Auswandern nach Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon cabof » Fr 17. Dez 2010, 21:06

Ja Takeo, das mit dem Studieren ist so eine Sache. Ich hab`s seinlassen. Agronomie in Brasilien - da kenne ich den Tätigkeitsbereich
nicht, hat aber etwas mit Landwirtschaft zu tun und den Werdegang meiner Nichte kenne ich. Cabo Frio - wo ist da Landwirtschaft?
Salz ist dort das Stichwort. Sie wollte Psychologie studieren (Bekloppte gibt es ja genug), war nichts frei also das Nächstbeste - und
das war Agronomia. Mittlerweile hat sie Fazendas in RS besucht usw. na ja, nächstes Jahr werde ich mehr wissen. Du weißt aber genauso
wie ich, in Brasilien arbeiten nicht alle Studierte in ihrem Fach - meine Exfrau hat Alt-Englische Philosofie studiert, total daneben - heute
gibt sie in Privatschulen Englischunterricht warum sie nicht bei der Federal einen Lehrstuhl hat, weiß ich nicht.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon bruxacasa » Mi 5. Jan 2011, 16:48

oi,
sind auch grade am Auswandern nach Brasilien.
Werden unsere Perm. über einen Anwalt in Fortaleza (Hagen A. Thümau) www.sunflower-hotel.com Tel. 0055853284-2427
oder. bei einem in Salvador Kontaktadresse daniel.p.moser@aol.com (sprechen beide deutsch) machen, ist schneller und sicherer, wenn man pouco portugues spricht. Auf alle Fälle würde ich schon mal eine CPF beantragen (findest du auf der Seite der Botschaft). Antrag ausdrucken,dann bei einem von der Botschaft zugelassenen !!! Notar deinen Pass (alle Seiten) beglaubigen lassen und auf die Botschaft nach Frankfurt od.Berlin fahren u.abstempeln lassen.

Hoffe Dir hiermit etwas geholfen zu haben
Viel Glück
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon sub-junky » Fr 7. Jan 2011, 05:51

bruxacasa hat geschrieben:oi,
sind auch grade am Auswandern nach Brasilien.
Werden unsere Perm. über einen Anwalt in Fortaleza (Hagen A. Thümau) http://www.sunflower-hotel.com Tel. 0055853284-2427
oder. bei einem in Salvador Kontaktadresse daniel.p.moser@aol.com (sprechen beide deutsch) machen, ist schneller und sicherer, wenn man pouco portugues spricht. Auf alle Fälle würde ich schon mal eine CPF beantragen (findest du auf der Seite der Botschaft). Antrag ausdrucken,dann bei einem von der Botschaft zugelassenen !!! Notar deinen Pass (alle Seiten) beglaubigen lassen und auf die Botschaft nach Frankfurt od.Berlin fahren u.abstempeln lassen.

Hoffe Dir hiermit etwas geholfen zu haben
Viel Glück



nein eigentlich nicht...fragestellung?!...aber danke und viel erfolg euch
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Elsass » Fr 7. Jan 2011, 07:49

bruxacasa hat geschrieben:Werden unsere Perm. über einen Anwalt in Fortaleza (Hagen A. Thümau) http://www.sunflower-hotel.com Tel. 0055853284-2427
oder. bei einem in Salvador Kontaktadresse daniel.p.moser@aol.com (sprechen beide deutsch) machen, ist schneller und sicherer, wenn man pouco portugues spricht.
klingt ja einfach.
Auf welcher Basis wollt ihr denn die permanencia beantragen? Oder ueberlaesst man das dem Anwalt. :twisted:
Frage ist, was kostet das :?:
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon cabof » Fr 7. Jan 2011, 14:17

Habe nicht gewußt, das man für eine Permanencia einen Anwalt braucht, bei einem Investorvisum vielleicht ratsam - aber sonst?

Bin mal gespannt welchen Typ Visto die Familie beantragt hat, wäre mal interessant zu erfahren, vielleicht gibt es Möglichkeiten
die wir noch nicht kennen.
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon giga » Fr 7. Jan 2011, 14:53

Tatuzinho hat geschrieben:Wir sind zum dritten mal für ein paar Jahre in Brasilien, und ich habe es nie bereut. Die ersten beiden Aufenthalte waren easy, im Auftrag einer deutschen Firma oder für ein deutsches Entwicklungshilfeprojekt, da hatten wir immer jemand, der uns den ganzen Papierkram abgenommen hat.

Diesmal sind wir als ganz normale Arbeitnehmer hier, war auch für den Arbeitgeber keine leichte Aufgabe, er musste erst mal 5 Jobs oder so schaffen um einen Ausländer reinzubringen! Und dann ging es los: erst CPF (Steuernummer), ohne die ist man kein Mensch hier, ging noch ziemlich schnell, dann carteira de estrangeiro (Ausweis für Ausländer) = 180 Tage Bearbeitung angesagt, war auch so, was machen die nur in der ganzen Zeit mit dem Zeug? Ich darf gar nicht aufzählen, was DAZU für ein Papierkram anzuschleppen war, alles mit 27 Kopien..! Jetzt kommt der Führerschein, Sehtest, Fahrtest usw.! Bis alles Bürokratische abgehakt ist, ist die Zeit hier vorbei!

Trotzdem liebe ich Brasilien, die Menschen sind freundlich und nett und interessieren sich für Dich, sie sind lustig und immer fröhlich und ich ertrage so auch die Bürokratie und die Defizite. Sicher regen mich hier auch Sachen auf, in erster Linie die Bürokratie, logo, die Korruption der Politiker, die andere ist in Deutschland genauso vorhanden, dann diese Verbrecher von Motorradfahrern, die einem einen Heidenschrecken einjagen mit ihrer Fahrweise, die Umständlichkeit und Langsamkeit an den Supermarktkassen, der Lärm, der die Brasilianer nicht so schnell stört wie mich, sie wachsen eben damit auf, der Jugendwahn ist auch nervig, und wie sie ihre Tiere behandeln regt mich noch immer RICHTIG auf, aber alles in allem habe ich eine brasilianische Geduld entwickelt, die gut für meine Nerven ist. Es ist eben ein junges Land und man kann nicht von Deutschland kommen und meinen, hier müßte man jetzt alles verbessern und so einrichten wie in Europa. Wir sind NICHT in Europa und sie haben das gleiche Recht, eine Entwicklung durchzumachen wie wir auch! Ich kenne jetzt Brasilien seit über 35 Jahren und es hat einen gewaltigen Schritt vowärts gemacht!

Übrigens war ich vorher drei Jahre lang in Portugal...........nie wieder! Nur noch als Touri! Aber das ist eine andere Geschichte....


Hallo,
ich weiß ja nicht genau wo Du in Bras. lebst. Ich lebe im Nordosten und kann Dir leider nicht in allem beipflichten.Gelernt?????haben Sie meine ich nicht viel..z.B den Müll schmeißen sie genauso achtlos auf die Straße wie vor 25 Jahren nur hatten sie damals,Gott sei Dank,weniger Plastik.
Die Kriminalität hat enorm zugenommen.Du mußt hellwach sein, sonst wirst Du überall beschissen,nicht im kleinen Markt an der Ecke,aber z.B in den großen Supermarktketten ,wie WALMARKT,CARREFOUR,NORDESTAO u,s,w.
Der künstliche Kurs des total überbewerteten Real schadet dem Land und der Bevölkerung.
Die Politiker(spez.Federal) hier sind ein Geschwür und machen sich nur die Taschen voll,verdienen das mehrfache eines Bundestagsabgeordneten und haben noch nicht genug.
Und dann die vielen sogenannten Glaubensgemeinschaften(die nicht mal Strom und Wasser bezahlen),von denen ein großteil die Ärmsten der Armen betrügt????
Was machen die Regierenden?

Das Personal hier im Gesundheitswesen hat seit Monaten keine Bezahlung erhalten.......und die Politiker fliegen durch die Gegend....z.B zum einkaufen nach Paris mit der Familie.....bezahlt wird mit der Kreditkarte vom Staat.
(Es gab hierzu einen sehr guten Bericht, aber was wurde unternommen??? nada.........)
Klar hat die BRD auch Korruption,aber doch nicht so offentsichtlich und brutal.
Was meinst Du wieso die Autos hier immer noch 10 und meistens mehr Liter auf 100 KM brauchen???? Und du bekomst einen supermiesen Krafftstoff für viel Geld.....warum wohl???? Denk mal darüber nach.
Und so jung ist das Land nun auch nicht mehr und mit etwas weniger Ignoranz kann man auch etwas schneller lernen.
Natürlich sind nicht alle so.......aber leider sehr,sehr viele.

Das Schlimmste für mich persönlich ist,hier wo ich lebe,sehr nahe am Meer, es war ein Paradies......dann kam der ungezügelte Bauboom,min. 10 Stockwerke auf 400qm,daneben ein Einfamilienhaus,daneben ein Predio im Rohbau eines Pleitiers.....u.s.w.......und das Meer,der Strabd hier, nur noch verdreckt,Wasseranalysen werden unter den Tisch gekehrt und man wundert sich das die Touristen wegbleiben......man sieht nicht,oder will nicht sehen das den Touristen für viel weniger Geld besseres geboten wird.....

So jetzt lasse ich es mal gut sein......

Gruß
Giga
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Rainer » Fr 7. Jan 2011, 21:15

Mein Rat: Heirat so lange wie moeglich rausschieben, kein Kind Zeugen, kein Haus oder Wohnung kaufen, Geld , soweit vorhanden, in Deutschland lassen, immer durchblicken lassen, dass du am limit bist und versuchen eine Arbeit zu finden und dann von dem Geld zu leben. Vieleicht kannst Du ja die erste Zeit bei der Familie Deiner Freundin unterkommen. Wenn Du dann nicht den reichen Macker spielst wird sich dann schnell herausstellen wie es mit der Wa(h)ren Liebe bestellt ist. Ausserdem lernst Du dabei viel schneller die Sprache und das richtige Brasilien kennen. Letzter Tipp: Halte die Tuer nach Deutschland offen! Krankenkasse, Rente den Mindestbeitrag weiterzahlen usw. Dann bleibt mir nur Dir viel Glueck zu wuenschen.
PS. Niergens habe ich so viele Traeume den Bach runtergehen sehen wie hier in Brasilien!
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon dimaew » Fr 7. Jan 2011, 21:28

bruxacasa hat geschrieben:oi,
sind auch grade am Auswandern nach Brasilien.
Werden unsere Perm. über einen Anwalt in Fortaleza (Hagen A. Thümau) http://www.sunflower-hotel.com Tel. 0055853284-2427 begin_of_the_skype_highlighting              0055853284-2427      end_of_the_skype_highlighting
oder. bei einem in Salvador Kontaktadresse daniel.p.moser@aol.com (sprechen beide deutsch) machen, ist schneller und sicherer, wenn man pouco portugues spricht. Auf alle Fälle würde ich schon mal eine CPF beantragen (findest du auf der Seite der Botschaft). Antrag ausdrucken,dann bei einem von der Botschaft zugelassenen !!! Notar deinen Pass (alle Seiten) beglaubigen lassen und auf die Botschaft nach Frankfurt od.Berlin fahren u.abstempeln lassen.

Hoffe Dir hiermit etwas geholfen zu haben
Viel Glück


Nur zum Nachdenken: Wieso hat ein Anwalt eine E-Mail-Adresse eines Hotels oder bei AOL?
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Sulista » Fr 7. Jan 2011, 23:41

dimaew hat geschrieben:Nur zum Nachdenken: Wieso hat ein Anwalt eine E-Mail-Adresse eines Hotels oder bei AOL?


Das habe ich auch schon gedacht. Und wozu braucht man einen Anwalt, wenn man ähnlichen Service bei jeder Botschaft kostenlos bekommt.

Die Seite ist aber auch sehr unterhaltsam.

http://www.sunflower-hotel.com/deutsch/a/index.html

Ich frage mich jetzt:

1. Warum hat solch ein Mann von Welt so eine - naja - schäbige Seite, dazu noch unter einer Hotel Domain gehostet.
2. Googelt man nach dem Namen des Mannes so taucht sein Name kein einziges mal im Zusammenhang mit den aufgelisteten beruflichen Tätigkeiten auf. Dies ist wahrscheinlich nur Zufall, da man in diesen Kreisen sicherlich sehr verschwiegen arbeitet.
3. Schickedanz-Konzern? Was soll das sein? Da ist dem feinen Herren wohl ein Fehler unterlaufen.
4. Tätigkeitsschwerpunkte in 5 Bereichen, dazu in Deutschland und Lateinamerika. Andere Leute brauchen sicherlich 3-4 Leben, um fundiertes Wissen in all diesen Bereichen zu erlangen. Dazu führt er auch noch ein Hotel nebenbei. Mein Respekt!
5. Wo bekommt man eine so geschmackvolle Krawatte?
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Re: Auswandern nach Brasilien

Beitragvon Westig » Sa 8. Jan 2011, 04:32

giga hat geschrieben:Hallo,
ich weiß ja nicht genau wo Du in Bras. lebst. Ich lebe im Nordosten und kann Dir leider nicht in allem beipflichten.Gelernt?????haben Sie meine ich nicht viel..z.B den Müll schmeißen sie genauso achtlos auf die Straße wie vor 25 Jahren nur hatten sie damals,Gott sei Dank,weniger Plastik.
Die Kriminalität hat enorm zugenommen.Du mußt hellwach sein, sonst wirst Du überall beschissen,nicht im kleinen Markt an der Ecke,aber z.B in den großen Supermarktketten ,wie WALMARKT,CARREFOUR,NORDESTAO u,s,w.
Der künstliche Kurs des total überbewerteten Real schadet dem Land und der Bevölkerung.
Die Politiker(spez.Federal) hier sind ein Geschwür und machen sich nur die Taschen voll,verdienen das mehrfache eines Bundestagsabgeordneten und haben noch nicht genug.
Und dann die vielen sogenannten Glaubensgemeinschaften(die nicht mal Strom und Wasser bezahlen),von denen ein großteil die Ärmsten der Armen betrügt????
Was machen die Regierenden?

Das Personal hier im Gesundheitswesen hat seit Monaten keine Bezahlung erhalten.......und die Politiker fliegen durch die Gegend....z.B zum einkaufen nach Paris mit der Familie.....bezahlt wird mit der Kreditkarte vom Staat.
(Es gab hierzu einen sehr guten Bericht, aber was wurde unternommen??? nada.........)
Klar hat die BRD auch Korruption,aber doch nicht so offentsichtlich und brutal.
Was meinst Du wieso die Autos hier immer noch 10 und meistens mehr Liter auf 100 KM brauchen???? Und du bekomst einen supermiesen Krafftstoff für viel Geld.....warum wohl???? Denk mal darüber nach.
Und so jung ist das Land nun auch nicht mehr und mit etwas weniger Ignoranz kann man auch etwas schneller lernen.
Natürlich sind nicht alle so.......aber leider sehr,sehr viele.

Das Schlimmste für mich persönlich ist,hier wo ich lebe,sehr nahe am Meer, es war ein Paradies......dann kam der ungezügelte Bauboom,min. 10 Stockwerke auf 400qm,daneben ein Einfamilienhaus,daneben ein Predio im Rohbau eines Pleitiers.....u.s.w.......und das Meer,der Strabd hier, nur noch verdreckt,Wasseranalysen werden unter den Tisch gekehrt und man wundert sich das die Touristen wegbleiben......man sieht nicht,oder will nicht sehen das den Touristen für viel weniger Geld besseres geboten wird.....

So jetzt lasse ich es mal gut sein......

Gruß
Giga


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Manches wohl wahr, anderes verallgemeinernd, und etliche Beitraege helfen dem Fragesteller konkret nicht viel weiter.

Sicher gilt: es ist am besten, sich von Deutschland aus kundig zu machen, was im Metallverarbeitenden Bereich im Grossraum Recife oder auch in den Nachbarstaedten gesucht wird. Zutreffend ist, wie manche hier schreiben, dass sich die Industieansiedlung im Grossraum Recife - auch die deutscher Unternehmen - in einem nie gekannten boom befinden, und dass tausende Fachkraefte gesucht werden. (Schiffbau in Suape, FIAT-Werk im Bau und mehr als 50 Zulieferer; bereits produzierend: groesstes Unternehmen fuer Windkraftnutzung in Lateinamerika in der Naehe von Recife, mit geplanten drei europaeischen Neu-Ansiedlungen allein fuer die Herstellung von Windkraftanlagen, etc.

Auf der anderen Seite: mangelnde Infrastruktur, riesige Probleme bei der Muellentsorgung; Abwasser und geplatzte Sickergruben selbst in etlichen Hauptstrassen von Recife, unglaubliche Buerokratie, Probleme bei der oeffentlichen Gesundheitsversorgung und enorme Probleme bei der Grundbildung und bei der Facharbeiterausbildung, etc.etc., alles richtig ueber was sich manche hier auslassen.

Dem Fragesteller ist gut zu raten, erst einmal sich vor Ort einige Monate lang sachkundig zu machen, wie oben beschrieben.

Eins hilft mit Sicherheit nicht weiter: der Rat, sich an den Honorarkonsul in Recife wegen Beschaeftigungsmoeglichkeiten zu wenden, ist Unsinn. Es gibt keinen deutschen Honorarkonsul in Recife, und das hiesige Generalkonsulat, obwohl seit sehr langen Jahren hier ansaessig, ist keine Fachstelle fuer Berufsberatung. Da muss man schon selbst und muehsam und proaktiv deutsche Unternehmen befragen, die sich in Nordost-Brasilien ansiedeln. Und die Fachkraefte suchen.

Auch z.B. im Tourismusbereich. Es ist nicht zutreffend, wie oben behauptet, "dass die Touristen wegbleiben". Im Gegenteil: ueberall an den Straenden in Pernambuco, Alagoas, Bahia, Paraiba, boomt der Tourismus, und taeglich werden neue Hotels, Pensionen etc. eroeffnet. Und Kreuzfahrtschiffe laufen Recife an, wie seit Jahren nicht mehr. Dafuer wird gerade ein Super-Terminal im Hafen neu erbaut. Mal versuchen, in Gaibu, Porto de Galinhas, Tamandare, Serrambi oder wo auch immer im Grossraum Recife eine freie Pension zu annehmbaren Preisen fuer die naechsten Wochen zu finden.

Alles in allem: noch nie boten sich auf dem Arbeitsmarkt so viele Chancen wie heutzutage, allerdings: noch nie waren die Lebenshaltungskosten in nordostbrasilianischen Grossstaedten so hoch wie heutzutage. Die Preise in einem guten Restaurant in Recife - Boa Viagem liegen so hoch wie oder auch deutlich hoeher als die in einem vergleichbaren in Berlin. Und, um auf ein frueheres Beispiel zurueckzukommen: der gut gefuellte Einkaufswagen bei Aldi kostete deutlich weniger als der vergleichbare im Bom Preco in Recife.

Und last not least und ebenfalls nicht von der Hand zu weisen: nordostbrasilianische Abgeordnete koennen nur ein muedes Laecheln aufbringen, wenn sie erfahren, dass ein deutscher Abgeordneter unterm Strich deutlich weniger verdient. Das hingegen gilt nicht fuer deutsche Facharbeiter, die sich hier vor Ort verdingen wollen: brasilianische Techniker sind ihnen zumeist ebenbuertig, und es ist wie oben beschrieben fast unmoeglich einen guten Job bei guter Qualifikation zu finden. Man wird in der Regel wie eine brasilianische Ortskraft bezahlt. Abgesehen von den zahlreichen Huerden (Visa, Arbeitserlaubnis etc), die hier im Forum ausgiebig beschrieben wurden, ist es in jedem Fall besser, eine Stelle als Entsandter eines europaischen Unternehmens zu finden. Miete (und Nebenkosten wie z.B. Condominio-Umlagen, Kabel-TV und Internet etc.) in einem halbwegs neuen Gebaeude, Steuern, Kfz-Unterhalt und vor allem eine hinreichende Gesundheitsversorgung verschlingen hier wahrscheinlich mehr Anteile vom Gehalt als in vergleichbarer Position in Deutschland....
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