Auswandern nach Sao Paulo

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Itacare » So 19. Jan 2014, 11:36

Berlincopa hat geschrieben:Wenn du jetzt aktuell siehst, wie die Rentenkasse von der Groko geplündert wird, damit die Jungen später noch weniger Rente bekommen, solltest Du Dich vielleicht tatsächlich aus dem Staub machen. Zumal in Bayern ja Skandale wie die Bezahlung von Verwandten für angebliche Mitarbeit bei politischen Verwandten oder die unberechtigte Führung von erschlichenen Doktortiteln maximal als Kavaliersdelikt angesehen wird. Die große Maut-Sau sitzt am Trog und grunzt vor sich hin. Armes Bayern.


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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Lucas » So 19. Jan 2014, 18:53

Hi Leute

Also wenn wir uns jetzt schon politisch outen :D dann muss ich mich auch dazu bekennen das ich kein Freund der GroKo und schon gar kein Freund der CDU/CSU oder irgendwelcher Rechtsradikaler Idoten Parteien bin. In Sachen Korruption und Lobbyismus steht die Bundesregierung der Brasilianischen Regierung wahrscheinlich in nichts nach, als Beispiel die Fa. Quand :lol: . Also nach wie vor stehe ich SP sehr positiv gegenüber, aber ohne Arbeitsvertag werde ich vorerst nicht auswandern aber ich habe meine Fühler diesbezüglich schon ausgestreckt. Sagt mal ist das eigentlich normal das man von VOX "Goodbye Deutschland" angeschrieben wird??? :lol: :lol: :lol:

Mich würde es wirklich sehr interessieren wie ihr das mit den Versicherungen gemacht habt?

Beste Grüße

Lucas
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Trem Mineiro » So 19. Jan 2014, 21:51

Oi Lucas
Also in dieser GroKo ist ja nicht nur CDU/CSU versammelt sondern auch die SPD. Also für jeden(rechts wie linke) etwas. Das der Wähler die SPD halt zum Juniorpartner reduziert hat und dazu noch die Kanzlerin gestärkt hat, damit muss er jetzt leben, er hat es ja so gewollt.

Im Übrigen ist es mir in D in den letzten 50 Jahren unter allen Regierungen sehr gut gegangen (selbst als Sozi zu CDU-Zeiten), klar alles hätte noch besser sein können. Wer aber aus Gründen der Politik in D auswandert und das auch noch nach Brasilien der hat ne Meise, oder keine Ahnung vom brasilianischen politischen Sumpf.

Aber zu deine Frage. Wie üblich 2 Varianten:

a) Als Expat bzw. Entsendeter mit Entsendungsvertrag

In dem Fall behältst du alle deine Versicherungen bei, zahlst weiter in die Ernteversicherung ein, zahlst weiter deine Krankenversicherung ein, obwohl die in Brasilien keinerlei Leistung erbringt und bleibst auch in der Arbeitslosen und Pflegeversicherung.
Solltest du Freiwillig Krankenversichert sein, kannst du eine Ruhestellung beantragen und zahlst nur einen verminderten Beitrag, solltest dir aber garantieren lasen, dass du später wieder aufgenommen wirst. Du hast dann aber auch keinen Leistungsanspruch in D, auch nicht wenn du mal in Urlaubs zurückkommst.
Dein Arbeitgeber muss bei einer Entsendung für alle deine Gesundheitskosten im Ausland aufkommen. Das macht er meist, indem er eine private Auslandskrankenversicherung für dich abschließt, die dich in Brasilien wie einen Privatpatienten stellt. Du must also in Vorkasse treten und bekommst du kosten ersetzt. Alle, unabhängig, ob die KK die deinem Arbeitgeber erstattet (das verschweigt der AG gerne) So hab ich auch meine Brillen teuren ersetzt bekommen. Zusätzlich sollte noch eine Unfallversicherung mit drin sein. Die Rückführung deiner verblichenen Überreste ist meist im Entsendevertrag geregelt.
Die meisten deiner privaten Versicherungen kannst du wohl vergessen bzw. kündigen, weil sie in Brasilien nicht greifen. Wenn du dich beim EW-Meldeamt abmeldest mit Ziel Brasilien kannst du viele Verträge vorzeitig kündigen, z.B. den Handyvertrag etc.
Hast du eine Rechtschutzversicherung, reduziere die auf Arbeitsrecht, die kannst di evtl. bei deiner Rückkehr gebrauchen, wenn da nicht alles friedlich geht.
Da du nach 180 Tagen Aufenthalt in Brasilien mit deinem Welteinkommen steuerpflichtig wirst, solltest du versuchen in d dich steuerfrei stellen zu lassen. Dazu musst du dich abmelden und gleichzeitig nachweisen, dass du deinen Lebensmittelpunkt nach Brasilien verlegst. Wenn du aber Eigentum hast oder ein Zimmer bei der Mutti gibt es da manchmal Schwierigkeiten. Aber wird schon klappen. Auch die Firma kann diese Steuerbefreiung beantragen.
Falls du mal in die Situation kommst einen entsendevertrag abzuschließen, kann ich dir auch ein paar Tipps geben, bin ja selber Expat.

b) Auswandern mit einem Brasilianischen Arbeitsvertrag

Damit bist du aus allen deutschen Versicherungen raus, zahlst nicht mehr, verlierst (oder bei Temporärer Abwesenheit) minderst aber auch die entsprechenden Ansprüche, was bitter ist, wenn du nach 10-15 Jahren von Brasilien enttäuscht wieder nach D zurückgehen möchtest. Aber wer wird denn schon gleich an das schlimmste denken.

Wenn du einen brasilianischen Arbeitsvertrag unterschreibst kann der Arbeitgeber für dich eine Krankenversicherung abschließen, muss er aber nicht, ist eine Freiwillige Leistung. Macht er das nicht musst du dich selber privat versichern, das ist für junge Leute gar nicht so teuer, dafür sind die Leistungen auch nicht so doll. Medikamente zahlst du immer selber. Klar, später im Alter und als Rentner zahlst du höchstbeitrage wie in D, ich zahle jetzt als über 60-jähriger knapp 1.000 Reais, für die Frau natürlich extra.
Kannst/willst du dir keine private KV leisten, bleibt dir das staatliche Gesundheitssystem (SUS) was auch Ausländer kostenlos (?) behandelt, zumindest, wenn sie keine Geld haben. Uber die Qualität von SUS kann man streiten, ist halt die letzte Lösung vor der letzten Ölung.

In Brasilien hast du eine Arbeitslosenversicherung (FGTS). Die sparst jeden Monat deiner Beschäftigung einen Betrag, der dir vom Lohn abgezogen wird an. Kündigst du, bekommst du diesen Betrag ausgezahlt, also grob für jedes Jahr Beschäftigung ein Monatsgehalt. Kündigt dir die Firma, gibt es dazu eine Strafprämie von 40 % dazu, sofern du nicht die Kündigung schuldhaft provozierst.
Du hast auch eine Rentenversicherung (INSS) für die du Beiträge zahlst. Männer bekommen nach 35 Jahren Arbeitsleben dann eine Rente in der höhe ihres letzten Gehaltes, maximal aber derzeit 4.500 Reais. Wenn das Einkommen sich in den letzten 3 Jahren nach unten hin verändert, gibt es eine Durchschnittsrechnung.
Das System hat aber einen Haken. Deine Rente wird, wenn du nur ein Salario Minimo bekommst, um die jährlich Erhöhung des SM erhöht. Bekommst du mehr Rente gibt es nur sporadisch Erhöhungen. Langfristig wird also auch deine Rente von 4.500 Reais auf den wert eines Salario Minimos absinken.
Wirst du arbeitsunfähig nach z.B. 10 Jahren bei einen Gehalt von 4.500 Reais, bekommst du eben einen proportionalen Teil der 4.500 Reais ausgezahlt.
Als guter Arbeitnehmer bei einem guten Arbeitgeber bekommst du auch noch Fahrgeld und Mittag- Essen- Zuschuss, zukünftig wohl auch noch Kulturausschuss für Theater und Kino.

In Brasilien ist eben verwirklicht, was viele in D auch wollen. Man muss sein leben selber in die Hand nehmen. Du hast eine Minimum-Versorgung und musst halt selber für dich und deine Familie sorgen. Und Rücklagen schaffen, für einen halbwegs würdigen den Lebensabend vorsorgen.
So ab 30.000 Reais Jahreseinkommen zahlst du bereits den Steuerhöchst-Satz und in Brasilien zahlst du den auch, weil du kaum was absetzten kannst, Ehegatten Splitting gibt es nicht und die Freibeträge für Kinder sind lächerlich. Die Kindergarten- und Schulkosten für die Kinder an privaten Einrichtungen sind auch lächerlich, aber hier lächerlich hoch. Aber das öffentliche Schulsystem tut’s ja auch. Brasilien braucht ein großes Proletariat.

Ärgerlich in Brasilien, man zahl sehr viel Steuern, direkt, aber noch mehr indirekte. Schlimm allerdings, dass man von diesen Steuern so gut wie keinen Rückfluss/Nutzen hat.

Ist halt alles wie in D, nur auf einem niedrigeren Niveau, auch die Löhne. Früher war Brasilien billig, da konnte man das als "Normaler" halbwegs kompensieren. Heute ist Brasilien auch bei den unteren Schichten, teurer als D. Der Lebensstandard der Mittelklasse kommt einem hier noch teurer.

Wer nach Brasilien geht (als Nicht-Expat) macht eben dieses Downsizing mit oder schlägt voll ein. Dank seiner Qualitäten bekommt er einen Bombenjob, sieht eine Marktlücke, macht sich selbstständig, da verdient man gutes Geld und da liegen die Chancen wohl auch besser als in D. wenn einen die ausufernde Bürokratie nicht erwürgt. Ist in D genau so, aber da kennt man sich aus.
Scheitern wird es am Geld weil für sowas braucht man Eigenkapital, Eigentum etc. Und genau daran knappst es in Brasilien. Der Basiszins ist derzeit ja niedrig, jetzt 10,5 %, den must du mit dem Euro-Zins von 1% oder weniger vergleichen, also das 10-fache. Kredite bekommst du natürlich nicht dafür, da zahlst du 20 % im Jahr oder mehr und nur gegen absolute Sicherheiten.

Ich wundere mich immer, wie es die Leute hier schaffen, sich eine gute Wohnung zu kaufen 300.000 Reais aufwärts. Klar, die einen haben es von den Eltern, die anderen bezahlen ihre Wohnung 5 x ab und das nicht bei Gehältern von 4.500 Reais/Monat.

Vielleicht liegt es daran, dass die Städte so viele Favelas haben oder in den Außenbezirken, wo in D die schönen Bungalows stehen, in Brasilien die Welt mit diesen unverputzten Kuben zugepflastert ist.

Aber das ist halt der worst cace, mit Optimismus und Mut kann man da schon was reißen. Ich kenn leider nur ganz wenige, die sowas geschafft haben, genau gesagt sind auch die zu einer Zeit gekommen, wo man hier mit 20.000 DM als Hartwährung noch was anfangen konnte. Die haben sich damals Häuser gebaut, die sind heute Millionen Wert (nur können sie diese, weil zu alt nicht mehr verkaufen weil Brasilianer auf „Neu“ stehen.
So, das mal zu Versicherungen und sonstigen Randbedingungen.
Ich hoffe, du bleibst uns als Auswanderer im Forum erhalten, wir brauchen mal eine Erfolgsgeschichte

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Trem Mineiro » So 19. Jan 2014, 22:09

Berlincopa hat geschrieben:Wenn du jetzt aktuell siehst, wie die Rentenkasse von der Groko geplündert wird, damit die Jungen später noch weniger Rente bekommen,......... Zumal in Bayern ja Skandale wie die Bezahlung von Verwandten für angebliche Mitarbeit bei politischen Verwandten oder die unberechtigte Führung von erschlichenen Doktortiteln maximal als Kavaliersdelikt angesehen wird........... Armes Bayern.


Klar, als alternder Sozi, 45 Jahre eingezahlt, "Deutschland mit aufgebaut :D " sehe ich das anders. Ich bin auch einer der ersten Nutznieder der Rentenreform, weil ich formal erst am 1.11.2014 in Rente gehe und ab dem 1.7. nicht mehr die 7,2% Rentenabzug hinnehmen muss. Wobei, dass haben sicher nicht die Schwarz-Christlichen in der Koalition verbrochen.

Klar, die Bayern haben ihre Defizite, aber nach 20 Jahren Skandale in Brasilien werde ich das wohl wegstecken können, zugunsten der frischen Luft und den Bergen.
Und ich werde sicher auch in Bayern ein paar AMIGOS finden.

Dir als Berliner kann ich nur zurufen/beipflichten, räum da mal endlich dort auf.......sch....Politiker..Saustall. Und komm nach Brasilien, da kannst du es besser machen.

Dazu, ich hab dich immer für älter eingeschätzt, auch nicht soweit entfernt vom Rentenalter. Schein mich da aber getäuscht zu haben. Das erklärt natürlich auch einige andere unserer weltanschaulichen Differenzen.

Viele Grüße
Trem Mineiro

Ist ein bisschen OT, aber dafür hab ich ja wenigstens ach was zum Thema geschrieben.
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Troller_fan » So 19. Jan 2014, 22:58

Trem Mineiro hat geschrieben:b) Auswandern mit einem Brasilianischen Arbeitsvertrag

[...] Klar, später im Alter und als Rentner zahlst du höchstbeitrage wie in D, ich zahle jetzt als über 60-jähriger knapp 1.000 Reais, für die Frau natürlich extra.


Hallo Trem Mineiro,

wo bist Du denn versichert? Ist das Unimed für die 1.000 R$ oder eine lokaler BH Versicherung?

Unimed ist gar nicht so schlecht, hat bisher für uns alle Behandlungen, auch teure Krankenhausaufenthalte bezahlt. Teilweise auch so kostspielige Behandlungen, die es in Deutschland wohl nicht so automatisch gibt.
Ich erinnere mich auch, dass hier in Brasilien zum Beispiel schon vor Jahren die Korrektur der Kurzsichtigkeit per Laser voll von der Krankenkasse übernommen wurde. Kann jetzt aber nicht sagen, ob das noch immer so ist. Und das ist vielleicht auch für den Fragesteller nicht so wichtig.
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Trem Mineiro » So 19. Jan 2014, 23:10

Oi Troller
das ist UNIMED, zum Glück ist meine Frau erheblich jünger, das ist billiger :oops:

Es gibt da nur eine böse Entwicklungen. Die privaten Verträge werden ja staatlich kontrolliert und sind gedeckelt. Die Verträge mit den Firmen sind dagegen frei verhandelbar und da Massenverträge, für die Versicherungen weniger kostenträchtig. Dazu sind die Versicherten ja meist nicht älter als 60.

Wenn man aufhört zu arbeiten oder arbeitslos wird, hat man das Recht, weitere 6 Monate zu günstigen Bedingungen (in meinem Alter ca.700 Reais) weiter versichert zu bleiben und privat zu zahlen. Nach 6 Monaten muss man dann einen neuen Vertrag abschließen und ich zahle seitdem knapp 1000 Reais. Aber auch UNIMED ist nicht Gold, viele der "besseren" Krankenhäuser akzeptieren keine UNIMED Verträge und wenn wird man teilweise schlechter versorgt als der SUS-Patient der neben dir liegt (UNIMED zahlt keine verschließbaren Venenkatheter, die SUS ja) Ich merk das besonders weil ich (mehr meine Frau) bisher als Expat Privatpatient war.

Wegen der Deckelung verabschieden sich nun viele Versicherungen von diesen Privat-Verträgen und nehmen nur noch die lukrativeren Firmen-Verträge an. Das sowieso kleine Privat-Geschäft konzentriert sich auf wenige Versicherungen was naturgemäß dann doch zu einer Lockerung oder Aufhebung der Deckelung führen wird und zu höheren Beiträgen.

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Troller_fan » Mo 20. Jan 2014, 00:53

Hallo Trem,

ja, das habe ich auch so mitbekommen, ich bin über Firmenvertrag bei der Unimed und wir verhandeln halt den Vertrag für alle Mitarbeiter im Paket. Die Tarife sind dabei natürlich deutlich günstiger als bei Einzelverträgen und ob die Leistungen vergleichbar sind kann ich nicht beurteilen.
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 20. Jan 2014, 01:23

Nee, das hängt mit dem Versicherten-Profil zusammen.
Wer keine Arbeit hat, hat auch kein Geld für einen Vertrag, muss halt zur SUS.
Wer Arbeit und ein Arbeitgeber, der den Vertrag anbietet und bezahlt, ist jung bis max. 60, dann scheidet er aus und muss als alter kaputter Sack in den teueren Privat-Vertrag, verursacht aber naturgemäß die höchsten Kosten. Darum sind diese Verträge nicht rentabel, weil ja die Beiträge gedeckelt.
Wer Arbeit und ein Arbeitgeber hatte, der bisher den Vertrag bezahlt hat, kann, wenn er nur mittelmäßig verdient hat, sagen wir 2-300 Reais im Alter keine Privatversicherung, schon gar nicht bei Familie, bezahlen, der fällt dann wieder de SUS in die Arme. Scheiß Spiel, aber brasilianische Realität.
Ansonsten sind nur noch ein paar Selbstständige in der Versicherung, die aber nicht kostendämpfend zählen.
Daher haben die Firmenverträge das beste Profil und die günstigeren Aufwendungen, da kann man auch mal ein paar Leistungen spendieren. UNIMED ist trotzdem bescheiden, aber besser als SUS.

Gruß
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Lucas » Mo 20. Jan 2014, 07:59

Hi Leute

Mal wieder ein großes Dankeschön für die Ausführlichen und ehrlichen Antworten.

Also damit da kein falscher Eindruck entsteht mich zieht es nicht nach BR, weil ich mit der Bundesregierung in D so sehr unzufrieden bin mein Anliegen wäre primär die Liebe. Ich habe in meinen 12 Monaten SP durchaus die Vorzüge von D schätzen gelernt das muss ich schon ganz klar sagen. Natürlich gibt es Dinge die mich an D stören aber die gibt es für mich auch in BR und wahrscheinlich werden es noch mehr Sachen werden, da ich noch nicht alles kenne in BR :lol: . Mit den Rechtsradikalen Idioten Parteien habe für mich selbstverständlich von der NPD und Anhängsel gesprochen die mich quasi tatsächlich immer wieder dazu "ermutigen" D zu verlassen. Gut soviel dazu, also es ist mir wirklich bewusst das ich in D das einfachere Leben führe. Ich versuche auch nach wie vor D meiner Freundin schmackhaft zu machen aber ich dabei beisse ich auf Granit, deswegen habe ich mich in diesen Forum angemeldet um eben mal Meinungen von dritten die mich nicht kennen anzuhören.

Durch meine Service Einsätze habe ich nicht nur Europa und die Welt etwas kennengelernt, sondern auch viel von D gesehen es gibt auch sehr schöne Flecken in D, auch in Bayern :)

Also bitte nicht falsch verstehen ich habe keinerlei Groll mit D, aber ich könnte mir Vorstellen das man vielleicht ach angenehm leben kann zwar nicht in den "Luxus" den man von D her kennt aber manchmal braucht es vielleicht auch gar nicht so viel( Materielles ). :wink:

Beste Grüße

Lucas
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Re: Auswandern nach Sao Paulo

Beitragvon Lucas » Mo 20. Jan 2014, 08:04

Ach ja um noch Politisch Korrekt zu bleiben ich bin kein Fan von der GroKo und schon gar kein Fan von CDU/CSU und die SPD hat mir schon mal besser gefallen. :D

Damit wünsche ich euch einen schönen Start in die Woche. :wink:
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