Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Boli » Do 2. Apr 2009, 20:33

Takeo hat geschrieben:... o dia que você souber falar brasiliero tão bem quanto eu...


Português, Takeo, Português bitteschön!!! :roll:
Vermeintlich Glück ist sich Dinge zu kaufen die man nicht braucht, von einem Geld das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken die man nicht mag
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon donesteban » Do 2. Apr 2009, 22:57

Ach ja, kaum mal einen Tag weg und schon viel verpasst. Erstaunlicherweise sind sogar ein paar sinnvolle Dinge geschrieben worden. Richtig nach meinem Geschmack. Wichtige Dinge, wobei mal das rein Monetäre ausgeklammert wurde. Aber nun zu meiner Lieblingsbeschäftigung und damit zu Dir Takeo :wink:
Takeo hat geschrieben:
donesteban hat geschrieben:Schau mal. Ich schreibe sinngemäß, dass es mir bei den einfachen Leuten gefällt, Du schreibst, dass die einem nicht helfen können und sogar hinderlich sein können, und ich antworte, dass mir das egal sei und ich mir meine Freunde nicht nach dem Bankkonto aussuche.


Du schreibst, dass es Dir bei den einfachen leuten gefällt.
Ich schreibe, dass einfache Leute einem nicht helfen können (beim Auswandern, oder bei den Erfolgsfaktoren!).
Ich schreibe, dass sie Dir sogar eher hinderlich sein können (beim Auswandern wohlgemerkt: Bankkonto einrichten, Haus mieten, Job finden, Leben aufbauen, Schule finden etc... )
Du schreibst, dass Du Dir Deine Freunde nicht nach dem Bankkonto aussuchst.

Ich schreibe (vorher), dass mich alle Leute interessieren, die mir irgendwas zu bieten haben (das meine ich auf intellektuellem Niveau... und wenn es nur Jemand ist, der mir Berimbau beibringt... sei lá!)

WO schreibe ich, dass ich mir meine Freund nach dem Bankkonto aussuche???
Dann entschuldige ich mich einfach mal, dass ich Deinen Beitrag falsch interpretiert habe. Aber etwas ungeschickt formuliert hast Du schon. "Nullweißheiten" haben wir jedenfalls wenn, dann beide verbreitet.

Takeo hat geschrieben:...sei einfach Du selbst - authentisch! Dann nehmen Dich die Brasilianer (und alle Anderen) nämlich auch als das was DU bist und nicht als irgendein Gringo (oder sonst was)...
Ja, 99% Zustimmung und wirklich ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Das fehlende 1%. Doch, Du wirst immer ein Deutscher bleiben, nur interessiert das niemand mehr. Vielleicht haben wir (oder einige von uns) damit Probleme, der Brasilianer jedenfalls nicht.

Und das hier
littlebee hat geschrieben:Und wer sich authentisch gibt und "keinen Fuß auf den Boden bekommt" hat sich vielleicht das falsche Land und/oder den falschen Job ausgesucht
gefällt mir auch sehr gut. Das kann nämlich jedem passieren und ist ja auch nicht schlimm. Man ist kein schlechterer Mensch, nur weil man nicht mit Brasilianern klar kommt. Daher sollte man schon vor der Auswanderung wissen, ob man gut in Brasilien zurecht kommt, oder eben einen Plan B haben, falls es einem erst nach der Auswanderung klar wird.
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon nyabarongo » Fr 3. Apr 2009, 00:12

Ein Schweizer der in RS geboren wurde hat mir die Familiengeschichte erzaehlt:

Grossvater muetterlicherseits hatte eine Baeckerei in Norddeutschland. Eines Tages haben sie den Gesellen schwitzend neben dem Backofen angetroffen. Auf die Frage was er da mache, erwiderte er, er wolle nach Brasilien auswandern und habe gehoert, dass es dort sehr heiss sei, darauf wolle er sich vorbereiten.
Das war so ziemlich die einzige Vorbereitung die damals getroffen wurde.

Der Baecker fand an dem Gedanken gefallen und wanderte auch nach BR aus, seine Tochter heiratete spaeter einen Schweizer....mein Freund ist der Enkel.

Damals haben die Leute alles aufgegeben und konnten gar nicht mehr zurueck. Ob angepasst oder nicht, man blieb dort.

Hab auch mal ne Schweizerin in Peru getroffen, die hatte dort ein Cafe, konnte die Peruaner nicht leiden, da aber ihr Mann kurz nach dem Uebersiedeln gestorben war, blieb sie halt dort, starb in hohem Alter so in den spaeten 1980ern.

Die ehemaligen Kolonialisten (besonders Englaender, Franzosen, Spanier und Portugiesen) haben sich keinen Deut um Anpassung an das Land geschert, die haben dort gelebt wie zuhause, manche sehr erfolgreich. Natuerlich gibt es das heute nicht mehr, da kaum noch Kolonieen existieren.

Manchmal denke ich aber auch, die Deutschen haben alle einen Minderwertigkeitskomplex und muessen sich in Selbstaufgabe gegenseitig uebertreffen, Anpassung schoen und gut, aber ich bin ich und wem das nicht passt, der findet sicher andere die ihn zu nem Bier einladen.
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon esteban38 » Fr 3. Apr 2009, 03:02

@ fredi

ich würde wohl das Meiste wieder genauso machen , wie s geschehen ist.

Manches, welches mir zunächst unangenehm vorkam, half mir im Rückblick. Ich betrachte Brasilien nach wie vor als Teil einer Herausforderung, einem Abenteuer sicher auch. Brasilien hat mich auf mich selber zurückgeworfen und mich gezwungen, die für mich wichtigen Lebensfragen zu beantworten oder an deren Beantwortung zu arbeiten. Denke nicht, dass mir das in Europa IN DIESER WEISE auch so intensiv passiert wäre.

anders machen würde ich:

- die Steuerfrage richtig und kompetent abklären und für solche Fragen das Forum hier eher nicht nutzen!
- konsequent no deals mit Verwandten
- so weit wie möglich handwerkliches von anfang an alles selber machen (bin erstaunt, was ich alles selber fertig bring)
- von Anfang an ein ungefähres Budget erstellen und das dann auch soll/ist überwachen.
- gerade nach Ankunft eher vorsichtig mit Investitionen sein und da erst mal Infos vor Ort beschaffen, als gleich loszulegen
- für organisatorische, rechtliche, bürokratische Fragen durchaus das Forum hier nutzen, das hätte mir einiges gebracht.
- bei Bauvorhaben unbedingt vor Ort sein, genaue und laufende Kontrolle der Arbeiten und des Baubudgets, für Warenbezüge Limiten setzen, vielleicht noch etwas mehr als in Europa üblich.....

Tocantins ist für mich ein guter Fleck Erde. Wie es ausser Goias andernorts in Brasilien ist, kann ich nicht beurteilen. Deshalb denke ich , es kommt schon drauf an, WOHIN man in Brasilien auswandert. Könnte mir gut vorstellen, dass Manaus oder Rio oder Santa Catarina oder Fortaleza andere Welten sind. Deshalb bin ich auch oft überrascht, wenn da User von DEN BRASILIANERN sprechen .

Meine Vermutung ist eher so, dass es DEN Brasilianer so gar nicht gibt, sondern dass Brasilien aus einem riesigen Sammelsurium von höchst unterschiedlichen Menschen besteht. Mal sehen, ob ich das mit Abstand von ein paar Jahren auch noch so sehe.
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Fredi » Fr 3. Apr 2009, 09:08

Herzlichen Dank Esteban!

Wie lange lebst du schon in Brasilien?

Deine Antwort hat mir doch einige Erkenntnisse gebracht:
* Geschäfte mit Familie möglichst vermeiden
* handwerkliche Arbeiten möglichst selbständig erledigen
* verbindliches Budget; periodisch Ist-Plan-Vergleiche machen
* Steuern sind ein komplexes Thema
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Jacare » Fr 3. Apr 2009, 10:59

Fredi hat geschrieben:Herzlichen Dank Esteban!

Wie lange lebst du schon in Brasilien?

Deine Antwort hat mir doch einige Erkenntnisse gebracht:
* Geschäfte mit Familie möglichst vermeiden
* handwerkliche Arbeiten möglichst selbständig erledigen
* verbindliches Budget; periodisch Ist-Plan-Vergleiche machen
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Hmh, eigentlich nur das 1x1 des normalen Menschenvertandes.

Gruss
Jacare
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Fredi » Fr 3. Apr 2009, 11:13

Jacare hat geschrieben:
Fredi hat geschrieben:Herzlichen Dank Esteban!

Wie lange lebst du schon in Brasilien?

Deine Antwort hat mir doch einige Erkenntnisse gebracht:
* Geschäfte mit Familie möglichst vermeiden
* handwerkliche Arbeiten möglichst selbständig erledigen
* verbindliches Budget; periodisch Ist-Plan-Vergleiche machen
* Steuern sind ein komplexes Thema



Hmh, eigentlich nur das 1x1 des normalen Menschenvertandes.

Gruss
Jacare


Es sind halt nicht alle so helle wie du bzw. haben noch keine einschlägigen Erfahrungen mit Brasilien gemacht.
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Jacare » Fr 3. Apr 2009, 11:30

Fredi hat geschrieben:
Jacare hat geschrieben:
Fredi hat geschrieben:Herzlichen Dank Esteban!

Wie lange lebst du schon in Brasilien?

Deine Antwort hat mir doch einige Erkenntnisse gebracht:
* Geschäfte mit Familie möglichst vermeiden
* handwerkliche Arbeiten möglichst selbständig erledigen
* verbindliches Budget; periodisch Ist-Plan-Vergleiche machen
* Steuern sind ein komplexes Thema



Hmh, eigentlich nur das 1x1 des normalen Menschenvertandes.

Gruss
Jacare


Es sind halt nicht alle so helle wie du bzw. haben noch keine einschlägigen Erfahrungen mit Brasilien gemacht.



Helle ? Nee lass mal. Das würde ich nie von mir behaupten, denn sonst wäre ich nähmlich icht mehr hier. :mrgreen: Nur wenn die Sache so steht, würde ich Dir dringend vorab noch ein paar "Urlaubstage" empfehlen. Ist nicht blöd gemeint, sondern wirklich ein guter Rat. Vorort-Erfahrungen sind einfach die besten Lehrmeister.

Gruss
Jacare
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon esteban38 » Fr 3. Apr 2009, 11:52

@ fredi

Ich kam seit über 10 Jahren immer mal wieder nach Brasilien. Seit dem 18.1.2008 lebe ich nun fix hier in Tocantins und bin ausgewandert.

Bin mit Jacare einig, dass vor Ort Erfahrungen mit Sicherheit hilfreich sind und schon mal eine gute Erfahrung sein können.
Allerdings empfinde ich persönlich doch einen passablen Unterschied, ob ich nur als Tourist hier lebte oder jetzt als "Ansässiger".

Nach reiflicher Ueberlegung und Abklären der üblichen , wichtigen verdächtigen Fragen betreffend Auswandern glaube ich, dass man irgendwann einfach an einen Punkt kommt, wo man sich fragt: mach ichs oder nicht? Und wenn Dich mal für ein Auswandern entschieden hast, dann mach es einfach und zaudere nicht allzulange rum. Die Erfahrungen, welche ein Auswanderer gerade am Anfang macht, sind wohl eh bei jedem ein bisschen anders, genauso wie die Umstände jedes Einzeln andere sind.

Die Erfahrungen sind eh wohl in jedem Fall persönlich hilfreich und wohl niemandem passiert es, dass er am Anfang nicht mit der ein oder anderen Widrigkeit konfrontiert ist, das gehört zum Abenteuer des Auswanders wohl dazu und ist integrierender Bestandteil.

Was für mich zählte war das JUST DO IT. Ich wollte diese Idee einfach realisieren und nicht nur davon träumen.
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon donesteban » Fr 3. Apr 2009, 19:16

Fredi hat geschrieben:Herzlichen Dank Esteban!

Wie lange lebst du schon in Brasilien?

Deine Antwort hat mir doch einige Erkenntnisse gebracht:
* Geschäfte mit Familie möglichst vermeiden
* handwerkliche Arbeiten möglichst selbständig erledigen
* verbindliches Budget; periodisch Ist-Plan-Vergleiche machen
* Steuern sind ein komplexes Thema
Ich möchte den Wert von Estebans Beitrag nicht schmälern, jedoch sind die Punkte her eher individuell auf seine Erfahrungen zurückzuführen. Man kann sich beispielsweise durchaus von der Familie geschäftlich helfen lassen bzw. in sein Geschäft einzubinden. Ich kenne viele Fälle, wo das mehr als gut funktioniert hat. Handwerkliche Arbeiten selbst ausführen? OK, wer Zeit, Muße und Kenntnisse hat, kann es ja gerne machen. Ich glaube aber, dass niemand nach Brasilien auswandert, nur um ein paar Tausend Jahre in der Zeit zurückzureisen, kurz bevor die Arbeitsteilung in die menschliche Gesellschaft Einzug hielt. Im Gegenteil. Ich lasse nicht nur mein Auto reparieren, mein Haus bauen und meine Schuhe besohlen. Ich lasse in Brasilien für ein paar Real jede Kleinigkeit von jemandem erledigen. Für mich ein Stück mehr Lebensqualität. Ich hasse handwerkeln! Ja und die übrigen Punkte, da stimme ich Jacare zu, sind wohl eher generelle "Überlebensstrategien", die man eigentlich überall auf der Welt inkl. in der eigenen Heimat beherzigen sollte.
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