Auswandern - Warum nicht nach Brasilien!

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Auswandern - Warum nicht nach Brasilien!

Beitragvon mikelo » Mi 18. Apr 2007, 21:47

Brasilien ist eines der liberalsten Länder bezüglich Aufenthaltsgenehmigungen weltweit! Eine stabile Demokratie, umsichtige Politik, sowie beste wirtschaftliche Aussichten machen Brasilien ebenfalls als Wohn- und Arbeitsland sehr attraktiv neben einer faszinierenden Landschaft und Kultur.

Touristen können ohne Visum mit ihrem noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass einreisen. Die Aufenthaltsdauer beträgt 90 Tage, danach Verlängerung für etwa 8,–Euro (bei der Policia Federal) für weitere 90 Tage. Wer danach nicht ausreist, kann pro überzogenen Tag um etwa 3 Euro zur Kasse gebeten werden.

Um eine Aufenthaltsgenehmigung für Brasilien zu erhalten gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- Heirat mit Brasilianer/in
Ab dem Zeitpunkt der Heirat bzw. dem Einreichen bei der Policia Federal, bekommt der Ausländer/in eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung (Protocol), welches ihm sofort erlaubt legal im Land zu leben. Es dauert dann in der Praxis etwa 1 - 1,5 Jahre bis es zur entgültigen Aufenthaltsgenehmigung (Permanencia) kommt. In diesem Zeitraum wird die Policia Federal zumindest einmal kontrollieren, ob es sich auch tatsächlich um eine richtige und nicht um eine Scheinehe handelt.

Einfacher und schneller bekommt man die Daueraufenthaltsgenehmigung wenn man direkt nach der Heirat schon in Deutschland, Österreich, Schweiz usw. diese beim zuständigen brasilianischen Konsulat beantragt. Die Bearbeitungszeit beträgt dann nur etwa 4 Wochen.

- Brasilianisches Kind
Die Eltern (gleich welcher Nation), deren Kind auf brasilianischen Boden zur Welt kommt, können durch die Tatsache das das Kind in Brasilien zur Welt gekommen ist, ebenfalls einen Antrag einreichen um die Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.

- Rentner
Rentner können bei nachgewiesenem Einkommen von mindestens US$ 2.000,- pro Monat ebenfalls ein Dauervisum beantragen. Zusätzlich können bis zu zwei Familien-Angehörige in Form der Familienzusammenführung für das Visum einen Antrag mit einreichen. Bei jeder weiteren Person sind weitere 1.000,- US$ pro Monat als Nachweis zu erbringen. Was das Alter von Rentnern betrifft gibt es keinerlei Grenze mehr, wichtig ist der alleinige Rentennachweis, der bei mindestens 2.000,- Dollar liegen muss!

- Auslands-Investition
Des Weiteren gibt es spezielle Möglichkeiten für befristete Aufenthaltsgenehmigungen wie die für Studenten, Facharbeitskräfte oder Führungskräfte. Investoren können ab einer Summe von 50.000,00 U$ Dollar für sich und ihre Familie ebenfalls eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.

- Investieren in Brasilien
Jede natürliche Person kann ab einer Investitionssumme von 50.000,00 US-Dollar eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung bekommen. Dabei muss unter anderem ein Investitionsplan vorgelegt werden, welcher nach 5 Jahren überprüft wird. Die Dauer bis zum Erhalt der Aufenthaltsgenehmigung nimmt je nach Vorbereitungszeit und Art der Investition (Unternehmung) etwa 6 Monate in Anspruch.

Folgende Vorgehensweise sollten Sie dabei wählen:
- Kauf oder Mieten eines Büro’s, Lokal’s, etc… für den Firmensitz
- Gründung einer Firma (LTDA - Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
- Bestellung des Geschäftsführers (Brasilianer oder Ausländer mit fixen Wohnsitz in Brasilien)
- Eröffnung des Firmenkontos
- Anmeldung bei der Zentralbank (RDE-IDE-Nummer)
- Überweisung der Investitionssumme (mind. 50.000,00 US$)
- Zentral-Bank-Registrierung des Auslandskapitals als Investitionssumme
- Genaue Beschreibung des Businessplan (Firmenaktivität, Anzahl der Angestellten, Geschäftsführer, etc…)
- Einreichen beim Arbeitsministerium

Nach etwa 30 Tagen wird sofern alle notwendigen Dokumente eingereicht wurden, die Arbeitsgenehmigung vom Arbeitsministerium erteilt. Nachdem die Arbeitsgenehmigung erteilt wurde, kann der Antragsteller das Dauervisum beantragen, welches im brasilianischen Konsulat des eigenen Heimatlandes erfolgt.

Im Anschluss reist er wieder nach Brasilien und mit diesem Einreise-Datum laufen die ersten 5 Jahre des zuvor genehmigten Visums. Nach erfolgter Einreise muss sich der Antragsteller bei der zuständigen Bundespolizei (Policia-Federal) melden um dort die Aufenthaltsgenehmigung abzuschließen.
Der Antragsteller wird vorläufig ein Protokoll bekommen, bis seine RNE (Registro Nacional de Estrangeiro - Ausweisskarte) fertig ist.
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http://www.be24.at/blog/entry/4939
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Re: Auswandern - Warum nicht nach Brasilien!

Beitragvon Fiete » Fr 27. Apr 2007, 12:50

mikelo hat geschrieben:- Brasilianisches Kind
Die Eltern (gleich welcher Nation), deren Kind auf brasilianischen Boden zur Welt kommt, können durch die Tatsache das das Kind in Brasilien zur Welt gekommen ist, ebenfalls einen Antrag einreichen um die Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.


Geht auch Adoption eines brasilianischen Kindes?
Viele Grüße
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Beitragvon dietmar » Fr 27. Apr 2007, 12:58

Adoption weiss ich nicht, müsste aber auch gehen. Wenn du es überhaupt als Ausländer adoptiert bekommst (Kinderhandel, etc.)

Aber die Anerkennung reicht aus. Ins Krankenhaus gehen, Mutter mit Kind ohne Vater suchen. Deal aushandeln, zusammen aufs Standesamt, Eintragen lassen und ab geht die Post mit der Perma. :shock: Und die lebenslange Verpflichtung!!!! :D

Bei der PF muss man dann allerdings komplett zur Beantragung erscheinen (sprich mit Frau und Kind)
Und wenn die PF vorbeikommt (unangekündigt), sollte schon heile Wert herrschen und man zusammenleben.

Als sie bei mir da waren, haben sie geguckt, ob ich auch da wohne wie angegeben mit Frau und Kind. Kamen aber nicht ins Haus rein. Frau war nicht da, Kind im Kindergarten.

Dann waren sie am gehen und da dreht sich der eine in Colombo-Manier um und fragt blitzeschnell "Ach wann ist deine Tochter nochmal geboren?" :lol:

Wenn man dann das Geburtsdatum nicht weiss, könnte es Anlass für "erweiterte Überprüfung" geben. Ist aber logischerweise immer unterschiedlich. Habe auch schon gehört, dass sie sich anmelden, um alle anzutreffen.
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Eltäre Meinungen

Beitragvon bruzundanga » Fr 27. Apr 2007, 15:48

umsichtige Politik


Schliesse mich der Meinung des Grossteils der br. "Elite" an, das dass nun wirklich nicht der Fall ist.

Der Antragsteller wird vorläufig ein Protokoll bekommen, bis seine RNE (Registro Nacional de Estrangeiro - Ausweisskarte) fertig ist.


Die RNE (Nationale Registrierungsnumner für Ausländer) ist eine Nummer, die Ausweiskarte nennt sich CIE (Cédula de Identidade de Estrangeiro). Die Nummer kann nicht abhanden kommen die Ausweiskarte sehr leicht.

Ansonsten eine leicht verständliche und klare, knappe Zusammenfassung der vorhandenen Möglichkeiten.

Warum hier im Forum desöfteren nach "Tricksereien" geforscht wird ist mir "im Prinzip" unverständlich.

Die von Brasilblog erwähnte Möglichkeit fällt auch unter das Gesetz des unehelichen Zusammenlebens (lei de concubinato) und ist somit einer Heirat gleichgesetzt (sofern man nicht tricksen will) und müsste auch ohne Kind (aber mit denselben Konsequenzen einer Heirat) möglich sein. Die Schwierigkeit hierbei ist dass, ohne Kind, ein Zusammenleben erst nach längerer Zeit der Heirat gleichgesetzt wird. Aber dafür gibt es den jeitinho, der wohlgemerkt nicht unter die Kategorie Tricksereien fällt.
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Re: Eltäre Meinungen

Beitragvon dietmar » Fr 27. Apr 2007, 16:06

bruzundanga hat geschrieben:Die Schwierigkeit hierbei ist dass, ohne Kind, ein Zusammenleben erst nach längerer Zeit der Heirat gleichgesetzt wird.


Und damit praktisch unmöglich. Denn meines Wissen gilt es nach drei Jahren ständigen Zusammenlebens. Da man aber ohne Perma nicht 3 Jahre im Land leben darf um den Status zu erhalten, beisst sich das. Ausser man hätte hier aufgrund eines anderen Visums eine Aufenthaltsgenehmigung gehabt (z.B. Entsendeter, Studium, etc.)

Ob es anerkannt wird, wenn man mehrere Jahre im Ausland zusammengelebt hat und dann hierher kommt um die Perma zu beantragen, glaube ich nicht.
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Re: Auswandern - Warum nicht nach Brasilien!

Beitragvon Tudacudaduda » Sa 28. Apr 2007, 09:43

mikelo hat geschrieben:Brasilien ist eines der liberalsten Länder bezüglich Aufenthaltsgenehmigungen weltweit!


Was nicht verwundert, wenn die eigene Bevölkerung massiv abwandert und nur wenige einwandern, so daß der Migrationssaldo negativ ist. :wink:

mikelo hat geschrieben:Eine stabile Demokratie,


in der manchmal Drogenhändler mehr das Sagen haben als Politiker. :pfeif:

mikelo hat geschrieben:umsichtige Politik,


Ja, Mißstände wie Armut, Gewalt, mangelnde Infrastruktur, Kriminalität, Bildungsdefizite, etc. kennt man in Brasilien alles nicht. :twisted:

mikelo hat geschrieben:sowie beste wirtschaftliche Aussichten


hat man in Brasilien seit etlichen Jahrzehnten. Bislang ist's aber bei den Aussichten geblieben. :lol:
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