Ich möchte niemanden sein verklärtes Brasilien-Bild zerstören, aber für die Behauptung, dass die Mehrheit der Haushalte über ein Nettoeinkommen von mehr als 10.000 Reais pro Monat verfügt, würde mich doch eine seriöse Quelle interessieren.

Das IBGE gibt jedenfalls, davon gravierend abweichend, für 2012 beispielsweise in Santa Catarina das Durchschnittsgehalt mit knapp 1.400 Reais pro Monat an. Brutto versteht sich.


R$ 1.400,00 Brutto ist durchaus glaubhaft. Dabei ziehen natürlich die vielen Mindestlohnempfänger die Summe nach unten. Meine Frau ist Sozialarbeiterin und verdient ca R$ 2.500,00. Dafür muss sie wegen eines neuen Gesetzes nur noch 6 Stunden am Tag arbeiten.
Die Brasilianer schaffen es zu leben, in dem sie einmal nicht die hohen Nebenkosten wie in Deutschland haben (Strom, Wasser, Heizung=0), keine unnötigen Lasten tragen müssen (Makler, Kaution etc) und keinen unnötigen Tinnef kaufen wie in Deutschland oder ihr Mobiliar zum Sperrmüll alle Jahre schleppen weil IKEA. Ich könnte in Deutschland jede Woche eine Wohnung mit Möbel einrichten, die hier bei mir zum Sperrmüll gegeben werden. Der Deutsche ist nur noch der gewünschte Wegwerfkonsument.
Außerdem sparen viele Brasilianer, weil sie keine Urlaubsreisen machen wie die Deutschen. Viele Deutsche ist der Urlaub wichtiger, als die Bildung ihrer Kinder. In Brasilien habe ich mich schon vor 20 Jahren gewundert, wie einfache Brasilianer ca 200 €uro für jedes Kind an die private Schuleinrichtung bezahlen können. Es geht aber. Auch beim Essen wird gespart. Der ganze Mist an Joghurt, Wurst, Käse etc wird in Brasilien nicht gebraucht. Das Angebot in Deutschland verführt nur dazu, seinen Kühlschrank und Vorratsschrank mit unnötigen Dingen zu füllen.
Natürlich ist es auch bekannt, dass heute 2/3 der brasilianischen Haushalte überschuldet sind. Reiz daran, dass jeder mit einem nome limpo alles auf Kredit kaufen kann. Auch ein Paar Schuhe für R$ 20,00.
Eine gesunde Mittelschicht entwickelt sich gerade und gibt es selbstverständlich. Es gibt aber auch Extrem-Beispiele, wo einige Brasilianer und Ausländer viel, viel Geld verdienen. Mehr als sie zB in Deutschland bekommen würden. Mein Onkel war schon vor 30 Jahren in einer deutschen Firma mit dem 40fachen Mindeslohn eingestuft. Das hätte er in Deutschland besonders auch im Bezug zur Kaufkraft nie erhalten. Trotzdem leben die meisten in Brasilien am Existenzminimum. Das ist auch keine Schande. Es steht in keiner Bibel, dass ich viel Geld hinterlassen muss. Ich muss eigentlich nur immer 30 Tage damit auskommen. Wichtiger ist, dass man seinen Kopf frei hatte, klare Gedanken fassen kann und sich nicht wie in Deutschland mit den zu hohen Steuern, Gebühren und Sozialabgaben rumschlagen muss.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 12. Feb 2013, 07:54

frankieb66 hat geschrieben:
BrasilJaneiro hat geschrieben:Du kannst beim Konsulat in Rumänien ein Visum beantragen. Mit ca. R$ 2000,00 nachweislich dürfte es auch vielleicht kein Problem geben.

Ach ja? Keine Probleme gibt es erst ab ca. 6.000 R$.

BrasilJaneiro hat geschrieben:Natürlich reichen ca R$ 2.000,00 zum leben. Mehr nicht. Extra Wünsche sind nicht drin.

Ja, das ist richtig. Favela, arroz e feijao.


Favela stimmt nicht ist überzogen. Aber Reis und Bohnen sind mir lieber als die Fresspappe in Deutschland. In Brasilien kann der Ärmste wenigstens noch frisch kochen.
R$ 2.0000,00 reichen nicht für Rio, wenn man jeden Tag mit einer moçinha ins Hotel verschwindet. Ansonsten wären wohl 60% der Brasilianer über dieses Netto-Einkommen glücklich.
Probleme muss man individuell sehen. Muss jeder selbst versuchen. Es gibt aber auch Ermessensspielraum. Jedes Land wird anders beurteilt. Ist doch klar, dass von Deutschen, Amerikanern und Briten mehr verlangt werden kann, als von Rumänen.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon moni2510 » Di 12. Feb 2013, 12:11

was ich nicht verstehe, warum immer der Durchschnittslohn ins Gespraech kommt. Das hilft doch keinem weiter, der nach Brasilien ziehen will. Jedes Leben ist individuell und ich halte es wie Trem, ich bin nicht nach Brasilien gekommen, um mich zu verschlechtern... Und ist das nicht eigentlich das Ziel, wenn man auswandert in ein neues und besseres Leben?????
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon amazonasklaus » Di 12. Feb 2013, 13:33

Das sehe ich auch so und empfinde die kursierenden 10.000 Reais im Monat, die der Mehrheit der Brasilianer anscheinend heutzutage zur Verfügung stehen, für menschenunwürdig. Da geb ich ja locker das Doppelte allein für meinen monatlichen Nachschub an 1974-er Château Lafite Rothschild aus.

Aber es gibt halt auch Leute, die nicht das Glück haben, über ihren deutschen Arbeitgeber nach Brasilien zu kommen und die sich demnach am lokalen Gehaltsniveau und Lebenstandard orientieren müssen. Oder einfach Leute, die weniger materiell orientiert sind und zufrieden sind, wenn sie in einer schönen Umgebung mit freundlichen Menschen leben können oder die gern finanzielle Einbußen hinnehmen, damit die Ehefrau in ihrem gewohnten Umfeld glücklich ist. Und so weiter.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 12. Feb 2013, 13:38

moni2510 hat geschrieben:was ich nicht verstehe, warum immer der Durchschnittslohn ins Gespraech kommt. Das hilft doch keinem weiter, der nach Brasilien ziehen will. Jedes Leben ist individuell und ich halte es wie Trem, ich bin nicht nach Brasilien gekommen, um mich zu verschlechtern... Und ist das nicht eigentlich das Ziel, wenn man auswandert in ein neues und besseres Leben?????


Das ist auch mein Motto. Aber wir müssen auch andere Meinungen dazu akzeptieren. Jeder soll sein Leben leben. Vielleicht wandern auch Leute wegen der Religion, der Politik, wegen der Zukunft oder nur wegen Spaß aus. Vielleicht will sich der Ein- oder Andere nur dünne machen. Es gibt viele Beispiele. Es soll auch Menschen geben, die trotz Armut mit der richtigen Idee am richtigen Ort reich geworden sind. Jedenfalls ist das Leben überall gleich. Hast du was, bist du was. Hast du nichts, bist du nichts!
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon moni2510 » Di 12. Feb 2013, 13:49

Geld allein macht sicher nicht gluecklich, aber ganz ohne moechte ich hier einfach nicht leben... denn hier gibts nicht Hartz4, sondern SUS, wenns dann mal nicht so laueft...

In diesem Sinne alles Gute fuer alle, die es gewagt haben nach Brasilien! Denn egal unter welchen Umstaenden, ich finde es mutig, soweit weg zu ziehen!
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 12. Feb 2013, 22:20

moni2510 hat geschrieben:Geld allein macht sicher nicht gluecklich, aber ganz ohne moechte ich hier einfach nicht leben... denn hier gibts nicht Hartz4, sondern SUS, wenns dann mal nicht so laueft...

In diesem Sinne alles Gute fuer alle, die es gewagt haben nach Brasilien! Denn egal unter welchen Umstaenden, ich finde es mutig, soweit weg zu ziehen!


Die Brasilianer haben es noch gut. Die dürfen selbst noch darüber nachdenken, wie sie Geld verdienen möchten. Hartz IV und jeder linke Mist dient nur dafür, das Volk weiter zu entmündigen.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon frankieb66 » Di 12. Feb 2013, 22:58

BrasilJaneiro hat geschrieben:Die Brasilianer haben es noch gut. Die dürfen selbst noch darüber nachdenken, wie sie Geld verdienen möchten.

Notfalls halt mit Überfällen und/oder Drogen verticken. Das ist wahre Selbstbestimmung.
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 13. Feb 2013, 00:15

An sich sollte das nicht zum Glaubenskrieg ausarten und ich wollte auch keine allgemeinen statistischen Zahlen für die Einkommensentwicklung in Brasilien abgeben.

Es ging um die Frage, wie man 10.000 Reais im Monat ausgeben kann bzw. wofür. Anhand der Liste kann nun jeder streichen, bis er auf das Niveau kommt, das er finanzieren bzw. irgendwie hier in Brasilien verdienen kann.

So ein Einkommen zu erzielen ist in D leichter als in Brasilien aber unter den entsprechenden Voraussetzungen, gute Ausbildung in der richtigen Sparte, Sprachkentnisse, Beziehungen durchaus möglich möglich. Das beweist eine nicht unerhebliche Zahl von Brasilianischen Aufsteigern. Allerdings sind mir nur wenige deutschen Auswanderer bekannt, die sowas geschafft haben.

Um auf AmazonasKlaus zu antworten, das sind nicht ein paar Bekannte sonder ein Querschnitt aus den Firmen, mit denen ich zu tun habe, mein eigener Laden hat so um die 120 Arbeitsplätze, von denen sicherlich 30 % an die 6.000 Reais kommen (die 10.000 waren Familieneinkommen)Bei Meinen Kunden entwickelt sich das auch, vielleicht dort nur 15-20 %.
Ich wohne in einem "besseren" zentralen Stadtviertel und nicht alleine. Wer hier wohnt muss auch ein vergleichbares Einkommen haben, sonst kann es das nicht mieten bzw. die Finanzierungsraten abstottern. Und ich glaube, mit meinem Einkommen gehöre ich hier nicht zu den Spitzenverdienern.
Klar, bei unseren 3 Mio Einwohnern haben wir sicherlich 2 Mio. die von solchen Verhältnissen träumen, bzw. besser erst gar nicht daran denken. Aber die Zeiten, wo sich nur ein paar Reiche den Mittelklassen Wohlstand leisten können, sind wohl ein paar Jahre vorbei.
Ich beobachte diese Entwicklung nun seit 1995, solange bin ich hier, und da hat sich mächtig was getan.

Was aber nichts daran ändert, dass ein großer Teil der Bevölkerung an dieser Entwicklung nicht teilnimmt. Ist wohl ein Symptom der BRIK-Staaten, auf der einen Seite starke wirtschaftliche Entwicklung bei Vernachlässigung der Sozialsysteme, weil dort kein Geld investiert wird. Soziale Marktwirtschaft bremst halt den Fortschritt und schmälert die Gewinne. Wer in Brasilien leben will, muss das halt akzeptieren und auch mal die Augen vor der Armut verschließen können.

Ich hab die Beiträge von BrasilJaneiro mit Interesse gelesen. Jetzt verstehe ich, dass das nicht einfach Optimismus ist, sondern dass da eine Lebenseinstellung dahinter steht.
Wer also auf der Basis eine Auswanderung plant, sollte sich vorher im klaren darüber sein, ob er diese Einstellung teilt. Ich könnte das nicht.

Viele Grüße
Trem Mineiro
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Re: Auswandern Blumenau - Monatlicher Betrag um zurechtzukom

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 13. Feb 2013, 07:49

Trem Mineiro hat geschrieben:An sich sollte das nicht zum Glaubenskrieg ausarten und ich wollte auch keine allgemeinen statistischen Zahlen für die Einkommensentwicklung in Brasilien abgeben.

Es ging um die Frage, wie man 10.000 Reais im Monat ausgeben kann bzw. wofür. Anhand der Liste kann nun jeder streichen, bis er auf das Niveau kommt, das er finanzieren bzw. irgendwie hier in Brasilien verdienen kann.

So ein Einkommen zu erzielen ist in D leichter als in Brasilien aber unter den entsprechenden Voraussetzungen, gute Ausbildung in der richtigen Sparte, Sprachkentnisse, Beziehungen durchaus möglich möglich. Das beweist eine nicht unerhebliche Zahl von Brasilianischen Aufsteigern. Allerdings sind mir nur wenige deutschen Auswanderer bekannt, die sowas geschafft haben.

Um auf AmazonasKlaus zu antworten, das sind nicht ein paar Bekannte sonder ein Querschnitt aus den Firmen, mit denen ich zu tun habe, mein eigener Laden hat so um die 120 Arbeitsplätze, von denen sicherlich 30 % an die 6.000 Reais kommen (die 10.000 waren Familieneinkommen)Bei Meinen Kunden entwickelt sich das auch, vielleicht dort nur 15-20 %.
Ich wohne in einem "besseren" zentralen Stadtviertel und nicht alleine. Wer hier wohnt muss auch ein vergleichbares Einkommen haben, sonst kann es das nicht mieten bzw. die Finanzierungsraten abstottern. Und ich glaube, mit meinem Einkommen gehöre ich hier nicht zu den Spitzenverdienern.
Klar, bei unseren 3 Mio Einwohnern haben wir sicherlich 2 Mio. die von solchen Verhältnissen träumen, bzw. besser erst gar nicht daran denken. Aber die Zeiten, wo sich nur ein paar Reiche den Mittelklassen Wohlstand leisten können, sind wohl ein paar Jahre vorbei.
Ich beobachte diese Entwicklung nun seit 1995, solange bin ich hier, und da hat sich mächtig was getan.

Was aber nichts daran ändert, dass ein großer Teil der Bevölkerung an dieser Entwicklung nicht teilnimmt. Ist wohl ein Symptom der BRIK-Staaten, auf der einen Seite starke wirtschaftliche Entwicklung bei Vernachlässigung der Sozialsysteme, weil dort kein Geld investiert wird. Soziale Marktwirtschaft bremst halt den Fortschritt und schmälert die Gewinne. Wer in Brasilien leben will, muss das halt akzeptieren und auch mal die Augen vor der Armut verschließen können.

Ich hab die Beiträge von BrasilJaneiro mit Interesse gelesen. Jetzt verstehe ich, dass das nicht einfach Optimismus ist, sondern dass da eine Lebenseinstellung dahinter steht.
Wer also auf der Basis eine Auswanderung plant, sollte sich vorher im klaren darüber sein, ob er diese Einstellung teilt. Ich könnte das nicht.

Viele Grüße
Trem Mineiro


Es ist immer jedem zu wünschen, dass er genügend Einkommen hat. Egal wo er lebt. Aber die Zeiten, wo viele Ausländer durch ihren Arbeitgeber nach Brasilien entsandt wurden sind vorbei. Ich kenne Sägemeister, die haben vor 30 Jahren schon 6000 DM plus 60% Auslandszulage etc erhalten. Die Personen, über die wir hier reden, sind meistens Leute die auf eigene Faust ihr Glück suchen. Und das ist sehr schwer. Da muss man verzichten und den Gürtel enger schnallen können. 10.000 R$ kann man immer ausgeben. Das haben bestimmt schon viele Deutsche erlebt, die mit einer Brasilianerin verheirat sind oder waren. Wer eine sehr gute Ausbildung genossen hat, sein Fach bestens kennt, der muss sich nirgendwo fpr einen Appel und Ei verkaufen. Der kann immer viel Geld verdienen. Es soll aber welche geben, die sich nicht gut verkaufen können. Das gehört zu einem erfolgreichen Mitarbeiter auch dazu. Brasilien hat sich in den letzten 30 Jahren erheblich verändert. Ich kenne dieses Land schon über 50 Jahre. Eigentlich ist es doch besser, je mehr Bevölkerung an den Erfolg des Landes teilnehmen kann. Das war früher nicht so. Da gab es kein Erfolg. Da regierte das Militär. Da war Korruption und Bestechung normal. Auch bei Unternehmen wie Bosch, VW und Mercedes. Die Machenschaften dieser Firmen kenne ich bestens. Viele Manager können sich bestimmt noch an die schöne Zeit in den Bordellen auf Firmenkosten daran erinnern. Schade, dass es früher keine Digitalkameras gab. Die BILD würde mir viel Geld bezahlen.
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