AUSWANDERN.......raus aus Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Beitragvon Lemi » Do 8. Jun 2006, 13:02

Takeo hat geschrieben:Brasilien ist demnacht die teuerste Abzocke überhaupt: wir bezahlen etwa 25% Steuern und kriegen davon nichts zurück: keine Strassen, keine Schulausbildung, keine Sicherheit, kein Gesundheitswesen, keine Sozialversicherung... noch nicht einmal Respekt vom Staat! Wer Deutschland den Rücken kehren möchte, okay, aber bitte nicht mit solchen Argumenten...


Takeo, die 25% (eigentlich ja 27,5%) sind nur die Lohnsteuer. Die Gesamtsteuerbelastung der Brasilianer liegt bei 43% vom Bruttosozialprodukt. Tendenz steigend ............
Man sieht sich,
In der Unterschicht
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Jacare » Do 8. Jun 2006, 14:06

Hallo, Günter !
Dat mit der Kleinstadt passt schon mal. Setz´deine Pläne in die Praxis um, leb´den brasilianischen Alltag und wenn die ersten Rechnungen kommen, wirst Du ganz schnell realisieren, daß "beide Seiten" ihre Vor- und Nachteile haben. Ich für meinen Teil habe festgestellt, daß weniger oft mehr ist, das Lebensgefühl einfach besser in Brasilien ist und da ich mich außerdem nicht auf 30-40 Jahre verschulden will, nur um meiner Familie ein stadtfernes, ruhigeres Leben hier in Deutschland ermöglichen zu können, ist Brasilien eine gute Alternative.
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Beitragvon Severino » Do 8. Jun 2006, 15:49

oi galera
Jacaré hat Recht, beide Länder haben Vor- und Nachteile. So könnte ich mir z.B. hier in der Schweiz niemals ein Häuschen leisten. In Brasilien geht das. Wer arbeiten will, der hat in beiden Länder die Möglichkeit dazu. Altersvorsorge ist auch ein Thema, wo man sich ja so oder so schon nicht mehr auf den Staat verlassen kann. Ausserdem kann ich selbst mit dem Geld, was mir heute für die Rente abgenommen wird, sicherlich mehr erreichen.
Bleibt das Thema Krankenkasse. Kostet mich heute im Falle einer Krankheit € 3800 im Jahr. Sollte ich das ganze Jahr gesund sein und auch keinerlei Medikamente brauchen, dann sind es immer noch € 2000. (Ich weiss, in DE sind es glaube ich 14% vom Lohn...)
Zum Thema Kinder möchte ich noch folgendes anmerken: Brasilien, bzw. die Leute dort sind kinderfreundlicher, sie haben aber ganz sicher die schlechteren Karten, wenn es um Ausbildung geht.
Wobei das Hauptproblem der Leute liegt in den ständigen Vergleichen. Man will nur noch das Negative sehen.
Ich jedenfalls bin bereit für ein einfacheres Leben nach Brasilien zu gehen. Dort habe ich meinen Frieden, hier ist das Leben der Stress pur. Klar bin ich daran nicht unschuldig.
Die Gefahr schreckt mich nicht. Für mich ist es da wo ich heute wohne gefährlicher als dort wo ich wohnen werde.
Es gibt ja genug Beispiele von Leuten, die es geschafft haben und dabei zufrieden sind. Sicherlich könnte manches besser sein, aber das ist doch kein Grund zum Jammern. Wer nach Brasilien geht, um reich zu werden, der hat etwas falsch verstanden.
Jeder ist schlussendlich für sich selbst verantwortlich. Das ist in Brasilien so und in DE oder CH auch.
paz e amor
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Beitragvon Guenter S. » Do 8. Jun 2006, 16:24

Hallo Leute,
sicherlich hat alles seine Vor und Nachteile, habe ich auch nie bestritten. Lemi, wenn Du im Pantanal krank geworden bist oder von irgend welchen Viechern befallen wurdest, Pech, tut mir leid für Dich, hat vielleicht auch etwas mit der Art und Weise des Reisens zu tun. Ich schicke etwa 2500 Touristen pro Jahr in das nördliche Pantanal und etwa 300 in das südliche Pantanal. In den letzten 9 Jahren ist ein einziges Mal ein Kunde von Zecken befallen worden und musste ein Krankenhaus aufsuchen, alle anderen ist nichts passiert. Die gesamte Familie meiner Frau wohnt in Pocone und bis auf normale Krankheiten bzw. Erkrankungen des alltäglichen Lebens sind keine besonderen Krankheiten aufgetreten, wie in Deutschland halt auch.
Takeo, ich zahle derzeit in Deutschlang 55 % Steuern inkl. Kosten für den Steuerberater, hinzu kommen die versteckten Steuern, wurde neulich von WISO auf 73 % insgesamt beziffert.
Ich zahle seit 2005 Steuern in Brasilien mit allem drum und dran, zahle Wasser, Strom und Telefon. Ich weiss, was für Kosten da auf mich zukommen. Diese Kosten sind weit aus geringer als in Brasilien. Ich bin sehr wohl darüber im klaren was finanziell auf mich zukommt. Deshalb brauche ich diesbezüglich keine Belehrungen.
Was die Ausbildung betrifft, muss ich Lemi und den anderen zustimmen, die ist in Brasilien wirklich schlecht und schlechter als in Deutschland.
Alle anderen Meinungen von Lemi teile ich in keinem Fall (sorry, Lemi), aber jeder macht seine eigenen Erfahrungen und lebt sein eigenes Leben was nicht zu vergleichen ist mit dem anderer, wo auch immer sie in Brasilien leben.
Ich möchte Deutschland entfliehen, weil ich wie Jetinho schon schreib, ein ruhigeres, angenehmeres, stressfreien, glücklicheres Leben führen möchte und nicht um in Brasilien reich zu werden und dort den Hampelmann zu spielen. Wenn ich diesen Schritt endlich hinter mir habe, in zwei bis drei Jahren ist es soweit, habe ich alle Voraussetzungen geschaffen, was die Finanzen betrifft und Infrastruktur (wenig Land, ein paar Kühe, eingerichtetes Haus in Pocone, Appartment in Cuiaba, Auto etc.) was wir jetzt schon haben, einige Kleinigkeiten fehlen noch, deshalb noch zwei bis drei Jahre. Dann werde ich auch das Geld haben, um meinen Kindern die weitere Ausbildung in Brasilien zu finanzieren (Schule, Universität etc.). In Cuiaba gibt es eine sehr gute Universität. Was die Kinder dann daraus machen, müssen wir abwarten. Vielleicht gehen sie ja dann auch zurück nach Deutschland, diese Option haben die Kinder ja offen. Das es schwer wird mit einem Job in Brasilien für die Kinder ist mir vollkommen klar, aber auch andere brasilianische Kinder bekommen nach ihrem Studium eine Arbeit, warum nicht auch meine Kinder, genauso auch keine Arbeiten. Aber deshalb mache ich mich jetzt nicht verrückt. Meine Kinder sind noch zu klein, um zu entscheiden, was sie einmal werden wollen. Aber dieses gleiche Problem stellt sich in Deutschland auch, gleich wenn es in Deutschland sicherlich einfacher wäre.
Soweit erst einmal.
Günter
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Beitragvon Severino » Do 8. Jun 2006, 16:28

=D> Endlich Mal wieder Pioniergeist anstatt Rumgejammere! =D>
paz e amor
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Beitragvon Takeo » Do 8. Jun 2006, 16:31

Jetzt muss ich mal was klarstellen:

Das Leben, was man führt hängt von einem selbst ab, und nicht vom Land in dem man lebt. Führt Ihr ein langweiliges Leben in Europa, wird das Leben in Brasilien auch nicht plötzlich interessanter - warum auch? Zumal man in Europa sehr gut seine Freizeit gestalten kann! Habt ihr Stress in Europa, werdet Ihr nicht plötzlich in Brasilien in der Hängematte liegen und den Tag verdösen - auch hier ist es stressig! Man ist wer man ist - egal ob in Brasilien oder sonstwo! Ein bisschen Sonnenschein, freundlichere Gesichter... das hat man schnell vergessen, wenn's zum Wesentlichen Geht, nämlich seine Leben zu leben: aufstehen, einer Beschäftigung nachgehen, sich der Familie widmen etc... auch in Brasilien ist sagen wir mal ein stinknormaler Donnerstag Nachmittag ein stinknormaler Donnerstag Nachmittag!!!
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Beitragvon Lemi » Do 8. Jun 2006, 17:29

Tolles, kurzes, bündiges Statement, Takeo. =D>

Im Prinzip es gehuppt wie gesprungen. Wer einer regelmässigen Arbeit nachgeht und das müssen die meisten Leute, ob sie wollen oder nicht, führt ein Leben, was sich in ziemlich vielen Ländern gleicht. Das Drumherum ist etwas anders, aber da gebe ich wiederum Severino und auch Günter recht: es kommt darauf an, was man daraus macht.

Das eigentliche Thema des Threads waren aber die Beweggründe, warum jemand Brasilien verlassen will. Das es genügend Gründe gibt, diesen Schritt zu tun, hat diese Diskussion gezeigt. Das es auch 1000 Gründe gibt, den Schritt in die andere Richtung zu tun, wissen wir nun auch. Jeder hat Ideale, die sich manchmal bestätigen, manchmal auch zerstört werden.

Am besten fährt man wahrscheinlich, wenn man sich aus den vielen extremen Meinungen und Äusserungen in diesem Thread den goldenen Mittelweg nimmt. Sicher ist an jeder Aussage etwas wahres und auch etwas subjektives dran. So sind wir Menschen nun mal gebaut. Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Man sieht sich,
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Beitragvon thomas » Do 8. Jun 2006, 18:15

Es gibt ja außerhalb Berlins auch tolle Landschaft mit Kühen im Grünen etc.

Ich glaube, Günther ist einer aus der von mir schon mal früher beschriebenen goldenen Mitte, die weder zu arm, um die schlechten Seiten Brasiliens erleben zu müssen, noch zu reich sind, um sich in Deutschland einen entsprechenden Lebensstandard leisten zu können. Und denen Brasilien nochmal einen echten Kick bringt, wenn sie ihr Vermögensstandard relativ sicher rüberretten können. Was ja wohl mehr oder weniger der Fall zu sein scheint.

Auf nach Pocone* :!:

 :-)br

-t

*hätte gedacht, dass liegt in Italien.
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Beitragvon Jacare » Fr 9. Jun 2006, 09:17

Oi, Gente !
Das ist es doch was ich die ganze Zeit sagen will. Es gibt keine Patentrezepte für Brasilien welche für jeden gelten. Weil zu viele individuelle Faktoren eine Rolle spielen. Angefangen warum man überhaupt hier weg will, welche Erfahrungen hat man in Brasilien gemacht, das familiäre Umfeld in Brasilien bis zu wie habe ich vor überhaupt in Brasilien zu leben. Und wenn ich den Spieß mal rumdrehe. Ich kenne Brasilianer die Deutschland lieben und nicht mehr in Brasilien leben wollen und ich kenne widerum Brasilianer die Deutschland regelrecht hassen und nur hier sind aus Liebe. Es kommt immer auf den persönlichen Blickwinkel der Dinge an. :wink: Ein wichtiger Aspekt ist auch die mentale Stärke. Was ist wenn man die Dinge nicht so laufen wie sie sollen ? Bin ich der Typ der gleich die Flinte ins Korn wirft und so schnell wie möglich zurück will oder steh´ich die Sache durch. Vor dieser Situation wird jeder mal stehen, daß sollte jedem bewußt sein :wink:
Ansonsten kann ich mich nur einem meiner Vorredner anschließen: Wer hier nicht den A*sch hochkriegt, kriegt ihn in Brasilien auch nicht hoch.
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Beitragvon Vinhedense » Fr 9. Jun 2006, 21:40

Zum Thema Stress...

also ich fand das Arbeiten in Deutschland teilweise stressfreier und mit mehr Freizeit verbunden als hier im Brasilien... :wink:

wie schon ich oft geschrieben in anderen Threads ist hier z.B. in der Industrie die 44 Stunden minimum ein Muss... von der Wochenendarbeit mal ganz abgesehen....
Man kommt dann abends um 18:00 oder 19:00 Uhr nachhause... es ist ja schon dunkel und der Tag eigentlich gelaufen.... :cry:

Da war die 35 Stundenwoche in Deutschland schon etwas positiver....
Und bei einem Durschnittverdient von ca. 1Euro die Stunde haben der grössteil der Arbeitnehmer noch mehrere Nebenjobs.. abends nachts und am Wochenende...
Das wird dann abends noch GAS aussgefahren... am Wochenende auf dem Bau gearbeitet oder im Restaurant gearbeitet....

Ob man das alles dann als STRESSFREI bezeichnen kann :roll: :?:

Mein FAZIT... Leben in Brasilien ist unter bestimmten Vorrausetzungen besser als in Deutschland...
Arbeiten in Brasilien ist meiner Meinung her schwieriger und stressiger als in Deutschland..... hängt aber auch davon ab, was man arbeitet.
(Ausser man ist Kassierinen im Supermarkt :D )

PS... hab im letzten Jahr meine ersten Graue Haare bekommen.. klar bei diesem Stress hier :P :P :wink: :lol: :D
"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump
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