AUSWANDERN.......raus aus Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Ergänzung von heute

Beitragvon Felizso » Fr 9. Jun 2006, 22:38

Nun, Träume, schöne Vorstellungen und Ideal sind für jeden einzelnen für uns wichtig. Eine Art "Grundnahrungsmittel". Es ist sehr wichtig, dass alles nie ganz zu verlieren.


Inwieweit Träume, schöne Vorstellungen und Ideale in Brasilien oder Deutschland für einen selbst wahr werden, entscheidet meiner Meinung nach das pure Glück. Wie überhaupt alles im Leben.


Als Deutscher Brasil-Fan sein ist total okay.
Solange sich jeder jederzeit im Klaren darüber ist, dass es auch in einem Land wie Brasilien eine Wirklichkeit gibt, eine Realität.


Pauschale Urteile können nie alles abdecken.
Es gibt natürlich auch individuelles Glück.

Was meiner Auffassung nach nicht bedeuten kann und bedeuten darf, Pauschalierungen ins Reich der Fabel zu verweisen.


Die nüchterne Wirklichkeit ist doch - und das wohl noch sehr lange (keiner weiß genau wie lange): So ein Land wie Deutschland hat kämpft heute und morgen darum, trotz nachhaltigen Problemen durch die enorme Bürde der in der Tat wunderbaren Einheit Deutschlands in der Weltspitze zu bleiben, ggf. - worst case - in der Zweiten Liga nicht durchgereicht zu werden. Was auch die nächsten Jahrzehnte, meine ich, nicht passieren wird. Insofern werden gewisse Standards, z.B. der Rechtssicherheit etc. womöglich weiter "unter Druck" stehen. Insgesamt aber geschieht das alles von einem sehr hohen Niveau. Absolutem Weltniveau.


Ein Land wie Brasilien hat überhaupt erst angefangen darum zu kämpfen, eines Tages vielleicht einmal in der Zweiten Liga mitzuspielen. Mit allen Fragen, Aufgaben und Schwierigkeiten, die sich innerhalb dieser Aufgabe stellen.


Soweit das Leben einigermaßen überschaubar ist, bleibt es weiterhin eine pure Träumerei davon auszugehen, dass ein Land wie Brasilien - sagen wir den Level - von Deutschland vor ca. 20 Jahren in absehbarer Zeit, die uns ja alle interessiert, erreichen wird.

Und trotzdem allen, die dort sind, weiterhin alles Gute.
Und denen, die sich auf den Weg dorthin machen, toi toi toi.

Ich weiß nicht, ob Brasilianer Deutsche genau so mögen (Thema Geld mal bewusst ausgeklammert, bitte) wie Deutsche Brasilianer.

Wäre schön. Weiß ich aber nicht.
Vielleicht wisst Ihr mehr.


Grüße,

F.
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Beitragvon dietmar » Sa 10. Jun 2006, 00:39

Weise gesprochen Felizso. Eine sehr schöne und meines Erachtens sehr zutreffende Einschätzung.

Mich interessiert es eigentlich gar nicht, ob man hier in Brasilien Deutsche, Amerikaner oder Chinesen mehr oder weniger mag. Wenn mich etwas interessiert, dann ob man MICH mag. Und ich denke, dazu muss ICH meinen Teil beitragen, nicht mein weit entferntes Heimatland. Und ich denke, dies gelingt mir recht gut. Und mit Vorurteilen hatte ich hier auch schon zu kämpfen, doch durch Freundschaft, Verständnis und einem ehrlichen "aufeinander zugehen" kann man vieles überwinden. Unabhängig von Herkunft, Sprache und Hautfarbe.

Liebe Grüsse aus dem Süden Brasiliens, Dietmar
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Beitragvon Ursinho » Sa 10. Jun 2006, 00:56

brasilblog hat geschrieben:Und mit Vorurteilen hatte ich hier auch schon zu kämpfen, doch durch Freundschaft, Verständnis und einem ehrlichen "aufeinander zugehen" kann man vieles überwinden.

Und das ist, was ich an Brasilien mag: ICH (bewußt groß geschrieben) hatte hier bisher nur von positiven Vorurteilen erfahren. Die Kleinigkeiten der weissen Socken und nicht tanzen zu können mal ausgenommen.
Was hattest Du denn für negative Vorurteile erleben müssen, Digger?

Fragt
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Beitragvon dietmar » Sa 10. Jun 2006, 04:06

Eigentlich nur rassistischer Natur ... Hitler, Nazis, blabla ...

Aber nie im Streit, nur in der Diskussion. Mich hat mal ein richtig dunkler 20-jähriger auf einem Grillfest beiseite genommen und mich danach gefragt. Ich war selbst schon halb besoffen. Hab 2 Gläser Pinga geholt, ihm eines in die Hand gedrückt, und ihn gefragt: "Wenn ich es wäre, würde ich dann hier mit dir saufen?" Damit war das Thema erledigt.

Und manchmal werde ich halt auch zu den aktuellen Ereignissen in Deutschland bzgl. Rechtsextremismus gefragt, die hier rüberschwappen (No-Go-Area, Ausländer verprügelt, etc.). Ich gebe ehrlich zu, weil ich es müssig bin, darauf zu antworten sage ich immer: "Auch darum bin ich hier!" Obwohl ich weiss, dass der Rassismus hier zwar versteckter, aber doch extremer ist.

Viel schlimmer war es in Paraguay: Da denken die allen ernstes, sie machen dir eine Freude, wenn sie dich mit Hitlergruss und "Heil Hitler" begrüssen. Lachen ja dabei und umarmen dich dann. Ich habe dann immer gefragt, ob sie denn wüssten, dass sie die ersten gewesen wären, die man vergast hätte. Können sie auch nur drüber lachen. Das tut dann schon weh.

Aber hier in Brasilien hauptsächlich auch nur positive Vorurteile wie Fleiss, Ordnung, Sparsamkeit, Bildung, etc ...
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Beitragvon dietmar » Di 13. Jun 2006, 23:05

Lemi hat geschrieben:Ergänzung zu öffentliche Spielplätze:

Es gibt tatsächlich einen in unserer Nähe. Er besteht aus einem Haufen Sand, einem schattenspendenden Baum und ein paar aneinandergereihten Baumstüpfen, über die man gehen kann, wenn man geschickt ist.

Dort gehen die Hundebesitzer tagsüber mit ihren Lieblingen auf Gassi und abends treffen sich dort die Jugendlichen zum Kiffen.



Wie versprochen ein Bild von einem der "gewöhnlicheren Spielplätze" in Toledo:
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Beitragvon vasco » Mi 14. Jun 2006, 09:44

thomas hat geschrieben:Ich glaube, Günther ist einer aus der von mir schon mal früher beschriebenen goldenen Mitte, die weder zu arm, um die schlechten Seiten Brasiliens erleben zu müssen, noch zu reich sind, um sich in Deutschland einen entsprechenden Lebensstandard leisten zu können. Und denen Brasilien nochmal einen echten Kick bringt, wenn sie ihr Vermögensstandard relativ sicher rüberretten können. Was ja wohl mehr oder weniger der Fall zu sein scheint.


Das sehe ich auch so.
Ich finde es lustig, wie seit Jahren hier und im anderen Forum Zustände in Deutschland bemängelt werden, die in Brasilien noch schlimmer sind oder gar nicht existieren (Kindergeld). Der alte Traum vom tropischen Paradies.

Wer in Deutschland in der unteren Mittelschicht lebt kann mit dem Geld natürlich ein tolles Leben in Brasilien mit sehr guter Krankenversicherung und Kindermädchen führen. Aber das ist Äpfel mit Birnen vergleichen. Genauso wie der Vergleich der Spielplätze in einer Kleinstadt im wohlhabenden Parana mit denen einer durchschnittlichen bras. Großstadt.
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Beitragvon Vinhedense » Mi 14. Jun 2006, 16:51

Zitat Vasco:
Wer in Deutschland in der unteren Mittelschicht lebt kann mit dem Geld natürlich ein tolles Leben in Brasilien mit sehr guter Krankenversicherung und Kindermädchen führen. Aber das ist Äpfel mit Birnen vergleichen.

Und da ist ja meines Erachtens ein Fehlgedanke mancher Brasilien-Fans...
Gehörst Du in Deutschland zur unteren Mittelschicht.. vieleicht durch fehlende oder schlechte Ausbildung oder einfach ein nicht gut bezahlten Beruf... dann kannst Du mit dem verdienten Geld aus Deutschland hier in Brasilien sicherlich sehr gut leben....

Nur wie soll das gehen.... so nach dem Motto...:"ich verdiene in Deutschland 1.500 Euro.. das macht bei einen kurs von 2,85 = 4275,00 R$!!! :P "
Die Rechnung geht net auf. Weil die Berufe, die in Deutschland schon schlecht bezahlt werden, werden hier in Brasilien noch weit aus schlechter bezahlt... das einen fast dazu zwingt.... in einer (fast) Favela zu wohnen....

Das ganze ist doch eigentlich nur ein Wunschgedanke :!: ... man ist mit seiner Situation unzufrieden und will was besseres haben... halt in Brasilien...
Aber das ist wie bei den Christen.... der Wunsch an den Garten Eden.. oder so... aber der ist auch nicht in Brasilien oder sonst wo :wink:

ich glaub jetzt komm ich vom Thema ab... :roll: :shock: :D
"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump
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Beitragvon stefan - rio » Mi 21. Jun 2006, 17:07

Hallo zusammen

Nachdem ich diesen Beitrag mit meiner pessimistischen Meinung (ueber Brasilien) aufgemacht habe moechte ich euch hier die letzten Entwicklungen (meiner Situation) mitteilen:

- Aufgrund notwendiger Sparmassnahmen musste eine Stelle in meiner Fa. gestrichen werden.
Da ich sowieso aus Rio weg wollte habe ich mich freiwillig gemeldet und bin jetzt sei Anfang Juni arbeitslos :).

- Dies kam ja nun nicht ganz ueberraschend uind ich habe mich lange vorher darauf vorbereitet und werde Anfang September AUS RIO WEG nach FLORIANOPOLIS umziehen.

- Dort werde ich mich Selbstaendig machen. (Genauere Einzelheiten erst nach der Eroeffnung Anfang 2007) ;)

Zu einem spaeteren Zeitpunkt werde ich dann auch ueber meinen Umzug ect. berrichten.


Bis dann, ciao Stefan
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Beitragvon Severino » Do 22. Jun 2006, 06:15

Oi Stefan - Rio

Bedaure Deinen Jobverlust und wünsche viel Glück für den Neustart in SC.
Von dort hört man zumindest nicht soviel Nachrichten über Gewalt, wie in Rio oder SP.
Also alles Gute.
paz e amor
Severino
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Da bekommt man ja fürchterliche Angst !!

Beitragvon havranek » Fr 23. Jun 2006, 13:41

Frage:
Werde in ca. 1 Jahr in Frühpension gehen. Habe eine Wohnug in Muro Alto (Porto de Galinhas) und ein Strandhaus in Itacimirim (Salvador).
Eine Wohnung in Europa ist auch vorhanden.

Soll ich nun alles in Brasilien verkaufen?

Denke, dass ich mit meinem monatlichen Einkommen in Südamerika besser lebe.

PS: Die Wohnung und das Strandhaus kann man auch mieten.
http://www.traum-ferienwohnungen.de/brasil/
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