Auswandern Pro/Contra !

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswandern Pro/Contra !

Beitragvon Sauerkraut » Mi 30. Aug 2006, 21:12

Jacare hat geschrieben:Oi, Gente !
Eine Frage an alle die in Brasilien leben bzw. gelebt haben. Wenn ihr nochmal vor der Wahl stehen würdet, würdet ihr nochmal nach Brasilien auswandern ? Uns juckt es gewaltig auszuwandern aber ohne ein gewisses Grundkapital (so 100.000 EUR) ist die Sache wohl eher ein Himmelfahrtskommando oder ?


Hallo Jacare,

Du solltest Dir mehr Gedanken machen wie Du in Brasilien Geld verdienen kannst und nicht ob 60000 Euro oder 1000000 Euro ausreichend sind!

Wenn Du einen gut bezahlten Job in Deutschland hast, bleibe dort.
Wie ich Deinen Beitraegen entnehmen konnte, willst du nach Sao Paulo. Wenn Du von Beruf z.B. Techniker oder Ingenier bist, hast Du Chancen eine (evtl. fuer brasil. Verhaeltnisse gut bezahlte) Stelle zu finden.
Bist du aber Kaufmann oder z.B. Handelsfachpacker von Beruf und nicht der geborene Unternehmer, dann wird es schwierig.
Aber nicht unmoeglich. Dann musst Du den Weg des klassischen Einwanderers gehen.
Wie z.B. die Tuerken, Italiener, Chinesen oder Yugos in Deutschland.
Restaurant oder Imbiss ist eine relativ einfache Moeglichkeit ohne viel Investieren zu muessen soviel Geld zu verdienen das es die Familie ernaehrt.
Wer eine gute Pizza machen kann oder z.B. chinesisch kochen kann wird ueberleben.
Es ist raltiv einfach in Brasilien es mit einem Restaurant zu probieren. Weil viele Restaurants sind Buffet. Der Verkauf ist aehnlich wie in einer Kantine.
Es gibt viele Moeglichkeiten. Es muss nicht gleich ein Restaurant sein. Die Pizza Zuhause gemacht, abends zum ausliefern.
Aber die Pizza muss top sein. Dann kommt auch Geld rein. Auf jeden Fall soviel, das die 60000 Euro nicht in kuerzester Zeit weg sind.
Das ist nur ein Beispiel.
Uebersetzt = eigne Dir etwas an, was Du in kurzer Zeit erlernen kannst und ohne viel Aufwand in die Praxis umsetzen kannst.
Ich bin an der Front (in Brasilien). Seit 11 Jahren leben wir von einem kleinen Restaurant. Ich finde es zum kotzen was wir machen. Und bin deshalb dieses Jahr auch ausgestiegen. Aber es funktioniert. Es reicht fuers Leben, ein groesseres Auto und fuer einen Flug jedes Jahr nach Germany.
Es kommt natuerlich auch darauf an wo Du hin gehst mit Deinen Faehigkeiten.
Ich wuerde unser Restaurant nie in Minas Gerais aufmachen. Die wuerden uns dort fix und fertig kochen. Wenn es in Riberão Preto an jeder Ecke eine Superpizza gibt, kannste es natuerlich vergessen. Nicht alles funktioniert ueberall.
Deshalb immer erst ein paar Monate dort leben ohne gleich ein Haus zu kaufen etc. Erstmal rausfinden was abgeht.

Wenn ein Spiesser sowas hier liest, kann er nur mit dem Kopf schuetteln. Aber fuer erwachsene Menschen die kostbare Zeit mit ihrer Maerklineisenbahn vergeuden habe ich auch kein Verstaendniss.

Und nochwas. Findest Du vielleicht nicht so gut aber.........Vergiss Dein; ich liebe die Menschen dort sovieeeeeeeeeel. Wenn Du die Brasilianer so viel liebst wie die Deutschen, reicht schon. Mehr haben die nicht verdient. Ein paar nette Maedels ausgenommen. Glaube es mir.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Padde » Do 31. Aug 2006, 01:03

Hallo Forengemeinde,
Juhuuu,mein Pütt macht zu.Wurde in Anpassung geschickt,was soviel heißt:Bis zum Rentenalter nicht mehr arbeiten zu müssen.Geld kommt weiterhin vom Pütt,auch Rentenbeiträge,Krankenversicheung werden für mich eingezahlt(freu).Also ab nach Brasila,der Sonne wegen.In der nähe von Forzaleta wurde ich fündig.Kleine Wohnung(70qm),Küche,möbiliert,Meerblick,200m zum Strand,14.000Euronen.Ein Spottpreis für hiesige verhältnisse.Werde im September/Oktober dorthin,um alles klar zu machen.Danach kann der Winter gerne kommen.Ist wirklich eine schlimme Jahreszeit.Später,so anfang April gehts dann aber gaaaanz schnell wieder richtung Alemania,aber nur bis zum nächten Dezember.

Grüße alle freundlichst,
Padde.
Ab inne Sonne
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Beitragvon palmito » Do 31. Aug 2006, 11:24

oi Jacare,

wenn du von deinen 60 Tausend Euros 40 Mille auf die Bank legst,
kriegst etwa EUR 4000 Zinsen im Jahr.
Das sind umgerechnet etwa knapp 1000 Real im Monat.
Ist zuwenig zum Leben, aber ein netter Zustupf für die laufenden Kosten.
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Beitragvon Jacare » Do 31. Aug 2006, 11:43

Eine Anstellung kann ich bei meiner Ausbildung (stinknormaler Kaufmann) vergessen. Da mache ich mir keine Illusionen. Dafür stehen bereits schon Studienabgänger den Firmen auf der Matte. Habe aber sowieso vor nur was Eigenes aufzuziehen. Aber was ? Was könnte man machen ? Die meisten Brasilaner sagten mir das Essen, Trinken und Mode immer geht. Reich wird man dadurch wirklich nicht (will ich auch nicht) soll nur zum leben reichen. In RP ist so ziemlich alles abgegrast was z.B. Fast-Food angeht. Vielleicht ein Döner-Laden ? Habe noch keinen erblickt in BR bzw. in den Städten wo ich war.

@Sauerkraut
Das mit den lieben Menschen hat sich eher auf meine Familie in Brasilien bezogen. :wink: Ansonsten heißt es aufpassen. Schon klar!
Warum hast Du eigentlich deinen Pizza_Service aufgegeben wenn es gut lief ?
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Beitragvon Vinhedense » Do 31. Aug 2006, 13:01

Hi Jacare,

mach einfach mal ne Marktanalyse und dann schau einfach mal, was Du von den Ergebniss so umsetzten kannst.
Klar, Gastronomie wird es immer geben. Aber der Markt ist gesettigt. Und das Führen eines Restaurantes, dazu muss man auch geboren sein.

Auch wenn Du nur "stinknormaler" Kaufmann bist, wird dein Wissenstand Dir hier einigen Vorteil geben. 8)

Laut Studien, geht der Trend in den nächsten jahren in Richtung Umwelt und Personalmamagenemt. Gerade das Thema Umwelt, was ja hier in Brasilien noch ein Rotes Tuch hat, wird in der nächsten Zeit sehr gefragt sein. Als Kaufmann würde ich in die Richtung Logistik, Transport und Abfallbeseitigung gehen. :lol:
Und von so einen Döner Laden o.ä. kann man nicht richtig leben, die Türken schaffen dieses auch nur, weil sie noch anderweitig ihr Geld verdienen und den DönerLaden ja nur als Geldwäschanalge nutzten.. :lol:

Aber das muss jeder für sich entscheiden. Man muss auch bedenken, das bei Selbstständigkeit (wie auch in Deutschland) seine Steuern immer schön zahlen muss, sich und seine Familie selbst Krankenversichern muss. Die Unternehmer stönen immer, wie hoch doch die Steuer und Personalbelastung hier ist u.u.u. :wink:

Gruss aus São Paulo :D
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Beitragvon Jacare » Do 31. Aug 2006, 14:20

@vinhedense
Du meinst in Richtung Abfalltrennung bzw. Abfallverwertung ?
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Beitragvon Vinhedense » Do 31. Aug 2006, 16:00

Hallo Jacare,

genau. In den grossen Firma wird es bereits umgesetzt, Gelbe Tonnen, blaue Tonnen usw.... in Kleinunternehmen noch nicht. Wird aber bald zur Pflicht. Norm ISO 14000.

Und wenn Du die Mühlwagen hier mal angeschaut hast, bzw. die Mühlplätze, Aufbereitung usw.... kannste mir glauben - da wird noch einiges hier auf uns zukommen.

Und auch das Verständnis der Bevölkerung wird sich schwer ändern müssen....

Gruss aus São Paulo
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Möchte auch Auswandern...

Beitragvon doogie » Do 31. Aug 2006, 17:46

Hallo,

überlege mir auch gerade nach Brasilien auszuwandern.
War jetzt 2 Monate drüben in Maceió bei Freunden (alles Brasilianer, zwei Monate kein deutsches Wort gehört). Die Zeit dort habe ich sehr genossen nach dem Kulturschock*g*.
Wenn du gut leben willst braucht man schon ein bischen mehr Kohle und die muss erstmal verdient werden.
Die Bürokratie dort ist schon extrem in manchen Sachen und wenn du niemanden kennst der jemanden kennt dann rennst du gegen Windmühlen oder hast ein paar Scheine einstecken.
Aber besonders im Umweltbereich ist scheinbar wirklich gut Geld zu verdienen, würde dort mit Bienen arbeiten (Insekten, keine Mädels*g*)
Habe in Brasilien einige Imker und Wissenschaftler kennengelernt und das Geschäft dort hört sich sehr lukrativ an. In Deutschland kann ich das mit der Imkerei vergessen, Winterverluste, Varoamilbe, Lohnkosten etc.

Die Brasis die ich kennenlernen durfte waren alles sehr rechtschaffende Leute und helfen mir auch, seit ich wieder in D, bin wo sie nur können.
Wenn ich die nicht hätte würde ich nicht mal überlegen auszuwandern aber mit einem guten Netzwerk, denk ich, hat man dort sehr gute Chancen.

Brasilien ist nicht das gelobte Land aber ich denke dort gibt es Möglichkeiten die so in Deutschland einfach nicht zu verwirklichen sind durch die extreme Überregulierung.

Darum seh ich meine Zukunft in Brasilien. Deutschland ist für mich auf dem absteigenden Ast.

Gruss

Andreas
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Beitragvon Vinhedense » Do 31. Aug 2006, 18:10

Zitat Doogie:
Brasilien ist nicht das gelobte Land aber ich denke dort gibt es Möglichkeiten die so in Deutschland einfach nicht zu verwirklichen sind durch die extreme Überregulierung.

Ein guter Satz, eben "ein Land der Gegensätze und Möglichkeiten!". :lol:

Die Idee mit dem Imkern, halte ich garnicht so schlecht. Wenn man sieht, wie die Preise für "richtigen" Imkerhonig hier aussehen, scheint man damit einen guten Gwinn zu machen :wink:

Aber, das sind genau die Überlegungen, die man machen sollte. Was ist gefragt, was will man und vor allem - wer will es haben bzw. kann es kaufen. Der Umsatz von Honig und Konfitüren ist in den unteren Schichten sehr dünn. Klar, man zahlt für eine Erdbeermarmelade 200g teilweise 3-8R$ (kein Import). Das Hört sich für uns billig an, aber für den grössteil der Bevölkerung ist das schwer bezahlbar. Da wir halt zum Früs

Aber wie doogie schon geschrieben hat:
mit einem guten Netzwerk, denk ich, hat man dort sehr gute Chancen.

Deshalb, schauen, kucken, Verbindungen knöpfen, gute Planung (was ja in Brasilien nicht der Fall ist) und dann kann das auch bestimmt klappen.

:D :D :D
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Beitragvon robertwolfgangschuster » Do 31. Aug 2006, 18:31

habe über 10 Jahre in der Gegend Srgopi ,Alagoas, Bahia gelebt und vor zwei Jahren kurz vorbeigeschaut, um meine Kinder zu sehen.
Die Imkerei ist zu einem Alternativgeschäft geworden die die Zitrusproduktion ersetzt, die nicht mehr rentabel ist.
Die Kleinbauern haben sich unter massiver Unterstützung von deutschen Organisationen zu Genossenschaften zusammengeschlossen und produzieren noch recht amateurhaft und zum Teil holen sie noch viel aus dem Wald statt zu züchten. Das Problem ist im Moment der niedere Dollar und Eurokurs, was sich aber ändern wird. Auf jeden Fall eine Geschäftsnische für Deutsche die etwas davon verstehe, muss sich aber auf jeden Fall der cooperativa anschliessen und anfangs auch unterordnen. Mit der Zeit übernimmt man dann sowieso die Führung aber am Anfang ist es besser nur zuzuhören auch wenn mann viele Irrtümer sieht.
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