Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Takeo » Fr 3. Apr 2009, 23:58

donesteban hat geschrieben:Ich möchte den Wert von Estebans Beitrag nicht schmälern, jedoch sind die Punkte her eher individuell auf seine Erfahrungen zurückzuführen. Man kann sich beispielsweise durchaus von der Familie geschäftlich helfen lassen bzw. in sein Geschäft einzubinden. Ich kenne viele Fälle, wo das mehr als gut funktioniert hat.


Aber genau DAS meinte ich doch... es ist zwar unromantischer, aber doch in der Regel nunmal ungemein wirkungsvoller für den persönlichen Erfolg, wenn man in der Familie Rechtsanwälte, Contadores, Architekten, Ärzte, Corretores etc... hat, als wenn die Famile aus Guardinhas, Serventes oder Boisa frias etc.. besteht. An dieser unromantischen Wahrheit lässt sich nicht viel rütteln... auch kann es von zufälligem Nutzen sein, wenn seine besten Kumpels zufällig ebenfalls einflussreiche Berufe haben, wo sich auch geschäftlich was bewegen lässt, und sei es mit fundierten Kenntnissen oder Beratung, ich rede noch nicht mal so sehr von Beziehungen oder Vetternwirtschaft, vielmehr von anständiger Beratung, Interesse für Investitionen, Bürgschaften, Geld: "geschäftliche Hilfe" eben... und in der 'ressourcenarmen' Bevölkeungsschicht kann man sich diese Themen zumindest schonmal abschminken... oder man will tatsächlich die hohe Lebenskunst erlernen, wie man mit 1,50 R$ am Tag in Brasilien auskommen kann... aber seien wir doch realistisch, "Überlebenskampf", das ist doch in der Regel nicht DAS, was ein seriöser Auswanderer will! Oder warum fragen alle, wo die schönsten Strände sind, und wieviel man in Brasilien braucht um anständig zu leben? Trotzdem: man sollte aber grundsätzlich nie vergessen, und auf der ganzen Welt: Familie ist Familie, Freunde sind Freunde, und Business ist Business...

Im Punkt "do-it-yourself" stimme ich donesteban vollkommen zu: ich lasse auch Vieles reparieren, kontraktiere jedemenge Serviços, lasse sogar mein Auto waschen (okay, die Arbeitgeber möchten das man mit sauberen Autos 'rumfährt - soweit das in meinem Falle als Agrarier im Cerrado natürlich möglich ist)... aber Brasilien ist doch keine Steinzeit, hier gibt es Zivilisation genau wie in Europa: ich glaube, wer hierher kommt und denkt: okay, jetzt lebe ich in Lateinamerika, bin auf mich selbst gestellt und muss alles selber reparieren, hat schon die falsche- und tatsächlich sogar genau diese etwas arrogante Gringo-Einstellung gegenüber diesem Land. Gutes Werkzeug, handwerkliche Erfahrungen können nie schaden - nicht in Brasilien auch nicht in Europa... aber darauf angewiesen ist man in den weitesten Teilen Brasiliens eigentlich nicht!
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon donesteban » Sa 4. Apr 2009, 02:29

Und um jetzt den Bogen gaaaaaanz weit zu spannen, will ich auf Robert zurück kommen. Wenn ich z.B. an der Peripherie in einfache Häuser oder Geschäfte investiere, dann können mir dort die einfachen Anwohner auch sehr viel helfen. ;-)

OK, aber abgesehen von den Plattitüden die bisher hier im Thread geäußert wurden, finde ich tatsächlich das was Du vorher schon eingebracht hast, so trivial die Erkenntnis auch sein mag, den wirklich wichtigen Erfolgsfaktor die Anerkennung Brasiliens und der Brasilianer als ganz scheißnormale Menschen, Bürger, Nachbarn, als ein stinknormales Land wo die gleichen "zwischenmenschlichen Gesetze" herrschen, wie in Europa oder dem (kleinen) Rest der Welt. Dass es andere "Fettnäpfchen" gibt wie bei uns, ist klar. Das manche Dinge graduell anders ablaufen ist auch klar. Prinzipiell herrschen aber die gleich Gesetze wie bei uns und wir haben die gleichen Werte. Auf jeden Fall erwarten uns keine 72 Jungfrauen, wenn wir als Märtyrer in den Himmel kommen.
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Fredi » Di 7. Apr 2009, 09:42

esteban38 hat geschrieben:@ fredi

Ich kam seit über 10 Jahren immer mal wieder nach Brasilien. Seit dem 18.1.2008 lebe ich nun fix hier in Tocantins und bin ausgewandert.

Bin mit Jacare einig, dass vor Ort Erfahrungen mit Sicherheit hilfreich sind und schon mal eine gute Erfahrung sein können.
Allerdings empfinde ich persönlich doch einen passablen Unterschied, ob ich nur als Tourist hier lebte oder jetzt als "Ansässiger".

Nach reiflicher Ueberlegung und Abklären der üblichen , wichtigen verdächtigen Fragen betreffend Auswandern glaube ich, dass man irgendwann einfach an einen Punkt kommt, wo man sich fragt: mach ichs oder nicht? Und wenn Dich mal für ein Auswandern entschieden hast, dann mach es einfach und zaudere nicht allzulange rum. Die Erfahrungen, welche ein Auswanderer gerade am Anfang macht, sind wohl eh bei jedem ein bisschen anders, genauso wie die Umstände jedes Einzeln andere sind.

Die Erfahrungen sind eh wohl in jedem Fall persönlich hilfreich und wohl niemandem passiert es, dass er am Anfang nicht mit der ein oder anderen Widrigkeit konfrontiert ist, das gehört zum Abenteuer des Auswanders wohl dazu und ist integrierender Bestandteil.

Was für mich zählte war das JUST DO IT. Ich wollte diese Idee einfach realisieren und nicht nur davon träumen.


Danke Esteban.
Finde deine Tipps sehr gut und kann sie auch gut nachvollziehen.
Ich kenne Brasilien (insbes. Nordosten) doch recht gut, zusätzliche Reisen würden in einem gewissen Sinne keine weiteren Erkenntnisse bringen.
Gewisse Überlegungen und Vorbereitungen sind bestimmt wichtig, aber ab einem bestimmten Punkt sollte man den Schritt wagen oder halt nicht.

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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon Jacare » Di 7. Apr 2009, 10:13

@Fredi
Eben ! Diese Entscheidung kann einem keiner abnehmen. Da gibt´s nunmal nur diejenigen, die wegen Kleinigkeiten gleich das Handtuch werfen und die anderen die das durchziehen was da auch kommen mag. Zu welcher Gruppe man gehört, liegt letztendlich nur an einem selber. Wie dem auch sei, ich wünsche Euch alles Gute für euren Start in BR.

Gruss
Jacare
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Re: Auswanderung: Erfolgsfaktoren

Beitragvon esteban38 » Di 7. Apr 2009, 16:58

@ Fredi

Auch von meiner Seite die besten Wünsche und viel Glück, egal für welche Variante Du Dich entscheidest. Take care
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