@florip
Zitat:
Der Arbeitsvertrag wird keine Befistung haben. Das Arbeitsrecht in Brasilien ist sehr arbeitnehmerfreundlich. Nach einem halben Jahr Anstellung sind Kündigungen derariger Anstellung nur sehr schwierig möglich
Oooohhh....jaaaahhh..... - sowas hör ich täglich, hab' auch mal dran geglaubt und schreib's heute selber jedem Europäer, der ins Land kommt - genau WEIL Brasilien so "arbeitnehmerfreundlich" ist, machen wir dort Geschäfte ..... wohl am ehesten mit den Ameisenfabriken in Korea vergleichbar
"Arbeitnehmerfreundlich" ist allenfalls, daß man dir nicht ein Räumkommando bei deiner Frau und Kinder vorbeischickt, wenn du Probleme machst..... - kommt darauf an, was DU unter "arbeitnehmerfreundlich" verstehst ?!
Fakt ist, daß ich dich auf die Straße setzen kann, sogar unbegründet und mit sofortiger Wirkung - die einzigen offiziellen "Verpflichtungen", die ich dabei habe, sind dir einen weiteren Monatslohn zu zahlen und falls ich DIR kündige, 40% auf den Garantiefonds draufzulegen - kann dir aber auch extreme Arbeiten zuweisen und du kündigst dann MIR...dann spar ich sogar die 40%
Das einzige was "freundlicher" wird für dich nach 6 Monaten, ist, daß du noch ein biserl Geld bekommst, denn in den ersten 6 Monaten kann ich dich feuern ohne irgendwelche Verpflichtungen ganz gleich welcher Art.
Und ich mache nichts illegales, wenn ich das tue

- selbst dann nicht, wenn du vielleicht schon 12 oder 15 Jahre dabei bist...bin ein braver Bürger und richte mich da nach dem bras. Gesetz ..... aber irgendwann wird es ja auch Zeit, mal wieder das Unternehmen zu verjüngen - was im Gegensatz zu Deutschland fast schon paradiesisch ist bei soviel unter 25jährigen, die alle mal raus wollen aus dem Elternhaus und bereit sind, für 1/5 von dem was du mit Frau und 4 Kindern willst, das gleiche zu tun.
Passt dir das mit der Kündigung nicht, kannst du natürlich zur Gewerkschaft gehen oder zu deinen Anwälten - aber die Gewerkschaftler sind natürlich am Wochenende auf meiner Grillparty (und du nicht) und die Anwälte wollen einen möglichst langen Prozeß, damit Geld in die Kasse kommt - und das funktioniert perfekt in Brasilien. Zudem sind oft die Richter auch mit auf der Grillparty - Beziehungen und sogenannte "jeitinhos" (Gefallen) sind also das "a" und "o" - und da sieht es erst mal schlecht aus für dich
Das ist aber noch nicht alles - man kennt sich ja auch untereinander (arbeitgeberseitig) und je nachdem wie du den Arbeitgeber verärgerst, durch deine Aktionen, brauchst du dir keine Hoffnung mehr auf nen neuen Job machen in der näheren Umgebung - auf 2 oder 3 Parties über nen ehemaligen Mitarbeiter schlecht geredet und schon verbreitet sich das so schnell, daß man eigentlich nicht mehr viel tun muß...nur noch warten, bis du freiwillig aufgibst und wegziehst......(Kommunikation über andere ist in BR noch viel ausgeprägter als in einem kleinen Dorf in Deutschland !)
So passiert übrigens einer langjährigen Mitarbeiterin, die man noch in der Schwangerschaft gekündigt wurde, weil Sie die Leistung nicht mehr brachte, und die sofort zum Arbeitsgericht ging.... - trotz externer Unterstützung und Top-Anwälten ist bis heute kein Urteil gefällt und der Kleine ist schon 5 Jahre alt - Job hat sie aber erst bekommen, als Sie den Bundesstaat gewechselt hat - selbst nach Zusagen hat sie kurz darauf gleich wieder die Absagen bekommen, weil sich die Arbeitgeber anrufen und jeder dem anderen sein "amigo" sein will......
Also.....genies Brasilien - sag "tudo bem" zu allem.....und wenn dir was schlimmes passiert, dann nimm es hin wie es ist und denke "Gott hat es so gewollt" - mehr kann ich dir zu den Strukturen nicht sagen - ...oder du machst dein eigenes Restaurant auf, aber dann gibt's andere landestypische Sorgen
Sorry - versuch's ein bischen "härter" rüberzubringen, damit du auch verstehst was hinter den Worten von deinem neuen potentiellen Arbeitgeber stehen kann bzw. steht......
Trotz allem - du mußt für dich selbst urteilen und die Kommentare dienen nur als Hilfestellung
Good Luck - Gunni