Auswandern nach Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon BrasilJaneiro » Fr 8. Jan 2010, 22:28

Robinho hat geschrieben:Hallo
Was ist los mit den Spezialisten hier ?
Was für Fragen wollt ihr den beantworten, wenn ihr dem Jungen nicht helfen oder Tipps geben könnt oder wollt ?
Ich habe mahl gehört dass es keine dummen Fragen gibt. Das BFV macht hier wohl die Ausnahme.



1. Papiere hatte ich gerade in einem anderen Thread beantwortet suche-job-in-brasilien-t13954-10.html
2. Die meisten deutschen Betriebe arbeiten in der Metalúrgica. Aber dazu müsstest du den Nordosten vergessen und deine Zelte in São Paulo aufschlagen. Nordosten eignet sich gut für den Tourismus, Pousada, etc
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Moella » Sa 9. Jan 2010, 14:33

Wie ich geschrieben habe. Ich interessiere mich dafür.
Auf gepackten Koffern sitze ich noch nicht. Und ein
Flugticket habe ich auch noch nicht in der Hand.
Es sollte nur Interesse sein.
Was man für Papiere braucht.
Wie es mit einem Job ist.
Ob ich es tatsächlich mache ich noch nicht raus.
Dafür gibt es in diesem Forum mit Sicherheit zwei bis drei Leute
die in dieses Land gegangen sind und einiges sagen können.
Das es ohne gute Sprachkenntnisse nichts wird. Weiss ich.
Dafür habe schon mal zwei Jahre im Ausland gearbeitet.
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 11. Jan 2010, 19:23

Hallo Moella,
du hast's aber in diesem Forum nicht leicht.
Liegt aber auch an deiner Fragestellung. Man kann nicht nach Brasilien einwandern. Es gibt da kein Einwanderungsbüro, so ne Hütte am Hafen, wo man sich anstellt, seine Papiere vorlegt und dann eine Arbeit in irgendeiner Gegend zugewiesen bekommt und da must du dich dann melden. Das war USA vor 250 Jahren.

Die kann dich um eine Arbeit in Brasilien bemühen. Also bewerbe dich bei einem Arbeitnehmer, der so eine Stelle anbietet. Wer in Brasilien leben will muss auch wissen, wie man sich im Ausland bewirbt, Internet, Google etc. Wenn man dir eine Stelle anbietet (was nicht sehr wahrscheinlich ist) muss dein zukünftiger Arbeitgeber eine Arbeitserlaubnis für dich beantragen. Die bekommt er in der Regel nur, wenn er eine Stelle hat, für die es keinen Brasilianer gibt, der dafür geeignet ist. Das sehe ich in deinem Fall als schwierig an. Dein Job hier in Brasilien ist ein Anlernjob (wie die meisten Arbeiten in B). Arbeitsvisa außerhalb von Entsendungen oder Werkverträgen von deutschen Arbeitgebern gibt es nur für sehr qualifizierte Berufe. Es wird sich auch schwerlich ein brasilianischer Arbeitgeber finden, der sich für die die Mühe macht, diesen sehr bürokratischen und lanwiedigen Weg zu gehen.
Aber setzten wir mal voraus, dass klappt alles, dann darfst du in Brasilien für 2 Jahre arbeiten und bekommst dafür in deinem Beruf einen Hungerlohn von 1000 Reais (das ist schon ein Spitzenlohn für Anfänger, andere bekommen nur 300 bis 600 Reais, aber du bist ja Deutscher. Nach 2 Jahren kannst du das Visum nochmal für weitere 2 Jahre verlängern und dann ist irgend wie Ende. Bis dahin kannst du ja Heiraten oder ein Kind von einer Brasilianerin bekommen oder bist verhungert und wieder in D. Oder du hast eine Permanecia auf Grund des vorherstehenden erhalten. Irgendwie bist du dann eingewandert.
Brasilien ist wie geschrieben, ein Auswandererland, Brasilianer tun alles um hier weg zu kommen, und sei es als Tellerwäscher nach Portugal.
Die Frage nach den Papieren stellt sich ja erst später, ist schon komisch, dass du von Auswanderungsgedanken sprichst aber gleich so kleinliche Details wie Papiere etc. fehlt nur noch die Frage nach den günstigsten Flugverbindungen in 2011. Aber Hinweise dazu erhältst du auf den Seiten der brasilianischen Botschaft oder frage deine Freundin.
Ansonsten würde ich dir ehr empfehlen, weiter als Tourist nach Brasilien zu kommen und ansonsten an kalten Tagen weiter von Brasilien zu träumen.
Wundere dich nicht, dass ich mir die Mühe mache, dir so ausführlich zu schreioben. Diesen Beitrag habe ich nur leicht geändert aus einem vorherigen Posting von mir übernommen. Der passt eigentlich immer.

Und jetzt viel Spaß damit
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Westig » Di 12. Jan 2010, 18:57

Da erwarten immer wieder auswanderungswillige und Jobsuchende Leute die sich hier melden, euphorische Antworten wie: na toll, mach das, Du kannst in Brasilien bei DEINEM CV und bei DEINEN Berufserfahrungen ganz gross rauskommen und ganz schnell was werden. Und die Papiere sind Nebensache und die bekommst Du ganz schnell.

So was versprechen unserioese Vermittler und Agenturen.

Wie gut, dass hier Leute wie Trem Mineiro und Alexsander die Realtitaeten so benennen wie sie nun einmal sind. Vielleicht hilft das einigen Neulingen, sich anderweitig zu orientieren, bevor sie in Brasilien ins tiefe Wasser fallen. Auch wenn andere da meinen, dieses Forum helfe "dem Jungen" nicht viel weiter...

Der Junge faellt schon vom Hocker, wenn er die derzeitigen Preise bei einem total ueberteuerten Real sieht. Fuer den Preis eines halbwegs ordentlich gefuellten Einkaufswagens im Supermarkt in Recife bekommt er bei Aldi drei oder vier...
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon berti1 » Di 12. Jan 2010, 20:53

Westig hat geschrieben:Der Junge faellt schon vom Hocker, wenn er die derzeitigen Preise bei einem total ueberteuerten Real sieht. Fuer den Preis eines halbwegs ordentlich gefuellten Einkaufswagens im Supermarkt in Recife bekommt er bei Aldi drei oder vier...


Denke mal der Vergleich mit Aldi und dem halb vollen Wagen hinkt ein wenig.
Die tatsächlichen Lebenshaltungskosten dürften in Brasilien bei weitem nicht über dehnen der BRD liegen.

Mal was unkompliziertes in Sachen Einwanderung. (Hoffe ich zumindest)
Gibt es hier auch Ein- oder Ausgewanderte die keine Künstler, Sportler, Botschafter sind, oder ne Brasilianerin geheiratet haben?

Ich spreche diejenigen an die die berühmten 50 oder 60.000.— Euronen eingesetzt haben.

Wäre schön zu wissen wie es auf dieser Schiene abläuft…..
Berti

PS: Jetzt nicht gleich schreiben „wer lesen kann ist klar im Vorteil“
ist bei 10145 Themen nicht ganz einfach.
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Robinho » Di 12. Jan 2010, 22:53

TremMineiro hat geschrieben:2 Jahre verlängern und dann ist irgend wie Ende. Bis dahin kannst du ja Heiraten oder ein Kind von einer Brasilianerin bekommen oder bist verhungert und wieder in D. Oder du hast eine Permanecia auf Grund des vorherstehenden erhalten. Irgendwie bist du dann eingewandert.
Brasilien ist wie geschrieben, ein Auswandererland, Brasilianer tun alles um hier weg zu kommen, und sei es als Tellerwäscher nach Portugal.

Das ist doch so richtig ermutigend :roll: :roll:
Wie geht das " verhungert in Deutschland" ?
Ich glaube in Brasilien ist es bestimmt ncht einfach.
Aber wer dort leben möchte sollte das auch " mit Verstand " probieren.
Mein Tipp: Möglichst lange Urlaub nehmen und sich selbst ein Bild machen .
6 Monate bis 1 Jahr sollte das schon sein !
Wenn du das nicht schaffst könnte dein Vorhaben echt schwierig werden.

Man lebt wahrscheinlich nur einmahl
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon esteban38 » Mi 13. Jan 2010, 02:14

Robinho hat geschrieben:Brasilien ist wie geschrieben, ein Auswandererland, Brasilianer tun alles um hier weg zu kommen, und sei es als Tellerwäscher nach Portugal.


Was ich hier feststelle ist zweifellos, dass wirklich eine Menge Brasilianer/innen ihr Glück im Ausland versuchen wollen.

Ich war gestern im neugegründeten Beira Rio. Als ich an der Kasse bezahlt habe, hat mich die Kassierin freundlich gefragt: woher kommste? Es war nicht viel los in diesem Supermercado und so hat die eine Antwort bald die nächste Frage ausgelöst, kurzum, die Kassierin machte überdeutlich klar, dass ihr grosser Traum eine ehrliche Arbeit in Europa/USA wär. Sie hat mir dann ihr Budget im Detail erklärt und danach erstaunte mich ihr Wunsch nicht mehr wirklich. Nach einer Weile hat sich dann auch ihre Kassier-Nachbarin in die Diskussion eingemischt und selbst die Einpacker gaben am Ende ihren Kommentar dazu ab.

Oft wird von lebenslustigen, fröhlichen Brasilianern/Innen berichtet, vom easy way of life und alles tirlili und tirlilo...... Solche nachdenklich stimmenden Begegnungen habe ich immer wieder wie in diesem Mercado und ich sehe Brasilien viel differenzierter. Diese Sehnsucht zum Fortgehen, zum Abhauen, zum Ausbrechen aus allerlei festgefahrenen, düsteren Strukturen beeindruckt mich immer wieder.

Als Gegensatz dazu hat eine Band gleich um die Ecke am Wochenende selbstgemachte Lieder gespielt. Eine Musik voller Lebensfreude, Traurigkeit, Saudade.....mit Akkordeon, welches mir als Instrument eh schon immer gut gefallen hat. Tanzmusik mit schönen Texten. Der Sänger war wirklich gut, hatte eine schöne Stimme. Brasilien malt in vielen Farben....
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Tatuzinho » Mi 13. Jan 2010, 03:04

Wir sind zum dritten mal für ein paar Jahre in Brasilien, und ich habe es nie bereut. Die ersten beiden Aufenthalte waren easy, im Auftrag einer deutschen Firma oder für ein deutsches Entwicklungshilfeprojekt, da hatten wir immer jemand, der uns den ganzen Papierkram abgenommen hat.

Diesmal sind wir als ganz normale Arbeitnehmer hier, war auch für den Arbeitgeber keine leichte Aufgabe, er musste erst mal 5 Jobs oder so schaffen um einen Ausländer reinzubringen! Und dann ging es los: erst CPF (Steuernummer), ohne die ist man kein Mensch hier, ging noch ziemlich schnell, dann carteira de estrangeiro (Ausweis für Ausländer) = 180 Tage Bearbeitung angesagt, war auch so, was machen die nur in der ganzen Zeit mit dem Zeug? Ich darf gar nicht aufzählen, was DAZU für ein Papierkram anzuschleppen war, alles mit 27 Kopien..! Jetzt kommt der Führerschein, Sehtest, Fahrtest usw.! Bis alles Bürokratische abgehakt ist, ist die Zeit hier vorbei!

Trotzdem liebe ich Brasilien, die Menschen sind freundlich und nett und interessieren sich für Dich, sie sind lustig und immer fröhlich und ich ertrage so auch die Bürokratie und die Defizite. Sicher regen mich hier auch Sachen auf, in erster Linie die Bürokratie, logo, die Korruption der Politiker, die andere ist in Deutschland genauso vorhanden, dann diese Verbrecher von Motorradfahrern, die einem einen Heidenschrecken einjagen mit ihrer Fahrweise, die Umständlichkeit und Langsamkeit an den Supermarktkassen, der Lärm, der die Brasilianer nicht so schnell stört wie mich, sie wachsen eben damit auf, der Jugendwahn ist auch nervig, und wie sie ihre Tiere behandeln regt mich noch immer RICHTIG auf, aber alles in allem habe ich eine brasilianische Geduld entwickelt, die gut für meine Nerven ist. Es ist eben ein junges Land und man kann nicht von Deutschland kommen und meinen, hier müßte man jetzt alles verbessern und so einrichten wie in Europa. Wir sind NICHT in Europa und sie haben das gleiche Recht, eine Entwicklung durchzumachen wie wir auch! Ich kenne jetzt Brasilien seit über 35 Jahren und es hat einen gewaltigen Schritt vowärts gemacht!

Übrigens war ich vorher drei Jahre lang in Portugal...........nie wieder! Nur noch als Touri! Aber das ist eine andere Geschichte....
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon berti1 » Mi 13. Jan 2010, 10:44

Robinho hat geschrieben:2 Jahre verlängern und dann ist irgend wie Ende. Bis dahin kannst du ja Heiraten oder ein Kind von einer Brasilianerin bekommen oder bist verhungert und wieder in D. Oder du hast eine Permanecia auf Grund des vorherstehenden erhalten. Irgendwie bist du dann eingewandert.l


Moin Robinho,
noch mal zum besser verstehen.

Wenn meine Lebensgefährtin das mit der Brasilianerin und dem Gör aber nicht will.
Ich nicht unnötig in Brasilien einen schlechten Job brauche um Leben zu können,
muss ich (trotz genügend Kohle) nach 2 Jahren das "gelobte Land" dann trotzdem verlassen?

Das Halb Südamerika oder der Norden von Afrika in die Konsumwelt von Europa will ist mir schon klar.
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon popolado » Mi 13. Jan 2010, 11:32

Tatuzinho hat geschrieben:Übrigens war ich vorher drei Jahre lang in Portugal...........nie wieder! Nur noch als Touri! Aber das ist eine andere Geschichte....


Bitte erzähl weiter, da wollte ich mal hin [-o<
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