Auswandern Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon cabof » Di 15. Apr 2014, 08:00

Ja Frankfurter, kaufm. Gebaren (auch bei den auslandsstudierten Brasilianer) wird sofort über den Haufen geworfen sobald diese in Brasilien zurück sind. Hier gelten andere Gesetze. Ausnahme dürften die Exporte sein, das muss man halt international denken und sich der Globalisierung anpassen, ansonsten null Chance. Ein Produkt besteht aus 100% und davon ist der Lohnanteil " X " und wenn in BR das SM steigt dann knallt der Produktpreis ins Unendliche... BR ist eine abgeschottene Wirtschaft, wette auf eine Öffnung des Marktes, selbst Südfrüchte würden in BR billiger sein als einheimische (zB Bananen, Kokosnüsse) .... latsche der Zeit durch franz. Supermärkte ... alle Südfrüchte stammen aus den Kolonien oder ehem. Kolonien - Limetten mal aus Afrika, mal aus Brasilien... alles bezahlbar. Möchte mich zu diesem Fred in einem anderen Thema äußern.
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon aron » Do 8. Mai 2014, 23:54

Uhhh,

cabof hat geschrieben:
Wenn unser User so etwas in BR auf die Beine stellt und alles zum kleinen Preis feilbietet, dann ist der Erfolg sicher. Immer daran denken: das Know how aus der 1. Welt fehlt dem Brasilianer,


Meine volle Zustimmung. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. !

Haben die Metzger auch so einen Spruch wie " Glück auf" usw. ( "Sau tot" :oops: )


********************************************************************************************

Das habe ich eben auch immer gedacht! Genau dies sollte eigentlich auch für die Bäcker und Konsorte gelten. Nur, die Realität scheint doch etwas anderst zu sein.

Nach meinen Erfahrungen kann man eben mit diesem europäischen Know-How in Brasilien nicht viel anfangen. Die Leute haben einfach nicht das Geld in der Tasche um solche Waren zu kaufen. Dies gilt sicher für den Nord-Osten bis runter nach Sao Paulo.

Ab Sao Paulo gegen Süden findet man die Überreste der Kolonien sprich der verschiedenen Auswanderungswellen Europas im 18. und 19. Jahrhundert. Salop gesagt haben ein paar Wurstsorten und ein wenig Trockenfleisch überlebt. Das war es dann aber auch...

Wir alle hier wissen wie viel besser die europäischen Wurstwaren schmecken. Nur, der Brasilianer eben nicht. Der futtert Tag ein und Tag aus die nach unserem Verständniss ekelhaften Wurstwaren. Er ist sich nichts anderes gewöhnt, kennt die Unterschiede eben nicht. Er ist somit auch nicht bereit mehr Geld für eine bessere Qualität von Schinken auszugeben. Punto final!

Somit artet das Vorhaben von Fidelis zur Entwicklungshilfe aus!
Jahrelanges Arbeiten! Aufbauarbeit von A-Z. So viel Arbeit, so viele Tränen :(
Es ist um Faktoren einfacher in Europa sich eine Zukunft mit eigener Firma aufzubauen. Das möchte ich doch gerne wie ein Vorredner unbedingt betont haben.

Eine gutlaufende Firma auf die Beine zu stellen und mit dieser auch erfolgreich leben zu können, bedingt hüben wie drüben einen enormen persönlichen Einsatz. Das ist eine Lebensaufgabe und nicht einfach schnell mal was öffnen und dann absahnen. Die Brasilianer mögen irgend etwas sein aber sie sind sicher nicht zu blöde um mit einer Firma Geld verdienen zu können.

Also muss man sich etwas verbiegen und sich fragen, wieso gibt es keinen feinen Metzer oder Bäcker? Wieso gibt es ausserhalb der grossen Metropolen kein anständiges Restaurant mit gutem Essen. Wieso scheitern so viele Ausländer mit ihren Restaurants/Bars an der Küste des Nordosten?

Ja und Nein
Ja, es fehlt genau in diesem Bereich ein gutes Angebot und Nein du wirst kaum Erfolg damit haben. Fideles, irgendwan wirst du die Geripe deiner Vorgänger aus der Asche hervorkucken sehen...

Nach Sao Paulo gegen Norden hast du kaum Changen. Sao Paulo gegen Süden dürfte besser sein. Nur eben, genau im Süden findest du dann die endlose Anzahl von Einwanderern welche lange vor dir das gleiche gemacht oder versucht haben. Eben, was ist übrig geblieben? Ein paar Wurstsorten und etwas Trockenfleisch...

Auf alle Fälle wünsche ich dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben.

:)
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 9. Mai 2014, 02:43

Es ist auch nicht so leicht, etwas gutes zum kleinen Preis herzustellen oder anzubieten.
Dagegen spricht die schlechte Effizienz bzw. Produktivität bei der Herstellung. Klar, deine ist sicher am Anfang höher aber für Volumen braucht du Leute und das fällt die Produktivität schnell auf das normale Maß herab.
Ansonsten sind Bürokratie, Finanzierungsprobleme, Zahlungsprobleme deiner Kunden, Lohnnebenkosten und vor allem die wahnsinnigen Steuern die Gründe, dass die Produkte in Brasilien so teuer sind.
Schaut euch doch den klein-Unternehmer an, er verlangt hohe Preise aber wird er reich dabei? Oder der deutsche Pousada-Besitzer in Bahia, der Gewinn ist irgendwann der Wertzuwachs seiner gut geführten Pousada, aber ein dickes Auto fahrt der auch nicht.

Die gutgehenden Geschäfte liegen in der Hand der alten Familien und ihrer Handlanger, die sahnen ab, für die kleinen bleibt en da nur Krümel, gemessen am Geld und Arbeitseinsatz bei hohem Risiko.

Gruß
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon Colono » Fr 9. Mai 2014, 13:30

aron hat geschrieben:Nur eben, genau im Süden findest du dann die endlose Anzahl von Einwanderern welche lange vor dir das gleiche gemacht oder versucht haben. Eben, was ist übrig geblieben? Ein paar Wurstsorten und etwas Trockenfleisch...
:)

Hier in Santo Amaro, Blumenau, Joinville und Pommerode SC sind Heimatspezialitäten nichts aussergewöhnliches. Jedenfalls für mich aus Bayern nicht. Bekommt man im Umkreis von 100km von verschiednen regionalen Herstellern in fast jedem Supermarkt. Sauerkraut, weisswursttauglichen Senf, und Weissbier gibts auch. :^o

Bild
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Damit haben sie jedenfalls nördlich der Donau schon so ihre Probleme.

Hier gibts fast nichts was es nicht gibt. Ausser einer gscheidn Schweinshaxn oder Brezn. Na ja wohl zuviel verlangt. In der Gegend um Blumenau kennen sie nur die schreckliche Bezeichnung Eisbein??? Aber vielleicht könnte unser Trem Pururuca mal was zum Thema Braten aus seiner Gegend dazu schreiben.


Was anderes, es ist nicht richtig, dass die brasilianische Regierung nichts unternimmt um die kleinen Erzeuger konkurenzfähiger zu machen. Gestern wurde beschlossen die Mehrwertsteuer ICMS für Unternehmen der Kategorie SIMPLES auf nur 3,95% zu senken. =D> mal sehen ob sie das auf die Preise weitergeben. [-o<

http://www.gazetadopovo.com.br/opiniao/conteudo.phtml?id=1465716&tit=PLS-3232010-uma-luz-no-fim-do-tunel
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon cabof » Fr 9. Mai 2014, 14:04

Colono, danke für Deinen Bericht. Frage: wie sieht es mit Backwaren aus? Gibt es herzhaftes Vollkornbrot, Pumpernikel etc. etc. und
wie sieht es mit Wurstsorten (Aufschnittware) aus? Zu lange her, das ich im Süden war und ich kann mich nicht erinnern - in Cabo Frio
ist aus einem Bäckerladen so etwas wie ein "Brot Event Shop" geworden, vom Geldautomaten bis zum Lanche - alles vorhanden - aber an ein Highlight im Bereich Brot/Brötchen kann ich mich nicht erinnern, wie die Vorschreiber bemerkten, es ist kein Markt vorhanden - man
kaut lieber das Altbewährte und die jungen Konsumenten stopfen sich lieber die Bürgerpappe in den Hals.
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon Colono » Fr 9. Mai 2014, 14:15

cabof hat geschrieben:Colono, danke für Deinen Bericht. Frage: wie sieht es mit Backwaren aus? Gibt es herzhaftes Vollkornbrot, Pumpernikel etc. etc. und

Vollkornbrot und Pumpernickel konnte ich schon zu Kindeszeiten nicht ab. Hab dafuer kein Auge.Das Broetchensortiment ist bei uns europa-ausgerichtet. Vom Ciabata, bis zur Baeckersemmel, von Bagette bis zum Walnussbrot in jeder besseren Baeckerei.
Jedenfalls Delikatessenlaeden wie in Restbrasil gibt es bei uns nicht. Wozu auch? kriegst ja alles im Supermarkt. Allerdings verstehe ich nicht warum es keine Brezn gibt. Nachfrage waer da.
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon Itacare » Fr 9. Mai 2014, 14:25

Colono hat geschrieben:.... Allerdings verstehe ich nicht warum es keine Brezn gibt. Nachfrage waer da.


Glaab i ned. Wo´s Weißwürscht gibt, gibt´s aa Brezn. Frog moi an Huber oda an Eder, de wiss´n des g´wiß!
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon cabof » Fr 9. Mai 2014, 14:26

Was man so unter Bretzel/Pretzel in Brasilien versteht.... http://www.mrpretzels.com.br/ - sehr wahrscheinlich wieder US shit.
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon zagaroma » Fr 9. Mai 2014, 15:11

Was man nicht kaufen kann, muss man halt selber machen! Brezn sieht kompliziert aus, ist aber halb so wild. Man muss sich nur eine Tüte Kaisernatron mitbringen lassen, dann geht das prima:

002_1252x1050.jpg


Von Hemmer gibt's sogar einen süssen Senf, den man quasi essen kann. :mrgreen:
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Re: Auswandern Brasilien

Beitragvon Brazil53 » Fr 9. Mai 2014, 15:42

Danke- Kaisernatron. Vielen dank für den Tipp. Werde ich mal ausprobieren.
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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