AUSWANDERN.......raus aus Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Beitragvon Gregor » Mi 7. Jun 2006, 00:43

Lemi hat geschrieben:Übrigens hat das oben erwähnte Zitat von mir nichts mit der Feindlichkeit eines Landes gegenüber Kindern zu tun ......... es ist lediglich ein wahrscheinlich verzeihbares Fehlverhalten der Eltern. Deine Beispiele sind also auch nicht gerade die besten ........ :twisted:


Gut, dass Du das sagst, das waren nämlich in Wirklichkeit "Eure" Beispiele. 8)

Aber ich denke, man kann Kinderfreundlichkeit eines Landes in der Tat nicht an derartigen Beispielen festmachen. Ich halte es eher für das Gefühl, was man hat, wenn man sich mit Kindern in einem Land bewegt und aufhält. Fühlt man sich dort, mit den Reaktionen der Mitmenschen einbezogen, wohl oder unwohl, willkommen oder als störendes Wesen vom anderen Stern...
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Beitragvon Lemi » Mi 7. Jun 2006, 01:17

Gregor hat geschrieben: Aber ich denke, man kann Kinderfreundlichkeit eines Landes in der Tat nicht an derartigen Beispielen festmachen. Ich halte es eher für das Gefühl, was man hat, wenn man sich mit Kindern in einem Land bewegt und aufhält. Fühlt man sich dort, mit den Reaktionen der Mitmenschen einbezogen, wohl oder unwohl, willkommen oder als störendes Wesen vom anderen Stern...


Das klingt jetzt aber arg philosophisch. Hat irgendwie nichts mit Wohl- oder Unwohlbefinden zu tun, schon gar nicht mit fehlender Integration. Je besser man integriert ist, desto besser kann man auch vergleichen.

Wer wie wir, schon in beiden Ländern über lange Zeiträume gelebt hat, hat ganz einfach die Möglichkeit, die beiden Systeme zu vergleichen. Meine Kinder tun das übrigens auch ab und zu. Unsere Grosse (9) steht eindeutig auf Deutschland. Dem Kurzen (5) ist es hingegen schnuppe.

An Beispielen kann man natürlich nicht immer ein ganzes System festmachen, da sie manchmal an den Haaren herbei gezogen sind. Aber ansonsten dienen Beispiele ja auch dazu, allgemeine Zustände zu charakterisieren oder anschaulich zu beschreiben.

Sei es wie es sei: Deutschland bietet seinen Kindern mehr. [-(

Vor allem, wenn man das für Brasilien düstere Kapitel "Ausbildung" aufschlägt .....................
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Beitragvon Guenter S. » Do 8. Jun 2006, 06:27

Hallo Lemi und Jorginho,
ich meinte in der Tat die Einstellung zu Kindern und nicht das Kindergeld. Ich habe selbst zwei Kinder und bekomme 308,00 Euro Kindergeld pro Monat, bloss ausgeben tue ich jeden Monat etwa 700,00 Euro für Schulgeld, Musikunterricht, Tanzunterricht, Gitarrenunterricht, Violinenunterricht, Taschengeld, Monatskarte für öffentl. Verkehrsmittel (ohne Strom, Essen, Kleidung etc.). Kindergeld hin oder her, aber es reicht bei weitem nicht. In Pocone gibt es seit Jahren ein öffentliches Projekt, wo all diese Kinderaktivitäten und Kurse kostenlos sind.

Ich kann nur von dem reden, was ich erlebt habe und was ich lebe. Ich kann meine Angaben nicht auf ganz Brasilien beziehen. Abgesehen davon, dass ich einmal 3 Jahre in Rio gelebt habe und jetzt hier in Berlin lebe, wollen wir uns in Pocone niederlassen, letzte Stadt vor dem nördlichen Pantanal mit 30.000 Einwohnern.

Hier leben die Kinder glücklich, zufrieden und sicher, was in Berlin nicht der Fall ist - und genau das habe ich gesagt und wollte ich sagen. Eine Pauschalisierung auf das ganze Land Deutschland und Brasilien kann und will ich nicht abgeben.

Die Stadt Pocone ist für Kinder ein Paradies, dabei bleibe ich. Kinderwagen hin und her mit den Bürgersteigen, da hat Lemi recht. Aber ist der Kinderwagen nicht auch nur eine Sache der Faulheit unserer Menschheit, Bequemlichkeit um besser in der Großstadt mobil zu sein. Braucht man/frau wirklich einen Kinderwagen. In Brasilien laufen Massen von Verwandten herum, die das Kind gern auf den Arm nehmen, tragen, um die Mutter und den Vater zu entlasten, Babysitter überhaupt kein Problem. In Berlin ein riesengroßes Problem, deshalb braucht man hier auch einen Kinderwagen.

Kriminalität:
In der Tat. Rio ist natürlich viel gefährlicher als Berlin, das wollte ich nie in Frage stellen oder herunter spielen, in keinem Fall. Nur hat Rio 10 Millionen und Berlin 3,5 Millionen Einwohner. Vor 20 Jahren war das Leben in Berlin total easy, jetzt wird es immer schlimmer. Aber liegt in erster Linie an unserer Gesellschaft. Je mehr ein Volk verarmt, desto mehr Kriminalität. Trotzdem ist mir in 3 Jahren in Rio nie etwas passiert. Ich habe auch viele Freunde und Bekannte, den allen ebenfalls nichts passiert ist. Klar, sie sind vorsichtig, wissen Gefahren einzuschätzen und kennen jemand dem etwas passiert ist. Jeder kennt eine Geschichte.

Krankenhaus:
Lieber Lemi, in meinem Bekanntenkreis sind einige Oberärzte, ich selbst habe jahrelang in einem Krankenhaus gejobbt. Wenn Du heute mit Deinem Kind in die Erste Hilfe eines Krankenhauses gehst (z. B. Charité - Campus Benjamin Franklin, Krankenhaus Neuölln oder Urban-Krankenhaus in Kreuzberg), z. B. am Wochenende (weil solche Kindererkrankungen passieren meistens am Wochenende) sitzt Du mindestens 5 Stunden in der Warteschleife, wenn es ncht gerade als Notfall deklariert wurde (von der aufnehmenden Schwester), Freunde von uns waren letzte Woche 9 Stunden in der Ersten Hilfe, weil der Sohn sich den Finger gebrochen hat.
Meine Frau ist derzeit an der Niere erkrankt (Nierensteine) und muss nächste Woche ins Krankenhaus. Ich habe allein für Medikamente (wohl gemerkt nur Zuzahlung) für sie und auch einige Medikamente für mich (hoher Blutdruck etc.) insgesamt 28,50 Euro ausgegeben, das sind fast 60,00 D-Mark. Dafür würde ich in Brasilien dieselben Medikamente bekommen und ein Jahr damit auskommen, hier reichen diese Medikamente 2 Wochen.

"Totlachen" meinte ich natürlich sinnlich und nicht so ernst. Ich lache nicht über das Elend von anderen Menschen, im Gegenteil, ich bete jeden Tag für sie und für uns.

Örtliche Spielplätze gibt es sehr wohl in Pocone (Brasilien). Ausserdem spielen die Kinder in Pocone auf der Strasse, bei Bekannten im Haus, Garten oder auf öffentlichen Plätzen, ohne Angst vom Auto überfahren zu werden, ohne Angst vor Pedophilen oder sonstigen Verbrechern. Weil jeder jeden kennt und jeder Erwachsene auf jedes Kind ein Auge hat und aufpasst und jeder für den anderen sorgt, so weit das möglich ist. Natürlich gibt es auch Armut und Elend in dieser kleinen Stadt, aber die Leute haben noch Respekt voreinander und helfen einander. Das meinte ich mit Paradies für Kinder, sie können auf die Fazenda fahren, mit Tieren spielen, Reiten, schwimmen etc. ohne gross von den Eltern beaufsichtigt werden zu müssen. Hier in Berlin sitzen meine Kinder in der Wohnung fest (nach Schule und Kita), weil sie bei diesem Wetter nicht raus können, hinzu kommen die unfreundlichen, gestressten, kinderfeindlichen Berliner. Fahrradfahren für Kinder in Berlin: unmöglich, sehr gefährlich, ebenso die Strasse überqueren. Auf dem Weg zum Spielplatz: nur in Begleitung. Das alles ist in Pocone - Brasilien viel lockerer, unkomplizierter, freier. Die Kinder können sich viel freier bewegen. Frag mal meine Kinder (11 und 5 Jahre alt), wo sie lieben möchten. Sie würden am liebsten sofort die Koffer packen und weg.

Was nützen mir die öffentlichen Spielplätze in Berlin, wenn sie voller Hundekot sind, Kanülen von Drogenabhängigen, Müllreste von Alkoholikern, Pedophile, Jugendkriminalität, wenn ich sie nicht nutzen kann. Klar es gibt Erlebnisparks, Aqua-Dom, Zoo, Aquarium, super - Berlin bietet sehr viel, aber kann man/frau das alles bezahlen. Diese Freizeitaktivitäten kosten ein Vermögen.

Ich habe mal mit einem Freund geredet, der ist Oberarzt (Unfallchirurg), seine Frau hat gerade ein Kind bekommen. Sie waren auch 5 Tage im Krankenhaus, aber auch nur weil sie privat versichert sind und sie ein Einzelzimmer hatte. Ansonten sagt selbst er, so schnell wie möglich raus aus dem Krankenhaus. Man/frau wird zu Hause schneller gesund als im Krankenhaus. Im letzten Jahr gab es allein in Deutschland laut mediz. Statistik etwa 35.000 Tote durch Infektionen, welche mangelnde Hygiene in Krankenhäusern starben. Deshalb ist es viel günstiger, die Liegezeiten im Krankenhaus so gering wie möglich zu halten. Also weiss ich nicht, ob da die Brasilianier vielleicht nicht sogar weiter sind als wir Deutschen.
Spielecken (von Lemi lobend erwähnt):

Lemi, wo siehst Du in Deutschland Spielecken für Kinder in Einkaufszentren? Sicherlich es gibt sie (sehr wenige), aber allen Ernstes, würdest Du Dein Kind dort jemand Fremd anvertrauen, um in Ruhe einzukaufen? Also ich in keinem Fall. Erstens gibt es sehr wenige solcher Spielecken und Kinderbetreuungen in Einkaufszentren. Gerade vor zwei Wochen wurde ein Kind aus solchen fremden Betreuung eines Einkaufszentrum von einer Irren entführt, das Kind wurde von den nicht ausgebildeten Erzieherinnen einfach an die Fremde herausgegeben ohne Kontrolle bzw. Überprüfung, ob die Frau überhaupt die Mutter ist.

Familienparks:
Toll Lemi. Natürlich gibt es massenhaft Familienparks, von Berlin sehr weit weg (weit ist relativ). Wer kein Auto hat, geschenkt. Wer ein Auto hat (Benzingeld, Eintritt, Essen etc.), bist Du ein paar Hundert Euro los. Was glaubst Du, verdient eine normale Familie in Deutschland? Die können nicht jede Woche oder jeden Monat einen solchen Erlebnispark aufsuchen.
Meine Familie und ich waren letztes Jahr im Tropical Island (eine künstlich geschaffene Tropen- und Strandlandschaft in der Nähe von Berlin mit viel Baden, künstlicher Strand etc.). Wir waren dort einen Tag, war sehr, sehr schön. Aber dieser Spass hat mich mit allem drum und dran (10 Stunden Aufenthalt) 248,00 Euro gekostet. Und wir haben nicht das Geld zum Fenster rausgeschmissen, das kannst Du glauben. Also fast 500,00 D-Mark für 2 E und 2 K. Wahnsinn. Wer kann sich so etwas heute noch in Deutschland leisten.

Hotels:
Wenn es keine explizit fest ausgewiesenen Familienhotels sind, ja, dort ist es für Kinder ideal, aber die meisten Hotel sind auf Kinder gar nicht eingestellt. Und Familienhotels gibt es in Brasilien auch ohne Ende.

Kinderfeindlichkeit:
Natürlich ist Deutschland und nicht nur Berlin extrem kinderfeindlich. Was tut denn der Staat für die Kinder. Berlin ist sehr gut mit Kitas und Schulen versorgt. Meine Nichte wohnt in der Nähe von Hannover. Sie kommt z. B. gar keinen Kitaplatz (zu wenig Plätze vorhanden). Sie kann daher nicht arbeiten. Also ist das nicht kinderfeindlich. Gehe mal den Kindern einkaufen und lass ein Kind schlecht drauf sein oder krank. Es schreit, nervt, zerrt an Dir herum etc. Jeder der Kinder hat, kann diese Situation nachvollziehen. Die Leute gucken Dich doof an und werfen Dir verachtende Blicke zu. Ich könnten Tausenden von solchen Beispielen nennen.

Oder Kitagebühren. Ich muss für meine Kleine 486,00 Euro (Höchstsatz) an Kitagebühren bezahlen. Ist das kinderfreundlich? Das schreckt eher Leute ab Kinder zu bekommen. Obwohl ich gar nicht so viel verdiene, brutto schon (Einnahmen), aber nicht netto.

Vorteil:
Klar, die medizinischen Leistungen sind in Deutschland umsonst/gratis. Dafür bezahle ich aber auch seit Jahren Beiträge, ohne selbst jemals oder selten von der Krankenkasse in Anspruch zu nehmen.

Wenn ich behaupte, Deutschland sei kinderfeindlich, dann aufgrund meiner tagtäglichen Erfahrung mit dem Leben der Kinder in Berlin und nicht an irgend welchen Statistiken.

Großstadt-TV:
Wenn Kinder in brasilianischen Großstäden nur vor der Glotze hängen, Pech, liegt auch an den Eltern. Ich selbst lebe auch in einer Großstadt in Deutschland und mene Kinder hängen nicht ausschliesslich vor dem TV und essen bei McDonalds. Das hat nichts mit fehlenden Optionen in Brasilien zu tun, sondern mangelnder Freizeitgestaltung durch die Eltern.

Lemi, alle Deine Argumente, zu schreiben, warum es deutschen Kindern besser als brasilianischen Kindern ginge, stimmen meiner Meinung nach keinesfalls. Du hast geschrieben, dass Du weitere 10 Seiten Argumente nennen könntest. Vielleicht ist dabei ein Argument, was mich überzeugt, aber bis jetzt habe kein Argument von Dir gefunden, was definitiv zutrifft. Kindermißhandlungen finden auch in Deutschland statt, sogar versteckter und heimlicher als in Brasilien. Kinderarbeit gibt es auch in Deutschland, will nur keiner wahrhaben oder darüber reden (wenn auch in Brasilien in erhöhtem Maße, zugegeben).

Über das deutsche Bildungssystem will ich mir nicht auslassen, wurde schon genug darüber geschrieben. Aber meine Tochter hat seit 1 Jahr Nachhilfeunterricht, weil sie sonst gar nicht mitkommen würde, die Lehrer haben dafür keine Zeit, die Kinder zu unterrichten, sie ziehen den Stoff durch, egal ob die Kinder mitkommen oder nicht, siehe Pisa-Studie, ist nur ein Beispiel. Die Kinder in Brasilien, sprich Pocone, lernen schon mit 3 Jahren lesen und schreiben, es gibt in diesem Kaff sogar eine Privatschule (preiswert, wie ich finde), dort lernen die Kinder sogar schon mit 3 Jahren englisch. Meine Tochter (jetzt 5 Jahre alt) hat kurioserweise in Pocone 3 Cousinen, die alle ein Monat älter bzw. jünger sind als sie, also fast zum gleichen Zeitpunkt geboren, deshalb kurios. Diese Kinder sind in der Bildung weiter als meine 5jährige Tochter, obwohl diese von ihrer großen Schwester sehr viel mit bekommt und von uns sehr gefördert wird, auch schon in die Vorschule in Berlin geht. Trotzdem sind die Kinder in Pocone bezüglich lesen, schreiben und vor allem englisch viel, viel weiter.

Ich hoffe, dass ich einiges klar stellen und verifizieren konnte. Will keinem zu Nahe treten. Wie gesagt, ich bezog und beziehe meine Äußerungen nur auf meine eigenen persönlichen Erfahrungen, die man/frau nicht auf die gesamte Bevölkerung beziehen kann. Ich lebe in Berlin und hoffentlich bald in Pocone.
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Beitragvon Jeitinho » Do 8. Jun 2006, 08:30

Guenter S. hat geschrieben:Hallo Lemi und Jorginho,
ich meinte in der Tat die Einstellung zu Kindern und nicht das Kindergeld. Ich habe selbst zwei Kinder und bekomme 308,00 Euro Kindergeld pro Monat, bloss ausgeben tue ich jeden Monat etwa 700,00 Euro für Schulgeld, Musikunterricht, Tanzunterricht, Gitarrenunterricht, Violinenunterricht, Taschengeld, Monatskarte für öffentl. Verkehrsmittel (ohne Strom, Essen, Kleidung etc.). Kindergeld hin oder her, aber es reicht bei weitem nicht. In Pocone gibt es seit Jahren ein öffentliches Projekt, wo all diese Kinderaktivitäten und Kurse kostenlos sind.


Wer sagt auch, dass der Staat mit dem Kindergeld vollständig für die Kindererziehungskosten (was sowieso immer individuell unterschiedlich ist) aufkommen muß?
Kindergeld ist eine Unterstützung für die Paare bzw. Elternteil, die Kinder haben und dies wird von den gesamten Steuerzahlern aufgebracht.

Aber ich höre das immer wieder, dass man in Deutschland der Meinung ist, dass der Staat für die eigenen Kinder (finanziell gesehen) aufkommen muß!
Ich glaube, man sollte in Deutschland aufhören zu staatlich zu denken, dann würde man jetzt auch nicht z.B. die Auswirkungen der Renten spüren, denn bis heute ist in vielen Köpfen der Deutschen immer noch, dass die Rente ausreichen muß, ohne selber etwas zu tun!! Aber die Wirklichkeit ist, dass man selber etwas tun muß und nicht auf den Staat vertrauen sollte.
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Beitragvon Guenter S. » Do 8. Jun 2006, 10:33

Lieber Jetzinho,
Du vergisst bei Deinen Bemerkungen leider das Wichtigste. Mit den Kindern wird Deine und unsere Zukunft gesichert. Es gab dazu neulich eine interessante Statistik in einem Polit-Magazin in Deutschland (habe leider den Namen der Sendung vergessen), wo die Vor- und Nachteile (für Staat und Eltern) aufgezeigt wurden. Es wurde hierbei deutlich heraus gestellt, dass ein Kind dem Staat von Geburt bis zum Tod etwa 60.000,00 Euro an Einnahmen einbringt, wohl gemerkt dem Staat und damit auch den Kinderlosen. Die Kosten, die Staat für die Kinder aufbringt, wie z.B. Schulerziehung, Kindergeld etc. sind beim o.g. Betrag schon abgezogen.

Ich habe meine Kinder nicht bekommen, um irgend welche Vergünstigungen durch den Staat zu erhalten. Im Gegenteil, ich bin der Sklave meines Staates und erwirtschafte für den Staat Geldeinnahmen, ebenso aller Voraussicht nach meine Kinder. Also muss der Staat eine ausreichend gute Kindererziehung interessiert sein, ist es aber nicht, will nur abzocken, aber nicht investieren.

Also muss aus meiner Sicht der Staat auch etwas dafür tun, nicht umsonst ist Deutschland das Land in Europa mit der niedrigsten Geburtenrate, frage Dich mal warum?
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Beitragvon Lemi » Do 8. Jun 2006, 10:41

Guenter S. hat geschrieben:Hier leben die Kinder glücklich, zufrieden und sicher, was in Berlin nicht der Fall ist - und genau das habe ich gesagt und wollte ich sagen. Eine Pauschalisierung auf das ganze Land Deutschland und Brasilien kann und will ich nicht abgeben.


Hi Günter,

ich hätte für jeden deiner Sätze (wirklich jeden!!!) eine passende Antwort parat. Ich will dein Statement aber nicht zerreissen, da ich weiss, dass du an das glaubst, was du schreibst. Ich lasse dich gerne in deinem Glauben.

Nur 3 Dinge:

1) Wenn ich die Auswahl zwischen Berlin und Pocone hätte, würde ich auch Pocone vorziehen.

Schliesslich hat mich der örtliche Krankenbruder von Pocone schon vor dem Tod an einer Vergiftung gerettet als ich aus dem Pantanal zurück kam.

2) Alles was du über Berlin und Deutschland schreibst, klingt in meinen Augen sehr nach brasilianischem Alltag. Ich hoffe, du verwechselt da nichts.

3) Da du schon die PISA-Studie erwähnst, schau mal wo da Brasilien steht!

Das die Kinder in Brasilien teilweise (!!!!) mit 3 Jahren lesen, schreiben und englisch lernen stimmt. Das Resultat kennst du vielleicht: fehlende geistige Flexibilität, denn wer von 3 Jahren an nichts anders macht als Schulbank drücken, verpasst m.E. eine Menge an Vielfalt im Leben. Über die Englischqualitäten der Brasilianer brauchen wir uns ja gar nicht erst zu unterhalten. Jeder Tourist hat die Erfahrung schon gemacht. Und wenn der Präsident im Fernsehen öffentlich deklariert, dass Englisch überhaupt nicht nötig ist ........ armes Brasilien. :idea:
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Beitragvon Lemi » Do 8. Jun 2006, 10:49

Guenter S. hat geschrieben:Ich habe meine Kinder nicht bekommen, um irgend welche Vergünstigungen durch den Staat zu erhalten. Im Gegenteil, ich bin der Sklave meines Staates und erwirtschafte für den Staat Geldeinnahmen, ebenso aller Voraussicht nach meine Kinder. Also muss der Staat eine ausreichend gute Kindererziehung interessiert sein, ist es aber nicht, will nur abzocken, aber nicht investieren.

Also muss aus meiner Sicht der Staat auch etwas dafür tun, nicht umsonst ist Deutschland das Land in Europa mit der niedrigsten Geburtenrate, frage Dich mal warum?
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Oh, oh Günter. Dann gehst du definitiv ins falsche Land:

Erstens wird dich der Staat Brasilien noch mehr ausnehmen als der deutsche das tut, da Brasilien die weltweit zweithöchste Steuerbelastung hat und zweitens investiert der brasilianische Staat von diesem vielen Geld recht wenig in Kindererziehung.

Niedrige Geburtenraten haben manchmal auch was mit Familienplanung und Verhütung zu tun. :roll:
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Beitragvon Jorginho » Do 8. Jun 2006, 10:54

Guenter S. hat geschrieben:Deutschland: Hierzu ist eigentlich alles gesagt. Mit Deutschland geht es bergab und Brasilien geht es bergauf


Auch hier irrst du. Heute steht im SPIEGEL-Online:

Ist die Zeit für Standortpessimismus endlich vorbei? Viele Wirtschaftsstatistiken sahen Deutschland bisher weit hinten in Europa - oder ganz als Schlusslicht. Eine Umfrage unter 1019 internationalen Unternehmen, durchgeführt von Ernst & Young, kam nun aber zum exakt gegenteiligen Ergebnis.

Die internationalen Unternehmen beurteilen Deutschland demnach als attraktivsten Standort in Europa. 18 Prozent der Unternehmen bezeichnen Deutschland sogar als einen der drei attraktivsten Standorte weltweit, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,420171,00.html
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Beitragvon Jorginho » Do 8. Jun 2006, 10:59

Lemi hat geschrieben:Niedrige Geburtenraten haben manchmal auch was mit Familienplanung und Verhütung zu tun. :roll:


Und auch mit der generellen ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung eines Landes oder einer Region. Im Süden Brasiliens steuern sie doch schon scharf auf europäische Geburtenraten zu. Im unterentwickelten Norden und Nordosten dagegen werden fröhlich weiter Hungerleider in die Welt gesetzt.
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Beitragvon Takeo » Do 8. Jun 2006, 12:45

Lemi hat geschrieben:
Guenter S. hat geschrieben:Ich habe meine Kinder nicht bekommen, um irgend welche Vergünstigungen durch den Staat zu erhalten. Im Gegenteil, ich bin der Sklave meines Staates und erwirtschafte für den Staat Geldeinnahmen, ebenso aller Voraussicht nach meine Kinder. Also muss der Staat eine ausreichend gute Kindererziehung interessiert sein, ist es aber nicht, will nur abzocken, aber nicht investieren.

Also muss aus meiner Sicht der Staat auch etwas dafür tun, nicht umsonst ist Deutschland das Land in Europa mit der niedrigsten Geburtenrate, frage Dich mal warum?
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Oh, oh Günter. Dann gehst du definitiv ins falsche Land:

Erstens wird dich der Staat Brasilien noch mehr ausnehmen als der deutsche das tut, da Brasilien die weltweit zweithöchste Steuerbelastung hat und zweitens investiert der brasilianische Staat von diesem vielen Geld recht wenig in Kindererziehung.

Niedrige Geburtenraten haben manchmal auch was mit Familienplanung und Verhütung zu tun. :roll:


Brasilien ist demnacht die teuerste Abzocke überhaupt: wir bezahlen etwa 25% Steuern und kriegen davon nichts zurück: keine Strassen, keine Schulausbildung, keine Sicherheit, kein Gesundheitswesen, keine Sozialversicherung... noch nicht einmal Respekt vom Staat! Wer Deutschland den Rücken kehren möchte, okay, aber bitte nicht mit solchen Argumenten...
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