@florip
Denke mal, DIR wird es sicher extrem gut gefallen, speziell wenn man noch nie dort war und evtl. kannst du auch mit den 3000R$ dort leben - Lebenshaltungskosten sind ja geringer als in Deutschland und keiner weiß genau, welchen "Standard" DU dir gesetzt hast
....aber ich sehe das eher aus der Brille des Arbeitgebers (und der üblich brasilianischen Mentalität)
Falls du dein Visum bekommen solltest, muß natürlich der Arbeitgeber dafür die "Hand ins Feuer" halten und die entsprechenden Arbeitspapiere beim Ministerium vorlegen - das erste was er (oder das Ministerium) machen werden, ist dir dein sog. Arbeitsbuch (das in Brasilien eigentlich Pflicht ist, sofern du mal etwas mehr verdienen willst) zu schwärzen bis auf die Seite für Ihn und seinen Laden....
...er würde ja sonst das Risiko eingehen, dich ins Land zu holen und du könntest dir dann vor Ort gleich 'nen besseren Job suchen oder ein Angebot vom Wettbewerb annehmen - an beidem haben aber weder ER noch das brasilianische Ministerium Interesse.
Das nächste ist, daß dein Arbeitgeber eigentlich NUR das Risiko des Transfers trägt - aber nicht die der Verpflichtungen wie in Europa - d.h. sollte er aus irgendwelchen Gründen auch immer den entsprechenden Umsatz nicht machen, so setzt er dich einfach an die Luft - Kündigungsschutz und Arbeitsgericht wie in Deutschland gibt es nicht (gibt es schon, aber ob du 10 Jahre durchhältst, bis 'ne Entscheidung gefällt wird, bezweifle ich schwer

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Das sieht ungefähr so aus, daß du morgens zur Arbeit kommst, noch ein "Cafezinho" mit deinem Boss trinkst, ein bischen "gelobhudelt" wirst und dann aufgefordert wirst, dir nen schönen Tag zu machen und heimzugehen, danach ein Anruf, daß du morgen nicht mehr kommen brauchst .... und du bekommst noch nen Monatslohn und das war's .......
Man sagt dann auch schnell dem Arbeitsministerium bescheid, daß dein Arbeitsverhältnis aufgelöst ist und da schon das Arbeitsbuch entsprechend vorbereitet wurde, kannst du eigentlich nicht mehr viel machen außer in 4 Wochen ausreisen und dein Leben dort an den Nagel zu hängen.
Bleibst du aber dennoch, dann hast du das Problem, das es (a) keinerlei Unterstützung vom Staat gibt und (b) du eigentlich regulär garnichts mehr arbeiten darfst.
Zu (a) sei noch gesagt, daß "Sozialleistungen" in Brasilien im Gegensatz zu Deutschland "erarbeitet" werden müssen - d.h. DAS Arbeitslosengeld, das du einzahlst bekommst DU wieder raus....aber das was ICH einzahle, wenn ich arbeite, wirst DU nie sehen...hehe.....auch nicht teilweise (finde das hervorragend ..... denn ich hab' in Europa immer nur geblecht, aber nie was gesehen davon, da ich immer nen Job hatte - und wenn's nur taxifahren war oder Getränkekisten schleppen - in Brasilien weiß ich, daß mein Geld nie verloren ist, denn "jeder ist sich selbst der nächste" - ...oder "Das Gesetz des Stärkeren" trifft wohl eher die Bezeichnung "Sozialsystem" - ...und wer nicht arbeitet, bekommt auch nix bis auf das was er sich selbst zurückgelegt hat bzw. einbezahlt hat - so einfach ist das
Zu (b) sei gesagt, daß du etwa so dann in Brasilien so leben mußt wie illegale Brasilianer in Deutschland - mit Gelegenheitsjobs, Rechtswillkür etc..
Beides kannst du natürlich durch eine "permanencia" (Daueraufenthaltserlaubnis) umgehen - aber denke, dein Arbeitgeber wäre blöd, wenn er dir dabei helfen würde, denn dann würde er ja seine Risiken vervielfachen und deine minimieren - welcher vernünftige Arbeitgeber hat Interesse daran, daß es ihm schlechter geht und dir besser ? ..... solange du also nicht lange genug im Land gelebt hast, das entsprechende Kapital mitbringst, dich scheiden läßt und ne Brasilianerin heiratest, 'ne Brasilianerin schwängerst oder sonst was "interessantes" dann dauert das mit der "permanencia".....
...regulär denkt man in Brasilien über 'ne "permanencia" für dich nach, wenn du mal ca. 4 Jahre im Land gelebt hast - aber das ist Zeit genug für deinen Arbeitgeber ....und länger als 4 Jahre können in Brasilien eh die wenigsten ihren Job halten
Mir wäre Brasilien mit Frau und Kindern jedenfalls zu riskant, wenn ich mich nicht gerade scheiden lassen will und ein bischen Verantwortungsgefühl gegenüber der Familie habe - dazu noch das Sprachproblem und die erzwungene totale Abhängigkeit von deinem neuen Arbeitgeber !?.
OK - will aber auch ein biserl konstruktiv sein und nicht alles schlecht reden - flieg doch einfach mal hin (falls dir dein Arbeitgeber das anbietet) und schau dir mal selbst alles an - 3 Monate ist vielleicht nicht schlecht - kauf dir vor Ort einige Tageszeitungen, schaue nach Schulmöglichkeiten, Miete etc... - tue immer so, als ob du schon mit Frau und Kindern da sein würdest und sammle die Infos SELBST und sei KRITISCH (ist schwer in einem Land, wo Kritikfähigkeit "aberzogen" wird bzw. nicht offen ist wie bspw. in Deutschland) ....dann kannst du wohl auch am ehesten abschätzen, ob du mit deinem Gehalt hinkommst oder nicht...
....dann schau dir mal an, ob dein Arbeitgeber theoretisch auch das Geld verdienen kann, mit dem was er macht und damit dein Gehalt un ddein Job abgesichert sind.....
...und falls du danach immer noch willst, so würd' ich dir mal einen temporären Aufenthalt mit Familie vorschlagen für MAXIMAL 700 Tage am Stück (720 wäre das äußerste nach deutschem Sozialgesetz) und deine Anwartschaftsversicherung etc. in Deutschland mit deinem Geld in Brasilien REGELMÄßIG weiterzahlen und NICHTS ABBRECHEN ...... das sollte reichen, um dir im klaren zu sein, ob du wirklich FÜR IMMER auswandern willst oder nicht.
Falls nicht, dann fängst du aber nicht wieder ganz von unten an....
....und glaub mir, es geht verdammt schnell in Brasilien, wenn man nicht aufpasst, selbst in Deutschland wieder ganz unten anfangen zu müssen !
Good Luck
Gunni