AUSWANDERN.......raus aus Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

AUSWANDERN.......raus aus Brasilien

Beitragvon stefan - rio » Mo 20. Mär 2006, 14:58

Hallo zusammen

Ich lebe seid ueber 20 Jahren in Brasilien, genauser gesagt in Rio de Janeiro.
In den letzten Jahren ist sowohl die wirtschafliche als auch die allgemeine gesellschaftliche Lage (Sicherheit ect.) SO SCHLIMM geworden, dass ich ernsthaft daran denke AUS BRASILIEN AUSZUWANDERN.

Durch meinen Beruf habe ich des oefteren mit Auslaendern Kontakt, denen es genauso geht oder die bereits dabei sind, Brasilien den Ruecken zu kehren.

Mich wuerde interessieren, wie es bei Euch steht, ob Ihr aehnlich denkt oder Plaene habt, oder Leute kennt die....!


Ciao Stefan
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Beitragvon Severino » Mo 20. Mär 2006, 15:24

oi stefan
In den letzten Jahren ist sowohl die wirtschafliche als auch die allgemeine gesellschaftliche Lage (Sicherheit ect.) SO SCHLIMM geworden

Dies ist zumindest meiner Meinung nach kein brasilianisches sondern ein weltweites Problem.
Durch die Globalisierung steht heute jeder mit jedem in Konkurrenz und es findet die "grosse Umverteilung" statt. Ich bin sicher, dass es in einigen Jahren keine sogenannte "Mittelschicht" mehr geben wird. Nur noch arm und stinkreich. Dazu kommt die steigende Kriminalität und auch Gewaltbereitschaft der Jugendlichen - sei es aus Langeweile, zur Drogenfinanzierung, oder weil man im Krieg aufgewachsen ist.

Brasilien ist sicher kein einfaches Land. Aber ob für Dich Deutschland viel besser ist - ich weiss es nicht. Insbesondere da Du seit 20 Jahren im Ausland lebst und arbeitest, bin ich ziemlich sicher, dass Du grosse Anpassungsschwierigkeiten haben wirst (Zudem fehlen seit 20 jahren die Sozialbeiträge in D).

Ich werde den umgekehrten Weg gehen - aus persönlichen Gründen. Und ich weiss, dass es sicher nicht einfach werden wird. Was machst Du denn in Rio? Was willst Du in D machen?
paz e amor
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Beitragvon Lemi » Mo 20. Mär 2006, 15:31

Oi Stefan,

ich bin seit nunmehr 12 Jahren aus beruflichen Gründen in Brasilien. Wirtschaftlich schätze ich die Lage genau so ein wie du. Es gibt keinerlei Anreize mehr sein Geld hier in private bzw. wirtschaftliche Projekte anzulegen. Aktueller Umtauschkurs, Steuersätze und fehlender Knowhow-Schutz verschlimmern die Lage zunehmend.

Sicherheitstechnisch ist die persönliche Meinung eines jeden Einzelnen wohl hauptsächlich von persönlichen Erlebnissen geprägt.

Wenn ich diverse Verwurzelungen nicht hätte (z.B. GAC .....) und das Klima nicht so "agradavel" wäre, hätte ich momentan auch Lust Brasilien den Rücken zu kehren.
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Beitragvon stefan - rio » Mo 20. Mär 2006, 16:32

Hallo

Hallo Lemi
...und dabei ist BH D-Land doch noch sehr viel aehnlicher als z.B. Rio!


Also nach D-Land werde ich sicherlich NICHT zurueck gehen.
Dazu bin ich zulange im tropischem Klima gewesen.
Als Alternative denke ich u.a. an Miami oder z.B. Sydney.

Fuer viele Deutsche ist Brasilien immer noch das Traum-Auswander-Land...!
(...es war doch soooo toll in Brasilien im Urlaub, da wuerde ich gerne leben...)

Ich kann nur GANZ ERNERGISCH davor WARNEN...!
Die Umstaende haben sich veraendert, es gibt keinerlei rechtsstaatliche oder soziale Sicherheit, und die Loehne sind miserabel.

Wer es trotzdem wagt (Severino) dem wuensche ich viel Glueck!!!!

ciao Stefan

P.S. arbeite bei einer grossen deutschen Airline im Verkauf.
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Beitragvon Severino » Mo 20. Mär 2006, 16:53

Fuer viele Deutsche ist Brasilien immer noch das Traum-Auswander-Land...!
(...es war doch soooo toll in Brasilien im Urlaub, da wuerde ich gerne leben...)

Genau darin liegt das Problem und der Grund für all die Pousada-Besitzer im Nordosten....
Vor einigen Jahren war Mal Canada ein beliebtes Auswandererland für Landwirte. Auch dort sind die meisten gescheitert, bzw. ihre gescheiterten Vorgänger haben sich durch den Verkauf noch halbwegs saniert.
Ich kann nur GANZ ERNERGISCH davor WARNEN...!
Die Umstaende haben sich veraendert, es gibt keinerlei rechtsstaatliche oder soziale Sicherheit, und die Loehne sind miserabel.

Das ist die Realität - aber die Sicherheit habe ich hier auch nicht, ausser ich verbrenne meinen Pass und mache auf Asyl...
Nein, im Ernst: In Europa geht es uns immer noch sehr gut. Wer Arbeit will, der findet auch und wird dafür auch bezahlt. Obwohl das Thema "working poor" sehr ernst zu nehmen ist.
Als Alternative denke ich u.a. an Miami oder z.B. Sydney.

Ich vermute Mal bei Miami kommst Du zumindest bezüglich der Kriminalität vom Regen in die Traufe....

@Lemi
Wenn ich diverse Verwurzelungen nicht hätte (z.B. GAC .....) und das Klima nicht so "agradavel" wäre, hätte ich momentan auch Lust Brasilien den Rücken zu kehren.

Bei mir ist die Sra. mit den Kids die Verwurzelung. Und die will nach B. Ist ja auch klar, sonst müsste sie sich zwischen mir und den kids entscheiden.
paz e amor
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Beitragvon Vinhedense » Mo 20. Mär 2006, 16:56

ich kann dem Bericht vom Stefan-Rio nur unterstreichen.

Zitat:
Fuer viele Deutsche ist Brasilien immer noch das Traum-Auswander-Land...!
(...es war doch soooo toll in Brasilien im Urlaub, da wuerde ich gerne leben...)
Ich kann nur GANZ ERNERGISCH davor WARNEN...!
Die Umstaende haben sich veraendert, es gibt keinerlei rechtsstaatliche oder soziale Sicherheit, und die Loehne sind miserabel.


Ich bin vor einem Jahr mit Familie nach Brasilien ausgewandert. Allerdings mit einem festen Arbeitsvertrag in der Tasche.
Das sind natürlich Perspektiven, die nicht jeder Auswanderungswillige hat.

Aber das angesprochen Problem mit "Sicherheit" Sozialwesen u.u.u sind sehr ernste Dinge, die man sich bewusst sein sollte.

Krankheit, Berufsunfähigkeit, Invalidtät, Arbeitslosigkeit o.s. kann Dich ganz nach unten ziehen.. man verliert ALLES....aus der es dann meisstens keine herauskommen mehr gibt...

Ich kann nur immer wieder empfehlen, auf die Berichte einzugehen, die von dehen geschrieben sind, die vor Ort sind...

Gruss aus São Paulo
"....dumm ist der, der dummes tut...." zitat Forrest Gump
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Beitragvon tinto » Mo 20. Mär 2006, 16:57

Ich kann das ganz gut nachvollziehen.

Mich reizt Brasilien wenn überhaupt nur zum Urlaub machen. Aber auch da muss man mittlerweile größere Abstriche in Kauf nehmen. Obwohl mir noch nie was passiert ist, hört man immer so viel - und letztes Jahr flogen mir erstmals in Recife die Kugeln um die Ohren, als in meiner unmittelbaren Nähe am frühen Abend auf einem belebten, von Touristen frequentierten Platz ein Jugendlicher vor den Augen aller exekutiert worden ist. Dabei wurde ein 16-jähriger unbeteiligter Passant von Querschlägern getroffen.

Und bei meinen deutschen Freunden in Brasilien gibt es fast keinen mehr, der nicht überfallen worden ist. Schon als ich vor längerer Zeit 6 Monate in Sao Paulo war rammelten die normalen Leute alles zu, brachten Gitter, Mauern, Stacheldraht und Kameras an, nahmen in Kauf wie im Gefängnis zu leben. Jedes Mal ein Lottospiel, die eigene Garage anzusteuern ohne in einen Hinterhalt zu geraten....das ist doch kein Leben auf Dauer.
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Schöne Grüße,
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Beitragvon Lemi » Mo 20. Mär 2006, 17:14

Severino hat geschrieben:Bei mir ist die Sra. mit den Kids die Verwurzelung. Und die will nach B. Ist ja auch klar, sonst müsste sie sich zwischen mir und den kids entscheiden.


Ist bei mir nicht ganz so. Meine Kindern ist es egal, wo sie leben und wenn ich sie frage, wo sie wohnen wollen, kommt "Deutschland" wie aus der Pistole geschossen.

Meine Frau ist Brasilianerin. Bei ihr ist es nicht so einfach wie bei den Kids, v.a. wegen ihrer Mutter, die eigentlich nur noch am Leben ist, weil wir sie "durchfüttern". Ihre Mutter würde sie ungern im Stich lassen. Ihre Brüder und Schwestern hingegen ohne mit der Wimper zu zucken. Ihre Brüder sind Diebe und Vagabundos und ihre Schwestern melden sich nur, wenn sie ein sogenanntes "Emprestimo" brauchen. Auf Brasilien als solches kann sie auch verzichten. Erstens weiss sie mittlerweile zu vergleichen (sie hat über 1 Jahr in DE gelebt) und ist mittlerweile mehrmals Opfer von bewaffneten Raubüberfällen geworden. Das prägt mit der Zeit. Manchmal hat sie deswegen Albträume oder sieht schon Gespenster.

Hinzu kommt natürlich, dass die Kinder mit einem deutschen Schulabschluss bessere Perspektiven haben als wenn sie ihre Schule hier beenden müssten.
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Beitragvon stefan - rio » Mo 20. Mär 2006, 17:54

Ihre Brüder sind Diebe und Vagabundos und ihre Schwestern melden sich nur, wenn sie ein sogenanntes "Emprestimo" brauchen


Da hast du ja in eine schoene Familie hinein geheiratet....

Das mit den 'Emprestimos' ist uebrigens weitverbreitet und ist gleichzustellen mit Sozialhilfe, Arbeitslosenunterstuetzung, Geldgeschenk, Aushilfe aus Mitleid usw. usw....
Nur das das Geld hier von Privatpersonen (meistens Verwandten) ausgeliehen wird (nicht vom Staat wie in D-Land) und man das Geld natuerlich NIE wiedersieht...!
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Beitragvon Lemi » Mo 20. Mär 2006, 18:07

stefan - rio hat geschrieben:Da hast du ja in eine schoene Familie hinein geheiratet....


Naja ....... eigentlich habe ich ja nur meine Sra. geheiratet ............. da ihre Mutter zum Pflegefall (nicht für den Staat!!! :evil: ) wurde, haben wir uns entschieden sie zu unterstützen. Bei ihren 5 Geschwistern kennt meine Frau hingegen kein Mitleid. Emprestimos gibts auch keine, denn sonst würden die Typen wöchentlich bei uns anklopfen. Selbst aus dem Knast rufen sie bei uns an, obwohl sie nur 5 Minuten pro Woche zur Verfügung haben.

Zumindest bin ich so auf dem Laufenden, was in der Unterwelt so abläuft ............ :lol: ....... selbst bei der Falcão-Reportage gestern bei Fantastico hatte ich den Eindruck einiges schon mal aus mit bekannten Mündern gehört zu haben. :wink:
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