Auswandern - welche Krankenversicherung

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon Manolinho » Mi 27. Jun 2012, 08:57

Hi,

bei mir wird es immer konkreter mit dem Auswandern. Jetzt bin ich am recherchieren welche Art der Krankenversicherung für mich in Frage kommt.
Habt ihr Erfahrungen? Wie seid ihr "Schonlangeausgewanderten" versichert.

Was könnt ihr empfehlen?, brasilianische Versicherungen oder deutsche Versicherung für Auswanderer (z.Bsp.: http://www.secure-travel.de/hanse-merkur-reiseversicherung/auslandskrankenversicherung-langzeit.php )

Gruß Marcus
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon Westig » Mi 27. Jun 2012, 09:19

Das Thema ist hier im Forum wiederholt behandelt worden; gut, dass es nach laengerer Zeit mal wieder aufkommt.

Die genannte Versicherung ist offenbar eine der effizienteren und wurde im Forum ebenfalls gut bewertet.
Auf der anderen Seite richtet sich die Frage an "Langzeit-Auslandsresidenten": wie bei anderen Versicherern auch, ist lt. Angaben von Hanse Merkur Ausgangspunkt fuer eine Auslandsversicherung ein Wohnsitz in Deutschland zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Und ein Konto bei einer deutschen Bank. Vor allem ersteres duerften die meisten der seit Jahren im Auland lebenden Interessierten nicht haben...
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon Alexsander » Mi 27. Jun 2012, 10:36

Hi,


mein Rat wäre der Abschluss einer normalen deutschen Vollversicherung, die man dann in Brasilien weiterführt.

Vorteil: Altersrückstellungen werden gebildet (kein teurer werden durch steigendes Alter), gute Leistungen, vor allem auch bei späteren chronischen Erkrankungen, Zahnersatz, Medikamente usw. usw. Die Auslandskrankenmodelle der Versicherer sind alle nicht auf Langfristigkeit programmiert. Das wird in aller Regel teuer oder die Tarife werden einfach dichtgemacht. Die Leistungen sind teils stark beschränkt. Viele Auslandsmodelle sind auch nur für befristete Zeiträume (5 Jahre, bis Eindalter 60 /65) Jemand der tatsächlich auswandert sollte davon die Finger lassen.
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon Westig » Mi 27. Jun 2012, 11:06

Alexsander hat geschrieben:Hi,


mein Rat wäre der Abschluss einer normalen deutschen Vollversicherung, die man dann in Brasilien weiterführt.

Vorteil: Altersrückstellungen werden gebildet (kein teurer werden durch steigendes Alter), gute Leistungen, vor allem auch bei späteren chronischen Erkrankungen, Zahnersatz, Medikamente usw. usw. Die Auslandskrankenmodelle der Versicherer sind alle nicht auf Langfristigkeit programmiert. Das wird in aller Regel teuer oder die Tarife werden einfach dichtgemacht. Die Leistungen sind teils stark beschränkt. Viele Auslandsmodelle sind auch nur für befristete Zeiträume (5 Jahre, bis Eindalter 60 /65) Jemand der tatsächlich auswandert sollte davon die Finger lassen.



Alexsander hat Recht und das ist ein guter Rat, insbesondere in Blick auf Absicherung und Leistungen im Alter.

Jedoch: normale deutsche KV (zum Beispiel die Barmer BEK) kommen in der Regel nicht fuer Behandlungskosten auf, die im aussereuropaeischen Ausland entstehen, es sei denn, man ist im Rahmen eines deutschen Abeitgeber-Entsendevertrages versichert. Dann werden die Kosten entsprechend der deutschen Aerztlichen Gebuehreunordnung gegen Nachweis und bei entsprechrenden Uebersetzungen und Erlaeuterungn der Belege erstattet. Und man verlange mal von einem brasilianischen Arzt oder einem Hospital eine detaillierte Aufstellung der Leistungen. Da steht dann zumeist: consulta medica. Das fuehrt in der Regel zu aergerlichen und zeitaufwendigen Rueckfragen seitens der deutschen Krankenversicherung.

Abgesehen davon sind Behandlungskosten in Brasilien oft um ein Vielfaches hoeher als in Deutschland. Ein Blutbild z.B. wird von der BEK gerade mal mit ca. EUR 32,-- berechnet und erstattet. Ganz zu schweigen von Zahnaerztlichen Leistungen oder Kosten bei Operationen und stationaerem Aufenthalt. Eine invasive Leistenbruch-OP (Privatpatient) in Brasilien kann leicht mit bis zu fuenftausend Euro oder mehr zu Buche schlagen. In einer Klinik in Deutschland kostet die den Versicherer gerade mal um die 1.500 - 2.500 Euro.

Wenn man sich die Gebuehrenordnung fuer Aerzte im Internet ansieht, ist man erstaunt, mit wie wenig oft gute und technisch hochwertige Behandlugen in Deutschland den Aerzten und medizinischen Einrichtungen erstattet werden. Da koennen brasilianische (Privat-) Aerzte nur muede laecheln.

Alles in allem: es ist nicht einfach, bei mehrjaehrigem Brasilienaufenthalt eine gute Auslandsversicherung zu finden, die den groessten Teil der entstandenen Behandlungskosten abdeckt. Und eng wird es, wenn man ueber 60 ist.

Und auch fuer normale deutsche Vollversicherer gilt: Erstwohnsitz in Deutschland.
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon kg59 » Do 28. Jun 2012, 13:05

Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich wandere im September diesen Jahres aus. Nachdem ich jedoch dann keinen Wohnsitz mehr in Deutschland habe, kann ich meine Versicherung (war seit über 20 Jahren bei der Central versichert) nicht weiter laufen lassen. Nur eine sogenannte Anwartschaft wäre möglich, um bei einer evtl. Rückkehr keine Altersrückstellung zu verlieren, Kosten € 95,-- pro Monat.
Ich habe mich für die Expat Retired Versicherung der Würzburger entschieden. Der Tarif existiert schon einige Jahre und auch sonst habe ich eher Positives gehört.
Grüße
Klaus
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon Alexsander » Do 28. Jun 2012, 18:46

Hi,

der Expat Tarif der Würzburger ist eigentlich nicht wählbar, wenn man eine vernünftige Leistung wünscht. Der Versicherer kann den Gruppenvertrag auch jederzeit kündigen (was dann ??????), keine amb. und stat,. Reha, keine Vorerkrankungen versicherbar und die wichtige Altersrückstellung hat er auch nicht.

Einzig der Preis ist auf den ersten Blick interessant.

Da würde ich mir lieber das Geld sparen und das kostenlose bras. Gesundheitssystem nutzen... Ich finde es wirklich fatal, dass man sich heute online seine Tarife zusammenklicken kann und sich damit vielleicht "hinrichtet"
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon amazonasklaus » Do 28. Jun 2012, 19:06

Sehe ich auch so. Die Expat-Krankenversicherungen sind allgemein auf vorübergehende Auslandsaufenthalte ausgelegt und nicht für Leute, die dauerhaft im Ausland leben und dort bis ins hohe Alter versichert bleiben möchten. Denn die erwähnten Nachteile gelten für ähnliche Produkte mit vergleichbaren Tarifen querbeet. Niemand kann eine Krankenvollversicherung zu einem Bruchteil des üblichen PKV-Tarifs anbieten.

Für Auswanderer macht auf Dauer nur eine lokale Krankenversicherung Sinn.
"Em Portugal, de onde eu acabei de vir, o desemprego beira 20%, ou seja, um em cada quatro portugueses estão desempregados." -- Dilma Rousseff
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon isis » Do 28. Jun 2012, 23:03

kg59 hat geschrieben:Nur eine sogenannte Anwartschaft wäre möglich, um bei einer evtl. Rückkehr keine Altersrückstellung zu verlieren, Kosten € 95,-- pro Monat.


Während bei mir die Wiederaufnahme der PKV nach der Rückkehr noch problemlos klappte, war dies bei meiner Tocher wenige Monate später nur noch nach einer erneuten Gesundheitsprüfung und entsprechend angepassten Tarifen möglich.
Lass Dir also unbedingt schriftlich bestätigen, dass die Anwartschaft auch dann aufrecht erhalten bleibt, wenn Du nach Brasilien gehst. Nicht jede KV lässt eine Anwartschaft zu, wenn der Aufenthalt im außereuropäischen Ausland stattfindet und/oder mit dem entsprechenden Land kein Sozialversicherungsabkommen besteht.
Das geplante Sozialversicherungsabkommen mit Brasilien enthält übrigens keine Regelungen über die Anerkennung von Versicherungszeiten in Krankenversicherungen!
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon Manolinho » Do 28. Jun 2012, 23:31

... Danke schon mal für die Tips. Kann mir jemand sagen wie so ungefähr die Konditionen brasilianischer Versicherungen sind - Preis, Selbstbeteiligung, Leistung?
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Re: Auswandern - welche Krankenversicherung

Beitragvon Paulinho65 » Fr 29. Jun 2012, 17:26

Hallo,

also ich bin mit der Hanse Merkur bestens zufrieden, wollte aber auch deutsche Ansprechpartner.

VG
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