Auswandern nach Sao Paulo

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Elsass » Mo 13. Mai 2013, 05:05

Und vergiss nicht, dass man (und frau) als Mitglied der classe media "niedrige" Taetigkeiten im Haushalt nicht selbst machen darf. Auch wenns schneller und besser geht, man laesst das die empregada machen oder wen auch immer.
Einfach mal telenovela gucken, da wirds einem vorgemacht wie es so geht. :cool:
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 13. Mai 2013, 18:40

noch so einen:

und die fahren auch nicht mit öffendlichen Verkehrsmittel wie Bus oder S-Bahn (aber wohl U-Bahn in Rio) :D

so wurde es meiner deutschen rothaarigen Frau auch vor 15 Jahren erzählt, darauf kaufte sie sich ein eigenes Auto.

Meine brasilianiche Frau fährt heute lieber Bus, der Vehrkehr ist ihr zu stressig.

Gruß
Trem MIneiro

@zu Elsass: in Brasilien läßt die Oberschicht ihre Kinder von Babas aus dem Interior erziehen, die in der Vergangenheit meist nur ihre 4-zügige Dorfschule besucht haben. Soll sich aber angeblich gebessert haben, auch das Ruhigstellen mit Cachaca in der Morgenmilch hat abgenommen. :lol:
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon cruzeiro2003 » Mo 13. Mai 2013, 19:57

Hallo Schwiizermeitli,

zunaechst einmal Glueckwunsch zum Nachwuchs!

Ich habe selbst 3 Jahre mit meiner Familie in São Paulo gelebt und dabei positive, aber auch einige negative Erfahrungen gesammelt. Meine Frau ist Brasilianerin und auch bei uns gab es vor ein paar Jahren den Faktor "Heimweh". Mir bot sich ein gutes Angebot und so haben wir den Schritt gemacht. Da meine Frau aber selbst ueber eine gute Ausbildung verfuegt und ihr beruflich in Deutschland die Tueren nach wie vor offen stehen, wird fuer uns der Weg wohl bald wieder zurueckfuehren, auch aufgrund der folgenden Faktoren (vieles wurde im Forum schon genannt, ich fasse nur meine Sicht zusammen):

1) Sicherheit: Wir sind selbst fast mit den Kindern Samstag nachmittags auf offener Strasse ueberfallen worden; in unser geschlossenes Condominio wurde trotz 24-Wache, Kameras, etc. in 3 Apartments am hellen Tag eingebrochen; ich kenne kaum jemanden, der nicht irgendeine Geschichte zu erzaehlen hat. Der Faktor Sicherheit wiegt schwer. Einen Fall moechte ich hier nicht detailliert ausfuehren, aber falls Du mehr wissen willst, melde Dich ueber PN. Es geht nicht darum, Angst machen zu wollen, sondern sich im Klaren zu sein, was mit einer hoeheren Wahrscheinlichkeit passieren kann.

2) Lebenshaltungskosten: waren bei mir ca. 20-30% ueber Deutschland. Nicht weil ich im Luxus lebe, sondern weil vieles einfach teurer ist.

3) Deutsche Schulen: Gibt es mehrere, aber man sollte in erreichbarer Naehe wohnen: Porto Seguro, Humboldt und die Schweizer Schule haben ein gutes Angebot. Dazu gibt es Kindergaerten (in der Regio Chácara Santo Antônio gibt es mindestens eine gute Option). Die Schule "Porto Seguro" hat in Morumbi das "Portinho", wobei nur die Einrichtung in Stadionnaehe Deutsch fuer Kleinkinder anbietet.

4) Haushaltshilfen (Empregadas): Eine tolle Hilfe, wenn es funktioniert. Wir hatten bei einer Glueck, die leider weggezogen ist. Danach kamen 6 (!) weitere, bei denen man teilweise unglaubliches erlebt hat (Diebstahl inbegriffen). Von den "babás" rate ich ab, gerade bei Babys. Von Nachbarn habe ich diverse Geschichten gehoert.

5) Stadt: Die paulistanos lieben ihre Stadt aufgrund der Vielfalt: man findet fast alles, gerade mit Blick auf die Restaurants oder Kultur. Dem entgegen steht das Verkehrschaos und die Luftverschmutzung.

Ich habe mich angepasst, aber mich nie wohlgefuehlt. Gerade die Sicherheit im Alltag ist - zumindest fuer mich- durch nichts anderes zu ersetzen. Lerne in jedem Fall, wie Du Dich verhalten sollst, denn auch nur ein Wort zu sagen, erkenne selbst ich andere "Gringos" auf 100 Meter Entfernung :wink:
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon cruzeiro2003 » Mo 13. Mai 2013, 20:00

Nachtrag: Die Vorschule fuer das Alter von 2-5 Jahren im Portinho kostet derzeit ca. 2.400 R$ pro Monat...
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Konvictstyle » Mo 13. Mai 2013, 21:33

Warum brauchen alle Auswanderer in Brasilien plötzlich eine Empregada oder Diarista? Nur weil die Brasilianer, welche es sich leisten können, Hausarbeit gern outsourcen? Habt ihr das in D auch schon gehabt?
Verstehe ich nicht. Wäre vielleicht ein Thema bei 5 Kindern und zwei berufstätigen Eltern, aber sonst? :?: :?: :?:
Gruß Akon

viele leckere Pizza Rezepte
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 13. Mai 2013, 21:57

Oi Konvicstyle
du hast doch selber Smileys gesetzt, also solltest du auch unsere berücksichtigen. Natürlich waren beide Beiträge pure Ironie. Da unser Schweizermädel sich längst entschieden hat, mit nach SP zu gehen, sollte so ein kleiner Beitrag zur Auflockerung gestattet sein.

Cruzeiro hat die generellen Probleme, denen man kaum ausweichen kann (weil sie einem hinterher laufen) sehr sachlich geschildert. Das muss man eben in kauf nehmen. Was in den Beiträgen der letzten Jahre gar nicht so gravierend gesehen wurde, ist die Umweltbelastung. Das hat Cruzeiro zum ersten Mal beschrieben. Wenn ich in BH aus der Oberstadt runter ins Zentrum und darüber hinaus schaue, kann ich jeden Morgen den Smog sehen. Jetzt im Winter wird es besonders schlimm. Das Schweizermädel wird ja auch ein paar Vorteile sehen. Die habe ich auch die letzten 15 Jahre immer in den Vordergrund gestellt.
Aber jetzt ist die Zeit gekommen, wieder nach Deutschland zurückzuziehen, meine brasilianische Frau, die mit mir 3 Jahre in D gewohnt hat, steht da voll dahinter (auch wegen besserer beruflicher Chancen)

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon cruzeiro2003 » Di 14. Mai 2013, 01:01

Hallo Akon,
Ich habe den Punkt "empregada" aufgefriffen, da er mehrfach im Forum genannt wurde und ich darstellen wollte, dass dieser vermeintliche Vorteil gegenüber DE durchaus mit Vorsicht zu betrachten ist. Gerade mit kleinen Kindern kann das schon eine Hilfe sein. Sollte eben auch jeder vorurteilsfrei für sich selbst entscheiden dürfen.


Hallo Trem Mineiro,
Du hast es perfekt auf den Punkt gebracht. Jeder Ort hat Vor- und Nachteile und man sollte versuchen, sich zu arrangieren und das Positive zu sehen.
Neuankömmlinge sollten dennoch der anfänglichen Euphorie mit Vorsicht entgegensehen, auch weil man überdurchschnittlich oft im Alltag hingehalten und belogen wird (nicht nur als Deutscher). Andererseits kann man auch wieder viele positive zwischenmenschliche Erfahrungen sammeln. Ist halt auch Glücksache...
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Limao » Di 14. Mai 2013, 02:06

Nur so ein paar Gedanken @Convictstyle :

Es gibt sicherlich einige Brasilianer, für die gehört die Empregada/Nanny irgendwie dazu, die nehmen sie auch mit in die Ferien oder für berufliche Aufenthalte etc. mit.

Es gibt meiner Meinung zweierlei oder sogar dreierlei (ich möchte keine Wertung an dieser Stelle vornehmen), erstens die, die irgendwie schon immer Angestellte hatten und selbst damit aufgewachsen sind, zweitens die, die eine Empregada haben müssen (Statussymbol), um z.B im beruflichen und damit natürlich auch im privaten Kreis mitreden zu können. (den Mechanismus dahinter dürfte man auch aus Deutschland kennen: was der Nachbar hat, muss ich auch haben vielleicht noch ein bischen besser, größer, schneller, weiter...) oder drittens die, die sich irgendwie davon fast frei gemacht haben, bei Bedarf findet man allerdings auch schnell jemanden, so ganz raus aus dem Trott gehts natürlich auch nicht.

Ich meine, die Disskussion geht hier mehr um die zweite Gruppe. Der Gruppendruck ist einfach gross, das angesprochene gesellschaftlich vorgelebte und angestrebte “telenovelavorbild” ist zu stark in den Köpfen. Daher wird, m.E., über die Notwendigkeit der empregada so intensiv gesprochen.

Andererseits, so eine Empregada ist auch von grossem Vorteil, sie erledigt einfach alles rund um den Haushalt (es ist absolut nicht einfach, eine gute zuverlässige zu finden, z.B. wenn sie auch noch kochen kann) und als Nanny passt sie auf die Kinder auf. Man kann sich also voll verwirklichen, grossteils ohne die praktischen Probleme rund um den Haushalt und um die Kinder. Wenn man nicht gerade die Schwiegermutter zur Hand hat, falls die das überhaupt erledigen und man die um sich herum haben möchte, muss man sich eben entsprechend auch organisieren, wenn z.B. beide berufstätig sind, was nicht so selten ist. Man überlege sich auch die Zeiten um zur Arbeit und zurück zu kommen. Die Entscheidung, ob eine Nanny zu Hause oder den auch in Brasilien (gegen nicht wenig Geld) vorhandenen Kindergarten (Escolinha) kann natürlich nicht abgenommen werden. Was ist besser? Es gibt Vor- und Nachteile in vielen Bereichen.
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon zagaroma » Di 14. Mai 2013, 03:58

Also ich hab' noch NIE eine telenovela verfolgt (das langweilt mich zu Tode) und Statussymbol-Komplexe hab' ich auch nich.

Aber nun mal ehrlich: wer will denn bei dieser feuchten Hitze bügeln? Ich habe hier auch ein paar supertüchtige deutsche Damen in der Nachbarschaft mit 250qm Häusern am Meer so wie wir und die tun immer oooch, das mach' ich doch mit links. Bei einer zweistöckigen Fensterfront, die jede Woche mit Salz verklebt ist? Bei diesem Wind, der jeden Tag eine Tonne Sand und Blätter ins Haus weht?

Nee, für mich ist putzen ein Job für Profis. Ich habe mein ganzes Leben lang voll gearbeitet und immer putzen lassen, in Deutschland, Italien und Brasilien. Diese deutsche Scheu, mit Personal umzugehen, hab' ich nie verstanden. Dieses haaach, die sieht ja dann meine Schlüpfer. Ja, das tut sie, und sie soll sie nach dem Waschen schön zusammenfalten und wieder in die Kommode legen. Und?

Es gibt Leute, die sind aufgeschmissen ohne ihre Perle. Ich gehöre dazu. Und ich habe so den Eindruck, diejenigen, die dagegen reden, sind eigentlich meistens die Männer, die eine putzende Frau im Haus haben und nicht recht einsehen, weshalb sie noch Geld investieren sollten, wo doch alles so wunderbar funktioniert ohne eine Putzfrau.
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Limao » Di 14. Mai 2013, 12:31

Na, ja eine richtige Empregada sollte sicherlich auch nicht nur als reine Putzhilfe fungieren. Putzfrau ohne Frage: sinnvoll!
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