Auswandern ist zudem mentale/psychische Herausvorderung

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern ist zudem mentale/psychische Herausvorderung

Beitragvon Frankfurter » Do 8. Mai 2014, 06:50

cabof hat geschrieben: Ich habe zB meinem Schwiegervater immer wieder Kleinteile für Fahrräder mitgebracht, Lampen, Klingeln, Reflektoren, Kettenschoner - alles was man in BR
nicht so an Rädern montiert findet.... die liegen heute noch, nach Jahren, in der Schublade. Den Grund kenne ich nicht, vielleicht Angst das man ihm die Sachen abmontiert... sei`s drum.


... lach : Ich kenne das auch bei anderen Sachen , die meine Frau der br. Familie mitgebracht hat. Kosmetik, mit Umzugsgut PC, Modeschmuck.... . usw.. usw... Halbherziges Danke, und es verschwindet dann in der Schublade. Daher : Bei uns ist Schluss damit. ! Gibt nix mehr [-X
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Re: Auswandern ist zudem mentale/psychische Herausvorderung

Beitragvon BRASILIANT » Do 8. Mai 2014, 13:33

Frankfurter hat geschrieben:Wir hatten schon den Eindruck, dass man mit freundlicher klarer Ansage, Zuverlässigkeit und pünktlicher Zahlung auch die "andere" Seite gut im Griff haben kann.


Wie aber so oft in Brasilien wird man dann auch schnell wieder eines besseren belehrt, wenn man glaubt endlich durchzublicken oder glaubt zu wissen wie man die Brasis nehmen muss damit es klappt.

Nichts ist so beständig wie die Änderung in Brasilien!

:evil:
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Re: Auswandern ist zudem mentale/psychische Herausvorderung

Beitragvon aron » Mi 26. Nov 2014, 18:58

kkkkk, brasilianische/südamerikanische Handwerker haben grundsätzlich einen Mangel und der heisst Ausbildung...
weder in brasilien noch in uruguay wo ich zur Zeit lebe gibt einen Berufsabschluss mit ordentlicher Gesellenprüfung an staatlich Anerkanntem Titel. Geschweige den etwas wie ein Meisterbrief...

wie funktionierts?
der Arbeiter lernt vom Chefe und was der nicht kann wird der Arbeiter auch nie verstehen oder erkennen können. So und nach einigen Jahren malochen eröffnet der Arbeiter dann die genau gleiche Bude ein paar Meter weiter oder halt im nächsten Bairo.

Das empfinde ich als wirklich grosser Fehler.
Ich durfte mich mit meiner damas noch 'Geliebten' in einer Wohnung eines Hr. Pfeffer in Salvador einmieten. Alle Achtung vor dem Herren, als deutscher Zahnarzt hat er mal eben so das bras. Pendant nachgeholt, inteligenter Typ.
Nun, eines Tages sind ihm eine oder zwei Leitungen einer Split Klimaanlage geborsten. Das heisse ÖL hat mal eben seine Praxis runiert.
Der Klimatechniker wurde bestellt und prompt auch gekommen.

Bin ja definitiv kein Handwerker aber eben auch nicht blöde...
Die Liegenschaft lag/liegt in einem grösseren Condominio ausserhalb Salvadors, 200 Meter vom Meer entfernt.
So nahe am Meer und eben 'tropisches' Klima heizt dass Meerwasser meiner Meinung dermassen auf als dass es die 'Maresia' nun einmal per se gibt. Und die ist, viele mögen das aus eigener Erfahrung kennen, unsichtbar und extrem teuer für einen Hausbesitzer.
Alles was nicht rostfrei ist muss alle paar Jahre ausgetauscht werden. Vom Kühlschrank bis zum PC, selbst die Fassungen der Birnen geben schnell den Geist auf...

Die Ventialoren der Splits waren genau unter einem meiner Fenster aufgestellt. So habe ich dem Handwerkermeister mit Gesellen bei der Arbeit zugekuckt. Der Meister hat mich nach kurzer Zeit etws komisch angekuckt, dann aber ruhig weiter geschraubt, an eben den geborstenen Leitungen. Nun, manchmal verraten Blicke mehr als man will. In seinem Gesicht stand tatsächlich geschrieben: Kapiert der Gringo was ich hier mache ja oder nein. Da der Gringo nur nettes blablabla von sich gab war für Ihn alles bestens...
Nur habe ich mir einige Tage vorher aus bestimmten Grund ma die Ventilaroen so von aussen unter die Lupe genommen.
Diese feinen, unzählige silberne Lamellen die wir ja alle kennen und bei normalen einfachen nicht-Split Anlagen ja of unbekümmert schon beim installieren mal eben leichte Dellen erhalten, waren ganzflächig nicht mehr silbern sondern schneeweiss und etwa doppelt so dick wie normal.

Heisst konkret vom Salz nach nur zwei Jahren schon komplett aufgefressen und daher nutzlos. Man hätte eben mal mit der Hand oder einem Pinsel ein paar kilo Salz ernten können. Wei soll da das heisse ÖL jemals abkühlen?
Ging natürlich praktisch gleich heiss zurück bis eines Tages genug Druck aufgebaut wurde als dass eben die Leitungen im innern der Praxis geplatzt sind.
Was tatsächlich hätte ausgetauscht werden müssen, nämlich die eigentlichen, billigen , Kühlrippen wurde vom Meister gepflegt übersehen... und eben nicht ersetzt. Ganz offensichtlich was da ablief. Der Meister hat sich mal eben den nächsten Auftrag gesichert...

Der Gerechtigkeit genüge getan muss ich zugeben, das ist definitiv keine rein bras. Spezialität.
Erst vor kurzem wollte mir der Haussanitär in der Schweiz beibringen er müsse in einer Wohnung einen Heizkörper abmontieren, ausspülen neu montieren und wenn gewünscht gleich mit einem Thermostat versehen. Als Grund gab er an, der Heizkörper werde nicht mehr durchgehend warm im Winter weil sich Schlamm im Innern angesammelt hat.
Da habe ich mich gefragt: WAS? Schlamm im geschlossenen Heizsystem? Wie denn das, wir sind doch nicht im Kosovo...
Entsprechende Nachforschungen per Internet erklären mir dass man damit Rostablagerungen meint. Nur, wie kann sich in einem geschlossenen System ohne Sauerstoff dermassen viel Rost bilden?
Ganz wenige Firmen habe ich gefunden welche etwas wie Ionisiertes-Wasser sprich dessen Einsatz empfehlen und für teures Geld auch vornehmen. Die gleiche Verarscherei auch beim Thema Kalkablagerungen in Warmwasserleitungen. Da werden mal eben neue Leitungen gelegt...

Die Ausbildung macht hier offenbar keinen Unterschied, Schlaumeier ist Schlaumeier mit oder ohne Gesellenbrief und dies gilt offensichtilich auch für die sogenannte erste Welt Europa...

Mein Problem konnte ich per Telefon und mit Abwart vor Ort für einen Euro fünfzig erschlagen. Das Ventil der Heizung war schlichtweg halb zu, somit konnte per se nicht mehr genug Heisswasser im Heizkörper zirkulieren. Der Abwart hat das Teil nach erfolglosem Entlüften mal eben ganz geöffnet und fertig die Sache.

Man muss meiner Meinung nach auch in Europa höllisch aufpassen dass man von gewissen Gesellen nicht ganz böse auf dem Arm genommen wird. Der Kostenvoranschlag des Sanitär lautete auf sFr. 1'250.- inkl 8.5 Stunden Arbeit...

In Europa mag man die besseren Handwerker haben, vor Schlitzohren ist mann dennoch auch da nicht geschützt. Also auch da immer selber schön brav die Finger in den Teig stecken,,,
sonst wird es auch in Europa teuer und dumm.

In Brasilien eine solche Sache zu klären könnte ungemütlich werden, so in Richtung beilhaltige Luft auf die doch gerne verzichte.
In der Schweiz handhaben wir das anderst.

Irgendwann im nächsten Frühling treffe ich den Sani dann mal per Zufall in der obligaten "Znüni-Pause" um 9:00 in einen Cafe/Restaurant im Dorf. Dann wird der Typ in aller öffentlichkeit in den Senkel gestellt und per Ohrfeige und oder blauem Auge aus dem lokal geworfen.

Was ich ernten werde? Bestätigende Blicke und entsprechendes Grunzen von den anwesenden Profi-Handwerker jeglicher Couleur.
So eine Aktion verbreitet sich dann wie ein Buschfeuer: Haste gehört, A hat B eine runtergehauen weil er versucht hat eben mal 1'000 Euronen zu kassieren. Und oh Gott, plötzlich verliert ein Typ eine stattliche Anzahl Stammkunden.
In Brasilien kann man so etwas nicht durchziehen, rate dringend davon ab ;)
Da ist dann eben mal grundsätzlich der Gringo der Depp und wehe er wurde handgreiflich, das wird dann ganz schnell teuer für den Gringo.

Und somit zu einem neuen Thema in einem separaten Thread: Einer südamerikanischen gerichtlichen Spezialität: "Idenicacao por Danos Morais", ein Volkssport der Brasilianer.
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Re: Auswandern ist zudem mentale/psychische Herausvorderung

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 26. Nov 2014, 19:12

aron hat geschrieben:In der Schweiz handhaben wir das anderst.

Irgendwann im nächsten Frühling treffe ich den Sani dann mal per Zufall in der obligaten "Znüni-Pause" um 9:00 in einen Cafe/Restaurant im Dorf. Dann wird der Typ in aller öffentlichkeit in den Senkel gestellt und per Ohrfeige und oder blauem Auge aus dem lokal geworfen..


Gilt das für die ganze Schweiz oder nur in einem kleinen bestimmten Dorf :D ?

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Auswandern ist zudem mentale/psychische Herausvorderung

Beitragvon aron » Mi 26. Nov 2014, 21:13

:D , nein ich muss sagen dass solche Machenschaften sicher überall in Europa vorkommen.
Die Schweizer mögen etwas eigen sein, sie halten sehr viel auf handfestes, gekonntes.

Meine angekündigte Ohrfeigen Behandlung ist sicher nicht üblich, so noch nie erlebt, heisst aber nicht dass es nicht passiert.
Versichern kann ich hindess dass solche Handwerker-Künstler eine kurze Karriere haben.
In der Schweiz funktioniert das 'Buschtelefon' erschreckend effizient. :D

Ein paar mal extra offensichtliche *#!?. abliefern dann ist man geschäftlich erledigt. Ich denke mir das ist Euro Mentalität und funzt bestens.
Denke das ich auch recht so...
Ich habe den Eindruck gewonnen, das der Gringo in Brasilien halt schneller der Dumme ist. Eventuell reiht sich dies in die Sparte Patriotismus ein, who nows?


:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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