Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon amazonasklaus » Di 20. Okt 2009, 20:08

Die Wahrscheinlichkeit aufzufliegen mag gering sein, legal wird das Verheimlichen ausländischer Einkünfte dadurch nicht. Und wenn man größere Anschaffungen wie ein Haus oder ein Auto tätigt und gleichzeitig bei den Steuerbehörden als mittellos gilt, dann wirft das durchaus Fragen auf.
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon dimaew » Mi 21. Okt 2009, 00:18

eberlein hat geschrieben:Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen wie denn der brasilianische Fiskus Kenntnisse erhalten soll, wie viele Einkünfte aus Kapitalvermögen in der Schweiz erwirtschaftet werden. Selbst bei einem bevorstehenden Doppelbesteuerungsabkommen wäre die Steuerbehörde in B. nicht in der Lage irgendwelche Informationen diesbezüglich zu erhalten (behaupte ich halt mal).


und mit dieser Behauptung liegst Du leider komplett falsch. Alles Geld, das nach Brasilien hereinkommt, wird über die Zentralbank gesteuert. Und dort hat die Finanzbehörde ungehinderten Zugriff und extra einen Computer angeschafft, der alle bei Behörden registrierten Daten (wie Autoanmeldung - und Steuer, Hauskauf, -registrierung und -besteuerung usw.) abgreift.

Die "falsche" Steuererklärung ist übrigens nicht nur mit einer Multa von ein paar Hundert Reais belegt, sie ist auch eine Straftat, die nach dem Código Penal mit Gefängnisstrafe belegt ist.
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon popolado » Mi 21. Okt 2009, 01:38

Ich hatte mal den seligen Neto gefragt, was er mir rät wenn ich permanent in BR leben wollte...

Zitat: gib gar nichts an, dann haste keine Probleme

Die SChweizer kenne ich nicht, aber die deutschen Finanzämter leiten vorschriftswidrig Infos ans Ausland weiter, so geschehen einem Bekannten der in China arbeitete.

In Brasilien wird man doch dazu erzogen möglichst alles illegal zu machen. Wer versucht alles korrekt nach Gesetz zu tun hat nur Scherereien, wohingehend die nach jeitinho lebenden sich eines unbeschwerten Lebens erfreuen

So erzählte eine carioca die für das Gericht Strafbefehle zustellte, daß sie vor einer Verhaftung eines favelados sich zum rei de favela begibt, dem die Geschichte erzählt und um Zustimmung einer Verhaftung bittet. Lehnt der rei das ab, wird der Haftbefehl nicht ausgeführt.
Jetzt überlegt euch mal, ob ein anderer der in einem condominio lebt, auch so behandelt wird, evtl. der porteiro seine ZUstimmung geben muß...ist doch lächerlich.

Da alle Brasilianer bei den Einkünften schwindeln, wird das meiste Geld über direkte Steuern auf Konsumgüter eingenommen. Da hat man kaum eine Wahl, außer man wohnt in der Nähe Paraguays.. :wink:

Man kann seine Einkünfte auch mit Hilfsleistungen eines Verwandten, der alten Mutter etc. begründen...ist in BR nicht unnormal.

Warum sollte man eigentlich sein Geld einem korrupten System in den Rachen werfen?

In D muß man nicht mal melden wo man eigentlich auf der Welt lebt, wozu also der Stress?

EC oder Kreditkarte einer beliebigen BAnk ist doch gut genug um seine Ausgaben zu bestreiten.
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon Copafred » Mi 21. Okt 2009, 01:41

Du willst auswandern? Wenn das so richtig ist, dann kannst du in der Schweiz kein Privatbesitz (-vermögen) haben. Ansonsten bist du nur ausgereist und lebst in einem anderen Staat zumindest vorrübergehend.


Wo hast du so einen Unsinn her???
Gottes schönste Gabe ist der Schwabe!
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon Tuxaua » Mi 21. Okt 2009, 01:46

popolado hat geschrieben:So erzählte eine carioca die für das Gericht Strafbefehle zustellte, daß sie vor einer Verhaftung eines favelados sich zum rei de favela begibt, dem die Geschichte erzählt und um Zustimmung einer Verhaftung bittet. Lehnt der rei das ab, wird der Haftbefehl nicht ausgeführt.
Jetzt überlegt euch mal, ob ein anderer der in einem condominio lebt, auch so behandelt wird, evtl. der porteiro seine ZUstimmung geben muß...ist doch lächerlich.
Also muss relax nur in eine favela ziehen, sich mit dem rei gutstellen und ist alle Probleme los?!
Was an deinem Vergleich "favelado vs. porteiro" lächerlich ist habe ich leider auch nicht verstanden.
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon timu » Mi 21. Okt 2009, 11:00

dimaew hat geschrieben:
eberlein hat geschrieben:Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen wie denn der brasilianische Fiskus Kenntnisse erhalten soll, wie viele Einkünfte aus Kapitalvermögen in der Schweiz erwirtschaftet werden. Selbst bei einem bevorstehenden Doppelbesteuerungsabkommen wäre die Steuerbehörde in B. nicht in der Lage irgendwelche Informationen diesbezüglich zu erhalten (behaupte ich halt mal).


und mit dieser Behauptung liegst Du leider komplett falsch. Alles Geld, das nach Brasilien hereinkommt, wird über die Zentralbank gesteuert. Und dort hat die Finanzbehörde ungehinderten Zugriff und extra einen Computer angeschafft, der alle bei Behörden registrierten Daten (wie Autoanmeldung - und Steuer, Hauskauf, -registrierung und -besteuerung usw.) abgreift.

Die "falsche" Steuererklärung ist übrigens nicht nur mit einer Multa von ein paar Hundert Reais belegt, sie ist auch eine Straftat, die nach dem Código Penal mit Gefängnisstrafe belegt ist.


Ich lebe nicht in Br, gehe mit meiner Frau jedoch jährlich zu ihrer Familie in die Ferien; kenne also ein bisschen die Verhältnisse.
Ich habe mal mit der Schwester (arbeitet bei der justicia federal) über diesen Aspekt (Vermögen + Zinsen CH) diskuktiert. Sie war eher erstaunt, dass dies ein Problem sein sollte; ihr Tipp: sich möglichst durchschlängen und ja keine Eigeninitative, die kommen dann schon, falls sie etwas wollen. Desweiteren meinte sie, warum konzentriert ihr euch nicht auf die wesentlichen Dinge (Job, Kriminalität etc.)
Könnte es sein, dass wir Europäer auch in dieser Hinsicht zu pflichtbewusst sind?
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon dimaew » Mi 21. Okt 2009, 12:26

timu hat geschrieben:Ich lebe nicht in Br, gehe mit meiner Frau jedoch jährlich zu ihrer Familie in die Ferien; kenne also ein bisschen die Verhältnisse.
Ich habe mal mit der Schwester (arbeitet bei der justicia federal) über diesen Aspekt (Vermögen + Zinsen CH) diskuktiert. Sie war eher erstaunt, dass dies ein Problem sein sollte; ihr Tipp: sich möglichst durchschlängen und ja keine Eigeninitative, die kommen dann schon, falls sie etwas wollen. Desweiteren meinte sie, warum konzentriert ihr euch nicht auf die wesentlichen Dinge (Job, Kriminalität etc.)
Könnte es sein, dass wir Europäer auch in dieser Hinsicht zu pflichtbewusst sind?

Timu, das kann durchaus sein. Wie wir wissen, kennen die Brasilianer immer ein "jeito", manchmal auch nur ein "jeitinho". Und das Steuerthema ist mit Sicherheit eines der kleineren. Andererseits hat der brasilianische Staat wie sehr viele Staaten auf der Welt im Moment ein Steuereinnahmeproblem. Deshalb werden unter anderem die Steuerrückerstattungen nach hinten verlegt. Solche Zeiten sind Blütezeiten für die Steuerprüfer (ob innerhalb der Receita Federal oder im Außendienst), denn jeder macht irgendwas falsch. Dann können schon mal ein paar Reais an Strafen eingetrieben werden und Kleinvieh macht auch Mist. Deshalb bleibe ich bei diesem Thema lieber der pflichtbewusste Europäer.
Hier im Forum kann jeder seine eigene Erfahrung und Meinung zu dem Thema einbringen und diskutieren. Wie man sich dann im wirklichen Leben verhält, bleibt jedem selbst überlassen. Soll halt keiner kommen und sagen: "Aber der Timu, der hat am 21.10.2009 um 8:00 Uhr im Forum Brasilienfreunde.Net geschrieben, seine Schwägerin, die bei der Justiça Federal arbeitet meint, man soll sich durchschlängeln."
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon havranek » Do 22. Okt 2009, 08:51

LAWRENCE hat geschrieben:Generell gilt wer eine CPF Nummer hat und sich eine bestimmte Anzahl von Tagen (183 oder sowas) pro Jahr in BRA aufhält, dort sein gesammtes WELTEINKOMMEN deklarieren und versteuern muss.

Ab welcher Höhe, welche Art von Einkommen, welche Art von Zinsen oder sonstiger Devidenden aus finaz. Anlagen, ob evtl. bereits versteuertes Einkommen aus dem Ausland nochmal versteuert wird oder unter welchen Umständen dies dann steuerfrei ist, ist dann eine andere Frage die man ohne genaue Infos hier nicht beantworten kann.

:cool:


Wenn jemand nun z.B. 5 Monate in Brasilien dann 5 Monate in Europa und weitere 2 Monate in Asien wohnt, wie sieht es dann aus :D
Also weniger als 6 Monate im jeweiligen Land. Ein Freund von mir (Steuerkommissär in der Schweiz) meinte, dass man dann ganz legal den Steuerbehörden eine lange Nase machen kann.
Dies wird wohl in der Schweiz so sein, wie sieht es aber in Brasilien aus?
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon dimaew » Do 22. Okt 2009, 12:29

havranek hat geschrieben:
LAWRENCE hat geschrieben:Generell gilt wer eine CPF Nummer hat und sich eine bestimmte Anzahl von Tagen (183 oder sowas) pro Jahr in BRA aufhält, dort sein gesammtes WELTEINKOMMEN deklarieren und versteuern muss.

Ab welcher Höhe, welche Art von Einkommen, welche Art von Zinsen oder sonstiger Devidenden aus finaz. Anlagen, ob evtl. bereits versteuertes Einkommen aus dem Ausland nochmal versteuert wird oder unter welchen Umständen dies dann steuerfrei ist, ist dann eine andere Frage die man ohne genaue Infos hier nicht beantworten kann.

:cool:


Wenn jemand nun z.B. 5 Monate in Brasilien dann 5 Monate in Europa und weitere 2 Monate in Asien wohnt, wie sieht es dann aus :D
Also weniger als 6 Monate im jeweiligen Land. Ein Freund von mir (Steuerkommissär in der Schweiz) meinte, dass man dann ganz legal den Steuerbehörden eine lange Nase machen kann.
Dies wird wohl in der Schweiz so sein, wie sieht es aber in Brasilien aus?


Natürlich ist jedes Land selbst dafür verantwortlich, ab welcher Aufenthaltsdauer es die inländische Steuerpflicht beginnen lassen will. Die "180-Tage-Regelung" scheint sich aber mehr oder weniger durchgesetzt zu haben. So ist es wohl auch hier in Brasilien. Allerdings müssen die 180 Tage nicht am Stück erreicht werden. Es reicht, wenn jemand innerhalb des Steuerjahres (Kalenderjahres) 180 Tage im Land war.
(Ich versuche mal, rauszufinden, wo das steht, wenn nicht jemand schneller ist als ich)

In Deutschland hat das schon mal für Aufregung gesorgt, wenn bekannte Musikbands eine längere Tournee veranstaltet haben. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich meine, die Rolling Stones hat es schon mal getroffen.
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Re: Auswanderung / Frührente: steuerliche Situation

Beitragvon Tuxaua » Do 22. Okt 2009, 14:52

dimaew hat geschrieben:...Ich versuche mal, rauszufinden, wo das steht, ...
Auf der FAQ-Seite der RF ->pessoa física -> estrangeiros. klemmt bei mir zur Zeit, dort steht es genau.
Hier und hier hatte ich schon mal was zitiert.
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