Auswandern-nur für Reiche?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Rucksacktouristen

Beitragvon Bequimao » Do 7. Dez 2006, 18:25

Brummelbärchen hat geschrieben: ... Er erzählte mir, dass man die Billig- und Rucksacktouristen eigentlich gerne los werden möchte, da diese zwar die Infrastruktur mitbenützen, aber relativ gesehen nur sehr, sehr wenig zur Wetschöpfung beitragen. ...
BB'


Sehr arrogant und kurzsichtig! Schließlich werden die meisten Rucksacktouristen keine Aussteiger, sondern irgendwann zahlungskräftige Kunden. Dieser Tourismusverantwortliche sollte sich eher fragen, warum sie dann in sein Land nicht wiederkommen. Das liegt dann nicht an den Massen der Backpacker, sondern an fehlender touristischer Infrastruktur oder an fehlender Sicherheit.

Viele Grüße, Bequimão
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Beitragvon Brummelbärchen » Do 7. Dez 2006, 21:10

@Bequimao:

Kann ich nicht bestätigen. Ich habe bis jetzt noch kaum je einen einzigen (kaufkräftigen) Touristen kennengelernt (mich eingeschlossen), der den selben Ort schon einmal früher als Backpacker besucht hat. Abgesehen von Stränden wie Cancun oder Salvador vielleicht. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Der besagte Tourismusdirektor war allerdings nicht an einem solchen Ort tätig, sondern hatte nur Kultur bzw. Ruinen und andere Reste von alten Kulturen zu bieten.

Ich halte seine Ansicht nicht für kurzsichtig sondern im Gegenteil für weitsichtig. Nachhaltigen Tourismus kann mal nun halt nur mit kaufkräftigen Besuchern entwickeln. Mit den Mallorca-Horden und Backpackern ist da nicht viel zu wollen.

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Beitragvon Moranguinho » Fr 8. Dez 2006, 09:53

Das ist durchaus richtig, bedingt aber nicht, dass man die weniger zahlungskräftigen Touristen deshalb loswerden muss. Ich kann die Argumentation zwar nachvollziehen, betriebswirtschaftlich ist sie aber nicht unbedenklich. Wenn Pemiumtouristen so lukrativ sind, warum gibt es denn an anderen Orten nicht auch nur Premiumangebote? Warum schließen die Fluglinien nicht die Economy-Class und leben nur noch von den vorderen Klassen?

Jeder Tourist, der einen positiven Deckungsbeitrag für eine Region erwirtschaftet ist für eine Region ein nützlicher Tourist. Und das dürften die meisten sein. Dies gilt ganz besonders für eine Region, die sich gerade in der touristischen Erschließung und Entwicklung befindet.
Richtig lukrativ ist Tourismus für eine Region dann, wenn man es schafft, verschieden kaufkraftstarke Gruppen anzuziehen und von jeder Gruppe das Maximum dessen, wass sie ausgeben kann, abschöpft (eben Preisdiskiminierung). Premiumtourismus ist in meinen Augen nur ein, wenn auch wichtiger und lukrativer, Teil davon. Aber eben nur ein kleiner. Ein sehr gutes Beispiel sind Skiorte in den Alpen etc. Würde man die Skilifte dort nur für Premiumtouristen bauen, wären die Anlagen unwirtschaftlich. Dadurch, dass auch nicht so kaufkraftstarke Touristen die Anlage mitnutzen, tragen sich die Anlagen (wobei das Beispiel nicht unbedingt auf einen Ort mit begrenzter Kapazität wie z.B. Matchu Pitchu übertragbar ist)

Und ein noch weiterer und wichtiger Grund: Wenn man wirklich diese Premiumtouristen haben möchte, muss man auch ein wirkliches Premiumangebot bieten. Und diese sind rar gesät. Nur hohe Preise in Kombination mit einem mittelmäßigem Produkt gibt es an vielen Orten dieser Welt, das ist kein Differenzierungsmerkmal und sorgt eher für eine Marktbereinigung.
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Re: Rucksacktouristen

Beitragvon amicus » Fr 8. Dez 2006, 16:57

Bequimao hat geschrieben:
Brummelbärchen hat geschrieben: ... Er erzählte mir, dass man die Billig- und Rucksacktouristen eigentlich gerne los werden möchte, da diese zwar die Infrastruktur mitbenützen, aber relativ gesehen nur sehr, sehr wenig zur Wetschöpfung beitragen. ...
BB'


Sehr arrogant und kurzsichtig! Schließlich werden die meisten Rucksacktouristen keine Aussteiger, sondern irgendwann zahlungskräftige Kunden. Dieser Tourismusverantwortliche sollte sich eher fragen, warum sie dann in sein Land nicht wiederkommen. Das liegt dann nicht an den Massen der Backpacker, sondern an fehlender touristischer Infrastruktur oder an fehlender Sicherheit.

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Die richtige Mischung macht's

guckst du auch hier

5045/fuer-rucksacktouristen-pousada-favelinha-in-rio/

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Beitragvon Brummelbärchen » Fr 8. Dez 2006, 18:21

Moranguinho hat geschrieben:Dadurch, dass auch nicht so kaufkraftstarke Touristen die Anlage mitnutzen, tragen sich die Anlagen (wobei das Beispiel nicht unbedingt auf einen Ort mit begrenzter Kapazität wie z.B. Matchu Pitchu übertragbar ist)

Du kommst der Sache sehr nahe (auch geografisch). ich stimme Dir zu, es kommt wirklich auf die Destination an. Cancun und Machu Picchu verlangen wohl nicht dasselbe Konzept.

Aber was quatsche ich da, ich verstehe ja eigentlich nichts von Tourismus.

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Beitragvon Moranguinho » Mo 11. Dez 2006, 13:13

Brummelbärchen hat geschrieben:Aber was quatsche ich da, ich verstehe ja eigentlich nichts von Tourismus.

BB'


Hehehe, im Prinzip geht es mir auch nicht anders, zumindest was den Tourismus angeht... Ich habe das eher allgemein aus ökonomischer Sicht betrachtet.
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Um mal zurückzukommen auf das Thema...

Beitragvon ssd1611 » Di 12. Dez 2006, 11:05

Meines Erachtens ist Brasilien eher ein Auswandererland für Reiche. Mit geringem Kapitalstock und Rendite/Verdienst ist das Leben in diesem schönen Land nicht sehr angenehm. Ich meinerseits warte lieber noch eine gewisse Zeit, bis ich mit Sicherheit genug Kapital/Rendite sicherstellen kann, um in Brasilien ein ruhiges Leben zu führen.
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jeder euro zählt

Beitragvon dansline » Di 23. Jan 2007, 03:24

Interessant, interessant, rucksacktouristen bringen kein geld in das land, also rucksacktouriste konsumieren über die ganzen monate hinweg gar nichts, gehen nicht einmal zum bankomaten und beheben ein paar hundert euro, die sie dann in diesem land verbrauchen, da rucksacktouristen ja grundsätzlich nichts essen, nichts trinken, und auch so manche keine Souvenire nach hause verschiffen lassen usw. Weiters zahlen sie ja keine Steuern weil sie gezielt nach Geschäften suchen, die von der korruption dieser Länder gedeckt werden, und somit nur diese nützen, um somit ja keine Steuern zu zahlen, und Rucksacktouristen versuchen weiters, ja kein Papiergeld zu spenden, da sie wissen, wie das Leben ohne Geld so ist, und deshalb meiden sie, auch annähernd nur einen Cent zu geben... und sie wissen es auch nicht zu schätzen wie es ist in einem noblen Restaurant zu speisen, sie würden das natürlich meinden, denn es ist ja um ein vielfaches günstiger ... und ein Tourist der in einem für klassische Touristen vorbereiteten Club unterkommt, zahlt ja so viele steuern, und bring dem Staat ja so viele Einnahmen, denn in diese Clubs wurde ja niemals von ausländischen Investoren investiert, sondern immer nur von inländischen, denn diese verfügen ja über das Kapital, und die Steuern gehen mit sicherheit, in diesen Clubs auch in dieses Land, weil die Zentrale ja mit sicherheit nicht in einem niedrig Steuerland liegt.... daher, meine Ferunde, ich reise weiter, wie meine Freunde mit Rucksack, mit einigen hundert Euronen vom Bankomaten gezogen, ausgebend in Restaurants, Hostels, Museen, usw. und werde es geniessen, und im vorbei gehen den armen Menschen etwas zu essen geben, oder eventuell ein Wörterbuch oder ein anderes Buch kaufen, und diesen eine freude bereiten, und mit einem lächeln beobachten, wie die klassischen terrorismusunternehmen das Geld der armen Länder entziehen und mir meinen Teil dazudenken, meine Damen und Herren, alles Gute!
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Beitragvon Brummelbärchen » Di 23. Jan 2007, 10:54

Oh, ein barmherziger Samariter. Ich bin geschüttelt, ääh, gerührt.
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Beitragvon Severino » Di 23. Jan 2007, 11:18

Oi BB,
Ich hab mir ja schon immer gedacht, dass diese Rucksacktouris immer was rauchen, was nicht gesund ist...
paz e amor
Severino
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